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Rezension zu
Auf und davon

Die Rezension bezieht sich auf eine nicht mehr lieferbare Ausgabe.

Ein Roadtrip voller skurriler Szenen aber auch Tiefsinnigkeit

Von: Glitzerfees Buchtempel aus Hildesheim
28.08.2015

Inhalt: Mary Iris Malone, kurz Mim will zu ihrer kranken Mutter. Dafür klaut sie das Geld ihrer blöden Stiefmutter und haut einfach ab. Sie setzt sich in einen Greyhound-Bus um die 1500 Kilometer, die zwischen ihr und ihrer Mutter liegen, zurückzulegen. Sie beginnt ihren Roadtrip „nach Hause“. Meine Meinung: Ganz ehrlich? Mir fiel es richtig schwer, das Buch „Auf und davon“ zu bewerten. Es ist so anders, irgendwie richtig gut aber es gibt auch so viele Szenen, die mich gestört haben einfach zu viel des Guten waren. Anfangs habe ich echt lange gebraucht, um überhaupt in die Geschichte zu finden. Mim schreibt während ihres Trip Briefe, die ich sehr verwirrend fand. Darin hält sie ihre Gedanken, Ideen, Gefühle aber auch Erinnerungen fest. Doch anfangs habe ich Mim wohl nicht richtig verstanden, und fand alles merkwürdig. Das ändert sich später aber zum Glück noch. Genauso habe ich das Buch sehr distanziert gelesen, auch das hat sich ab Mitte des Buches zum positiven gewendet. Mim ist ein Charakter, der so anders ist, als man ihn in Büchern sonst findet. Man fragt sich, ob sie wirklich psychisch angeschlagen ist. Denn in ihrer Familie ist sowas bekannt, ihre Tante litt an „Geisteskrankheit“. Mim beschreibt selber, wie es dazu kam, dass sie Tabletten einnehmen muss. Da fand ich das schnelle Handeln des Vaters nicht für sinnvoll. Doch dieser hat zu viel Angst gehabt, dass Mim genauso enden könnte. Vielleicht wirkt daher auch alles wirr für mich als Leser. Ist sie verrückt oder nicht? Das fragt man sich oft. Aber nicht nur an Mim, sondern auch an einige Szenen im Buch. Ihre Mutter hat Mim nur positiv im Gedächtnis und schwärmt von einigen Erinnerungen. Ihre böse Stiefmutter ist daran schuld, dass sie keinen Kontakt mehr haben. Für diese empfindet Mim nur Abneigung. Während ihres Roadtrips lernen wir natürlich einige Leute kennen. Manche sehr liebenswert, andere hingegen schauderhaft. Es gibt gravierende Momente in diesem Buch, die für meinen Geschmack einfach zu schnell abgehandelt werden. Genauso haben wir einige skurrile Abschnitte, die mich nur mit dem Kopfschütteln lassen haben. In so einer komischen Szene lernt Mim unseren liebenswerten Walt kennen. Dass Walt anders ist als alle anderen, merkt man schnell. Er hat mich allerdings am meisten begeistern können. Er ist so voller Freude und Unschuld. Ab da an, ist Mims Reise mit dem Bus vorbei. Sie und Walt gehen gemeinsam ihren Weg, der anfangs nicht leicht verläuft und ebenfalls eine komische Stelle im Buch ist. Doch nachdem die vorbei war, kamen die Emotionen bei mir an. Es kommt noch eine dritte männliche Person dazu und zusammengeht es weiter mit einem alten Pickup. Wir lernen alle drei näher kennen und langsam habe ich angefangen, die Geschichte zu lieben. Plötzlich habe ich die Emotionen voll gespürt und eingesogen. Es gibt einige Rückblenden, die mich verstehen lassen haben und irgendwie verändert Mim sich. Vielleicht ist es das Gefühl der Freundschaft, des nicht allein Seins, was sie verändert. Das hat mir richtig gut gefallen. Ich glaube, man muss das Buch einfach selber lesen, um zu verstehen, was ich meine. Es sollte einem nur im klaren sein, es ist kein typischer 0815 Roadtrip. Es ist etwas ganz spezielles und anderes. Man muss einfach Geduld haben, um das Schöne und besondere in dieser Geschichte zu sehen. Fazit: Dieser ungewöhnliche Roadtrip ist eine Mischung aus skurrilen Szenen, Verrücktheit aber auch viel Tiefsinnigkeit. Ich habe oft ungläubig mit dem Kopf geschüttelt und einige Szenen wurden zu schnell abgetan. Doch trotzdem konnte mich "Auf und davon" ab der Hälfte irgendwie für sich gewinnen. Ein Roadtrip den man schwer in Worte fassen kann.