Leserstimmen zu
Nesthäkchen und ihre Puppen

Else Ury

Nostalgie für Kinder (3)

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Nesthäkchen und ihre Puppen" ist ein weiteres Hörbuch der Nostalgiereihe des cbj audio Verlages, welches mir sehr zugesagt hat. Ein wunderbarer Klassiker, dessen Geschichte im Original um einiges länger erzählt ist, als hier im Hörbuch präsentiert. Es ist nur ein kleiner Auszug, der aber gut gewählt wurde. Annemarie Braun ist definitiv ein Nesthäkchen und wird verwöhnt und geliebt. Sie kommt aus gutem Haus, was schon anhand der Beschäftigten im Hause Braun zu bemerken ist. Sie hat ihren eigenen Kopf und stellt gemeinsam mit ihrem älteren Bruder Klaus einigen Unsinn an, wobei dieser oftmals der Anstifter ist und Annemarie noch zu jung, um den Ernst hinter manchem Bubenstreich zu erkennen. Es ist ein sehr behütetes Zuhause und zeigt zudem auf, das die Story in Berlin Anfang des 19. Jahrhunderts erzählt wird, also definitiv nostalgisch und auch erzieherisch nicht immer aktuell, dennoch eine Erzählung, die absolut hörenswert war. Annemarie ist durch ihre kindliche Unschuld mitunter sehr amüsant und unterhaltsam, wobei es auch Dinge gab, da hätte ich am liebsten die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen, da ich auch die Mutter des Kindes nicht immer begreifen konnte. Manches Verhalten war mir dann doch nicht geheuer. Eine Begebenheit möchte ich kurz erläutern, da ich sie mir wirklich nah gegangen ist, da ich ähnliches in meiner eigenen Kindheit erlebt habe. Frau Braun reagiert auf die neue Frisur ihres Kindes mit Liebesentzug und erst der Vater kann die Wogen glätten, etwas, was ihn mir sehr sympathisch macht. Ansonsten ist Vater Braun eher abwesend durch seine Arztpraxis, die sich im selben Haus wie die Wohnung der Familie befindet. Er wäre also nah dran an seinen Kindern und seiner Ehefrau, arbeitet aber sehr viel und daher ist er eher ein Nebencharakter, ebenso wie Annemaries älterer Bruder Hans. Es herrscht Leben im Hause Braun und den Unfug, den Klaus und Annemarie anstellen, würde von mir tatsächlich nur belächelt werden. Einzig die Tatsache, als sich Annemarie vom Grundstück entfernt, um dem Leierkastenmann zu folgen, hätte mich zur Verzweiflung vor Angst und Sorge getrieben. Annemarie ist ein kleines Mädchen, welches sich sehr bemüht immer brav zu sein, um ihren Eltern zu gefallen, was ihr nicht immer leicht fällt. Sie redet und spielt sehr viel mit ihren Puppen und ist diesen meistens eine sehr gute Puppenmutter. Der Titel des Hörbuchs ist sehr gut gewählt, da Annemaries Puppen sehr viel Raum einnehmen. Fazit: Insgesamt ist "Nesthäkchen und ihre Puppen" ein sehr gelungenes Hörbuch, welches auch durch die Sprecherin Andrea Sawatzki sehr lebendig wirkt. Eine absolute Hörempfehlung!

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In Nesthäckchen und ihre Puppen von Else Ury geht es um die 6-Jähirge Annemarie Braun. Der erste Band behandelt die Zeit von kurz vor einem Osterfest bis etwa zum Osterfest im nächsten Jahr und ihrer darauf folgenden Einschulung. Annemarie ist das Nesthäckchen der Familie, da sie zwei ältere Brüder hat, Klaus und Hans. Das Nesthäckchens, das manchmal auch Annemi oder Lotte genannt wird, erlebt ihre Abenteuer gemeinsam mit ihren Puppen. Sie lebt mit ihrem Vater, Dr. Braun, einem Arzt und ihrer Mutter, ihrem Kinderfräulein und ihren Brüdern, ihrem Hund und ihrem Vögelchen in einer Wohnung in Berlin. Außerdem gibt es in dem Haushalt noch die Köchin, Hanne, und das Stubenmädchen, Frieda. Annemarie macht mit ihrem Kinderfräulein regelmäßig Spaziergänge in den Tiergarten. Bei einem dieser Spaziergänge lernt sie das Schiffer-Lenchen kennen. Ein kleines Mädchen, das mit ihren Eltern auf einem Schiff lebt, weil ihr Vater der Kapitän ist. Sie unterhält sich mit der kleinen und die beiden sehr unterschiedlichen Mädchen freunden sich an bis Lenchen eines Tages erzählt, dass sie wieder abreisen; wahrscheinlich sogar sehr bald. Vor dem Abschied tauschen die Mädchen noch ihre Schuhe, da Annemarie die Holzpantinen von Lenchen toll findet und Lenchen Annemaries Stiefelchen mag. Annemaries Fräulein schimpft das Mädchen aus, weil diese ihre Schuhe wegegeben hat. Mit ihrem Bruder und Fräulein Lena fährt Annemarie nach Arnsdorf zu ihrer Tante und ihrem Onkel. Gemeinsam verbringen sie dort die Ferien, damit die Eltern mal ihre Ruhe vor den Kindern haben und der abgearbeitete Vater sich erholen kann. Dort tollt Annemarie mit Klaus und ihren Cousins und manchmal auch ihrer Cousine im Wald und auf den Wiesen herum. Einmal verstecken sich die Kinder mit Puppe Gerda im Baum, um von dort die Kaffeegesellschaft von Tante Kätchen zu belauschen, weil es bei diesen Gesellschaften immer so lustig zugehen soll. Die Kinder erleben in dieser Zeit einige Abenteuer und Annemarie verwildert in dieser Zeit auch ziemlich. Als sie wieder nachhause kommt, weiß sie nichts mit sich anzufangen und so meldet ihre Mutter sie im Kindergarten an. Annemarie freut sich sehr auf den Kindergarten, weil sie doch in Arnsdorf so gerne draußen gespielt hat. Als der Kindergarte nur aus einer Wohnung besteht, und es keinen Garten gibt, ist die Enttäuschung groß. Weil die Betreuerin und die Kinder so nett sind, freut sich Annemarie dann aber auf den Kindergarten und seitdem ist ihr auch Zuhause nicht mehr langweilig. Nesthäckchen erlebt noch etliche weitere Abenteuer, die ich jetzt nicht alle erwähnen werde, aber mit ihren Brüdern, vor allem mit dem nur wenig älteren Klaus, gerät das Mädchen oft aneinander. Er malt ihren Puppen Schnurrbärte auf, entführt Gerda und versteckt sie vor Annemarie oder steckt eine Kiste mit Insekten in ihr Zimmer. Ihr Bruder Hans findet solche Sachen zwar auch ziemlich witzig, aber er und Annemarie verstehen sich grundsätzlich ganz gut. Das Mädchen wird durch die Geschenke und ihre Spielsachen ziemlich darauf getrimmt, in die entsprechende Rolle hineinzuwachsen. Sie hat jede Menge Puppen, die sie wie ihre Kinder behandelt; jede mit eigenem Charakter und mit Gerda hat sie sogar ein eigenes Nesthäckchen bekommen. Sie hat auch jede Menge Puppenzubehör, um für ihre Kinder zu sorgen, dazu gehört eine Küche und ein Bügeleisen, das man sogar wirklich heiß machen kann. Ihre Kinder erhalten nicht nur zu Annemaries Weihnachtsfest Geschenke, sondern auch von ihr selbst selbstgebastelte Geschenke. Das Buch endet mit Annemaries Geburtstag und ihrer Einschulung an der örtlichen Mädchenschule. Zum Geburtstag hat sie jede Menge Zubehör für die Schule bekommen, das sie stolz herumzeigt und sogar damit in der Wohnung auf- und abläuft und so wie ein richtiges Schulmädchen aussieht. Nesthäckchen und ihre Puppen von Else Ury ist der erste Band der Reihe und auch diesen habe als Hörbuch gehört, sodass ich erst auf den Inhalt und dann auf das Medium eingehen werde. Ich finde es ganz spannend mal ein, mutmaßlich halbwegs authentisches Leben, einer Familie in der Deutschen Kaiserzeit zu erleben. Der Fokus liegt zwar auf Annemarie, aber dennoch werden einige gesellschaftliche und auch familiäre Inhalte beschrieben. Einige Sachen kommen einem auch aus der heutigen Zeit sehr bekannt vor: die Kinder ärgern sich gegenseitig, man macht Ausflüge in den Tierpark und spielt sehr viel. Das hat mir sehr gut gefallen. Aber natürlich gibt es auch einige Unterschiede zur heutigen Gesellschaft. Annemarie wird sehr in ihre Rolle als Frau hineinerzogen. Es gibt zwar heute noch Kinderküchen und Puppenzubehör, aber es ist nicht mehr so strikt nach Jungs und Mädchen getrennt. Außerdem kann ich mich nicht erinnern, jemals ein funktionsfähiges Bügeleisen für Kinder gesehen zu haben. Annermarie besitzt sowas und bügelt die Kleidung ihrer Puppen. Sie wird zur perfekten kleinen Frau erzogen. Auch als Annemarie sich eines ihrer Zöpfchen abschneidet, weil ihrer Puppe die Haare ausgegangen sind, wird sie als Junge bezeichnet. Als ihre Eltern ihr dann das zweite Zöpfchen auch noch abschneiden, weint sie bitterlich, weil sie keine Jungenfrisur wie die ihrer Brüder haben möchte. Hier sind die Rollenverteilungen also klar und es ist auch klar wie ein Mädchen auszusehen und sich zu benehmen hat und wie ein Junge, wenngleich Klaus mehr als einmal gerügt wird, wenn er seine Schwester wieder einmal ärgert. Das mochte ich gar nicht, denn natürlich müssen solche alten Rollenbilder kritisch von jungen Hörerinnen und Hörern betrachtet werden. In diesem Kontext noch ein Hinweis zum Booklet. Dort findet sich eine Seite, die die traditionellen Werte reflektiert und daraus eingeht, dass ein solches Hörbuch im Kontext der damaligen Zeit, also der Zeit, in der das Kinderbuch dazu geschrieben wurde, gehört werden muss. Das ist absolut richtig, aber irgendwie hat mir da noch ein bisschen was dazu gefehlt, dass solche Werte heute anders sind und Mädchen heute nicht mehr als typische Hausfrauen erzogen werden. Bei Der Trotzkopf ist diese Einordnung irgendwie besser gelungen, finde ich. Die Worterklärungen sind sicherlich – auch für bereits erwachsene Hörer:innen – sehr hilfreich und auch die Inhaltsbeschreibung hat mir gut gefallen. Die Illustrationen von Max Meinzold haben mir wie immer gut gefallen. Ich mochte das Booklet zum Hörbuch auf jeden Fall sehr gerne und wünsche mir sowas eigentlich immer; zumindest damit man weiß wie die Figuren heißen (und geschrieben werden) und damit man den Inhalt nochmal kurz nachlesen kann. Kommen wir nochmal kurz zum Inhalt: Die Figuren sind mir grundsätzlich sympathisch gewesen, wenngleich ich den Erziehungsstil mit Sätzen in die Richtung „Was bist du für ein dummes Kind“ oder „So kann ich dich nicht lieb haben“ überhaupt nicht mochte. Annemarie ist auf jeden Fall eine unglaublich sympathische Figur und auch die anderen Figuren müssen natürlich im Kontext der Zeit betrachtet werden. Der Inhalt hat mir mit dem episodischen Erzählen recht gut gefallen und ich habe auch nicht großartig gemerkt, dass irgendwo groß gekürzt wurde, wenngleich es sich auch hier um eine gekürzte Lesung handelt. Der Absatz zum Booklet gehört ja so halb schon zum Thema Medium, aber um nochmal auf die Sprecherin selbst zu kommen: Ich mag Andrea Sawatzki eigentlich sehr gerne. Aber ich finde, dass ihre Stimme nicht zum Hörbuch gepasst hat, weil diese für mich nicht zu Annemarie gepasst hat und es schließlich immer um diese geht. Ich habe die anderen Hörbücher der Reihe (Anne auf Green Gables und Der Trotzkopf) sehr gerne gehört, aber bei diesem musste ich mich manchmal schon fast zwingen, weiterzuhören. Das lag mit Sicherheit nicht nur an der Stimme der Sprecherin, sondern auch am Inhalt. Für mich ist Das Nesthäckchen und ihre Puppen von Else Ury deshalb leider das bisher schwächste der Reihe (wenngleich diese noch sehr klein ist). Wer sich für ältere Kinderbücher interessiert und eine gute Aufbereitung wünscht, ist hiermit sicherlich dennoch gut beraten. Mein Liebling in der Reihe wird das Hörbuch aber wohl leider trotzdem nicht mehr.

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Unterhaltsam und herzlich

Von: Christine Schneider

01.12.2020

Das Hörbuch ist schön von Andrea Sawatzki vorgelesen und die Geschichte von Else Ury ist herzlich und unterhaltsam. Das wunderschöne Cover und die hochwertige CD Box machen das Hörbuch zu einem tollen Blickfang. für mich waren es unterhaltsamen Stunden und ich würde das Hörbuch wieder anhören.

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Erinnert ihr euch noch an das „Nesthäkchen“? Das kleine Mädchen Annemarie, welches viele Abenteuer erlebte und durch die gleichnamige Serie tausende Kinder begeisterte? Dann lege ich euch das gleichnamige Hörbuch ans Herz. Gelesen wird es von Schauspielerin Andrea Sawatzki. Annemarie ist 6 Jahre alt- und stolze Puppenmama. Sie gehört der Arztfamilie Braun an, welche vermögend ist und in einem prächtigen Haus in Berlin lebt. Das Buch spielt während der deutschen Kaiserepoche. Das Mädchen ist das jüngste Kind der Familie und wird daher nur liebevoll „Nesthäkchen“ genannt. Sein ganzer Stolz sind seine Puppen. Und mit ihnen erlebt es viele Abenteuer. Nesthäkchen ist voller Fantasie und Lebensfreude, es hat seinen eigenen Kopf und gerät dadurch immer mal in abenteuerliche Situationen. Genau davon berichtet die Autorin. Andrea Sawatzki gibt das Buch in einer ungeküzten Fassung mit ihrer markanten Stimme wieder. 273 Minuten lang tauchen wir ein in die süße, aber auch witzige Geschichte rund um ein kleines Mädchen. Ein echter Klassiker der Kinderliteratur, großartig vorgelesen. 4/5 *

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