Leserstimmen zu
Im Visier des Feindes

Tom Clancy, Mike Maden

JACK RYAN (23)

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Der Balkan war schon immer eine unruhige Region in Europa. Die verschiedenen Völkergruppen im alten Jugoslawien – Serben, Kroaten, Bosnier - die verschiedenen Glaubensrichtungen und Kulturen bergen auch noch in unserer Zeit ein gewisses Risiko. Kein Pulverfass – bei dem die lange Zündschnur vor sich hin glimmt -. Aber dennoch könnte hier ein neuer Konflikt entstehen. Als Staatenmittelpunkt zwischen der Nato und Russland ist das Land eine strategische und taktische Größe, wenn man sich die Situation aus der Politik heraus, auch noch militärisch analysieren möchte. Der amerikanische Autor Mike Maden – der das literarische Erbe und dessen Figur „Jack Ryan“ weiter am Leben erhält, hat nun einen neuen Titel veröffentlicht: „Im Visier des Feindes“. Der Titel bedient sich vieler Elemente. Zweifelsohne werden hier Themen, der Spionage, der Politik, die Auseinandersetzungen der Großmächte über Vertreterstaaten und viele mehr verwendet. Die Gefahr des islamischen Terrors ist hier ebenfalls ein großer Bestandteil und auch ein internationales Verbrechersyndikat mischt hier sehr aktiv mit. Die Figur Jack Ryan Jr. entwickelt sich immer mehr zu einer amerikanischen Version eines britischen James Bonds. Seinen Auftrag bekommt er allerdings nicht von „M“ sondern von seiner Mutter. In Sarajevo trifft Jack Ryan jr. Aida wieder – das Mädchen, dessen Augenlicht Ryans Mutter vor fünfundzwanzig Jahren im Krieg gerettet hat. In ihrer Heimat braut sich erneut ein Krieg zusammen, und Jack will Aida beistehen. Dabei muss er sich nicht nur mit der serbischen Mafia herumschlagen, sondern auch mit Attentätern des geheimnisvollen Eisernen Syndikats. Etwas sagt ihm, dass er es hier mit mehr zu tun hat als mit lokalen Reibereien: Im schlimmsten Fall können die Konflikte im Balkan zu einem neuen Weltkrieg führen. Also trotzt er der Anweisung, sich zurückzuziehen, stellt sich dem Feind allein – und bringt dadurch Aida in Gefahr.(Verlagsinfo) „Im Visier des Feindes“ ist auch ein munterer Reiseführer durch Sarajewo und auch rückblickend gibt es immer wieder Erklärungen woher der Hass zwischen den Volksgruppen kommt. Etwas geschichtliche Aufklärung, die aber eindimensional daherkommt – und sich nur auf die Perspektivische Sicht der Weltmacht und Weltpolizei Amerikas bezieht. Geschichte wird durch die Sieger geschrieben. Wenig Objektivität und Selbstkritik was der Autor Mike Maden hier verwendet. Alles in allem werden hier aber auch Museen, historische Schauplätze, Sehenswürdigen und selbst die Gastronomie des Landes hervorgehoben. Politik war und ist immer ein großer Bestandteil diese Reihe, tritt aber leider immer mehr in die zweite Reihe. Die Spannung wird hier über die Actionelemente erzeugt. Aber das gelingt dem Erben von Tom Clancy sehr souverän. Die Diplomatie eines Jack Ryans wird eher durch Nahkampftechniken und Schusswaffen ausgeführt. Als nachrichtendienstliche Allzweckwaffe – so zwischen Analyst und Außenagent – tritt er in die Fußstapfen seines Vaters Jack Ryan – Senior, der als Präsident der Vereinigten Staaten, alle militärischen, wirtschaftlichen Staatsgeschäfte steuert. Leider, weil die Story halt weniger politisch ist, verkommt die Figur des legendären Jack Ryan Seniors zu einer attraktiven Nebenrolle. Die Figurenzeichnung ist nett und orientiert sich wie gesagt an die Figur eines berühmten Britischen Agenten. Von diesem hat Jack Ryan jr. viel, auch eine gewisse Naivität, aber die Waffen einer Frau sind halt gefährlich für das Herz und den Verstand. Täuschung, Lug, Betrug, Intrigen…alles vorhanden – alles gut und spannend eingebaut. Es gibt nicht viel originelles – die touristischen Ausflüge sind nett – die alten Feindbilder und Beziehungskisten der Staaten, Interessen- und Volksgruppen beinhalten auch nicht viel Neues. Also warum ist der Roman gut? Sehr gekonnt spielt Mike Maden sein Talent aus, wenn es darum geht Action zu beschreiben – dass ist spannend, wenn es auch keine überraschenden Komponenten gibt. Ich empfehle und wiederhole mich gerne – dieser Reihe fehlt etwas die politische Note und mehr noch – wie wäre es das Jack Ryan Senior eine größere Rolle spielt!? Fazit „Im Visier des Feindes“ ist eine persönliche, sehr aktive Räuberpistole. Packend und schnell erzählt. Ein hoher Unterhaltungswert der eher gerührt, wie geschüttelt ist. Ein Spion der mich liebte und wo man später sagen könnte: Sag niemals nie. Michael Sterzik

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Inhalt: Der "Campus", eine private geheimdienstliche Organisation fordert die Dienste von Jack Ryan an und die Reise soll in das ehemalige Jugoslawien gehen. Ryans Mutter, die nichts von der Campus-Organisation ahnt, bittet Jack nach einer ehemaligen Patientin zu sehen. Als junge Ärztin behandelte Jacks Mutter im Bosnienkrieg die dreijährige Aida Curic. Eigentlich wollte Jack nur nach Slowenien, aber begibt sich nun auch nach Sarajewo um Aida ausfindig zu machen. In Aida findet er allerdings nicht nur das kleine Mädchen, dass von seiner Mutter geheilt wurde, sondern auch eine erwachsene Frau, die sein Herz zutiefst berührt. Während Jack Ryan versucht Ordnung in seine Gefühle zu bringen braut sich rund um ihn herum der nächste mögliche Krieg zusammen. In Bosnien treffen nicht nur verschiedenen Ethnien aufeinander die sich die Kriegsgräuel immer noch nicht verzeihen können, hinter den verschiedenen Ethnien stehen auch mächtige Verbündete die Bosnien als Tor nach Europa nutzen möchten. Jetzt muss Jack in dem fremden Land nicht nur die Frau schützen, die seinHerz eroberte, sondern auch einen neuen Flächenbrand auf dem Balkan verhindern ... Fazit: Jack Ryan, der wohlerzogene Sohn des Präsidenten der USA und sozusagen der amerikanische James Bond ist ein Garant für vergnügliche Stunden mit viel BumBum und HauDrauf. In diesem Thriller verliebt sich Jack Ryan. Amouröse Verhältnisse sind jetzt nicht so selten bei Ryan, aber tiefe Verliebtheit hat schon eine Sonderstellung. Diese Sonderstellung nutzte der Autor Mike Maden um die Romantikkiste einmal so richtig zu öffnen und der Reihe einen ganz neuen Touch zu verleihen. Ich fand es interessant Jack Ryan einmal von dieser Seite kennen zu lernen, aber für zukünftige Thriller wünsche ich mir doch wieder den Schwerpunkt auf der altvertrauten Action. Besonders gut hat mir die Auseinandersetzung mit der momentanen Situation in Bosnien gefallen. Bosnien ist für viele ein weißer Fleck auf der Landkarte, vielleicht kennen es manche sogar nur über asylsuchende Bosnier. In Bosnien-Herzegowina leben Bosniaken, Kroaten und Serben und diese drei Volksgruppen haben wenig Berührungspunkte entwickeln können. Diese Volksgruppen haben versucht ein politisches System zu schaffen in dem jede Gruppe die gleichen Möglichkeiten hat die eigenen Interessen zu vertreten. So wechselt zum Beispiel der Vorsitz des Staatspräsidiums seit 1998 alle acht Monate zwischen den drei Volksgruppen. Insgesamt ist das bosnische Regierungssystem eines der kompliziertesten der Erde, sichert aber bisher den Frieden zwischen den Volksgruppen. Hinter den Volksgruppen stehen allerdings Verbündete die großes Interesse an dem kleinen Balkanland haben. Der Verbündete der serbischen Volksgruppe ist Russland und die Bosniaken erleben eine große Förderung durch Saudi Arabien. Das sind jetzt reale Fakten, die sich aber auch so im Roman wiederfinden. Mir hat es, wie schon gesagt, sehr gut gefallen, dass Bosnien-Herzegowina eine tragende Rolle in dem Roman spielt, denn die Wunde aus dem Bosnienkrieg ist noch lange nicht verheilt und im Hintergrund schwelen starke Spannungen. Aber so trocken und politisch, wie ich es hier beschreibe ist es in dem Thriller natürlich nicht, in "Im Visier des Feindes" gibt es wirklich genug Spannung und Action um richtig gut unterhalten zu werden.

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Ich freue mich jedes Mal, wenn ein neuer "Tom Clancy" erscheint und man in die Abgründe der Spionage eintauchen kann. Neben den üblichen Psychothrillern schafft es Clancy einen wirklich intelligenten Spannungsbogen aufzubauen und verliert sich nie in undurchsichtigen Details. Glas klare verschachtelte Abläufe und faszinierende Einblicke in die fiktive Spionage, lassen einen schnell vergessen, dass es sich hierbei um kein Zeitgeschehen handelt. Ich freue mich auf einen weiteren Thriller.

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