Rezensionen zu
Sieh mich an

Erin Stewart

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€ 16,00 [D] inkl. MwSt. | € 16,50 [A] | CHF 22,90* (* empf. VK-Preis)

Hallo allerseits! Bei manchen Büchern ist es das Cover, das einen anspringt, bei manchen der Klappentext, bei manchen eine Leseprobe. Bei "Sieh mich an" war es alles drei. Die Geschichte ist ungewöhnlich und normalerweise bin ich auch kein großer Freund mehr von Jugendromanen, doch dieser hatte sofort mein Interesse geweckt. ich wollte mehr über das Leben der jungen Ava wisse, wollte wissen, wie sie mit ihrem Leben nach dem Brand zu recht kommt. Die Antwort ist einfach wie ernüchternd: Gar nicht. Zuerst lernen wir Ava kennen, deren Haut zu 60% bei dem Unfall verbrannt ist. Sie wird gezwungen, sich wieder mit ihrem Leben auseinander zu setzen, obwohl sie sich eigentlich nur verstecken möchte. Sicherlich verständlich, jeder von uns hat sich sicher schon einmal erwischt, wie er jemanden, der offensichtliche Narben oder Verletzungen hat, angestarrt hat, neugierig oder mitleidig. Niemand möchte diesen Blicken ausgesetzt sein. Und gerade Teenager sind da besonders grausam, geht es doch in dieser Phase des Lebens meistens darum, wer hübscher, schöner und beliebter ist. Und doch ist Ava nicht allein. Neben ihrem Onkel und ihrer Tante lernt sie noch Piper kennen, die ebenfalls von einem Unfall betroffen ist, der sie sogar in den Rollstuhl gezwungen hat. Piper ist all das, was Ava nicht ist: laut, provokant und selbstsicher; Wenigstens auf den ersten Blick. Die Geschichte ist sehr gut erzählt und man kann schnell in die Geschichte abtauchen. Ich wollte immer wissen, wie es weiter geht und wollte gerade gegen Ende das Buch auch gar nicht mehr aus der Hand legen. Gerade Avas Liebe für Musicals hat mich natürlich angesprochen (auch wenn ich ausgerechnet Wicked nicht zu meinen Lieblingsmusicals zählen kann, aber in diesem Zusammenhang passt es natürlich wie die Faust aufs Auge). Die Charaktere sind gut beschrieben und man kann sie sich gut vorstellen. Etwas Bedenken bereitet mir aber dennoch ausgerechnet die Freundschaft zwischen Piper und Ava. Natürlich holt Piper Ava aus ihrer Komfortzone und schubst sie wieder ins Leben, doch ist sie für meinen Geschmack teilweise ein wenig übergriffig. Sie ist zu dominant und zu bestimmend. Ich habe mich oft damit nicht wirklich wohl gefühlt und hätte Ava lieber eine andere Freundin gewünscht, aber anscheinend war Piper genau das, was sie gebraucht hat. Ich kann dieses Buch auf jeden Fall empfehlen, es liest sich gut und regt auch zum Nachdenken an. Gerade den Satz "Du bist mehr als dein Körper" blieb mir im Gedächtnis, da in der heutigen Zeit Frauen ja oft einfach nur über ihren Körper und ihre Maße definiert werden. Diese Schönheit, die Ava nicht in sich finden kann aufgrund der Narben, ist die selbe Schönheit, die Übergewichtige, Untergewichtige, Kleine Frauen und große Frauen oft nicht finden können. "Jeder hat Narben. Manche sind nur besser zu sehen." beschreibt es wirklich gut.

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Zusammenfassung – Worum geht es in Sieh mich an? Die 16-jährige Ava ist seit dem Feuer, bei dem ihre Eltern und ihre Cousine starben mit Verbrennungsnarben am Körper versehen. Es gibt kaum ein Stück haut, das noch gesund ist, ihr Gesicht gleicht einem Flickenteppich aus Implantaten. Sie wohnt bei ihrer Tante und ihrem Onkel, die trotzdem eigenen Verlust ihrer Tochter, die ebenfalls bei dem Brand umkam, Ava lieben und nur das Beste für sie wollen. Als die Therapeutin ihnen empfiehlt, dass Ava wieder ein Stück Normalität benötigt und sie deswegen wieder zur Schule gehen soll, ist Ava wenig begeistert. Sie vereinbart eine Probezeit von zwei Wochen. Die ersten Tage sind die Hölle, bis sie auf Piper trifft, die selbst Verbrennungsnarben hat und seit einem Autounfall im Rollstuhl steckt. Gemeinsam schaffen Sie es, sich den täglichen Blicken der Mitschüler auszusetzen. Die Charaktere Ava war mir von Anfang an sehr sympathisch. Ich hatte großes Mitleid mit ihr und konnte mich sehr gut in ihre Situation hineinversetzen. Besonders hat mir ihre eher sarkastische Art gefallen, mit der sie unter anderem die Blicke ihrer Mitmenschen beschreibt. Dabei kann sie diese auch sehr gut verstehen und ist nicht einmal besonders wütend auf die anderen. Es war natürlich nicht leicht, aus ihrer Sicht die Dinge mitzuerleben, die ihr täglich passieren. Etwas schwieriger war es mit Piper. Anfangs mochte ich sie sehr gerne, weil ich auch gesehen habe, wie gut es Ava tat. Doch irgendwann ist dieses Gefühl etwas gekippt. Es war schnell klar, dass sich Piper mit ihrer lauten und teilweise auch schroffen Art einen Panzer aufbaut. Ava dagegen versucht es eher durch Zurückhaltung und will unsichtbar sein. Auch wenn ich glaube, dass Piper Ava sehr viel beibringt, so ist ihre Art dabei sehr anstrengend. Auch ihre besitzergreifenden Handlungen waren irgendwann einfach etwas viel, um sie wirklich gerne zu haben. So sehr ich Ava mochte und so sehr ich auch mit ihr gelitten hatte, war da doch immer ein bisschen Distanz. Ich denke, dass dies gewollt ist, denn Ava baut zu jedem Distanz auf, auch zu sich selbst. Die Geschichte Ich hatte nach dem Klappentext eine Liebesgeschichte erwartet und war dann doch ein bisschen froh, keinen Liebesroman zu bekommen. Vielmehr geht es um Freundschaft, sich selbst zu akzeptieren, Trauerbewältigung und Mobbing. Ich fand besonders toll, wie sich einige Personen in Avas Umfeld mit der Zeit verändert haben. Überwiegend hat mich die Handlung sehr überrascht und besonders bewegt. Ich finde solche Schicksalsschläge besonders hart und kann mir nur zu gut vorstellen, wie diejenigen von anderen behandelt werden. Interessant fand ich auch die Storyline rund um die Theatergruppe, denn obwohl Ava besonders talentiert ist, muss sie dafür aus sich heraus kommen. Der Schreibstil Ich würde jederzeit wieder ein Buch von Erin Stewart lesen. Der Schreibstil ist sehr flüssig und ich habe das Buch innerhalb weniger Tage verschlungen. Besonders die Gefühlseben und die Dialoge hat die Autorin großartig in das Buch eingebunden. Man kann den Charakteren definitiv nicht vorwerfen, dass sie eindimensional wären und die Geschichte ist doch mal was ganz anderes. Ich finde das Buch sollten vor allem diejenigen Lesen, die von Avas Situation lernen können. Die Geschichte transportiert nämlich viel mehr, als nur eine einfache Geschichte über Freundschaft.

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Sieh mich an – Erin Stewart Jeder hat Narben. Manche sind nur besser zu sehen Verlag: Heyne fliegt Gebundene Ausgabe: 16,00 € eBook: 12,99 € ISBN: 978-3-453-27225-5 Erscheinungsdatum: 14. Oktober 2019 Genre: New Adult / Drama Seiten: 416 Inhalt: Bei einem schrecklichen Feuer hat die 16-jährige Ava alles verloren, was ihr wichtig ist: ihre Eltern, ihre Cousine Sara, die zugleich ihre beste Freundin war, ihr Zuhause. Sie musste zahlreiche Operationen über sich ergehen lassen. Und noch immer ist ihr ganzer Körper, vor allem aber ihr Gesicht, von tiefen Narben gezeichnet. Doch nun soll Ava sich Schritt für Schritt in den Alltag zurückkämpfen. Saras Eltern, die sie bei sich aufgenommen haben, verlangen von ihr, dass sie wieder die Highschool besucht – Avas schlimmster Alptraum. Schließlich einigen sie sich auf eine »Probezeit« von zwei Wochen. Ava ist wild entschlossen, danach nie wieder einen Fuß vor die Tür und schon gar nicht in eine Schule zu setzen. Aber dann kommt alles ganz anders, denn Ava findet ausgerechnet dort, wo sie es am wenigsten erwartet, Seelenverwandte ... Mein Fazit: Zum Cover: Das Cover passt sehr gut zur Geschichte. Wer es gelesen hat, weiß auch warum. Ansonsten ist es eher schlichter gehalten, aber genau das macht es hier auch aus. Zum Buch: Ava hat ein schweres Schicksal, bei einem Hausbrand kommen ihre Eltern und ihre beste Freundin und zeitgleich auch ihre Cousine ums Leben. Sie überlebt schwer verbrannt. Ihre Tante und ihr Onkel nehmen sie auf, doch für alle Drei ist das Zusammenleben nicht einfach. Dieses Buch ist so voller Gefühl, dass ich zeitweilig wirklich Gänsehaut beim Lesen bekam. Wie muss sich ein Teenager in solch einer Situation fühlen? Für einen Erwachsenen schon schwer, aber für so einen jungen Menschen, der sich selbst gerade erst kennen lernt, ist es doch noch einmal ein Stück schlimmer, oder? Ava hat schon damit abgeschlossen, je wieder am normalen Leben teilzunehmen, da willigt sie aus schlechten Gewissen ein, zwei Wochen in die Schule zu gehen. Ab da an wird alles anders. Dieses Buch ist wirklich sehr ergreifend geschrieben und ich fühlte zu jeder Zeit mit ihr mit. Wir werden hier in Schicksale mitgenommen, wie wir sie nie jemanden wünschen würden und auch selbst nie erleben möchten. Wie Ava versucht sich zu verkriechen und wie ungeahnte Bekanntschaften ihr helfen, wieder aktiv am Leben teilzunehmen. Ein großartiges Buch, mit einer Message. Was mich ein klein wenig störte war, das Ava die meiste Zeit so aggressiv agierte, das nahm mir zeitweilig schon den Spaß am lesen. Deshalb gibt es auch einen Stern weniger. Ich gebe hier 4 von 5 Sternen

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Ein emotionales Auf und Ab

Von: Saskia

18.11.2019

Das Buch gibt den Gesamteindruck eines Jugendbuches wieder. Doch auch mit meinen nicht mehr ganz so Jugendlichen fast 25 Jahren, habe ich das Buch verschlungen. Am Anfang war ich ein wenig skeptisch, ob das Buch meinen Geschmack trifft. Aber schon nach ein paar Seiten war ich überzeugt. Es ist eine Mischung eines schweren Schicksalsschlages und dem alltäglichen Wahnsinn als Teenager. Es hat mich dazu gebracht, noch einmal ganz anders über Dinge, Situationen und auch Menschen nachzudenken. Und ein Buch, dass zum Nachdenken anregt, ist bekanntlich ein gutes Buch.

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Sieh mich an

Von: nimbus2000

18.11.2019

Eine wirklich sehr interessante und packende Geschichte. An machen stellen ist die Story ein bisschen langatmig erzählt und kommt dadurch eher schleppend voran. Aber insgesamt sehr gelungen!

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Sieh mich an

Von: Ona

17.11.2019

‚Sieh mich an‘ ist ein wunderschönes Buch, das einem tiefere Einblicke in das Leben der anderen gewährt. Durch das Buch kann man wortwörtlich hinter die Kulissen sehen. Man lernt, dass alles nie so ist wie es scheint. Jeder Mensch hält ein paar Überraschungen für einen bereit. Manchmal muss man jemandem einfach noch eine zweite Chance geben und ihn ausreden lassen. Jedoch fließen an der einen oder anderen Stelle auch ein paar Tränen.

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Die Rezension enthält vage Spoiler (eigentlich kaum welche aber ich will sicher gehen)!!! Ich muss wirklich sagen, dass mich das Buch gleich von Anfang an gepackt und nicht wieder los gelassen hat. Der Schreibstil war großartig. Ich bin ein großer Fan von kleinen Unterbrechungen des üblichen Textes, deswegen habe ich mich über dargestellte Textnachrichten gefreut und vor allem über die Tagebucheinträge, die Ava verfasst hat. Das gibt dem Buch gleich noch etwas mehr. Die Charaktere waren großartig beschrieben, sie hatten alle ihre Probleme, sie hatten alle ihre Narben, sie hatten alle ihre Fehler. Gerade deswegen liebe ich sie alle. Sie sind nicht perfekt. Sie sagen die falschen Dinge, sie streiten sich, sie sind egoistisch. SIE SIND REAL. Ava hat mich gleich von Anfang an berührt obwohl ich sie da ja noch garnicht richtig kennen konnte. Trotzdem war sie für mich gleich von Anfang an jemand richtig besonderes. Und ich bin gerne mit ihr durch all die Höhen und Tiefen gegangen. Piper hat mir gleich von ihrem ersten Auftritt gefallen, sie war laut, sie war schräg, sie war sarkastisch. Sie war großartig. Bei ihr gibt es allerdings Momente, in denen sie mir zu viel war, zu kontrollierend, zu extrem. Und Asad. Er war großartig. Man muss ihn einfach mögen. Er ist schon ein tollpatschiger Kerl, der garnicht richtig merkt was für Signale er so an andere sendet, aber er ist wirklich einfach ein liebenswerter Kerl. Damit kommte ich gleich zu den Freundschaften. Das Wichtigste in Büchern, für mich persönlich. Und die Freundschaft zwischen Ava, Piper, und Asad ist großartig. Wie vorher schon geschrieben, weder die Charaktere noch die Freundschaft ist perfekt. Es gibt kleine Geheimnisse, es gibt große Streits aber am Ende halten die drei fest zusammen und das macht mein Herz einfach glücklich. Als nächstes die Familiendynamik. AAAAAAAAH. All die Gefühle. Alle. Ava, Cora, und Glenn. Die drei. Sie haben alle so viel verloren, sie haben so zu kämpfen ihr neues Normal zu finden, los zu lassen und nach vorne zu blicken. Das war schmerzhaft aber es war auch unglaublich schön. GEFÜHLE!!!!

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Nach einem schweren Hausbrand verliert Ava beinahe alles: ihre Eltern, ihr Zuhause, ihre beste Freundin. Und große Teile ihrer eigenen Haut. Nach langen, schmerzhaften Monaten im Krankenhaus und zahlreichen OPs zieht Ava bei ihrer Tante Cora und ihrem Onkel Glenn ein, die bei dem selben Brand ihre Tochter verloren haben. Für Ava beginnt in der neuen Heimat auch wieder der Schulalltag. Sie soll die Highschool in der Nachbarschaft besuchen, zunächst probeweise für zwei Wochen. Und diese zwei Wochen können für ein Mädchen mit Narben eine lange, schwere Zeit werden. Dieses Buch spricht viele Themen an, die heute vielleicht mehr denn je von großer Wichtigkeit sind. Mobbing ist hier ganz klar ein Thema, auch die Tatsache, dass Schönheit nichts mit Äußerlichkeiten zu tun haben muss - oder sich zumindest nicht darauf reduzieren lässt.  Ava macht sich das Leben mit ihren Narben alles andere als leicht. Durch den Brand hat sie große Teile ihrer Haut verloren. Die Folge sind zahlreiche Hauttransplantationen, weswegen sie sich selbst ein wenig wie ein Flickenteppich fühlt. Am meisten stören sie ihre Hand, die sie gern Zange nennt, da jeweils zwei Finger miteinander verwachsen sind. Hinzu kommt noch, dass dort wo ihr Daumen sitzen sollte, nun ihr großer Zeh sitzt. Und ihre Augen, die herunterhängen.  Das Buch ist komplett aus Avas Sicht geschrieben und gibt dem Leser damit tiefe Einblicke in ihre Seele, die scheinbar genauso geschunden ist wir ihr Äußeres. Ava leidet sehr unter ihren äußerlichen Narben und macht sich das Leben damit schwerer als es sein muss. Es dauert eine Weile, aber irgendwann erkennt auch Ava das. Die Autorin schildert Avas Inneres so ehrlich und glaubwürdig, dass ich überzeugt bin, dass sie gut recherchiert hat. Wenn man sich auch nicht vorstellen kann, wie schwer es wirklich für einen Menschen sein muss, der so etwas durchgemacht hat, so kann man doch mit jeder von Avas Zeilen mitfühlen. Ava ist eine wahnsinnig starke Protagonistin. Die Nebencharaktere haben mir mal mehr, mal weniger gut gefallen, aber alle haben sie ihre Rolle in diesem Buch perfekt eingenommen, um es authentisch wirken zu lassen. Ein bisschen fühlt es sich an, wie aus der Realität gegriffen. Das mag ich daran so gern. Ebenfalls ein Pluspunkt der Geschichte ist, dass sie nicht so vorhersehbar ist, wie man eingangs annehmen könnte. So gab es Wendungen, die ich tatsächlich anders erwartet hätte, aber sich so noch viel besser fügen. Nur eine kleine Sache störte mich an dem großen Finale ein wenig bei Piper, aber ohne zu spoilern kann ich hier leider nicht mehr verraten. Dennoch ist dieser Roman rundum hohe Kunst mit einer wichtigen Botschaft. Und aufgrund der so wichtigen Themen, die er anspricht, ist er auf jeden Fall ein Roman für's Jugendbuchgenre, der genau von dieser Zielgruppe hoffentlich sehr viel gelesen wird. Denn er kann uns allen ein bisschen die Augen öffnen.

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