Rezensionen zu
Das rote Adressbuch

Sofia Lundberg

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Es ist schrecklich! Nicht das Buch! Sondern, dass ich das Buch so lange auf meinem SuB liegen hatte. Ich habe es mir relativ zügig gekauft, nachdem es erschienen war, da ich so unglaublich viele gute Rezensionen gelesen hatte. Wie es dann aber so ist, landete es erstmal auf dem SuB und mein Interesse schwand. Nun habe ich zu dem Hörbuch eher gegriffen, weil ich einfach nichts anderes mehr hatte und das war ein großes Glück. Ich liebe “Das rote Adressbuch”. Erzählt wird die Geschichte der Schwedin Doris. Wir erleben sie abwechselnd im Heute und von ihrer Kindheit an bis sich die beiden Stränge wieder vereinen. Die beiden verschiedenen Zeiten werden von zwei Sprecherinnen gesprochen, die sich relativ ähnlich anhören. Mir hat das sehr gefallen, denn man hat so eben das Gefühl, dass die gesamte Zeit über Doris ihre Geschichte erzählt. Die wichtigste Frage, die sich beim und nach dem Lesen bzw. Hören des Buches auftut ist: “Hast du genug geliebt in deinem Leben?” Eine berührende Frage, die man sich im Laufe der Geschichte immer mal wieder stellt. Habe ich eigentlich genug geliebt in meinem Leben? Ich hoffe es sehr! Doris Lebensgeschichte hat mich von der ersten bis zur letzten Minute gefesselt. Was Doris alles in ihrem Leben erlebt hat, das ist unfassbar vielschichtig. Nie hat sie aufgegeben, auch wenn sie manchmal nah dran war, es zu tun. Aber immer wieder hat sie sich hochgerappelt, weiter gemacht und für und um ihr Leben gekämpft. Mich hat dieses Leben stark beeindruckt. Von Schweden geht es zunächst für das junge Mädchen nach Frankreich, wo sie zunächst als Haushälterin, später als Mannequin arbeitet. Gemeinsam mit ihrer Schwester geht es später weiter nach Amerika, wo sie hofft, ihr Glück zu finden. Dies erweist sich jedoch nicht als so einfach, wie erhofft. Auch wenn sie hier eine lange Zeit ihres Lebens verbringt, so soll es ihr in Amerika nicht gelingen, ihr Glück wirklich zu finden und so geht es zurück über Großbritannien und später nach Schweden, wo sich der Lebenskreis von Doris letzten Endes auch schließt. Die Geschichte wird anhand des roten Adressbuches erzählt. Die Kapitelüberschriften sind jeweils die Namen der Personen aus Doris Leben, über die wir nun etwas mehr erfahren. Da ich die Geschichte als Hörbuch gehört habe und deswegen jetzt nicht nachblättern kann, kann ich euch nur über die Personen berichten, die mir am eindrucksvollsten im Gedächtnis geblieben sind. Die Nebenfiguren sind von Sofia Lundberg sehr gut ausgearbeitet, allen voran Doris Nichte Jenny, die sich rührend um die alte Dame kümmert. Ihren Ehemann Willy hätte ich ein ums andere Mal schütteln können. Er kommt sehr unsensibel und selbstgefällig daher. Dafür ist er die Figur, die die größte Verwandlung durch machen darf. Die wichtigsten Figuren in Doris Leben sind der Franzose Allen und Gösta. Die große Liebe und der väterliche Freund. Beide Männer sind sehr schön beschrieben und ich konnte Doris Liebe für beide richtig fühlen. Der Schreibstil von Sofia Lundberg ist eher ruhig, aber dafür sehr emotional. Ich habe wirklich von der ersten Minute mit Doris gelacht, geweint, gelebt und geliebt. Die Autorin hat es bei mir geschafft, mir die Hauptfigur direkt ins Herz zu schreiben, so dass ich unbedingt immer weiter hören musste um zu wissen, wie Doris Leben verlaufen ist. Zitat: „Ich wünsche dir von allem genug. Genug Sonne, die Licht in deine Tage bringt, genug Regen, damit du die Sonne schätzen kannst, genug Glück, das deine Seele stärkt, genug Schmerz, damit du auch die kleinen Freuden des Lebens genießen kannst, und genug Begegnungen, damit du die Abschiede besser verkraftest. Sei stark!“ Ist das nicht wunderschön? Von mir gibt es 5 Sterne und eine unbedingte Hörempfehlung. Wenn du das Hörbuch noch nicht gekauft hast, dann tu es. Es lohnt sich!

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Darum geht es: "So viele Namen, die einem im Laufe eines Lebens begegnen. Hast du dir darüber schon einmal Gedanken gemacht, Jenny? Die vielen Namen, die kommen und gehen. Die dir das Herz zerreißen und dich zu Tränen rühren und die zu Geliebten oder zu Feinden werden. Manchmal blättere ich in meinem Adressbuch. Es ist die Landkarte meines Lebens. Ich werde dir ein bisschen davon erzählen." „Das rote Adressbuch“ ist eine Geschichte über die verschlungenen Pfade, die ein Leben nehmen kann und den Menschen, denen man auf diesen Pfaden begegnet. Das Leben der 96 jährigen Doris ist gezeichnet von solchen Pfaden, einhergehend mit zahlreichen Schicksalsschlägen. Die Menschen kommen und gehen, Freundschaften entstehen und zerbrechen, die Liebe flammt auf und geht in den Wirren des zweiten Weltkrieges verloren. Und die Namen der Menschen, die Bedeutung für sie hatten, werden in ihrem roten Notizbuch durchgestrichen, bis fast nur noch ihr eigener Name übrig ist. Die Handlung teilt sich in zwei Zeitstränge: Einerseits verfolgt man Doris als gebrechliche alte Frau, die langsam auf ihre letzten Atemzüge zugeht. An ihrer Seite Jenny, ihre Großnichte aus San Fransico. Auf einer zweiten Zeitachse berichtet Doris aus der Ich-Perspektive über ihre Jugend und die aufregende Reise, die sie hinter sich hat. Sie muss früh erwachsen werden, kommt viel in der Welt herum, verliebt sich, trifft auf neue Menschen und alte Bekannte und findet schließlich zu sich selbst. Der Kontrast der beiden Erzählstränge hat mich einfach gepackt und emotional bewegt.  An einer Stelle im Buch sagt Doris, dass das Altwerden beschissen sei und durch die präzisen Beschreibungen kann man ihre Schmerzen und Gebrechen, sowie ihre Hilflosigkeit sehr gut nachempfinden. Dem gegenüber stehen die Erzählungen aus ihrer Jugend. In jungen Jahren hat das Mädchen aus Schweden unglaublich viel erlebt, musste ihre Heimat verlassen und in fremden Ländern Fuß fassen, sich ein eigenes Leben aufbauen und versuchen, sich dabei nicht selbst zu verlieren. Eine wundervolle Geschichte und sehr emotionale Geschichte, die mich zudem zum Nachdenken gebracht hat. Wer ist mir schon alles begegnet, wie wird mein Leben weiterverlaufen? Und wie werde ich mich fühlen, wenn ich so alt bin (wenn ich tatsächlich so alt werde). Oft musste ich auch an meine Oma denken, die als junges Mädchen meinen Opa kennengelernt und mit ihn in die Fremde zog um dort sich ein Leben aufzubauen, und dass in einem vom Krieg zerstörten Land. Mein Fazit: Unbedingt lesen! 4 von 5 Sterne *Unbezahlte Reklame*

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Die 96-jährige Doris Alm lebt vereinsamt in ihrer kleinen Wohnung in Stockholm. Einmal täglich versorgt eine meist gedankenlose Pflegerin sie mit dem Nötigsten. All ihre Freunde und Verwandten sind bereits verstorben. Ihr einziger Lichtblick ist ihre Großnichte Jenny, die allerdings mit ihrer Familie in den USA lebt. Etwa einmal wöchentlich skypen die Beiden miteinander, Doris einziger Kontakt mit der Welt. Die Zeit dazwischen füllt Doris mit dem Niederschreiben ihrer Erinnerungen anhand der Namen aus ihrem roten Adressbuch. Wow, was für ein berührendes Buch! Ich glaube, ich bin nicht die einzige, die einige Tränen während der Lektüre vergossen hat. Ich bin froh, dass meine Mutter noch lebt, 87-jährig, und ich regelmäßig Kontakt mit ihr halten kann. Wie wichtig das für uns beide ist, hat dieses Buch noch einmal verdeutlicht. Die Erzählweise von Frau Lundberg hat dem Leser wegen der ständigen Zeitsprünge schon einiges abverlangt. Mir fiel es durch die lebhafte Schilderung der Begegnungen in der Vergangenheit oft schwer mich wieder in der Gegenwart zurecht zu finden. Allerdings hat sich mir nicht erschlossen, warum Allan bereits nach einem Jahr, in dem er sich nach eigenen Angaben nach Doris verzehrt hat, eine neue Frau gefunden und geheiratet hat. Unverständlich ist für mich auch, dass Beide immer postlagernd über Jahre, Jahrzehnte an die gleiche Adresse geschrieben haben und sich folglich nie fanden. Bewundert habe ich, dass Frau Lundberg zwar sehr berührend aber nie kitschig geschrieben hat. Nachvollziehen kann ich daher, dass viele Leser ihr erzählt haben, dass der Roman dazu ermutigt habe, mit ihren älteren Verwandten wieder mehr ins Gespräch zu kommen. Ich freue mich auf das nächste Buch dieser Autorin.

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Doris ist mittlerweile 96 Jahre alt und lebt alleine in Stockholm. Ihre Nichte Jenny mit den 3 Kindern lebt in den USA und ist ihre einzige noch lebende Verwandte, beide skypen regelmässig. Jeden Tag legt Doris Dinge auf ihren Küchentisch, unter anderem ihr rotes Adressbuch, welches sie damals von ihrem Vater zum Geburtstag geschenkt bekam. Damit Jenny mehr von Doris erfährt beginnt sie ihre Geschichte und die der Menschen die im Adressbuch stehen, aufzuschreiben...und kann ihre große Liebe Allan nicht vergessen... Auf dieses Buch bin ich schon so lange neugierig. Alleine weil ich seit meiner Jugend selbst ein Adressbuch habe, aktiv Briefe schreibe ( auf die altmodische Art) und oft in dem Adressbuch blättere, nachdenke und mich an gewisse Menschen erinnere. Der Schreibstil ist von Beginn an einnehmend, leicht, gefühlvoll und macht neugierig auf die ganze Geschichte. Es fiel mir sehr schnell sehr schwer das Buch aus den Händen zu legen da Doris 1918 in Schweden geboren wurde, man hat also die Möglichkeit zu erfahren was Doris in ihrer ganzen Zeit erlebt hat, denn sie hat viel gesehen und miterlebt, alleine hier ist man als Leser doch neugierig. Und in meinen Augen wird man mit seiner sehr schönen Geschichte belohnt die sich ins Herz und in den Kopf schleicht. Doris ist mit ihren 96 Jahren gebrechlich, der Körper will nicht mehr und für sie zählt nur noch dass Jenny, ihre Nichte, alles aus ihrem Leben erfährt, das Schöne wie Traurige, das Tolle wie Hässliche, die Angst und die Hoffnung. Mir war Doris sehr sympathisch, eine starke Persönlichkeit die es aber hasst alt zu sein, alleine, und das es nicht mehr so geht wie sie möchte. Wir beginnen zusammen mit Doris 1928, als sie zu ihrem 10.ten Geburtstag, das Adressbuch geschenkt bekommt. Kurz nach diesem Geschenk beginnt für Doris, damals keine 13 Jahre alt, eine andere, neue Zeit die sie nach Frankreich, in die USA und über England nach Schweden zurückbringt. Auf ihrem Weg begegnet sie vielen Menschen die Gutes wie auch Schlechtes wollen und alle erhalten einen Eintrag in ihr Adressbuch. Die Autorin ist sehr gekonnt die verschiedenen Epochen und Zeitgeschehnisse mit der Geschichte von Doris zu verknüpfen. Wir erhalten einen Einblick in die hohe Gesellschaft von Schweden, Künstler, Sänger, angesehene Leute die sich auf Partys treffen und die Doris bedient. Freundschaften die entstehen, bestehen bleiben, enden...Arbeitsverhältnisse die sich ändern, wo Doris kein Mitspracherecht hat sondern so agieren muss wie man es von ihr verlangt. Man merkt als Leser sehr schnell was Doris in jungen Jahren alles erlebt, es ist aufregend, neu, unbekannt und doch erschwerend und belastend. Bei jedem neuen Namen ist man als Leser gespannt was sich dahinter alles versteckt, was Gutes oder was Böses? Wo wird es Doris hinbringen? Wie endet ihre Begegnung? Wie und warum ist diese Person verstorben? Alle Menschen, denen Doris begegnet sind facettenreich, mal starke mal weniger starke Persönlichkeiten, sie begeistern, faszinieren oder stoßen einen ab. Der Tod und das Schicksal sind ständige Begleiter von Doris und auch viele Geheimnisse die ihre Schwester und ihre Nichte Jenny beinhalten werden zum Ende aufgedeckt. Natürlich kommt die Liebe nicht zu kurz, aber es ist keine Liebesschnulze was man hier erwarten kann oder wird, es ist eher eine Hommage an das Leben, an die Menschen die einem begegnen, verändern, etwas ermöglichen oder eben auch zerstören, dass man aus vielen Dingen als neuer Mensch hervorgehen kann oder wird. Dass eine Liebe, die kurz und unerwartet über einen hereinbricht das ganze Leben an der eigenen Seite sein kann, dass die Seele und das Herz nicht vergessen und ja, es ist trotzdem überhaupt nicht kitschig oder klischeehaft. „Ich wünsche dir von allem genug. Genug Sonne, die Licht in deine Tage bringt, genug Regen, damit du die Sonne schätzen kannst, genug Glück, das deine Seele stärkt, genug Schmerz, damit du auch die kleinen Freuden des Lebens genießen kannst, und genug Begegnungen, damit du die Abschiede besser verkraftest“. (Seite 46) Dieser kleine Abschnitt bringt die ganze Geschichte gekonnt auf den Punkt und ich möchte das Buch sehr gerne jedem empfehlen!

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Es gibt Bücher, die sich mitten in das Herz bohren und mehr als einen bewegenden Moment während des Lesens hinterlassen. "Das rote Adressbuch" ist eines der Bücher, die mich emotional absolut überzeugen konnten, denn die Story macht mir meine eigene Sterblichkeit bewusst und zeigt auf, wie wertvoll Erinnerungen sein können. Es war wundervoll in Doris Lebensgeschichte einzutauchen, die ein anderes schweres Zeitalter beschreibt und dennoch sehr authentisch auf mich wirken konnte. Krieg, Trauer und Verlust zeichnen ihren Weg und dennoch beinhaltet jedes geschriebene Wort an ihre Großnichte Jenny, ganz viel Hoffnung und auch Mut, denn für Frauen war das Leben zur damaligen Zeit nicht einfach. Viele Stolpersteine säumen Doris Weg, dennoch geht sie voran und niemals zurück. Bewegend ist auch Doris erste große Liebe, die sie niemals vergessen hat und dessen Aufarbeitung eine ungewöhnliche und emotional starke Wendung nimmt. Wer nah am Wasser gebaut ist wie ich, wird sicherlich hier und da ein Taschentuch benötigen. Ich habe 2019 sehr viele gute Bücher gelesen, aber "Das rote Adressbuch" hat sich mir wirklich ganz tief ins Herz gebrannt. Ich freue mich darauf, bald wieder von der Autorin zu lesen, da ich auch in ihrem neusten Werk eine emotional gelungene Story erwarte. Aufgebaut ist Doris Lebensgeschichte tatsächlich anhand des roten Adressbuches, welches Doris von ihrem Vater als junges Mädchen geschenkt bekam. Da Doris nun mittlerweile ein stattliches Alter von über 90 Jahren erreicht hat, sind viele Namen, die sich im Adressbuch finden nicht mehr lebend aufzufinden, wobei die Erinnerungen aber bleibend sind . Jedes Kapitel ist einem Namen gewidmet, welches mit guten und weniger guten Erlebnissen bestückt wurden. "Das rote Adressbuch" ist absolut lebendig gehalten und geht oftmals auch sehr in die Tiefe. Manche Erlebnisse sind grausam, regelrecht barbarisch, zeigen aber dadurch Doris Überlebenswillen auf. Eine sehr starke Frau und eine wunderbare Protagonistin, deren Leben interessant und oft auch überwältigend dargestellt wurde. Ich vergebe sehr gerne eine Leseempfehlung an einen Roman, der für mich definitiv zu meinen Highlights 2019 zählen wird. Es ist eine echte Achterbahnfahrt der Gefühle und eine Lebensbeichte, die mir sehr nahe gingen und mich rundum überzeugen konnte.

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Es gibt Bücher, die sich mitten in das Herz bohren und mehr als einen bewegenden Moment während des Lesens hinterlassen. "Das rote Adressbuch" ist eines der Bücher, die mich emotional absolut überzeugen konnten, denn die Story macht mir meine eigene Sterblichkeit bewusst und zeigt auf, wie wertvoll Erinnerungen sein können. Es war wundervoll in Doris Lebensgeschichte einzutauchen, die ein anderes schweres Zeitalter beschreibt und dennoch sehr authentisch auf mich wirken konnte. Krieg, Trauer und Verlust zeichnen ihren Weg und dennoch beinhaltet jedes geschriebene Wort an ihre Großnichte Jenny, ganz viel Hoffnung und auch Mut, denn für Frauen war das Leben zur damaligen Zeit nicht einfach. Viele Stolpersteine säumen Doris Weg, dennoch geht sie voran und niemals zurück. Bewegend ist auch Doris erste große Liebe, die sie niemals vergessen hat und dessen Aufarbeitung eine ungewöhnliche und emotional starke Wendung nimmt. Wer nah am Wasser gebaut ist wie ich, wird sicherlich hier und da ein Taschentuch benötigen. Ich habe 2019 sehr viele gute Bücher gelesen, aber "Das rote Adressbuch" hat sich mir wirklich ganz tief ins Herz gebrannt. Ich freue mich darauf, bald wieder von der Autorin zu lesen, da ich auch in ihrem neusten Werk eine emotional gelungene Story erwarte. Aufgebaut ist Doris Lebensgeschichte tatsächlich anhand des roten Adressbuches, welches Doris von ihrem Vater als junges Mädchen geschenkt bekam. Da Doris nun mittlerweile ein stattliches Alter von über 90 Jahren erreicht hat, sind viele Namen, die sich im Adressbuch finden nicht mehr lebend aufzufinden, wobei die Erinnerungen aber bleibend sind . Jedes Kapitel ist einem Namen gewidmet, welches mit guten und weniger guten Erlebnissen bestückt wurden. "Das rote Adressbuch" ist absolut lebendig gehalten und geht oftmals auch sehr in die Tiefe. Manche Erlebnisse sind grausam, regelrecht barbarisch, zeigen aber dadurch Doris Überlebenswillen auf. Eine sehr starke Frau und eine wunderbare Protagonistin, deren Leben interessant und oft auch überwältigend dargestellt wurde. Ich vergebe sehr gerne eine Leseempfehlung an einen Roman, der für mich definitiv zu meinen Highlights 2019 zählen wird. Es ist eine echte Achterbahnfahrt der Gefühle und eine Lebensbeichte, die mir sehr nahe gingen und mich rundum überzeugen konnte.

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Leseempfehlung

Von: Tanja

15.12.2019

Highlight - Absolute Leseempfehlung Rezension: Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Goldmann Verlag und dem Bloggerportal Randomhouse als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Dies beeinflusst nicht meine Bewertung. Um den Inhalt nicht vorweg zu nehmen, verweise ich hier auf den Klappentext/Kurzbeschreibung, dem Leser soll die Möglichkeit gegeben werden, in den Genuss der Geschichte zu kommen. Anhand des Klappentextes wollte ich die Geschichte unbedingt lesen. Das Buch beginnt mitten im Geschehen in Doris Wohnung in der Gegenwart, sodass mir der Einstieg leicht fiel. Den Schreibstil habe ich als sehr gefühlvoll, tiefgründig und leicht verständlich empfunden. Die Erzählperspektive wechselt zwischen Vergangenheit und Gegenwart, dieses hat mir sehr gut gefallen, denn so hatte ich die Möglichkeit der Geschichte bündig zu folgen, sodass am Ende keine Fragen offen blieben. Orte und Situationen wurden bildlich und detailliert, aber nicht zu ausschweifend dargestellt. Oft hatte ich das Gefühl, mich mittendrin zu befinden. Diese Geschichte beinhaltet unglaublich viel Liebe, diese ist spürbar und das in jedem Wort und jeder Zeile. Doris hat es in ihrem Leben von Anfang an nicht leicht und trotzdem verliert sie nie das Wesentliche aus den Augen, die Kraft Schicksalsschläge zu meistern und den Glauben an sich selbst und die Liebe nie zu vergessen. " Beschäftige dich mit deinem Inneren. Am Ende ist es das, was zählt. Du wirst nie mehr sein als dein Inneres". Nebencharaktere wurden authentisch und fließend mit eingebracht. Das Cover, Buchtitel und Buchinhalt passen zueinander. Mein Fazit: Diese Geschichte gehört zu meinen Lesehighlight in diesem Jahr. Sie regt zum Nachdenken an, wühlt auf und bleibt mir noch lange im Kopf Ich vergebe gerne 5 von 5 Sterne.

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Das rote Notizbuch, dass Doris von ihrem Vater geschenkt bekommt, begleitet sie fast ihr ganzes Leben. Inzwischen sind viele der Namen durchgestrichen. Die Personen sind tot. Doris erinnert sich zurück an die Menschen, denen sie begegnet ist. Als Ich-Erzählung schildert uns die Autorin Doris Reise aus den einfachen Verhältnissen in Stockholm nach Paris und weiter in die USA. Die Szenen aus der Gegenwart sind in der dritten Person geschrieben. Dadurch wird zum Beispiel die Erinnerung der jungen Doris, in Paris das erste Mal in ein Auto gestiegen zu sein, kontrastiert vom Leben in der Gegenwart, in der man skypt und auf die Kanaren in die Urlaub fliegt. Ohne spoilern zu wollen, möchte ich nur sagen, dass das Buch von Erinnerungen und von Banden zwischen Menschen erzählt. Von äußeren Ereignissen, die das Schicksal lenken. Von Liebe und Einsamkeit. Ich fand das Buch sehr berührend und tragisch. Also - Taschentücher bereitlegen. Die Buchidee der Autorin Sofia Lundberg beruht auf Personen, die tatsächlich gelebt haben. So war die Schwester von Lundbergs Großmutter das Vorbild für Doris. Und auch das rote Adressbuch hat es wirklich gegeben. Ich habe übrigens gerade gesehen, dass im Frühjahr 2020 ein neues Buch der Autorin bei Goldmann erscheint.

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