Leserstimmen zu
Die Erbin

John Grisham

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Vielen Leser sind die Handlungen einer Reihe Romane des ehemaligen Anwalts John Grisham eher durch deren Verfilmungen geläufig. Wer erinnert sich nicht an Tom Cruise in DIE FIRMA? Bei mir war es genau dieser Film, der mich auf John Grisham aufmerksam werden lies. Ebenso berühmt ist DIE JURY. Im Roman und im Film kämpft der junge Anwalt Jack Brigance um das Leben des schwarzen Amerikaners Carl Lee. Dessen Tochter Tonya wurde schwer misshandelt, nun übt ihr Vater Selbstjustiz. Carl Lee tötet die Täter, unmittelbar nach ihrem Freispruch beim Verlassen des Gerichtsgebäudes. Mord? Hinrichtung? Gerechtigkeit? Rache? Brigance verhandelt den Fall seiner Karriere, wobei er Bekanntschaft mit dem Ku Klux Klan macht. 1989 debütierte John Grisham mit EINE ZEIT ZUM TÖTEN (A TIME TO KILL), der deutsche Titel lautet auch im Film DIE JURY. Nun kehrt er im Jahr 2014 zu seinen Wurzeln zurück. Er gibt dem Jack Brigance ein weiteres Mal eine Chance. * * * Brigance bekommt Post von einem Toten. Der brachte sich um, nun hängt er an einem Baum, der von Bedeutung für ihn ist. Außerdem hat Seth Hubbard sein Testament geändert, selbiges ist 24 Millionen US-Dollar wert. Nun soll seine schwarze Haushälterin Letti Lang den Großteil erben, ein verschollener Bruder einen Teil, einen ebenso kleinen eine Kirchengemeinde. Nur die Nachkommen gehen leer aus. Jack soll das Testament vollstrecken und ist auf der Verliererspur, während sich im fernen Alaska eine Spur von Hubbards Bruder Ancil auftut. Da gab es doch diesen leicht versoffenen Anwalt, der sich neuerdings wieder in Brigance Kanzlei breit macht, er spielt mit dem Gedanken, sich seine Lizenz zu erneuern. Nicht verloren hat er seine Spürnase. Die Geschichte Ancils „lässt einem das Blut in den Adern gefrieren“ (randomhaus) Mit der Zeit kam das Gefühl auf, dass Grisham immer wieder Grisham ist, hier im Sinne von „Strickmuster“. Nun bereue ich es nicht im mindesten, das Hörbuch gehört zu haben. Klar, es war Grisham, aber die Handlung wusste mich durchaus zu fesseln. Die Idee, einem alten Bekannten eine neue Chance zu geben, ist sicherlich Motivation für alte Grishamfans, sich ihm nach Pausen von Neuem zu nähern. Es stört nicht, wenn die Figur des Jack Brigance in SYCAMORE ROW (Originaltitel) „zu makellos“ gestaltet worden ist. (Ein paar kleine Macken wären trotzdem recht angebracht gewesen). Zwischenzeitlich war ja Theo Boone der Renner, jugendlicher „Anwalt“ aus der Feder des Allmeisters. Ob Theo Boone, Jack Bigrance oder John Grisham: Die Bücher sind in jedem Fall Statements gegen Rassismus, der sich nicht im Süden der USA einfach nicht ausrotten lässt. Im Übrigen bleibt Grisham mit der Handlung in den Achtzigern. Der Fall "Hubbart" folgt also zeitnah dem Fall "Lee". Am latenten bis offenen Rassismus dürfte sich nicht viel geändert haben, oder doch? Mittlerweile hat Grisham dreißig Romane, ein Sachbuch, einen Erzählband und sechs Jugendbücher veröffentlicht, übersetzt in vierzig Sprachen. Aus einer bestimmten Anhänglichkeit heraus hat der 1955 in Jonesboro, Arkansas, geborene US-Amerikaner eine eigene Seite auf diesem Blog. Vorgelesen hat das Buch Charles Brauer, der seine Stimme allen Grisham-Hörbüchern geliehen hat. Passt ja auch zu einem Tatort-Kommissar. Grund genug, auch mal zu einem Hörbuch zu greifen.

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Das Buch war, nach einem kurzen Durchhänger, wieder ganz großes Kino. John Grisham schreibt, so Bildhaft, dass man kaum dass man begonnen hat zu lesen, auch schon die Figuren und Schauplätze vor Augen hat. Natürlich merkt man, dass er als Anwalt tätig war. Zu gut kennt er die Materie, und so bleiben auch bei diesem Titel letztendlich keine Fragen offen. Das Buch spielt in den achtziger Jahren und damals wie auch heute tritt der Rassismus offen zu Tage. Ihm gelingt wie nur wenigen Autoren die Spannung auf einem von Anfang an recht hohem Niveau zu halten. Und so war es nur zu natürlich, dass mich das Buch fesselte und ich es innerhalb von nur dreieinhalb Tagen gelesen hatte. Es ist nicht nur ein Buch das unterhalten soll, es regt auch zum Nachdenken an. Insbesondere die Menschen in den Südstaaten der USA sind für mich nun Thema, sprich ich möchte noch mehr über die Menschen und den Allgegenwärtigen Rassismus dort lesen und erfahren. Ich weiß nicht wie es anderen bei der Lektüre erging, ob sie ähnlich wie nun ich neugierig sind mehr zu erfahren, aber mich hat das Thema absolut geflasht. Der Schreibstil von John Grisham ist so schön, ich denke selbst ein Sachbuch würde man ihm aus den Händen reißen. Wie gesagt nach einem Durchhänger von ihm, war ich erst am Zweifeln ob ich das Buch denn nun wirklich lesen soll. Aber ich bin absolut begeistert und meiner Meinung nach ist das wieder ganz der Alte John Grisham. Vom mir sind das ganz klare und verdiente 5 Sterne sowie eine Leseempfehlung!

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