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Beth Ann Fennelly, Tom Franklin

Das Meer von Mississippi

Roman

Hardcover
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1927, im Süden der USA. Es regnet seit Tagen, und der mächtige Mississippi droht über die Ufer zu treten, als die Prohibitionsagenten Ingersoll und Johnson die kleine Ortschaft Hobnob erreichen. Sie sind auf der Suche nach zwei verschwundenen Kollegen, die einem örtlichen Schwarzbrenner auf der Spur waren. Am Schauplatz eines Verbrechens finden sie ein schreiendes Baby, das Ingersoll nicht zurücklassen will. Bei Dixie Clay Holliver, einer jungen Frau aus dem Ort, findet er ein Zuhause für das Kind. Die beiden mögen sich auf Anhieb, doch Ingersoll weiß nicht, dass Dixie Clay die beste Schwarzbrennerin des Landes ist und etwas mit den vermissten Ermittlern zu tun haben könnte.

»Wer gern William Faulkner liest, für den ist dieses Buch genau das Richtige.«

Peter James (16. December 2019)

Aus dem Amerikanischen von Eva Bonné
Originaltitel: The Tilted World
Originalverlag: William Morrow
Hardcover mit Schutzumschlag, 384 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-453-27285-9
Erschienen am  24. May 2021
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.
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Dieses Buch spielt in: Mississippi, Vereinigte Staaten von Amerika

Rezensionen

Im Meer des Lebens und Sterbens

Von: Yvonne

27.12.2021

Im Frühjahr 1927 wurde der Südosten der USA von starken, nicht enden wollenden Regenfällen getroffen. Das Ganze mündete schließlich in einer verheerenden Jahrhundertflut, die eine Fläche von 70.000 km² in den Bundesstaaten Arkansas, Illinois, Kentucky, Louisiana, Missouri, Mississippi und Tennessee überschwemmte. Das Wasser blieb Monate und 700.000 Menschen mussten evakuiert werden. Die Auswirkungen hinterließen politisch und gesellschaftlich Spuren. Der damalige Wirtschaftsminister Herbert Hoover unter US-Präsident Calvin Coolidge leitete das Krisenmanagement und sicherte sich im Folgejahr den Sieg zur Präsidentschaftswahl. Doch besonders die Afroamerikaner wurden ausgebeutet in den Evakuierungscamps, Details dazu kamen nach und nach ans Licht und Hoover scheiterte schließlich bei seiner Wiederkandidatur 1932. Das Grundthema dieses Romans ist unglaublich interessant, ich selbst hatte bis dato tatsächlich keinerlei Wissen über diese verheerende Flut. Ein Thema, das aber angesichts der Flutkatastrophe im Sommer diesen Jahres in Deutschland und Belgien leider mehr als aktuell ist. Das Autorenduo und Ehepaar Beth Ann Fennelly und Tom Franklin wählt diese historische Kulisse für ihren Roman und punktet mit guter Recherche und einem flüssigen Erzählstil, der es dem Leser leicht macht, tief in das Geschehen einzutauschen. Die eigentliche Geschichte spielt sich in der kleinen Gemeinde Hobnob Landing ab. Mississippi unterliegt der Prohibition und so ist der Alkoholausschank illegal, eine Tatsache, die das Verbrechen der Schwarzbrennerei begünstigt. Jesse Holliver mischt dabei ganz vorne mit und seine Frau Dixie Clay ist die beste Schwarzbrennerin in der Region. Der Boom bleibt der Prohibitionsbehörde natürlich nicht verborgen und so schickt sie Agenten, um den Verbrecherring auszuheben. Doch diese verschwinden spurlos und so werden Ham Johnson und Ted Ingersoll von der Behörde gesandt, um diesen Fall zu lösen. Als Deich-Ingenieure getarnt kommen sie schließlich nach Hobnob Landing und geraten direkt an den Schauplatz eines Verbrechens. Neben den Leichen von erschossenen Plünderern finden sie ein Baby, das das Massaker überlebt hat. Ingersoll, der selbst in einem Waisenhaus großgeworden ist, bringt es nicht übers Herz das Kind im nahegelegenen Heim, das gerade evakuiert wird, abzugeben und findet in Dixie Clay Holliver, die vor Jahren ihr eigenes Kind verloren hat, eine willige Ziehmutter. Ohne zu ahnen, wer sie ist und wie eng sein Auftrag mit ihr und ihrem Mann verknüpft ist, überlässt er ihr das Baby. Und so verfolgt der Leser mehrer Handlungsebenen, die jede für sich wirklich gut durch den Roman mit Krimi-Noir-Tendenzen tragen. Die Protagonisten sind gut gezeichnet, haben allesamt ihr eigenes Päckchen an Vergangenheit, das sie gut geschnürt mit sich herumtragen und dessen Inhalt sich dem Leser nach und nach offenbart. Verlorengegangene Träume, Ausbeutung, Betrug, Mord, Attentate, Kriegstraumata, seelische Verletzungen, Überlebenswille, Freundschaft, Glaube und natürlich Liebe – das alles findet man hier, wohl gebettet in ein toll beschriebenes Setting. An Spannung mangelt es zu keiner Zeit, das Erzähltempo und die Atmosphäre sind perfekt abgestimmt. Einziger Wermutstropfen: Die Handlung ist hier und da etwas vorhersehbar, die Figuren unterliegen in ihren Handlungsweisen doch dem ein oder anderen Klischee und das Ende ist vielleicht ein wenig zu perfekt weichgezeichnet. Fazit: Eine lesenswerter Roman mit realem historischem Hintergrund und Krimi-Noir-Touch, der mich sehr gut unterhalten hat. Dem Autorenduo gelingt es perfekt, den Leser in die 1920er Jahre von Mississippi zu versetzen und die Spannung konstant aufrecht zu erhalten, ohne dabei aber auf das rechte Maß an Gefühl zu verzichten. Lesenswert. Und ich freue mich diebisch, dass ich von Tom Franklin noch ein Buch ungelesen hier habe.

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Atmosphärisch, fesselnd, episch!

Von: Yvonne S.

10.12.2021

„Dixie Clay dachte darüber nach, dass sie alle den Klang des Nichtregens vergessen hatten oder den Geruch von Nichtgestank.“ (S. 48) Nach monatelangen, schier endlos scheinenden Regengüssen, die unzählige vereinzelte Überflutungen verursachten, trat der Mississippi im Frühling 1927 endgültig über seine Ufer. Die eh unzureichenden Dämme brachen und eine Flut, man möchte sagen: beinahe biblischen Ausmaßes ergoss sich über das Mississippi-Delta. Unzählige Menschen verloren ihre Häuser und ihre Heimat, ihre Familien – und das eigene Leben. Vor dieser historischen Folie spielt die Geschichte von Dixie Clay und Ted Ingersoll im fiktiven Städtchen Hobnob. Dixie ist die beste Schwarzbrennerin weit und breit (ihr „Black Lightning“ ist legendär), verhaftet in einer lieblos gewordenen Ehe und seit dem Tod ihres Babys ihrer einstigen Lebensfreude beraubt. Ingersoll ist ein ehemaliger Soldat, einst im Waisenhaus aufgewachsen, charakterfest – und nunmehr Prohibitionsagent. Sein Auftrag: Er soll gemeinsam mit seinem Chef zwei seit Wochen vermisste Kollegen ausfindig machen. Deren letzter bekannter Aufenthaltsort ist … Hobnob. Anstelle der verschwundenen Agenten trifft Ingersoll auf den Schauplatz eines Verbrechens, ein elternloses Baby – und Dixie … „Das Meer von Mississippi“ von Beth Ann Fennelly und Tom Franklin (aus dem Amerikanischen von Eva Bonné) ist ein außerordentlich atmosphärischer Roman, der mich sowohl inhaltlich als auch sprachlich gefangen nahm. Ich habe den immerwährenden Regen gehört, die stets etwas klamme Kleidung, die Stiefel, die gar nicht mehr trocknen wollen, beinahe körperlich spüren können. Dabei gelingt es dem Autorenduo vortrefflich, die unterschiedlichsten Töne anzuschlagen, die sich erstaunlich harmonisch zu einem harmonischen Gesamtwerk fügen. Da ist die unerbittliche Wildheit der entfesselten Natur und die verzweifelte Härte der um ihr Überleben kämpfenden Menschen und zugleich eine schmerzliche Zärtlichkeit der Zuneigung und Fürsorge, der Liebe und Sehnsucht. Episch!

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Vita

Beth Ann Fennelly, 1971 in New Jersey geboren, hat drei Gedichtbände und ein Sachbuch veröffentlicht. Sie leitet den Studiengang Kreatives Schreiben an der Universität von Mississippi. Tom Franklin wurde 1963 in Dickinson, Alabama geboren. Für sein literarisches Werk wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 2019 mit dem Deutschen Krimipreis. Franklin unterrichtet an der Universität von Mississippi. Beth Ann Fennelly und Tom Franklin sind seit 1998 verheiratet und leben mit den gemeinsamen Kindern in Oxford, Mississippi.

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Tom Franklin wurde 1963 in Dickinson, Alabama geboren. Für sein literarisches Werk wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 2019 mit dem Deutschen Krimipreis. Beth Ann Fennelly, 1971 in New Jersey geboren, hat drei Gedichtbände und ein Sachbuch veröffentlicht. Sie leitet den Studiengang Kreatives Schreiben an der Universität von Mississippi. Beth Ann Fennelly und Tom Franklin sind seit 1998 verheiratet und leben mit den gemeinsamen Kindern in Oxford, Mississippi.

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Eva Bonné

Eva Bonné, 1970 geboren, studierte amerikanische und portugiesische Literaturwissenschaft in Hamburg, Lissabon und Berkeley. Seither übersetzt sie Literatur aus dem Englischen, unter anderem von Rachel Cusk, Anne Enright und Michael Cunningham. Sie lebt in Berlin.

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Pressestimmen

»Der Regen tropft förmlich von den Seiten, so lebendig ist diese Geschichte geschrieben. Auch die Figuren scheinen aus Fleisch und Blut und sind von einer beindruckenden Tiefe. Ein Roman, den man nicht so schnell vergisst.«

The Observer (16. December 2019)

»Mit üppiger Sprache und der Dringlichkeit einer drohenden Flut fangen Fennelly und Franklin die Essenz des Lebens in den Südstaaten während der Prohibition ein, in einem Jahr, in dem der Regen nicht enden wollte. Dixie Clay Holliver ist unwiderstehlich: Ein Mädchen, das schießt, betrügt, fälscht (und sich verliebt). Sie und die Beschreibung des Mississippi werden Sie in ihren Träumen verfolgen.«

Booklist (20. January 2020)