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Ingeborg Bachmann

Der dunkle Glanz der Freiheit
Die Biografie

(2)
eBook epub
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Die große Biografie einer der bedeutendsten deutschsprachigen Dichterinnen

Seit dem tragischen Tod Ingeborg Bachmanns am 17. Oktober 1973 in Rom überlagern Mythen und Legenden das Leben der gefeierten Schriftstellerin. Doch wer war die Frau hinter der strahlenden Ikone, die ihr Privatleben eisern zu verteidigen wusste und der nur wenige Freunde wirklich nahekamen?
In ihrer Biografie zum 40. Todestag macht Andrea Stoll das Drama einer Frau und Künstlerin lebendig, die ihr Schreiben nie nur als Berufung, sondern immer auch als Zwang, Obsession, Verdammnis und Strafe empfunden hat. Weltbürgerin und Heimatsuchende in einem, über Jahre gefangen in einem Dickicht hochkomplizierter Liebesbeziehungen und Freundschaften, allen voran zu Paul Celan, Hans Werner Henze und Max Frisch, hat Bachmann doch immer auch um ihre persönliche Freiheit gerungen und ihre literarischen Ziele kompromisslos verteidigt. Wie sehr Bachmann ihrer Zeit voraus war und welchen Preis sie dafür bezahlen musste, führt uns diese Biografie in eindrucksvoller Weise vor Augen.

"Eine profunde, aufgrund umfangreicher Recherchen höchst kenntnisreiche Biografie voller Empathie, die in Tempo, Szenenwechsel und literarischer Hingabe fast so romanhaft ist wie das Leben der Ingeborg Bachmann selber."

Literarische Welt, Die Welt (14. September 2013)

eBook epub (epub)
16 S. farbiger Bildteil
ISBN: 978-3-641-09033-3
Erschienen am  09. September 2013
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Rezensionen

Herausfinden, was bewusst im Dunkeln gehalten wurde

Von: Sandra von Siebenthal

05.05.2021

1929 in Kärnten geboren, wird Ingeborg Bachmann schon bald mit dem Krieg und seinen Schrecken konfrontiert. Dieses Trauma wird sie ein Leben lang begleiten, immer wieder Thema ihres Werks sein. Andrea Stoll präsentiert uns in ihrer Biografie ein stimmiges Bild dieser spannenden Frau und ihres Schaffens. Sie zeigt die vielen Gesichter Ingeborg Bachmanns, beleuchtet die Hintergründe ihres Seins und Tuns. Es ist kein leichtes Unterfangen, eine Biografie von Ingeborg Bachmann zu schreiben, hielt sich diese doch zeitlebens eher bedeckt, was Privates anbelangte. Sie gab nicht nur nach aussen wenig preis, sie wusste sogar die einzelnen Bereiche ihres Lebens voneinander so abzugrenzen, dass die verschiedenen Kreise, in denen sie verkehrte, wenig bis nichts voneinander wussten und vor allem auch nie durchmischt wurden. „Seit frühester Jugend hatte Ingeborg Bachmann davon geträumt, als freie Schriftstellerin leben und arbeiten zu dürfen, und mit dem ihr eigenen Ehrgeiz und unbedingten Willen alles darangesetzt, diesen Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Doch der Preis für ihre Freiheit war hoch, ja, er überstieg im Laufe der Jahre ihre Kraft – und doch hielt sie daran fest, auch dann, als sie längst krank und von den Anstrengungen ihrer freien Autorenexistenz körperlich und seelisch gezeichnet war.“ Leben und Schreiben ist bei Ingeborg Bachmann nicht zu trennen, da Schreiben für sie lebenswichtig, lebensfüllend war. Diesem ordnete sie alles unter. Auch ihre Sehnsucht nach Liebe, nach einer Familie. Von der sie wohl selber wusste, dass sie diese nie haben könnte. Andrea Stoll ist ein offener Blick gelungen, der doch mitunter Verständnis für die Bachmann mit sich trug. Da brauchte es einen Schuldigen für das Elend. In Max Frisch hatte sie einen gefunden (das ist nur ein Beispiel, es gäbe andere, da war es am deutlichsten). Dass er da sein wollte, ein Miteinander wollte, drang zwar ab und zu durch die Zeilen, aber dann war er doch der, welcher so viel Leid über Bachmann brachte. Was die Trennung durchaus tat. Aber nicht Frisch allein. Und doch bleibt die Sicht nachvollziehbar. Aus dem, was draus resultierte. Es ist schlussendlich wohl schwierig, ein wirklich objektives Bild einer so diffusen und komplexen Persönlichkeit zu zeichnen. Andrea Stoll ist mit dieser Biografie eine grösstmögliche Annäherung gelungen. Ich möchte dieses Buch wirklich jedem ans Herz legen, der sich für Ingeborg Bachmann interessiert, der sich für Frauenexistenzen in einer von Männern gemachten Welt interessiert, der sich für Lyrik, Literatur, Geschichte und was sie mit Menschen macht interessiert. Ach, ein Buch, das man lesen sollte. Fazit: Eine echte, wirkliche Leseempfehlung für alle, die an Ingeborg Bachmann interessiert sind, die am Literaturbetrieb (gerade auch für Frauen) nach der Kriegszeit interessiert sind. Eine absolute Leseempfehlung.

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Drama einer Kompromisslosen ohne verlässlichen Ort

Von: Jules Barrois

29.05.2015

Ich war und bin es noch immer, ein bekennender Bachmann-Fan. Deshalb Vorsicht. Ich bin alles andere als distanzlos. Ingeborg Bachmann gehörte zu den größten deutschsprachigen Lyrikerinnen und Prosaschriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts. Vielleicht ist sie sogar die Größte. Andrea Stoll, die über Ingeborg Bachmann promoviert hatte, legt jetzt die erste ausführlichere Biografie über sie vor. Die Autorin hat für diese reichhaltige Biographie sehr akribisch recherchiert. Sie hat mit der Familie, vor allem den Geschwistern Heinz Bachmann und Isolde Moser und Weggefährte Bachmanns wie Henry Kissinger, Inge Feltrinelli und Luigi Bonino gesprochen und viele unbekannte Dokumente gesichtet. Vor allem erhielt sie Zugang zum Privatarchiv der Familie, für mich entscheidend für die Qualität dieser Biographie. Was herauskommt, ist mehr als eine Faktenbiographie und liegt jenseits dem „Mythos Bachmann“ und des auch von Bachmann selbst inszenierten Bildes in der Öffentlichkeit. Andrea Stoll zeigt das Bild eines widersprüchlichen Menschen, dessen Tod eine logische Konsequenz ihres Lebens war. Und sie zeigt das Bild einer durch und durch feministischen, antifaschistischen, unbeirrbaren Persönlichkeit. Es ist das differenzierte Bild einer Erfolgsautorin und ihrer Fassade. Ingeborg Bachmann erfindet sich immer wieder neu. Aufschwung und Erschöpfung sowie neuer Aufschwung wechseln sich ab. Eine Getriebene, eine scharf und überlegen Denkende, eine, die kritisch auf die Verhältnisse schaut, sucht die „wahre“ Sprache, die unverdorbenen Wörter, und von Anfang an hat ihr Schreiben eine unverkennbar politische Dimension. Andrea Stoll zeigt sich in diesem Buch zum einen als seriöse Wissenschaftlerin und als Dramaturgin spannend erzählter Geschichten. Sie erzählt mit Tempo, Szenenwechsel und literarischem Geschick fast romanhaft. Ein ausgesprochen aufschlussreiches Buch, ein hochkomplexes Werk, ist für alle Bachmann-Interessierte unerlässlich.

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Vita

Dr. phil. Andrea Stoll hat als Autorin und Dramaturgin zahlreiche Essays, Bücher und Filme geschrieben und war über fünfzehn Jahre als Dozentin für Literatur an der Salzburger Universität tätig. Sie gilt als ausgewiesene Bachmann-Kennerin und hat seit ihrer Dissertation „Erinnerung als ästhetische Kategorie des Widerstandes im Werk Ingeborg Bachmanns“ (1992) zum Werk der österreichischen Autorin mehrere Essays und Bücher vorgelegt, u.a. als Mitherausgeberin des zum internationalen Beststeller avancierten Ingeborg Bachmann–Paul Celan-Briefwechsels „Herzzeit“ (2008).

Ein Kinofilm über Ingeborg Bachmann ist in Vorbereitung.

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Pressestimmen

"Stoll zeichnet ein vielschichtiges Leben in allen Höhen und Tiefen nach. Sie taucht tief in die Privatssphäre der 1973 gestorbenen Dichterin ein, ohne aufdringlich zu werden."

apa (24. October 2013)

"Es ist das Beste, was man bisher über die Dichterin lesen kann."

Sächsische Zeitung (09. September 2013)

"Zum 40. Todestag am 17. Oktober hat die Bachmann-Kennerin Andrea Stoll eine kenntnisreiche Biografie veröffentlicht. Andrea Stoll lässt Ingeborg Bachmann in ihrem ganzen Glanz und Elend mit viel Empathie und großer Kompetenz bestechend konsequent lebendig werden."

Mannheimer Morgen (16. October 2013)

„In ihrer exzellenten Biografie "Der dunkle Glanz der Freiheit" bezeichnet Andrea Stoll ihre Lebens- und Werkserkundungen als "biografisches Erzählen" und zeigt, in vielstimmigen Episoden, eine Poetin zwischen scheinbarer Grandezza und Martyrium.“

Kleine Zeitung, Österreich (17. October 2013)

"Ein anspruchsvolles Buch über Leben und Werk einer Ikone der Literatur, distanziert und gleichzeitig sehr tief ergreifend."

Applaus, Kultur-Magazin (01. December 2013)