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Trevor Noah

Farbenblind

eBook epub
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Trevor Noah kam 1984 im Township Soweto als Sohn einer Xhosa und eines Schweizers zur Welt. Zu einer Zeit, da das südafrikanische Apartheidsregime „gemischtrassige“ Beziehungen weiterhin unter Strafe stellte. Als Kind, das es nicht geben durfte, erlebte er Armut und systematischen Rassismus, aber auch die mutige Auflehnung seiner "farbenblinden" Eltern, die einfallsreich versuchten, Trennungen zwischen Ethnien und Geschlechtern zu überwinden. Heute ist er ein international gefeierter Comedian, der die legendäre "The Daily Show" in den USA leitet und weltweit – ob Sydney, Dubai, Toronto, San Francisco oder Berlin – in ausverkauften Sälen auftritt.

In "Farbenblind" erzählt Trevor Noah ebenso feinsinnig wie komisch in achtzehn Geschichten von seinem Aufwachsen in Südafrika, das den ganzen Aberwitz der Apartheid bündelt: warum ihn seine Mutter aus einem fahrenden Minibus warf, um Gottes Willen zu erfüllen, welche Musik er für einen tanzenden Hitler aufzulegen pflegte, um sein erstes Geld zu verdienen, und wie ihn eine Überwachungskamera, die nicht einmal zwischen Schwarz und Weiß unterscheiden konnte, vor dem Gefängnis bewahrte.

»Er kokettiert mit dem Leser. Witzig? Ja. Eine Lachnummer? Nein«


Aus dem Englischen von Heike Schlatterer
Originaltitel: Born a Crime - Stories From A South African Childhood
Originalverlag: Spiegel & Grau
eBook epub (epub)
ISBN: 978-3-641-20643-7
Erschienen am  06. March 2017
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Rezensionen

Als Verbrechen Geboren

Von: Feyza

24.04.2022

„Amerika ist der einzige Ort auf der Welt, an dem ich von Natur aus verstanden habe, dass Südafrika und die Vereinigten Staaten von Amerika eine sehr ähnliche Geschichte haben. Es sind verschiedene Zeitpläne, aber die Richtungen, die wir eingeschlagen haben, und die Konsequenzen - den Umgang mit den Folgen dessen, was wir als Demokratie betrachten, und die Erkenntnis, dass Freiheit nur der Anfang des Gesprächs ist, habe ich gelernt. “ - Trevor Noah Wer ist Trevor Noah: Trevor Noah, ist geboren am 20. Februar 1984 in Johannesburg. Er ist ein südafrikanischer Kabarettist, Moderator und Schauspieler. Als – farbiger – Südafrikaner auf der Flucht vor Morddrohungen ist er nach New York geflohen, welche dann seine Wahlheimat geworden ist. Völlig unbekannt hat er dann eine TV-Karriere gestartet und hat in nur kurzer Zeit eine der beliebtesten Late-Night-Shows, die Daily Show, von Jon Stewart übernommen. Doch Noah erwähnt in seinem Buch überhaupt gar nichts von seiner großartigen Karriere.. In dem Buch „Farbenblind“ geht es ausschließlich um die Jahre davor.. um seine bittere Jugend in Südafrika. Was er dort erleidet und erduldet könnte wie aus einem Film sein. Was er sich dort erarbeitet ist einfach inspirierend. Er sollte gar nicht existieren dürfen. Seine Mutter eine Xhosa und sein Vater ein Deutsch-Schweizer. Als er im Jahre 1984 auf die Welt kam, herrschte noch Apartheid in Südafrika und das sog. „Immorality“ Gesetz. Demnach waren Beziehungen zwischen den Rassen verboten und wurde mit mehrjähriger Haft bestraft. Der Originaltitel des Buches „Born A Crime – Als Verbrechen geboren“ trifft es auf den Punkt. Er darf seinen Vater nur ganz selten in geschlossenen Räumen sehen. Seine Mutter gibt ihm in der Öffentlichkeit nicht die Hand. Kränkungen die schlimm genug erscheinen. „Das schwarze Südafrika zog gegen sich selbst in den Krieg“, seine alleinerziehende Mutter kämpt ums überleben. Das Buch widmet er auch dieser. Seine Mutter war sehr religiös und zerrte ihn sonntags zu drei Gottesdiensten, dabei gingen sie vorbei an brennenden Barrikaden und Leichen, die von den Kämpfen der Zulu und Xhosa übrigblieben. Einerseits bewundert man die Stärke seiner Mutter und andererseits ist es wirklich schlimm was sie ihm doch auch angetan hat mit ihrer Härte. Sie prügelt den Sohn und beschimpft ihn „Ich muss dir das antun, bevor es dir die Polizei antut.“ Um Benzin zu sparen, lässt sie ihren VW-Käfer bei Stau und abgeschaltetem Motor vom Sohn anschieben. Er soll sich mit der Erbarmungslosigkeit seiner Umwelt abfinden, sich daran gewöhnen. Tatsächlich lernt er sich anzupassen, er lernt sieben Sprachen, von Englisch, Deutsch bis Zulu und Sotho.. er will sich seinem jeweiligen Gegenüber hineinversetzen. Seine Mutter heiratet bald einen schwarzen Automechaniker. Ihren Job als Sekretäri gibt sie auf und steckt das wenige Geld das sie hat in das schlechte Geschäft ihres Mannes. Das Leben der Familie erreicht damit seinen Tiefpunkt. Sie sind so arm, dass sie sich von Würmern ernähren müssen. Der neue Mann in ihrem Leben ist ein Nichtsnutz und ein Arsch der ersten Stunde. Er versäuft alles Geld und schießt seiner Frau eine Kugel durch den Kopf. Doch sie überlebt und er kommt mit einer Bewährungsstrafe davon. Als Jugendlicher arbeitet Trevor Noah als DJ und verkauft Raubkopien von CD's . Er hat ein großartiges Talent, undzwar das Geschichtenerzählen. Dies setzt er dann als Radio und TV Moderator beim südafrikanischen Rundfunk ein, später auch als Comedian. Das Buch ist packend und spannend geschrieben mit viel Esprit und Selbstironie, die die Tragik seiner Heimat deutlich macht. „In Amerika gab es die Zwangsvertreibung der Indianer in Reservate und die Sklaverei, gefolgt von der Rassentrennung. Nun stelle man sich vor, dass das alles denselben Menschen zur gleichen Zeit widerfährt. Das ist Apartheid.“ Bitte Lesen! Trevor Noah: Farbenblind. Aus dem Amerikanischen von Heike Schlatterer. Blessing Verlag, München 2017. 336 S., 19,99 Euro. E-Book 15,99 Euro.

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Absolut begeisternd

Von: Ponine T.

20.12.2017

Trevor Noah ist ein international gefeierter Comedian, der die legendäre "The Daily Show" in den USA leitet und weltweit in ausverkauften Sälen auftritt. Aber er ist auch der Sohn einer Xhosa und eines Schweizers, der 1984 im Township Soweto geboren wird und damit eigentlich gar nicht existieren dürfte. Denn 1984 ist das Apartheits-Regime in Südafrika auf dem Höhepunkt und Beziehungen zwischen Schwarzen und Weißen werden systematisch unterdrückt ... In diesem Buch deckt Noah mit 18 Geschichten die ersten 18 Jahre seines Lebens ab und gibt einen Einblick in diesen völlig absurden Rssismus, mit dem er und seine Mutter tagtäglich konfrontiert waren. Mich hat das bereits deshalb fasziniert, weil Noah nur zwei Jahre jünger ist als ich und dieses System der Apartheit für mich nicht nur unbegreiflich ist, sondern voe allem so weit weg - systematische Ausgrenzung, das assoziiere ich mit dem Nationalsozialismus, dass es aber Leute betroffen hat, die mein Alter haben, das ist für mich ein manchmal verstörender Gedanke. Und grade, weil ich so nah an Noahs Alter bin, konnte ich mich in sehr viele dieser Zeitpunkte hineinversetzen und mit ihm mitempfinden. Dabei hilft aber auch, dass er eine gewaltige Portion Glagenhumor beweist und mit seinem Buch nicht nur Mitleid schinden will, sondern auch zeigt, dass gerade durch mutige Leute wie seine Eltern die Apartheit beendet werden konnte. Vor allem aber ist es eine Auseinandersetzung mit der Suche nach Identität und Gruppenzugehörigkeit, sei sie von außen impliziert oder das eigene Bedürfnis. Er selbst kann sich keiner Gruppe zugehörig fühlen, sagt von sich selbst, dass er in ganz Südafrika keinen Menschen kennt wie ihn: 2In Soweto waren alle Menschen schwarz, nur ich nicht. In der Schule waren alle weiß, nur ich nicht. In einem Land mit 50 Millionen Einwohnern kannte ich sonst niemanden, der so war wie ich." Diese fehlende Identität löst bei ihm aber auch das aus, was seinen Erfolg ausmachen wird, die Möglichkeit, sich in verschiedene Gruppen einzugliedern und sie zur Basis seines Witzes zu machen, zuerst, um Anerkennung zu erhalten, dann, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.Noah kann sehr nachdenklich sein, versteckt das aber hinter schneidendem Sarkasmus, der beim Lesen doch manchmal stocken lässt. Ich fand das Buch wirklich großartig, nicht nur, weil es gut zu lesen ist, sondern weil er es schafft, Informationen und Witz zu kombinieren, sodass man dem gerne folgt. Uneingeschränkte Empfehlung für alle :-)

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Vita

Trevor Noah, geboren 1984 in Johannisburg, ist als Fernseh- und Radiomoderator, Comedian und Schauspieler tätig. 2011 zog er in die Vereinigten Staaten, im selben Jahr erschien die mehrfach preisgekrönte Netflix-Dokumentation You Laugh, But It's True über seinen Werdegang als Künstler bis zu seinem ersten Soloprogramm. 2015 wurde er als "Personality of the Year" bei den MTV Africa Music Awards ausgezeichnet und übernahm die Präsentation der einflussreichen US-amerikanischen Satiresendung The Daily Show. Noah, der sieben Sprachen spricht, darunter Deutsch, lebt in New York.

Zum Autor

Pressestimmen

»Farbenblind ist rührend und komisch und enthält ziemlich gute Beobachtungen. Denn niemand sieht die Absurditäten eines Systems besser als der, der durch jedes Raster fällt.«

Andrea Diener, Frankfurter Allgemeine Zeitung (20. June 2017)

»Sein Talent ist das Geschichtenerzählen ... Packend, luzide, selbstironisch bringt er die Tragik seines Heimatlands auf den Punkt …«

»Noahs Erzählung liest sich rasant, und sie erlangt aktuelle Relevanz durch die Mittlerrolle des Erzählenden im Zeitalter des wiedererstarkenden Rassismus.«

»Damit liefert Noah auch ein – über tatsächlich atemberaubende Geschichten erzeugtes – faszinierend komplexes und grotesk-realistisches Kaleidoskop der Übergangsjahre Südafrikas.«

»Über alles macht sich Trevor Noah lustig, nur über das Thema häusliche Gewalt nicht. Seine Mutter ist die wahre Heldin seiner Geschichte.«

Antje Deistler, Deutschlandfunk (16. August 2017)

»Ein fesselndes Buch - erschreckend, traurig, komisch.«

The New York Times

»Futter für die Seele – trotz dunkler Töne und verrückter Wendungen erzählt Noah flott, warm und ungezwungen davon, wie er Erniedrigungen und Anfeindungen zu überwinden lernte. Das Buch ist so etwas wie ein Geschenk an seine Mutter – und ein unglaubliches Geschenk für uns alle.«

USA Today

»Eine bewegende Lebensgeschichte – und ein Liebesbrief an seine Mutter.«

Washington Post

»Dass Trevor Noah, der weltmännisch gewandte Nachfolger von Jon Stewart bei der Daily Show, ein smartes Buch schreiben würde, ist keine Überraschung. Aber ‚smart‘ beschreibt nicht mal im Ansatz, was ihm mit Farbenblind gelingt. Sein Memoir ist außergewöhnlich, ein Lektüre-Muss in allen Belangen. Schwer vorstellbar, dass irgendjemand das besser hätte hinbekommen können.«

Seattle Times

»Der Daily-Show-Moderator, Kind einer schwarzen Mutter und eines weißen Vaters, war ein wandelndes Verbrechen im Südafrika der Apartheid. Seine Geschichte des Überlebens und Über-sich-hinaus-Wachsens ist – Sch#$&e noch mal – überwältigend.«

Cosmopolitan

»Trevor Noah offenbart den blanken Terror und die diabolische Absurdität der Apartheid. Eine gewichtige Sammlung erstaunlich persönlicher Erzählungen.«

Booklist