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Marica Bodrožić

Die Arbeit der Vögel

Seelenstenogramme

(7)
eBook epub
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Auf der Flucht vor den Deutschen gelangt Walter Benjamin im September 1940 auf einem alten Schmugglerpfad vom französischen Grenzort Banyuls-sur-Mer ins nordspanische Portbou. Tags darauf setzt er seinem Leben ein Ende. Acht Jahrzehnte später nimmt Marica Bodrožić den letzten Weg des großen deutschen Schriftstellers und Philosophen zum Anlass, um über unsere Zeit, die Komplexität von Lebensläufen und Identität, Freundschaft und Flucht nachzudenken. Für sie wird der Gang über die Pyrenäen zu einem luziden Denkweg, auf dem die Natur als synästhetisches Gefüge mitspricht. Die äußere Bergwelt verschmilzt mit der inneren Lebenslandschaft. Kunstvoll webt Marica Bodrožić in ihren Gedankenstrom die Schicksale auch anderer Intellektueller ein, die der Gewalt des 20. Jahrhunderts ausgesetzt waren – etwa der Widerstandskämpferin Lisa Fittko oder des Dichters Ossip Mandelstam. Entstanden ist dabei eine überzeitliche Wanderung durch die inneren Landschaften der Seele, die das schmerzverzahnte Gedächtnis mit dem leuchtenden Kern von Poesie verbindet. »Ein großes Projekt des Denkens ganz im Geiste Benjamins.« (Paul Reitter).

»Ein Buch wie die Wanderung durch die bergige Landschaft, die es beschreibt. Man ist sprachlos ob seiner Schönheit, wird immer wieder an die eigenen Grenzen gebracht und hat am Ende so viel über sich und die Welt gelernt, dass man jemand anderes geworden ist. Ein funkelndes, ein brillantes Kleinod.«

Daniel Schreiber (21. December 2021)

eBook epub (epub), ca. 352 Seiten (Printausgabe)
ISBN: 978-3-641-23055-5
Erschienen am  14. March 2022
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Rezensionen

Literarische Schatzkiste

Von: Tausendléxi

02.02.2023

Zu diesem Buch die richtigen, die wertvoll bezeichnenden Worte zu finden birgt keine leichte Aufgabe. Marica Bodrozic hat hier Seelenstenogramme niedergeschrieben, die durchwoben sind mit Philosophie und Psychoanalyse. Dieses Buch habe ich, für mich untypisch, langsam gelesen, um all diese fein von eleganter Poesie umwobenen Worte auf mich wirken zu lassen. Walter Benjamin flüchtet 1940 über die Pyrenäen, doch als ihm dieses Unterfangen sinnlos erscheint nimmt er sich das Leben. Marica Bodrozic ist im 4.Monat schwanger als sie den letzten Spuren von Walter Benjamin nachgeht. Und langsam fügt sich ein Mosaik aus Fluchthelfern, Flucht und Verfolgung, Nationalsozialismus und Stalinismus zu einem großen Geflecht verschiedenster Lebensstränge nuanciert zusammen. Doch Walter Benjamin bleibt primär die tragende Person. Durch Marica Bodrozic erfahre ich von großen Taten, verschiedener Menschen aus vergangenen Tagen. Wie zum Beispiel der Fluchthelferin Lisa Fittko, einer österreichischen Widerstandskämpferin die als Fluchthelferin über die Pyrenäen, vielen Menschen das Überleben sicherte. Oder Aristides de Sousa Mendes, seines Zeichens Konsul in Lissabon. Mit seiner Unterschrift rette er wohl 20-30.000 Menschen das Leben, bevor man ihm auf die Schliche kam. Aber auch die Vögel werden in den Beobachtungen und Empfindungen der Autorin immer wieder erwähnt. Somit gelingt ihr in diesem Werk eine literarische Schatzkiste, gefüllt mit Schicksalen, Verbundenheiten und vieles mehr. Und so beschließe ich meine Zeilen mit einer großen Leseempfehlung und einem Zitat von Heinrich Heine: Jeder einzelne Mensch ist schon eine Welt, die in ihm geboren wird und mit ihm stirbt, unter jedem Grabstein liegt eine Weltgeschichte. Seite 111

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Schöne Idee, aber etwas überkomplex umgesetzt

Von: Jelka

26.11.2022

Marica Bodrožić unternimmt eine reisende Einordnung und Nachempfindung der letzten Tage des Philosophen Walter Benjamins und setzt diese in Bezug und Kontrast zu ihrer eigenen Biografie und ihrem Nacherleben seiner Fluchtroute. Was ich zunächst flüchtig als eine essayistische Abhandlung von Benjamins Leben eingeordnet hatte, entpuppte sich beim Lesen als ein spannender Versuch, der gerade hoch im Kurs stehenden autobiografischen Literatur à la Ernaux und Cusk eine neue Dimension hinzuzufügen: Die Bewegung im Raum und gleichzeitige geografische Erschließung des eigenen Lebens und der Biografie einer öffentlichen historischen Person. In Form einer Seelenwanderung begeht die Autorin den Chemin Walter Benjamin, sie erinnert, ruft Bilder vor ihrem inneren Auge auf, reflektiert darüber ihre eigene Biografie und das Aufwachsen in Ex-Jugoslawien und schließlich Deutschland vor dem Hintergrund der rauhen Kulisse der Pyrenäen und der erzwungenen Flucht und Migration des Walter Benjamin. Eine wahre Seelenarbeit. Sie schreibt sich ihre eigenen Empfindungen, und das was ihr die Literatur und Philosophie im Leben mitgegeben haben, aus der Seele. Auch Walter Benjamin wird sich auf der Flucht so seine eigenen Gedanken gemacht haben, und auch darüber sinniert die Autorin hier.  Mein Kritikpunkt ist jedoch, dass die Sprache auch im Vergleich mit den von mir gewählten „Vergleichsautorinnen“ Cusk und Ernaux für meinen Geschmack zu komplex und „herausgeputzt“ ist. Viele Sätze klingen so schön nach, man erkennt das große Schreibtalent und die Arbeit, die in jedes einzelne Wort gesteckt wurde. Der Text ist damit aber wahrlich keiner, in den man sich reinsetzt und sofort wohlig umfangen wird, sondern er erfordert zu jedem Zeitpunkt absolute Konzentration, er stellt auch eine gewissen Hürde für die Zugänglichkeit auf. Schade, aber ich hoffe noch darauf, dass ich es in einer anderen Lebensphase nochmal besser schaffe, diesen Text zu erklimmen und den Ausblick zu genießen. Für jetzt hat es leider nicht gereicht, mich den Begeisterungsstürmen anzuschließen. Haptisch ist das Buch aber eine reine Freude, tolles Papier, hochwertiger Umschlag – ein super Sammelstück für Walter Benjamin Liebhaber und andere Bibliophile.

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Vita

Marica Bodrožić wurde 1973 in Dalmatien geboren. 1983 siedelte sie nach Hessen über. Sie schreibt Gedichte, Romane, Erzählungen und Essays, die in über sechzehn Sprachen übersetzt wurden. Für ihr bisheriges Werk wurde sie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, zuletzt mit dem Walter-Hasenclever-Literaturpreis und dem Manès-Sperber-Literaturpreis für ihr Gesamtwerk. Marica Bodrožić lebt mit ihrer Familie als freie Schriftstellerin in Berlin und in einem kleinen Dorf in Mecklenburg. Sie ist Mitglied im Deutschen PEN-Zentrum.

Zur Autorin

Events

28. März 2023

Lesung im Rahmen der Erfurter Frühlingslese

19:00 Uhr | Lesungen
Marica Bodrožić
Die Arbeit der Vögel

Links

Pressestimmen

»Auf den Spuren Walter Benjamins durchschreitet die Autorin Welten des Schmerzes und der Erkenntnis, ›Seelenstenogramme‹ einer Kultur des Erinnerns.«

Lerke von Saalfeld / Frankfurter Allgemeine Zeitung (08. June 2022)

»Der Krieg vertreibt aus den Menschen das Menschliche, macht sie zu reinen Funktionsträgern, zu Nationalisten und Grenzkämpfern. Marica Bodrožić hält dagegen und schreibt an ihrem Plädoyer für das Menschliche fort, das ihr ganzes Werk umspannt.«

Joachim Dicks / NDR Kultur (17. March 2022)

»Es ist faszinierend: Diese Lektüre fühlt sich wirklich an wie eine Wanderung. Als ob Marica Bodrožić ihre Schritte in Worte übersetzt habe.«

Barbara Weitzel / Welt am Sonntag (20. March 2022)

»Ausgesprochen reich an Themen, Assoziationen, Wendungen, Erkenntnissen, neuen Fragen fordert dieses Buch seine Leserinnen und Leser mit ihrer Neugier und Erkenntnislust heraus.«

Ulrich Noller / WDR 5 (18. March 2022)

»Hier verursacht das Geschriebene noch lange nach dem Lesen tektonische Verschiebungen in den Leser:innen.«

Vivian Perkovic / ZDF Das Blaue Sofa (17. March 2022)

»Dieses Buch ist durchzogen von kluger Güte. Ganz bodenständig, ganz erdnah und menschennah wandert die Autorin, schwanger mit ihrem Kind, im regen Austausch mit vielen Toten, ihren geistigen Wegbegleitern, auch mit denjenigen, die auf anderen Fluchten waren. Diese Verwebungen sind auch Augenöffner für das, was gerade in der Welt passiert.«

Gabriele von Arnim / Deutschlandfunk (30. April 2022)

»Es begegnen einem ständig Sätze und Gedanken, die in ihrer Klarheit, Direktheit und Komplexität so bestechend sind, dass man sie sich bewahren will.«

Johanna Lenhart / Die Presse (16. April 2022)

»Mit der Sprache des Weges verhilft Bodrožić dem Weg zur Sprache und fügt jeweils eine zweite, teils synästhetische Ebene hinzu.«

Melanie Schippling / Bücher Magazin (31. May 2022)

»›Die Arbeit der Vögel‹ feiert das Leben, ohne je den Schmerz und den Schrecken zu verraten.«

Katja Gasser, ORF (21. December 2021)

»Die Gedanken reisen frei und erdverbunden in Marica Bodrožić’ Sprache und machen dieses Buch zu einem beziehungsreichen Seelenort.«

Nil Varol / ZDF (21. December 2021)

»Dieses Buch ist ein geistiges Geschenk der Stunde.«

Jan Röhnert (08. March 2022)

»Diese Autorin kann Gedanken erzählen.«

Rüdiger Görner (21. December 2021)

»Marica Bodrožić bringt das Vermächtnis Walter Benjamins zu einem neuen literarischen Höhepunkt.«

Noah Isenberg (21. December 2021)

»In Marica Bodrožić' leuchtender Sprache verwandelt sich Walter Benjamins mühsamer Fluchtweg über die Pyrenäen in ein dichtes Geflecht von Denkwegen, die Momente intensiver Verbundenheit zwischen Literatur, Philosophie und Psychoanalyse schaffen.«

Veronika Fuechtner (21. December 2021)

»›Die Arbeit der Vögel‹ spricht zu uns aus der Tiefe des Gedächtnisses, dem sie einem Namen gibt.«

Senthuran Varatharajah (21. December 2021)

»Dieses Buch ist eine tief empfundene, kunstvoll gezeichnete Sternenkarte. Auf dieser Karte leuchten Gestirne, die von den Diktaturen des 20. Jahrhunderts trotz aller Bemühungen nicht gelöscht werden konnten.«

Olga Martynova (21. December 2021)

»Das ganze Buch ist eine Fülle an Sprachkunst, Gedankenschärfe und Menschenliebe und ermutigt uns, weiter zu denken, unter der Oberfläche zu suchen, Verbindungen zu knüpfen, uns nicht mit leichten Antworten zufrieden zu geben und vor allem weiter zu lesen und zu lernen.«

Maria-Christina Piwowarski (30. March 2022)

»Dieser sprachmächtige Essay ist Erinnerungsarbeit und Ausblick, Selbstethnographie und philosophische Anthropologie in einem.«

Regina Dyck (21. December 2021)

»Eine andere, gerechtere Welt ist möglich – in Marica Bodrožić‘ Denken schimmert sie an jeder Biegung des Wegs auf.«

Matthias Nawrat (21. December 2021)

»Das Umkreisen von Benjamins Schicksal als exemplarisches, das Aktualisieren, das behutsame Tasten in die Vergangenheit hinein - die der Autorin und ihrer Gewährsmenschen. Es ist erstaunlich, wie dieses sehr bekannte Schicksal hier neu gesehen wird, ohne Klischees. Dieses Schreiben entfaltet einen Sog: diese Eindringlichkeit, dieses Umkreisen von Gedanken, Bildern, Erinnerungen, dieses Insistieren - und dann plötzlich das ganz einfache direkte Erzählen wie von der ›Geburt der Lüge‹.«

Erdmut Wizisla / Walter Benjamin Archiv - Akademie der Künste Berlin (04. May 2022)

Weitere E-Books der Autorin