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Olivia Laing

Zum Fluss

Eine Reise unter die Oberfläche

(8)
Zum Fluss
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Wie Geschichte sich in eine Landschaft einschreibt – und wie Geister nie von den Orten verschwinden, die sie lieben.

Über sechzig Jahre nachdem Virginia Woolf in der Ouse ertrunken ist, macht Olivia Laing sich an einem hellen Mittsommermorgen auf den Weg durch Südengland, um dem Lauf des magischen Flusses von der Quelle bis zur Mündung zu folgen. In von Kreidefelsen milchig-grün gefärbten Windungen, an Ufern auf dem Weg Richtung Meer sucht sie nach den Geheimnissen, die Flüsse tragen, verbergen, preisgeben. Herauskommt eine große, kluge und poetische Erzählung davon, wie Geschichte sich in eine Landschaft einschreibt – und davon, wie Geister nie von den Orten verschwinden, die sie lieben.


Aus dem Englischen von Thomas Mohr
Originaltitel: To the River
Originalverlag: Canongate
Taschenbuch, Broschur, 384 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-442-77334-3
Erscheint am 14. June 2023

Rezensionen

mit Laing durch die Landschaft, die Kultur, die Literatur und die Mythologie mäandern

Von: floskel

24.10.2021

Ich lege immer größeren Wert darauf, bestimmte Bücher auch an den zu ihnen passenden Orten zu lesen. Olivia Laings „Zum Fluss. Reise unter die Oberfläche“ habe ich mir deshalb extra für unsere Bootswanderung aufgehoben, bei der wir nicht nur mehrere Tage auf der Gail unterwegs waren, sondern auch am Fluss – im Freien – übernachtet haben. Laing hat sich über 60 Jahre nach Virgina Woolfs Tod auf den Weg gemacht um den Lauf der Ouse, in der sich Woolf ertränkt hat, zu folgen – von der Quelle bis zur Mündung. So begleitet man Laing nicht nur auf dieser Wanderung durch verschiedene südenglische Landschaften, sondern mäandert mit ihr durch Kultur, Literatur und Mythologie. „Zum Fluss. Reise unter die Oberfläche“ ist eine äußerst horizonterweiternde Lektüre, eine gelungene Mischung aus Essay und Nature Writing, eine Erzählung davon, „wie sich Geschichte in eine Landschaft einschreibt“. Eine Leseempfehlung für Freund*innen von Robert Macfarlane oder Helen Macdonald und – für mich – die ideale Lektüre für eine Reise zum/am Fluss.

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mehr als eine Reiseerzählung

Von: überalldiewörter

06.08.2021

Im Juni 2009 reist Olivia Laing nach High Weald im Süden von England. Eine Woche hat sie sich Zeit genommen, um von dort aus durch Sussex bis zum Meer zu wandern – immer am Fluss Ouse entlang, von der Quelle bis zur Mündung. Laing steckt in einer Krise: Im Frühling verliert sie ihre Arbeit, kurz darauf trennt sich ihr Freund von ihr. Sie stürzt sich deshalb in Vorbereitung in die Recherche, beschäftigt sich mit der Geschichte des Landes und liest sich einmal quer durch das Werk und die Tagebücher von Virginia Woolf – denn die hat vor 60 Jahren nahe der Ouse gelebt, viel über den Fluss geschrieben und sich 1941 schließlich darin das Leben genommen. All ihr Wissen verpackt Laing auf diesen knapp 350 Seiten und schreibt dabei über alles von Natur und Geologie über Mythologie bis hin zu Autor:innen, die eine besondere Verbindung zur Ouse hatten. Die Erzählungen sind dicht, voll von Informationen, dabei aber gepaart mit den Bildern und Zitaten trotzdem wunderbar kurzweilig zu lesen. Zwischen den kleinen Reisen in die Vergangenheit des Flusses steht der Reisebericht von Laing mit vielen Naturbeschreibungen, Anekdoten über kürzere und längere Begegnungen mit anderen Wander:innen und ihren Gedanken zu Kunst, Liebe und Leben – alles ein bisschen philosophisch, dabei aber trotzdem immer lebensnah. Dank der entschleunigenden Erzählweise war das Buch für mich eine perfekte Flucht aus dem Alltag. Vermutlich muss man sich auf das Ganze mit den vielen unterschiedlichen Themen wirklich einlassen, aber wenn man das macht, wird man auf eine richtig schöne Reise mitgenommen – mir hatʼs gefallen.

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Vita

Olivia Laing, geboren 1977, ist eine der renommiertesten Kulturkritikerinnen Großbritanniens und Autorin. Sie studierte Englische Literatur an der Universität von Sussex, brach ihr Studium ab, um Umweltaktivistin zu werden, auf einem Baum in der Wildnis zu leben und ein Diplom in Pflanzenheilkunde zu erwerben, bevor sie sich dem Journalismus zuwandte. Ihre Bücher sind in fünfzehn Sprachen übersetzt. Sie schreibt unter anderem für den Guardian und New Statesman und ist Kolumnistin für Frieze. Für »Zum Fluss« war sie für den Ondaatje-Preis und den Dolman Best Travel Book Award nominiert, 2018 erhielt sie für ihre Sachbücher den Windham Campbell-Preis.

Zur Autorin

Thomas Mohr

Thomas Mohr, geb. 1965 in Köln, übersetzt seit 1988 englischsprachige Literatur, u.a. Truman Capote, Emma Donoghue, James Ellroy, Olivia Laing und Mark Twain. Für sein übersetzerisches Werk wurde er mehrfach ausgezeichnet.

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