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Franz Dobler

Ein Schuss ins Blaue

Kriminalroman

(1)
Taschenbuch
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In München soll sich ein islamistischer Attentäter aufhalten. Ex-Polizist Robert Fallner erhält von der Sicherheitsfirma seines Bruders den Auftrag, den Mann dingfest zu machen. Als Belohnung sind zwei Millionen Euro ausgesetzt. Aber an der Sache ist was faul. Es gibt keinen offiziellen Auftraggeber, nur ein paar anonyme Hinweise. Da erreicht Fallner ein Brief mit einem noch viel heikleren Auftrag. Bald findet sich Fallner knietief im rechtsradikalen Milieu wieder. Hat es jemand auf ihn abgesehen?


ERSTMALS IM TASCHENBUCH
Originaltitel: Ein Schuss ins Blaue
Originalverlag: Tropen
Taschenbuch, Broschur, 288 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-453-67735-7
Erschienen am  13. April 2021
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Rezensionen

Alles, außer gewöhnlich!

Von: Thomas Lawall

26.09.2021

War ja klar, dass jener "Schuss ins Blaue" die Reise in eine diffuse Geschichte bedeutet und in eine permanent beunruhigende Unbestimmtheit führt, die mit einer kantigen Bedrohung Hand in Hand am Rand eines bodenlosen Abgrunds spazieren geht. Soll heißen: Die Story ist vage verworren und skizziert die Vorstellung einer unsichtbaren geheimdienstlichen Organisation, die keine ist, aber genau jene Tätigkeiten auszuüben pflegt. Auftraggeber gibt es ebenso keine wie Beweggründe. Sinn und Urheber also unbekannt. Weniger unbekannt sind hübsche sechsstellige Summen, die für erfolgreiche Operationen winken. Jener ominöse Auftrag landete in jener Sicherheitsfirma, die unter der Führung des Bruders von Ex-Polizist Robert Fallner steht. Besprochen wird die Sache bei einem gemütlichen Grillfest der Familie, "eine heikle Sache, ein Fahrstuhl zum Schafott möglicherweise". Nichts Genaues weiß man nicht ... aber immerhin eine gute Gelegenheit für den Autor, seine Personen vorzustellen. Derlei Kulissen gibt es viele, und dementsprechend umfangreich sind die Charakterisierungen der handelnden Personen, welche erst einmal wesentlich interessanter sind als der Auftrag selbst und die "Tonne Zweifel", die sich in diesem Zusammenhang ergeben. In erster Linie ist das die vierzehnjährige Nadine, die seit einem Jahr im Haushalt Fallners und seiner Frau Jaqueline, der aktiven Hauptkommissarin, lebt. Dass das Ganze nach "Ein Schlag ins Gesicht" wieder in eine Milieustudie ausartet, war ebenfalls zu erwarten, und das ist auch verdammt gut so. Das Leben gewinnt immer mehr an Fahrt und rauscht vorbei, als ob es einen guten Grund dafür geben würde. Immer mehr Haltestellen werden abgebaut und ehe man sich versieht, vergisst man an den wenigen Inseln, die es noch wert sind, auszusteigen. Eine davon ist eine heruntergekommene Kneipe namens "Bertl's Eck". Dort treffen sich die wenigen Eingeweihten, die es noch gibt. Leute, die nichts können oder alles. Die keiner kennt oder alle. Beispielsweise "Punk Armin", jenen "Prediger" mit der schwarzen Lederjacke, 130kg schwer und mit "Metall und Ärger im Gesicht". Tagsüber findet man ihn vor dem Laden des Griechen "Jorgos Stathakos", der ebenfalls nicht auf den Mund gefallen ist. Bei ihm kann man lernen, dass "der beste Sklave des Kapitalismus" die Familie ist. Jeder Fan der schräg angehobelten Kriminalliteratur findet mit Begeisterung heraus, was dies alles mit der eigentlichen Handlung zu tun hat. Wer Wieninger, Bohnet, Kruse, Wehle, Dutzler, Raab oder Kneifl liebt, verträgt auch und erst recht einen Dobler. "Ein Schuss ins Blaue" ist ein schräger Kriminalromancocktail, angereichert mit je einem kräftigen "Schuss" Polizei, NSU und Ku-Klux-Klan, sowie einem hochprozentigen Anteil an philosophisch-anarchistischer Lebensbetrachtung. Das Buch ist alles, außer gewöhnlich.

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Vita

Franz Dobler, 1959 in Schongau geboren, lebt in Augsburg. Neben Romanen und Gedichtbänden, für die er unter anderem mit dem Bayerischen Literaturförderpreis ausgezeichnet wurde, veröffentlichte er auch Erzählungen und Musikbücher. Er hat Kompilationen herausgegeben und ist Discjockey. Für sein Krimi-Debüt »Ein Bulle im Zug« erhielt er 2015 den Deutschen Krimi Preis. »Ein Schlag ins Gesicht« wurde von Nina Grosse unter dem Titel »Nicht tot zu kriegen« mit u.a. Iris Berben, Murathan Muslu und Barnaby Metschurat in den Hauptrollen für das ZDF verfilmt. Produzent war Oliver Berben.

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