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Sue Monk Kidd

Die Erfindung der Flügel

Roman

Taschenbuch
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Die elfjährige Sarah, wohlbehütete Tochter reicher Gutsbesitzer, erhält in Charleston ein ungewöhnliches Geburtstagsgeschenk, versehen mit einer violettfarbenen Schleife – die zehnjährige Hetty »Handful«, die ihr als Dienstmädchen zur Seite stehen soll. Dass Sarah dem schwarzen Mädchen allerdings das Lesen beibringt, hatten ihre Eltern nicht erwartet. Und dass sowohl Sarah als auch Hetty sich befreien wollen aus den Zwängen ihrer Zeit, natürlich auch nicht. Doch Sarah ahnt: Auf sie wartet eine besondere Aufgabe im Leben. Obwohl sie eine Frau ist. Handful ihrerseits sehnt sich nach einem Stück Freiheit. Denn sie weiß aus den märchenhaften Geschichten ihrer Mutter: Einst haben alle Menschen Flügel gehabt …


Aus dem Amerikanischen von Astrid Mania
Originaltitel: The Invention of Wings
Originalverlag: Viking
Taschenbuch, Broschur, 496 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-442-71467-4
Erschienen am  13. March 2017
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Rezensionen

Befreiungen aus Zwängen

Von: Katharina (Mama hat jetzt keine Zeit)

16.03.2018

Sue Monk Kidd erzählt in diesem halb fiktiven, halb historischen Roman die Geschichte der Schwestern Sarah und Angelina Grimké, die Anfang des 19. Jahrhunderts für die Abschaffung der Sklaverei und Gleichberechtigung der Frauen kämpften. Mithilfe des (erfundenen) Sklavenmädchens Hetty „Handful“ geht Monk Kidd der Frage nach, wie Sarah als höhere Tochter einer wohlhabenden, sklavenhaltenden Südstaatenfamilie dazu kam, für die bedingungslose Freilassung aller Sklaven und Gleichberechtigung der Farbigen und der Frauen einzutreten und sich damit gegen ihre Herkunft und ihre eigene Familie zu stellen. Sarah war schon immer wissensdurstig und haderte damit, als Frau nicht studieren zu dürfen. Nach dem Tod ihres Vaters konvertierte sie zu den Quäkern und zog als alleinstehende Frau von Charleston nach Philadelphia – ein Skandal! Ihre jüngere Schwester Angelina folgte ihr alsbald und beide fingen an, gegen die Sklaverei anzuschreiben und später auch als erste Frauen überhaupt vor Publikum Reden zu halten. Zuerst wusste ich nicht so recht, ob ich dieses Buch überhaupt lesen wollte – ich mag zur Entspannung keine schweren Themen. Als ich damit mal anfing, konnte ich gar nicht mehr aufhören. Beeindruckend fand ich, wie geschickt die Autorin den Kontrast, aber auch die Gemeinsamkeiten zwischen der jungen Sklavin namens „Handful“ und Sarah, der privilegierten Tochter aus reichem Haus herausgearbeitet hat: Beide sind Gefangene der jeweiligen Umstände, aber der goldene Käfig der Einen ist trotzdem nicht zu vergleichen mit der totalen Hörigkeit einer Sklavin. Bei allen Benachteiligungen, denen sie als Frau ihrer Zeit ausgesetzt ist, kann Sarah trotzdem ausbrechen. Sie bezahlt einen hohen Preis dafür, aber nicht mit dem Leben oder ihrer körperlichen Unversehrtheit. Aber im Kopf ist Hetty Handful eben so frei, weil sie weiss, dass nur ihr Körper anderen gehört. “Die Erfindung der Flügel” ist eine spannende Lektion in der Geschichte der Anti-Sklaverei-Bewegung und der Frauenbewegung, die beide untrennbar zusammenhängen. Die Autorin schont ihre Leserschaft nicht, sondern lässt sie an den inneren Konflikten und äusseren Zwängen der Protagonistinnen manchmal fast verzweifeln. Trotzdem ist es kein schweres Buch, sondern gute Unterhaltung und dafür, dass ihr dieser Spagat zwischen Unterhaltung und ernstem Hintergrund so gut gelungen ist, hat die Autorin meinen tiefsten Respekt!

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Ein beeindruckender Roman über die Sklaverei und mutige Frauen

Von: Goldene Seiten

17.01.2018

Wo und wann wir geboren werden, in welches Umfeld wir dadurch geraten und welche Privilegien oder Nachteile sich daraus ergeben, scheint dem Zufall überlassen zu sein. Ich finde diesen Gedanken immer wieder sehr spannend: Die unterschiedlichen Startbedingungen für uns Menschen, die mit unserer Geburt festgelegt werden und einen sehr großen Einfluss darauf haben, wer wir sind und wer wir im Laufe unseres Lebens werden. Sarah und Handful wachsen in einem Haus auf. Sarah ist weiß und Tochter einer reichen Familie. Handful ist schwarz und eine Sklavin, die mit ihrer Mutter im Haus der Familie von Sarah lebt und arbeitet. In diesem Buch begleiten wir Sarahs und Handfuls Leben in den Jahren von 1803 bis 1838. Beide Frauen verspüren die tiefe Sehnsucht in sich, etwas in der Gesellschaft zu verändern. Sarah stellt schon in ihrer Kindheit die Sklaverei in Frage und die mangelnden Rechte der Frauen. Und Handful träumt von einem Leben in Freiheit und lauscht den Geschichten ihrer mutigen Mutter, die sich immer wieder gegen ihr Leben als Sklavin aufbäumt. Die beiden Frauen verbindet eine Freundschaft, was zu dieser Zeit ein Verstoss gegen das Gesetz darstellte. Als sich ihre Wege trennen, bleibt eine Verbindung bestehen, beide haben das Leben der anderen beeinflusst und die Wege führen eines Tages wieder zusammen. Sue Monk Kidd lässt Sarah und Handful kapitelweise abwechselnd zu Wort kommen, ich mag diesen Erzählstil sehr, weil das Buch dadurch sehr lebendig wird. Leider habe ich erst in den Anmerkungen der Autorin am Ende des Buches festgestellt, dass große Teile des Romans der Wahrheit entsprechen und es Sarah und ihre Schwester Angelina Grimké tatsächlich gegeben hat. Sie haben für die Rechte der Frauen gekämpft und die Abschaffung der Sklaverei. Im Nachhinein hat dieser Aspekt das Buch für mich noch ein Stück lesenswerter gemacht.

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Vita

Sue Monk Kidds Debütroman »Die Bienenhüterin« avancierte vom Geheimtipp zum Bestseller. Der Roman wurde allein in den USA über sechs Millionen Mal verkauft, er wurde in sechsunddreißig Sprachen übersetzt. Millionen LeserInnen haben ihre berührenden Geschichten wie »Die Meerfrau« oder »Die Erfindung der Flügel« verschlungen. »Das Buch Ana« ist Sue Monk Kidds vierter Roman, der in den USA sofort auf der Bestsellerliste stand und von der Presse begeistert aufgenommen wurde. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in South Carolina.

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