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Robert Harris

Der zweite Schlaf

Roman

Taschenbuch
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Der Untergang der Welt, wie wir sie kannten – der neue große Roman von Robert Harris

England ist nach einer lange zurückliegenden Katastrophe in einem erbärmlichen Zustand. Der junge Priester Fairfax wird vom Bischof in ein Dorf entsandt, um dort die Beisetzung des mysteriös verstorbenen Pfarrers zu regeln. In der Umgebung finden sich besonders häufig jene verbotenen Artefakte aus vergangener Zeit – Münzen, Scherben, Plastikspielzeug –, die der Pfarrer akribisch gesammelt hat. Hat diese ketzerische Leidenschaft zu seinem Tod geführt?

Robert Harris’ erster Roman »Vaterland« war ein Ereignis. Seine Berühmtheit wuchs mit historischen Politthrillern wie »Pompeji« und seiner groß angelegten Cicero-Trilogie (»Imperium«, »Titan«, »Dictator«). Ob nun Antike oder jüngere Neuzeit (»Intrige«, »Konklave«, »München«) – auch wenn in seinen Büchern faktenfeste und erfundene Historie sich mischen, so muss man den vordergründigen Mantel nicht weit lüpfen, und die hintergründige Aktualität scheint auf. Robert Harris schreibt letztlich immer über das Hier und Jetzt.


ERSTMALS IM TASCHENBUCH
Aus dem Englischen von Wolfgang Müller
Originaltitel: The Second Sleep
Originalverlag: Heyne
Taschenbuch, Klappenbroschur, 432 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-453-42478-4
Erschienen am  14. December 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Rezensionen

Kunde der Vergangenheit

Von: wal.li

20.02.2022

Der junge Priester Fairfax wird in ein kleines Dort geschickt, um den ansässigen Geistlichen zu beerdigen. Der kam bei einem Sturz um, der durchaus verdächtig erscheint. Die lange Reise zu Pferd ist für Fairfax durchaus beschwerlich und das Pfarrhaus bietet nur wenig Komfort. Die Haushälterin des Pfarrers und deren Nicht halten das Gebäude in Ordnung, doch durch den Tod Laceys sehen sie einer ungewissen Zukunft entgegen. In dieser Situation überrascht es Fairfax außerordentlich, dass sein Vorgänger wohl verbotene Schriften in seinem Arbeitszimmer hortete. Neugierig blättert der junge Geistliche in den Büchern und diese erzählen von einer anderen Welt vor der Apokalypse. Wie ein historischer Roman liest sich diese Dystopie. Nach einem zerstörerischen Ereignis ist die Welt in eine Kirchenherrschaft mittelalterlichen Zuschnitts zurückgefallen. Das, was ehemals modern und selbstverständlich war, gilt als Ketzerei. Und die ist strafbar. Was hat der alte Pfarrer also getan? Oder hat er etwas gefunden? Manche Artefakte haben die Jahrhunderte überdauert und können in der Erde gefunden werden. Möglicherweise ist Lacey bei seinen Forschungen zu weit gegangen und hat dies mit seinem Leben bezahlt. Der junge idealistische Fairfax ist gefangen von seinen Entdeckungen. Er, der Waisenjunge, wurde von der Kirche aufgenommen und in deren Sinne erzogen. Das kann nicht falsch gewesen sein. Die Menschheit stirbt nicht aus nach der Katastrophe, aber viel von Wohlstand, Annehmlichkeiten und Kultur bleiben nicht. Durch die Bequemlichkeit des immer Verfügbaren, sind die meisten Menschen nicht wirklich überlebensfähig. Wie viele Kulturen vorher, ist auch die des Technik- und Wissenschaftszeitalters ausgestorben. Nur das einfache Leben ist geblieben und die Vorherrschaft der Kirche, die die Erinnerung und neue alte Entwicklungen blockiert. Nur wenige wie der alte Pfarrer stellen Nachforschungen an. In diese Szenerie kommt der junge Fairfax, der plötzlich alles hinterfragen muss und will. Seine Suche nach der Wahrheit ist sehr spannend beschrieben. Nachdem er allerdings ein gewisses Rätsel gelöst hat, ändert sich der Tenor des Buches und es gerät von der fesselnden Wahrheitssuche zu einer archäologischen Grabung. Auch die Auflösung kommt nachher etwas plötzlich und wird so stehen gelassen, ohne wirklich gelöst zu werden. Dennoch ist die Idee einer postapokalyptischen Welt, die wie ein Mittelalter scheint, sehr ansprechend zu lesen. 3,5 Sterne

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Der zweite Schlaf (Robert Harris)

Von: Poldi

11.12.2019

Der junge Priester Fairfax soll in einem Dorf das merkwürdige Ableben seines Kollegen aufklären, dessen Unfalltod ebenso ein heimtückischer Mord sein könnte. Bei seinen Untersuchungen findet er bald heraus, dass dieser sich mit unerlaubten Dingen aus der Vergangenheit beschäftigt. Besonders Gegenstände aus Plastik scheinen es ihm angetan zu haben. Fairfax weiß, dass er sich auf einem sehr schmalen Grat befindet, ist aber ebenso fasziniert von dieser längst vergangenen Zeit... Robert Harris war bislang vor allem für seine sehr gut recherchierten historischen Romane bekannt, hat für „Der zweite Schlaf“ aber den genau gegenteiligen Weg gewählt und die Handlung einige hundert Jahre in die Zukunft versetzt. Die Grundstimmung ist dabei äußerst dystopisch, der Untergang der modernen Zivilisation und die Rückkehr zu einer sehr rigiden Gesellschaftsform wissen den Leser gleich zu fesseln. War Harris bei seinen früheren Werken in das Korsett tatsächlicher Ereignisse und historischer Gegebenheiten eingeengt, konnte er sich hier in den Grundzügen frei entfalten und nutzt dies auch aus. Der Leser wird durch seine lebendigen, detaillierten Beschreibungen in die düstere Welt hineingezogen und erlebt dabei auch einen Blick auf die heutige Gesellschaft aus einer ganz anderen Perspektive. Ein großer Teil der Handlung konzentriert sich auf eben diese Aspekte, der eigentliche Kriminalroman tritt dabei häufig in den Hintergrund. Das macht auf mich zwar einen tempoarmen, aber immer noch sehr unterhaltsamen Eindruck. Zu lesen, wie sich Harris die Welt in einigen Jahrhunderten vorstellt, hat mich sehr überzeugt. Weniger gelungen fand ich hingegen das letzte Drittel des Romans, der in einem viel zu hohen Tempo und mit einigen Logiklücken versehen nicht die hohe Dichte des Szenarios halten kann. Die einzelnen Elemente kommen nicht so recht zur Geltung, ebenso wie die vorher so sorgsam aufgebauten Charaktere zu Statisten zu werden scheinen und völlig hinter das Konstrukt der Handlung zurücktreten. Das ist umso bedauerlicher, da auch die Stimmung deutlich nachlässt – bei mir als Leser wurden einfach andere Erwartungen geweckt, ich wollte eher tiefer in die Welt eintauchen, als ein so schnell wirkenden Ende präsentiert zu bekommen. Start und Mittelteil sind dem Autor wirklich sehr gelungen, ausgerechnet zum Finale scheint ihm aber die Luft auszugehen. Der Roman wirkt dann so, als hätte Harris die Geschichte noch schnell zum Ende bringen wollen, wobei noch einige lose Fäden übrig geblieben sind. Deswegen hat „Der zweite Schlaf“ eher zwiespältige Gefühle in mir geweckt, da der überwiegende Teil aber sehr lesenswert für mich war, bin ich insgesamt eher positiv gestimmt.

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Vita

Robert Harris wurde 1957 in Nottingham geboren und studierte in Cambridge. Seine Romane »Vaterland«, »Enigma«, »Aurora«, »Pompeji«, »Imperium«, »Ghost«, »Titan«, »Angst«, »Intrige«, »Dictator«, »Konklave«, »München« und zuletzt »Der zweite Schlaf« wurden allesamt internationale Bestseller. Seine Zusammenarbeit mit Roman Polański bei der Verfilmung von »Ghost« (»Der Ghostwriter«) brachte ihm den französischen »César« und den »Europäischen Filmpreis« für das beste Drehbuch ein. Die Verfilmung von »Intrige« – wiederum unter der Regie Polańskis – erhielt auf den Filmfestspielen in Venedig 2019 den großen Preis der Jury, den Silbernen Löwen. Robert Harris lebt mit seiner Familie in Berkshire.

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