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Isabella Hammad

Der Fremde aus Paris

Roman

TaschenbuchNEU
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Montpellier, zu Beginn des Ersten Weltkriegs: Als der junge Palästinenser Midhat von Bord eines Dampfers aus Alexandria geht, ist das für ihn der Aufbruch in eine strahlende Zukunft. Begierig wirft er sich in sein Medizinstudium, saugt die französische Kultur auf, verliebt sich in die emanzipierte Jeannette. Doch in den vom Krieg aufgeschreckten bürgerlichen Salons bleibt Midhat ein Fremder - und muss lernen, wie zerbrechlich alles ist: aus Freunden werden Feinde, aus Liebe wird Verrat. Er flüchtet sich in das exzessive Treiben in Paris und von dort zurück in die strenge väterliche Obhut nach Palästina. Aber auch aus seiner Heimat ist im Kampf um Unabhängigkeit mittlerweile ein Pulverfass geworden...

Virtuos erzählt Isabella Hammad vom Leben eines Grenzgängers und Wurzellosen. Der Roman einer Liebe zwischen den Kulturen und das Epos einer Zeitenwende – von klassischer Brillanz und unerhörter Aktualität.


Aus dem Englischen von Henning Ahrens
Originaltitel: The Parisian
Originalverlag: Luchterhand Literaturverlag
Taschenbuch, Klappenbroschur, 736 Seiten, 12,5 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-442-77155-4
Erschienen am  09. May 2022
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Rezensionen

Guter Roman

Von: deathdealer

25.02.2022

Kurz vor dem Ausbruch des 1. Weltkrieges kommt der Palästinenser Midhart nach Europa um Medizin zu studieren. In Marseille wird er von der Familie Molineu als Gast aufgenommen und lernt die europäische Lebensart kennen. Als nur noch Alte, Kinder und Frauen in der Stadt zurückbleiben beginnt zwischen dem Fremden und der Tochter Jeanette eine Liebesbeziehung. Diese endet abrupt als Midhart erfährt, dass er von seinem Gastgeber als Studienobjekt der „arabischen Weltsicht“ dient. Der junge Palästinenser verlässt die Familie und beginnt in Paris Philosophie zu studieren. Zahlreiche Frauenaffären und drei Jahre später verlässt er als Doktor Europa. Zurück in der Heimat überwirft er sich mit seinem Vater, der seien Lebenswandel in Europa missbilligt und muss sich eine Frau suchen. Er entscheidet sich für Fatima, mit der er vier Kinder haben wird. Immer wieder denkt er an Jeanette. Als Midhart nach 20 Jahren einen Brief von ihr entdeckt – den der Vater versteckte – bricht er zusammen.

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Ziemlich verwirrend - oder auch nicht?

Von: Romael

30.03.2021

Selten hat mich ein Buch so verwirrt wie dieses. So viele Beziehungen, so viele Namen und Familien. Aber zum Glück hat die Autorin dem Leser einen Leitfaden mit an die Hand gegeben. Penibel sind alle Protagonisten und Protagonistinnen inklusive ihrer Zugehörigkeit zu einer Familie, unterstützt mit Querverweisen, wer zu wem in Beziehung steht aufgeführt, was sich während des Lesens als sehr hilfreich erwies. Die Geschichte des jungen Arabers Midhat, der zum Studieren nach Paris kommt, zeigt deutlich die Unterschiede der verschiedenen Kulturen auf. Das Haus seines Gastgebers, einem Professor, verlässt er, weil er einige Äußerungen in wissenschaftlichen Gesprächen des Professors mit Kollegen, die ihn betreffen als rassistisch empfindet. Damit verlässt er auch seine große Liebe, die ihn nie mehr loslassen wird. Enttäuscht, verletzt, fast schon verbittert schließt er sich in Frankreich politischen Gruppierungen an. Als er kein Geld mehr hatte und nicht mehr unterstützt wurde, reist zurück nach Palästina, gründet eine Familie, nimmt am gesellschaftlichen und politischen Lben teil, aber dort ist und bleibt er "Der Fremde aus Paris". Für mich ungewöhnlich lange habe ich zum Lesen des Buches gebraucht und zwischendurch auch schon mal einige Tage nicht gelesen, damit ich dem Geschehen besser nachspüren konnte. Aber trotz allem und vielleicht gerade deswegen halte ich dieses Buch für sehr empfehlenswert, weil sich hier für mich eine total neue Welt auftat, sowohl was die Kultur, als auch die historische Darstellung betrifft.

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Vita

ISABELLA HAMMAD wuchs in London auf, lebt in London und New York. Ihr Debütroman »Der Fremde aus Paris« ist angelehnt an die Geschichte ihres eigenen Urgroßvaters. Der Roman wurde weltweit in 16 Länder verkauft und ist für den Observer eines der wichtigsten Debüts sowie für die New York Times einer der wichtigsten Romane 2019. Er wurde nominiert für den Walter Scott Prize for Historical Fiction sowie den Edward Stanford Fiction Award und ausgezeichnet mit dem Betty Trask Award.

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Henning Ahrens

Henning Ahrens, geb. 1964, lebt als Schriftsteller und Übersetzer in der niedersächsischen Provinz. Für seinen Lyrikband "Lieblied was kommt" (1998) erhielt er einen der Wolfgang-Weyrauch-Förderpreise beim Literarischen März 1999 sowie den Pro Litteris-Preis 1999 der Märkischen Kulturkonferenz und den Hebbel-Preis (2001). Er übersetzte u.a. J. C. Powys, Jonathan Safran Foer, Jonathan Coe und Hugo Hamilton. Zuletzt erschien sein Lyrikband "Kein Schlaf in Sicht" und der Roman "Tiertage".

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