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ARMUT

»Es gibt wohl kaum ein Buch, das aktueller, leidenschaftlicher und notwendiger ist als dieses.« J. K. Rowling

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Arm sein ist keine Schande – oder doch?

Über die »Unterschicht« wird dieser Tage mal wieder viel geredet. »Abgehängt«, »ausgegrenzt«, »chancenlos« sind die Stichworte der Debatte. Aber wie so oft kommen die Betroffenen dabei gar nicht selbst zu Wort. Der Rapper, Aktivist und Autor Darren McGarvey ist selbst in einem der berüchtigten Sozialbunker im Armenviertel von Glasgow aufgewachsen. Für ihn bedeutet Armut in erster Linie: Stress! Er dreht den Spieß um und schreibt sich vom Leib, was seit langem in ihm gärt: Ein wütendes und gleichzeitig erstaunlich hellsichtiges und leidenschaftliches Buch darüber, was es bedeutet, arm zu sein. Ein Buch, das den Blick auf unser Zusammenleben radikal verändert.


Aus dem Englischen von Klaus Berr
Originaltitel: Poverty Safari: Understanding the Anger of Britian's Underclass
Originalverlag: Luchterhand
Taschenbuch, Broschur, 320 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-442-77105-9
Erschienen am  10. Mai 2021
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Rezensionen

Eindrucksvoll, schonungslos und bemerkenswert ehrlich

Von: Rabiata

20.10.2019

Der Autor ist in einer armen Gegend Glasgows aufgewachsen, in prekären Verhältnissen. In seinem Vorwort zum Buch erläutert er den Aufbau des Buches und geht auf die Tragödie ein, die der Brand des Grenfell Towers vor wenigen Jahren darstellt. Er beschreibt in relativ kurzen Kapiteln die Realität der armen Bevölkerung Großbritanniens und gibt Vorschläge, wie man das Leben für alle Bewohner armer Stadtteile verbessern kann, ohne über ihre Köpfe hinweg zu entscheiden und sie bei der Planung mit einzubeziehen. Er umreißt die Entwicklung und Geschichte der Städteplanung ebenso, wie den wirtschaftlichen und sozialen Abstieg ärmerer Gebiete. McGarvey schreibt beeindruckend und offen über seine Erfahrungen als Teil der armen Bevölkerung Glasgows. Dabei versucht er auch zu vermitteln, wie missverstanden und fehlinterpretiert diese Gesellschaftsschicht ist und welche Probleme sich daraus ergeben können. Gut gemeinte Hilfe wird von den Armen oft als übergriffige Bevormundung gesehen und entsprechend darauf reagiert, was wiederum Gegenreaktionen der reicheren Bevölkerung auslöst oder ein schlechtes Image über die Menschen ärmerer Wohngebiete erzeugt. McGarvey nimmt kein Blatt vor den Mund und spricht viele Themen schonungslos und ehrlich an. Dazu mischt er seinen ganz persönlichen Werdegang und die Geschichte seiner Familie. Heraus kommt ein Buch, das dem Leser die Augen öffnet und Verständnis und Mitgefühl erzeugt. Er lässt auch andere Menschen zu Wort kommen, die sich in Hilfsorganisationen und Ämtern für ihn und andere einsetzen und kommentiert dieses aus seiner Sicht. Das Buch hat mich sehr beeindruckt und ich kann es nur empfehlen.

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Ein Statement, das einen durch seine Authentizität und Intensität sofort in den Bann schlägt.

Von: Silke Schröder, hallo-buch.de

17.09.2019

Darren McGarvey schreibt sich in “Armutssafari. Von der Wut der abgehängten Unterschicht” ein Statement von der Seele, das einen durch seine Authentizität und Intensität sofort in den Bann schlägt. Denn McGarvey, der selbst in schwierigen und, wie es so schön heißt, sozial schwachen Kreisen in einer Brennpunktsiedlung vor den Türen Glasgows aufgewachsen ist, weiß, wovon er spricht, wenn er von der “Unterschicht” oder den “Abgehängten” erzählt. In jedem seiner Kapitel beschäftigt er sich mit einem anderem Thema, wie wirklichkeitsfremdem Schulunterricht, alkoholisierten Eltern, jugendlicher Gewaltbereitschaft oder dem allgegenwärtigen Zwang zur Coolness. Und er erzählt es aus den eigenen Erfahrungen von Frust und Langeweile. Doch McGarvey war ein wenig anders als die anderen Jungs – er zog irgendwann Schlussfolgerungen aus dem eigenen Erleben und überlegte sich Perspektiven und Lösungsansätze. Obwohl er selbst kurz vor der Obdachlosigkeit stand und auf eine langjährige Drogenkarriere zurückblicken kann, schaffte er den Sprung zum Rapper, DJ und Radiomoderator. Dennoch ist sein Buch alles andere als eine autobiografische Erfolgsstory, sondern vielmehr eine sehr persönliche, kritische und auch politische Auseinandersetzung mit der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung Englands seit dem Beginn der neoliberalen Ära in den 1980er Jahren. Dabei setzt er sich, ähnlich wie Edouard Louis oder Didier Eribon in Frankreich, auch mit der politischen Linken auseinander, die sich nach seiner Einschätzung immer weiter von ihrer eigenen Klientel entfernt und wichtige Entwicklungen völlig verschlafen hat. “Armutssafari. Von der Wut der abgehängten Unterschicht” stand in Großbritannien lange Zeit in den Bestsellerlisten und wurde mit dem Orwell Prize 2018 ausgezeichnet.

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Vita

Darren McGarvey, auch bekannt unter seinem Künstlernamen »Loki«, ist Autor, Kolumnist und Rapper. Er wuchs in Pollock am südlichen Rand Glasgows auf. 2015 wurde er »Rapper-in-Residence« in einem Programm der schottischen Polizei zur Gewaltprävention. »Armut« ist sein erstes Buch, war auf Anhieb Sunday Times Top Ten Bestseller und wurde mit dem Orwell Prize 2018 ausgezeichnet.

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Klaus Berr

Klaus Berr, geb. 1957 in Schongau, Studium der Germanistik und Anglistik in München, einjähriger Aufenthalt in Wales als "Assistant Teacher", ist der Übersetzer von u.a. Lawrence Ferlinghetti, Tony Parsons, William Owen Roberts, Will Self.

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