Schneewittchen schläft

Das Mädchen sagt nur ein Wort: »Daddy«. Sie blickt Gabe von der Rückbank des Autos vor ihm an. Dann ist der fremde Wagen verschwunden und mit ihm Gabes fünfjährige Tochter Izzy. Er wird sie nie mehr wiedersehen. Drei Jahre später verbringt Gabe seine Tage und Nächte noch immer damit, die Autobahn abzufahren, besessen von der Hoffnung, sie zu finden. Auch Fran und ihre Tochter Alice sind unterwegs auf den Straßen Englands. Aber sie sind nicht auf der Suche, sie sind auf der Flucht. Denn Fran kennt die Wahrheit. Sie weiß, was damals mit Izzy geschah. Und was ihre Verfolger tun werden, wenn Alice und sie ihnen in die Hände fallen ...

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Sie schläft. Ein blasses Mädchen in einem weißen Zimmer.
Sie ist umstellt von Maschinen. Mechanische Wächter, die das schlafende Mädchen am Ufer der Lebenden halten und verhindern, dass es ins offene Wasser gezogen wird, den dunklen Ozean.
Das unausgesetzte Piepen und die mühsamen Atemgeräusche des Mädchens sind hier das einzige Wiegenlied. Früher einmal hat sie Musik geliebt, sang sogar selbst, spielte Instrumente. Alles empfand sie als Musik, Vögel, Bäume, das Meer.
In einer Ecke des Zimmers steht ein kleiner Flügel. Der Tastendeckel ist hochgeklappt, die Tasten sind staubbedeckt. Oben auf dem Flügel liegt eine große Muschel. Das rosa schimmernde Innere gleicht einem menschlichen Ohr.
Die Maschinen piepen und surren.
Die Muschel zittert leise.
Plötzlich ertönt ein hartes Cis.
Irgendwo anders fällt ein weiteres Mädchen.


MONTAG, 11. APRIL 2016
M1, FAHRTRICHTUNG NORDEN

Normalerweise mied Gabe Autobahnraststätten. Er fand sie deprimierend. Man sah dort immer nur Leute, die eigentlich ganz woanders sein wollten. Allein zwischen den diversen Fast-Food-Tempeln ein Münztelefon zu finden, dauerte seine Zeit. Er entdeckte schließlich eines, gut versteckt in der Nähe der Toiletten, und es war auch das einzige weit und breit. Kein Mensch benutzte heute noch Münztelefone. Außerdem brauchte man Kleingeld, das er erst suchen musste. Dass man auch
mit Karte bezahlen konnte, merkte er erst nach mehreren Minuten. Er schob seine Bankkarte in den Schlitz und rief zu Hause an. Jenny ging nie beim ersten Klingeln dran. Sie hatte ständig zu tun, so ein Kind war anstrengend. Jenny sagte, sie hätte gerne acht Hände. Auch so ein Wink mit dem Zaunpfahl. Warum war er nie da und half?
„Hallo?“
Eine Frauenstimme, aber nicht Jenny. Hatte er sich verwählt? Er rief nur selten zu Hause an, und wenn, dann mit dem Handy. Er kontrollierte die gewählte Nummer auf dem Display, aber es war eindeutig ihr Festnetzanschluss.
„Hallo?“, sagte die Frauenstimme abermals. „Spreche ich
mit Mr Forman?“
„Ja, Forman hier. Wer zum Teufel sind Sie?“
„Ich bin Detective Inspector Maddock.“
Die Kriminalpolizei? Bei ihm zu Hause? Eine Polizistin,
die bei ihm ans Telefon ging?
„Wo sind Sie, Mr Forman?“
„Ich? Auf der M1. Das heißt, auf der dortigen Raststätte.
Ich komme gerade von der Arbeit.“
Warum sagte er das? Es hörte sich an wie ein Schuldeingeständnis. Was es in gewisser Weise auch war. Er war schuld, an so vielem.
„Bitte kommen Sie umgehend nach Hause, Mr Forman.“
„Warum? Was ist passiert? Stimmt etwas nicht?“
Es folgte eine längere Pause. Lastendes Schweigen. Die Art von Stille, die so viel Unausgesprochenes enthielt. Wörter, die ein ganzes Leben zerstören konnten.
„Es geht um Ihre Frau … und Ihre Tochter.“

C.J. Tudor
© Bill Waters

Die Autorin: C.J. Tudor

C.J. Tudor wuchs in Nottingham auf, wo sie auch heute mit ihrem Lebensgefährten und ihrer Tochter lebt. Ihr erster Thriller »Der Kreidemann«, ebenfalls im Goldmann Verlag erschienen, sorgte international für Furore und wurde in 40 Länder verkauft. »Lieblingskind«, ihr zweiter Roman, stand wochenlang lang unter den Top Ten der SPIEGEL-Bestsellerliste.

Weitere Bücher der Autorin

Lieblingskind

Eines Nachts verschwand seine geliebte Annie. Aus ihrem eigenen Bett. Das ganze Dorf hat sie gesucht, überall. Alle haben das Schlimmste befürchtet. Und dann, wie durch ein Wunder, kehrte sie vierundzwanzig Stunden später zurück. Aber sie konnte – oder wollte – nicht sagen, was ihr zugestoßen war. Und auch er konnte es sich nicht erklären. Er wusste nur, dass sie nicht mehr dieselbe war. Nicht mehr seine Annie. Und er bekam Angst - mörderische Angst vor seiner eigenen kleinen Schwester ...

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Der Kreidemann

Niemals konnte Eddie den Tag des schrecklichen Unfalls vergessen. Damals begegnete der Zwölfjährige dem Kreidemann zum ersten Mal. Und der erzählte Eddie von den Zeichnungen – geheimen Botschaften, die außer Eddie und seinen Freunden niemand verstand. Erst hat es Spaß gemacht, aber dann führten die Kreidefiguren sie zu der ersten Toten. Dreißig Jahre später erhält Ed einen Brief, der die alten Wunden brutal aufreißt: Die Vergangenheit kehrt zurück, und der Kreidemann geht wieder um – rätselhaft, bedrohlich, unberechenbar.

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