Sie haben sich erfolgreich zum "Mein Buchentdecker"-Bereich angemeldet, aber Ihre Anmeldung noch nicht bestätigt. Bitte beachten Sie, dass der E-Mail-Versand bis zu 10 Minuten in Anspruch nehmen kann. Trotzdem keine E-Mail von uns erhalten? Klicken Sie hier, um sich erneut eine E-Mail zusenden zu lassen.

Rezensionen zu
Königsmörder

Robert Harris

(2)
(1)
(0)
(0)
(0)
€ 24,00 [D] inkl. MwSt. | € 24,70 [A] | CHF 32,90* (* empf. VK-Preis)

Darum geht es: König Karl I brachte sein Versuch die Kirchen gleichzuschalten sowie das Parlament auszuschalten den Tod ein. Die Menschen allerdings wollten nämlich sowohl das Parlament als auch ihre unterschiedlichen Visionen von christlichen Glauben behalten und beantworteten das Bestreben von Karl I mit einem Bürgerkrieg, der nicht nur den vorübergehenden Verlust der Monarchie einbrachte, sondern auch Karl I den Verlust seines Kopfes. Aber wie heißt es so schön: der König ist tot, lang lebe der König. Von 1649 bis 1660 übte sich England in Republik, aber ließ dann mit König Karl II die Monarchie wiederauferstehen und wieder wurde ein Stuart zum König gesalbt. Karl II kann den Tod seines Vaters nicht ganz stillschweigend hinnehmen und erlässt zwar ein Generalpardon, aber will zumindest die Unterzeichner des Todesurteils von Karl I zur Rechenschaft ziehen. Diese 59 sogenannten Königsmörder werden damit zu Gejagten. Viele von ihnen sind selbst schon verstorben aber Richard Nayler hat es sich zur Aufgabe gemacht jeden einzelnen der Königsmörder aufzuspüren. Ganz besonders hat er es auf Oberst Edward Whalley und seinen Schwiegersohn Oberst Wiliam Goffe abgesehen, denn Nayler hat mit ihnen noch eine alte Rechnung zu begleichen ... Fazit: Robert Harris, Meister der Erzählkunst, hat es mal wieder scheinbar mühelos geschafft mich in seine Geschichte zu saugen und mich viele Lesestunden in fremden Welten und fernen Zeiten verbringen zu lassen. Okay, ich muss vorneweg zugeben, dass ich die Romane von Robert Harris nicht ganz objektiv beurteilen kann, da ich ein riesengroßer Fan seiner Bücher bin und Harris könnte mir wahrscheinlich sogar seinen Einkaufszettel vorlegen, ich würde den Inhalt begeistert inhalieren ;) Trotzdem kann ich ohne Zweifel sagen das "Königsmörder" ein großartiger historischer Roman ist. Zum Lesen inspiriert hat mich zum großen Teil meine Liebe zur Outlander-Serie von Diana Gabbaldon, denn diese Serie lebt auch von dem geschichtlichen Hintergrund um Charles Edward Louis Philip Casimir Stuart, manchmal auch Bonnie Prince Charlie genannt, dem Urenkel von Karl I. Mich hat schon lange brennend interessiert, was denn vor dem Versuch von Charles Edward Louis Philip Casimir Stuart zu König Karl III oder auch King Charles III zu werden, in England und Schottland so los war und was dazu führte, dass Bonnie Prince Charlie kein rechtmäßiger Thronerbe war. "Königsmörder" hat mir so einiges davon erklärt und das auf eine unterhaltsame Weise, die sogar etwas von einen Kriminalroman hatte. Die Figuren sind allesamt so dargestellt, dass ich sie wirklich gut ins 17. Jahrhundert verorten konnte, aber trotzdem so nah an unserer Vorstellung von Persönlichkeit, dass sie nicht fremd waren. Richard Naylers Jagd auf Whalley und Goffe um der Gerechtigkeit genüge zu tun war alleine schon sehr spannend zu lesen, aber der Aspekt, dass Nayler auch einen persönlichen Rachefeldzug gegen die Beiden führt, machte die Sache noch spannender. Gefesselt haben mich hier ganz besonders die Beschreibungen des Lebens in den britischen Kolonien in Amerika des 17. Jahrhunderts. Sie waren total interessant und mancherorts gar nicht so weit weg vom Leben im 21. Jahrhundert. ;) Natürlich musste ich während der Lektüre immer wieder die historischen Fakten nachlesen und auch mit diesem Buch hat mich Harris nicht enttäuscht, er ist nicht nur ein Meister der Erzählkunst, sondern auch ein Meister der Recherche. Sämtliche Fakten habe ich auch so, wie er sie beschreibt, in Geschichtsbüchern gefunden. Harris hält sich an die Fakten und gibt den Menschen aus vergangenen Zeiten ein Gesicht und eine Stimme. Natürlich sind diese Gesichter oder diese Stimmen eine Interpretation der Fakten, aber auch der besten Faktenrecherche muss Leben eingehaucht werden damit daraus ein guter Roman entsteht. Ich bin auf jeden Fall richtig froh "Königsmörder" gelesen zu haben und habe nun einen ganz anderen Draht zum Untergang der Stuarts, obwohl die in "Königsmörder" gar keine große Rolle spielen ... aber ich habe die Zeit, den Zeitgeist, mehr erfasst.

Lesen Sie weiter

Die Geschichte spielt im Jahr 1660, zur Zeit der Restauration der Monarchie. Die Königsmörder, die das Todesurteil gegen Karl I. unterzeichnet hatten, sind auf der Flucht, nachdem sie des Hochverrats für schuldig befunden wurden. General Edward Whalley und Colonel William Goffe fliehen nach Amerika. Goffe ist der Schwiegersohn von Whalley und mit dessen Tochter verheiratet. Richard Nayler ist Sekretär des Königsmordkomitees des Geheimen Rates, ein Mann, dessen Frau nach seiner Verhaftung in den vorzeitigen Wehen starb. Nayler, verwitwet und kinderlos, nimmt Goffe seine in England zurückgelassene Frau und seine Kinder übel. Mit Karl II. auf dem Thron werden die für den Tod seines Vaters verantwortlichen Männer gejagt, und Nayler macht sich auf den Weg nach Amerika, um den Aufenthaltsort von Whalley und Goffe herauszufinden. Dieses Buch umfasst viele Jahrzehnte. Es zeigt, wie viele Menschen auf beiden Seiten des englischen Bürgerkriegs ihren Glauben verloren und für ihre Loyalität bezahlten. Royalisten, die von dem Karl II. unbeeindruckt waren, und Puritaner, die Oliver Cromwells Ernennung seines Sohnes zu seinem Nachfolger in Frage stellten. Dies ist die Geschichte einer Menschenjagd, die sich über ganz Europa und Amerika erstreckte und jahrzehntelang andauerte. Karl II. suchte Vergeltung und wollte all jene zur Strecke bringen, die das Todesurteil seines Vaters unterschrieben hatten. Nayler ist ein guter Charakter, ein Mann, der wenig zu verlieren hat und ein persönliches Interesse an der Jagd hat. Dennoch war dies für mich keine Fünf-Sterne-Lektüre. Ich war zwar interessiert, hatte aber das Gefühl, dass etwas fehlte. Vielleicht war es schwierig, die Spannung aufrechtzuerhalten, wenn sich die Geschichte so lange hinzog. Dennoch ist es ein interessanter Abschnitt der Geschichte und eine gute Lektüre.

Lesen Sie weiter

Das Autorenphänomen Robert Harris Auch bei „Königsmörder“ beweist der britische Autor und Journalist Robert Harris wieder einmal ein Gespür für die Geschichten hinter der Geschichte. Sein erzählerisches Talent formt nicht nur einen Roman, sondern agiert vielmehr als historische These: So hätte es gewesen sein können! Er schafft es uns lebendige, fühlende Menschen der Vergangenheit vor Augen zu projizieren. Und das, obwohl er uns in diesem Roman schon auf den ersten Seiten zu Verbündeten seiner Fiktion macht, in dem er uns offen erklärt, welche der vielen Figuren seiner Phantasie entstammt. Aber er flechtet diese Hauptperson so in die Geschichte ein, dass sie – selbst für den kenntnisreichen, historisch-bewanderten Leser – nicht mehr wegzudenken ist. Die historische Fiktion wird so perfekt! Schon nach wenigen Seiten, ja nach wenigen Zeilen, des Beginns der Geschichte, fängt alles an, vor unserem inneren Auge zu leben. Königsmörder! Edward Whalley und William Goffe sind auf der Flucht. Sie gehörten einst zu den Männern, die das Todesurteil des englischen Königs Charles I unterzeichneten. Nach der kurzen und radikalen Zeit des Lordprotektors Oliver Cromwells, kommt Charles II an die Macht – der Sohn des einstigen Königs. Er verzeiht allen per Gesetz, außer den Männern, die damals die Hinrichtung seines Vaters im wahrsten Sinne des Wortes besiegelten – die Siegel und Unterschrift unter das Urteil zur Enthauptung des Königs setzten. Diesen Männern droht nun selbst die Todesstrafe. Aber eine Form der Todesstrafe, die in ihrer Brutalität fast nicht zu übertreffen ist. Eine Jagd beginnt! Von einer Seite der Welt auf die andere! Eine Jagd von England nach Neuengland – in die jungen Kolonien. Mehr als eine Verfolgung Robert Harris erzählt mehr als nur eine spannende historische Verfolgungsjagd des 17. Jahrhunderts. Es geht um Glauben an etwas, an Personen oder Religion, um das Fehlschlagen einer Demokratie, die durch Radikale zerstört wird. Es geht aber auch um Wut und Rache zwischen einzelnen Personen und ganzen Gesellschaftsteilen – um die Zerrissenheit eines Landes. Oder etwas, was ein Land sein soll und doch so verschieden ist. Wir erhalten eine spannende Geschichte und tiefe Einblicke in ein gespaltenes und nicht endgültig befriedetes Land. Oft haben wir nicht das Gefühl die Zerrissenheit Englands im 17. Jhrh. zu hören - nein, das erinnert sehr an die Gegenwart – sei es in England oder den USA. Selbst die Mächtigen vermögen nicht das Land – die Herzen der Bevölkerung – zu regieren. Die Gräben sind zu tief. Und eine zufriedenstellende Lösung für die ganze Bevölkerung ist nicht in Sicht. Denn auf der anderen Seite der Königsmörder steht Richard Nayler, der neben dem Auftrag des Königs noch seinen ganz persönlichen Antrieb - seine ganz persönlichen Motive - hat, die einstiegen Verschwörer und protestantischen Fanatiker zu suchen, zu finden und ihnen möglichst den Tod zu bringen. Robert Harris überzeugt! Ich bin der festen Überzeugung, dass Robert Harris in der Retrospektive auf die Literatur unserer Zeit als einer der wichtigsten Autoren eingehen wird, denn niemand beherrscht es so gut und geschickt, mit der Aufarbeitung historischer Stoffe, die aktuellen Themen unsere Zeit, zu kommentieren. Kein Thema in Harris Romanen ist zufällig zum Zeitpunkt der Veröffentlichung gewählt. Harris weist uns über historische Achsen auf Strukturen hin – gibt andere Perspektiven als die gewohnten. Das macht diese Romane genial, einzigartig und auch schon wieder zeitlos. Nur sehr wenigen Autoren gelingt dies in dem weit überreizten und überfrachteten Genre der historischen Romane. Zumeist bleiben die meisten intellektuell auf Kitsch und Tiefstand und zeigen sich als schlecht recherchiert. Harris Romane sind da - wie auch in diesem Werk wieder bewiesen wird - von einem anderen Stern, Over-the-top! Auch diese Geschichte ist wieder akribisch recherchiert - so akribisch als wäre es ein Sachbuch zum Thema. Was auch wieder der Quellenteil zum Ende des Buches beweist! Robert Harris hat wieder einmal sein Niveau gehalten - uns ein großes und wichtiges Werk beschehrt.

Lesen Sie weiter

Wir stellen nicht sicher, dass Rezensent*innen, welche unsere Produkte auf dieser Website bewerten, unsere Produkte auch tatsächlich gekauft/gelesen haben.