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Rezensionen zu
Richter morden besser

Thorsten Schleif

Die Siggi Buckmann-Reihe (1)

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„Richter morden besser“ ist der erste Roman von Thorsten Schleif und es sieht so aus, als ob dieses Debüt der Auftakt einer Reihe um den Amtsrichter Siggi Buckmann sei. Buckmann befasst sich mit langweiligen alltäglichen Fällen, sein Berufsleben verläuft in ruhigen Bahnen, das Karriereende ist erreicht, weil er Vorgesetzten zu unbequem und ein Dorn im Auge ist. Er spricht seine Urteile, er weiß, wie die Dinge laufen und hat sich damit arrangiert, mit einer gehörigen Portion Sarkasmus und schwarzem Humor. Den bekommen vor allem nervige Kollegen, unfähige Vorgesetze und das gesamte System ab, denn im Justizapparat fehlt es an allen Ecken und Enden an Mitteln und es geht nicht immer gerecht zu: Es wird gekungelt und so bleibt die Gerechtigkeit so manches Mal auf der Strecke. Dies passiert auch im Fall des Junkies Fredi, der durch einen Schicksalsschlag abgerutscht, obdachlos und drogensüchtig geworden ist. Buckmann kannte Fredi und ist betroffen, er glaubt nicht an die vermeintliche Todesursache „Überdosis“, sondern veranlasst, dass in dem Fall ermittelt wird. Doch irgendwie scheint nicht gewollt zu sein, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Selbst der Justizminister des Bundeslandes schaltet sich ein, denn ein alter Studienkollege verteidigt den Hauptverdächtigen und die heimlichen Verbindungen hinter den Kulissen funktionieren – man kennt sich halt. Darum muss Siggi Buckmann zu eigenen Methoden greifen, er kennt das Rechtssystem sowie die Verwaltungsstrukturen und weiß, was er wie machen muss, um letztendlich doch noch den Tod von Fredi zu sühnen. Thorsten Schleif ist selbst Richter und hat bereits 2019 mit seinem Buch „Urteil: ungerecht: Ein Richter deckt auf, warum unsere Justiz versagt“, die Zustände an deutschen Gerichten äußerst medienwirksam kritisiert. Auch in „Richter morden besser“ bekommt der Alltag an deutschen Gerichten sein Fett weg. Die geschilderten, aber sicher manchmal überzeichneten Zustände sind traurig und dem Leser bleibt so manches Mal das Lachen im Halse stecken. Schleif schreibt flüssig und wunderbar humorvoll, so dass es großen Spaß macht, die Geschichte zu lesen. Seine Figuren skizziert er mit wenigen treffenden Worten so gut, dass man sofort ein Bild vor Augen hat. Seine Sprache ist variantenreich, voller Humor, aber auch sehr präzise, wo es sein muss: Juristische Winkelzüge werden für Laien ganz nebenbei verständlich erklärt. Dieses Buch ist anders, sprachlich mit Witz geschrieben und trotzdem mit nötigem Tiefgang, so dass es nicht in den Klamauk abrutscht. Eine feine Balance, die beim Lesen gleichzeitig köstlich amüsiert und nachdenklich macht. Mit diesem sarkastischen Kriminalroman wird der Leser nicht nur sehr gut unterhalten, durch das gewählte Genre und das Insiderwissen ist es ziemlich einzigartig. Ein sehr gelungenes Debüt, bei dem man nur auf Fortsetzung in dieser Qualität hoffen kann.

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Klappentext: Als junger Student träumte Siggi Buckmann davon, die Welt ein Stück gerechter zu machen. Als alter Hase im Richteramt schiebt er nur noch Dienst nach Vorschrift. In den Behörden regiert die Bürokratie, und sämtliche Urteile, die Siggi fällt, werden in Berufungsverfahren wieder aufgehoben. Wozu sich also Mühe machen? Doch als ein Obdachloser ums Leben kommt, ohne dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden, beginnt Siggi, die Dinge anders zu betrachten. Vielleicht ist die Arbeit im Justizapparat ja doch zu etwas gut. Schließlich weiß er inzwischen sehr genau, wie man mit einem Verbrechen davonkommt ... Meinung: Zunächst einmal zum Sprecher. Simon Jäger hat mal wieder einen super Job gemacht. Seine Stimme ist sehr angenehm und er kann einfach jede Figur verkörpern. Die Tatsache, dass er dieses Hörbuch liest, war auch ein Hauptentscheidungsgrund, weshalb ich mich für dieses Hörbuch entschieden habe. Doch nun zum Hörbuch selbst. Unter dem Titel „Richter morden besser“ habe ich erwartet, dass der Richter selbst jemanden umbringt. Dies ist jedoch nicht der Fall. Ansonsten ist die Geschichte sehr spannend und man erfährt viel über das Justizsystem Deutschlands. Des Weiteren konnte ich der Geschichte nicht immer folgen. Ich konnte demnach manche Entscheidungen und Ereignisse nicht völlig nachvollziehen.

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Legt man sich mit den Falschen an…

Von: Saskia M aus Twist

11.07.2022

Meine Meinung zu „Richter morden besser“ von Thorsten Schleif ist etwas zwiegespalten. Im ersten Teil des Buches erhält die Leserschaft erste Einblicke in den Alltag eines Richters am Amtsgericht und die heimlichen Verbindungen hinter den Kulissen - „Man kennt sich halt.“. Anhand des Todes eines altbekannten Junkies wird verdeutlicht wie so mancher Fall sich im Laufe der Ermittlungen entwickelt. Man liest die erste Faser des Fadens auf, hangelt sich daran immer weiter und aus vielen Fasern und daraus entstehenden Fäden wird am Ende ein zusammenhängendes Konstrukt. Im weiteren Verlauf des Lesens erhält man mehr Background-Infos zum Verdächtigen, über seine Machenschaften und die Versuche seiner Einflussnahme. Anfangs finde ich „Richter morden besser“ gut aufgebaut und spannend geschrieben. Zum Ende hin, aber rapide schlechter werdend. Dies liegt zum einen an den sehr ausführlichen und meiner Meinung nach gut geschriebenen ersten beiden Teilen, der dritte Teil ist einfach zu kurz und irgendwie stumpf geschrieben; so als ob man einfach nur schnell fertig werden wollte. Und zum anderen liegt es an den sehr irritierenden Gesprächen mit seiner Katze und wohl an meinem fachlichen Justizvollzugswissen; denn da hat der Autor augenscheinlich doch recht schlecht recherchiert. Zudem ist zum Ende hin ein zeitlicher Logikfehler in den Kapiteln 53 und 56 (möchte nicht Spoilern, daher verzichte ich hier auf die konkrete Benennung.) Das Cover ist meiner Meinung nach nicht optimal gewählt und ob der Titel jetzt die richtige Wahl war, lass ich mal dahingestellt. Legt man also nicht zu viel Wert auf logische Fakten ist es ein recht unterhaltsamer Roman (zumindest in den ersten beiden Teilen), der nur leider am Ende etwas zu kurz geraten ist.

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