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Rezensionen zu
Ein Kosmos der Schrift

Hanns-Josef Ortheil, Imma Klemm

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Ob es noch jemanden gibt, der im Leben so viel geschrieben hat, wie Hanns-Josef Ortheil? [Werbung/Rezensionsexemplar] 70 Bücher in 70 Lebensjahren - und vermutlich könnten doppelt so viele veröffentlicht werden, denn Material gibt es genug. Ortheil ist für mich ein Phänomen. Als Kind hat er nicht gesprochen. Seine Mutter hatte das Sprechen aufgegeben, nachdem sie drei Söhne verloren hat. Hanns-Josef war der vierte Sohn. Der einzig lebende. Eine Tragödie, ein Trauma, mit dem er aufwächst. Ortheil wuchs in Köln auf, die Familie verbrachte viel Zeit im Westerwald. Er lernte als kleines Kind Klavierspielen - und er schrieb. Kleine Chroniken, jeden Tag. Als er in die Schule kam und immer noch nicht sprach, fand er keinen Zugang zu den anderen Kindern und lief jeden Tag von der Schule weg. Sein Vater nahm ihn mit in den Westerwald. Über das Schreiben führte er ihn zur Sprache. Hanns-Josef lernte Sprechen. Auch die Mutter fand ihre Sprache wieder. Ortheil machte sein ganzes Leben damit weiter, was er als kleines Kind begonnen hatte: Er schrieb. Bis heute. Der Autor ist 1951 geboren und erzählt in einem dreitägigen Interview, das als "Ein Kosmos der Schrift" 2021 im @btb_verlag erschienen ist, über all seine 70 Werke, die Entstehung und die Hintergründe. Mit seinem Lektor spricht er über 70 Lebensjahre, gemeinsam gehen sie der Frage nach wie er zu dem Schriftsteller geworden ist, der er ist. Herausgekommen ist ein sehr spannendes, kurzweiliges Gespräch über die Autobiografie seines Schreibens von der Kindheit bis heute. Eine Leseempfehlung für alle Ortheil-Fans und -Kritiker. #buchempfehlung #buchrezension #hannsjosefortheil #einkosmosderschrift #rezensionsexemplar @penguinrandomhouse

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Faszinierend

Von: Rabiata

24.03.2022

Ich hatte bisher nur zwei Bücher von Hanns-Josef Ortheil gelesen (Die Mittelmeerreise / Der Typ ist da). Das Cover des vorliegenden Buches und der zugehörige Titel haben mich sehr angesprochen und dazu verlockt, ein Rezensionsexemplar anzufragen. Obwohl das Buch bereits im Oktober erschienen ist, konnte ich noch ein Exemplar erhalten, worüber ich mich sehr gefreut habe. Das Buch ist in zwei Abschnitte geteilt. Etwa 2/3 werden von dem Gespräch zwischen Ortheil und seinem langjährigen Lektor Siblewski eingenommen. Danach sind alle Werke aufgelistet und das letzte Drittel sind Fragebögen, die langjährigen Begleiter und Weggefährten Ortheils erklärt haben. Ich habe mich allerdings hauptsächlich auf den ersten Teil konzentriert und die Fragebögen eher überflogen, wobei auch da einige interessante Fragen und Antworten ihren Platz finden. Das Gespräch zwischen Autor und Lektor verläuft chronologisch am Leben und Schaffen Ortheils, wobei der Autor hin und wieder kleine Anekdoten einfließen lässt, was keineswegs vom Thema ablenkt, sondern eine Auflockerung und Erweiterung darstellt. FAZIT Wer sich mit dem Werden des Autors beschäftigen will, sollte zu diesem Buch greifen. Es ist sehr gut lesbar und behandelt rund um das Werk des Autors verschiedener Themen.

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REZENSION - Mehr als 70 Werke hat der deutsche Schriftsteller Hanns-Josef Ortheil seit 1979 schon veröffentlicht – historische und autobiografische Romane, Erzählungen, Essay-Bände, Gedichte, Biografien, Sachbücher und sogar Libretti. Nichts von alledem ist das im Oktober beim btb-Verlag aus Anlass seines 70. Geburtstags erschienene Buch „Ein Kosmos der Schrift“: Im ersten Teil ist es die Niederschrift eines dreitägigen Gesprächs mit seinem Luchterhand-Lektor Klaus Siblewski. Darin erläutert Ortheil sehr detailliert die wichtigsten biografischen Hintergründe seines literarischen Werdeganges und analysiert die verschiedenen Entwicklungsstufen seines Schreibens von den Anfängen in der Kindheit bis heute. Im zweiten Teil geben 36 Weggefährten mit ihren Antworten auf 20 Fragen zu Ortheils „Treiben und Schreiben“ Einblick in ihr persönliches Verhältnis zum vielfach ausgezeichneten Bestseller-Autor, dessen so verschiedenartige Werke in über 20 Sprachen übersetzt wurden, und zum Professor für Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim. „Ich hielt [mein Schreiben] immer für sehr individuell, es war schließlich aus sehr eigenen Voraussetzungen entstanden“, sagt Ortheil in diesem auf 240 Seiten festgehaltenen Gespräch. Damit meint er die ungewöhnliche Tatsache, dass seine Bücher fast ausnahmslos konkrete autobiografische Momente enthalten oder seine Charaktere seiner eigenen Persönlichkeit ähneln – wie „Im Licht der Lagune“ (1999), damals noch ohne sich selbst zu erkennen zu geben: „Im Zentrum steht ein stummer junger Mann … Er besitzt eine besondere Gabe, denn er ist ein exzellenter Beobachter.“ Auch der 1951 in Köln geborene Ortheil lebte anfangs tagsüber als stummes Kind allein mit seiner nach vier verlorenen Söhnen sprachlos gewordenen Mutter. Er steht still am Erkerfenster der Etagenwohnung und schaut hinab auf Straße und Spielplatz. Das Kind beobachtet die Szenerie und hält schon bald seine Eindrücke in kurzen Notizen fest, denn schon bevor er später dank der Hilfe seines als Geodät bei der Bahn beschäftigten Vaters endlich zu sprechen lernt, konnte er bereits schreiben. Es war die einzige Möglichkeit der Kommunikation mit der stummen Mutter. Mit ersten Schreibversuchen wurde schon in Kinder- und Jugendjahren die Basis für ein späteres Schriftsteller-Leben gelegt. Diese gewiss nicht leichten, aber für Ortheil keineswegs bedrückenden Kinder- und Jugendjahre beschreibt er erst viele Jahre nach dem Tod beider Eltern in seinem 2009 erschienenen Bestseller „Die Erfindung des Lebens“. Warum erst 40 Jahre nach seinem ersten Romandebüt „Fermer“? Ortheil erklärt sich diese Verspätung so: „Ich muss keine Rücksicht nehmen. Meine Mutter und mein Vater greifen in mein Schreiben nicht mehr ein. Ich bin frei, meine eigene Geschichte zu erzählen.“ Diese eigene Geschichte setzte er dann in „Der Stift und das Papier“ (2015) sowie „Wie ich Klavierspielen lernte“ (2019) fort. Auch seine in Jugendjahren verfassten Erzählungen, die Ortheil „nur für mich“ oder zum Vorlesen im engen Familienkreis geschrieben hatte, konnte oder wollte er aus demselben Grund erst jetzt einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen. So erschienen ab 2010 seine schon in Jugendzeiten entstandenen Reisetexte „Die Moselreise“ (2010), „Die Berlinreise“ (2014) und „Die Mittelmeerreise“ (2018). Auch in diesen Büchern über gemeinsame Reisen mit dem verständnisvollen Vater zeigt sich Ortheil als der genaue Beobachter, der aus kleinsten, fast unbedeutend erscheinenden Szenen interessante Geschichten schreiben kann. Eben darin erweist sich Ortheil zweifellos als Meister seines Fachs. Zugegeben, ich bin seit seinem Roman „Die Erfindung des Lebens“, den ich allen als Einstieg in die Lektüre Ortheil'scher Bücher empfehle, ein überzeugter Ortheil-Fan und habe seitdem fast alle späteren, auch wenige ältere seiner Bücher immer mit Freude gelesen. Unbestritten gibt es Bücherfreunde, die sich mit Ortheils Art zu schreiben nicht anfreunden können. Gerade solchen Kritikern und auch allen, die noch kein Ortheil-Buch kennen, empfehle ich „Ein Kosmos der Schrift“, erfährt man darin doch viel Hintergründiges zum besseren Verständnis seiner Texte. Vielleicht mag mancher Kritiker dann Umdenken. Für eingefleischte Ortheil-Fans ist „Ein Kosmos der Schrift“ ohnehin unverzichtbar!

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