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Rezensionen zu
Von der Pflicht

Richard David Precht

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Das schlechteste Buch von Precht

Von: Walter Schaffer aus Leutkirch

16.05.2021

Als langjähriger Precht-Fan bin ich von seinem neuen Buch furchtbar enttäuscht. Er wiederholt mainstream-Medienberichte, schmückt diese mit den Zitaten von alten - und neueren - Philosophen und kommt letztlich zu Schlußfolgerungen, welche logische Folge wohl nur ihm erschlossen bleibt. Kein Wort des Zweifels und der Verantwortung der Verantwortlichen in dieser Zeit der "Pflicht". Sehr, sehr Schade darum und es bleibt die Hoffnung, dass Precht die Stärke beweist hier seine Darstellung besser und wissender zu durchleuchten und zu revidieren.

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"Die Aufforderung, als Staatsbürger seinen Pflichten nachzukommen, wird mit Faschismus und Diktatur gleichgesetzt." Richard David Precht zeigt anhand der Corona-Pandemie, dass nicht nur der Staat Rechte und Pflichtenuns gegenüber hat. Auch wir haben Pflichten, die dem Staat - heute also dem Allgemeinwohl - zugute kommen. Wie sehr dieses Pflichtgefühl in den letzten Jahrhzehnten allerdings abgenommen hat verdeutlicht sich in der Pandemie. Querdenker-Demos, Vorwürfe der Diktatur und Freiheitsberaubung und Empörung ohne Gleichen. Diese Dinge prägen die Medien, auch wenn nur ein geringer Teil der Bevölkerung solche Denkweisen pflegt und zeigt. Precht erläutert, warum es wichtig ist, dass der Staat beispielsweise das Freiheitsrecht einschränkt: "Geraten Grundrechte miteinander in Konflikt, wie zum Beispiel in der Pandemie das Recht auf Leben und das Recht auf Freiheit, so darf - nein muss! - der Staat abwägen, welches der beiden Grundrechte er im Konfliktfall höher bewertet, um es wirkungsvoll zu schützen." Während Precht diese Abwägung rechtfertigt, kritisiert er aber auch viele Punkte. Das sind zum einen die "weitreichenden Maßnahmen" und Verantwortlichkeit "für den Schutz menschlichen Lebens" in der Pandemie. Während Epidemiologen wie nie zuvor im Fokus der Medien und Beratung stehen, wird auf Wissenschaftler des Klimawandels weiterhin kaum gehört. Zurecht fragt Precht daher, warum bei "ebenfalls kollektiv bedrohlichen Risiken" keine solche Maßnahmen ergriffen werden? Zum anderen bringt er Vorschläge wie seinen Vorschlag zur Einführung von zwei sozialen Jahren unter. Eines nach der Schule und eines vor Rentenbeginn. So würden soziale Berufe möglicherweise attraktiver, auf jeden Fall aber ein Eindruck bei den Menschen erweckt und den Branchen mit viel Unterstützung geholfen. Die Abschaffung von Wehrpflicht und Zivildienst sieht er weiterhin kritisch. Denn: Menschen, die in der Pflege, in Krankenhäusern, bei Ärzten usw. arbeiten, finden sich wahrscheinlich selten auf Querdenker-Demos. "Grundrechte können nur dann ausgelebt werden, wenn der Staat das Seine dafür tut, ein solches Ausleben auch zu ermöglichen." Spannende Gedankengänge, logische Argumentationen und lösungsorientierte Vorschläge prägen Richard David Prechts "Von der Pflicht". Während der Staat den Rahmen für ein Leben mit gesundheitlicher, finanzieller und rechtlicher Sicherheit bietet, fordert er auch einige Pflichten von seinen Bürgern. Diese Pflicht ruft Precht sehr deutlich ins Bewusstsein. Ohne belehrend zu wirken bewirkt das Buch eine Reflexion seiner eigenen Denkweise. Vieles spricht er auch in den omnipräsenten Medienauftritten an. Die Ausführungen im Buch ersetzen diese Einblicke allerdings nicht. Eine Empfehlung für die Zeit während und nach der Pandemie!

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Es gibt mit Sicherheit reißerische Titel für ein Buch über aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen; es ist geradezu provozierend "altmodisch" gewählt. Gerade deshalb bietet er eine gute Entscheidungsgrundlage hinsichtlich der Beschäftigung mit diesem Buch. Wie seit vielen Jahren gewohnt darf sich der Medien-Star unter deutschen Philosophen auch bei diesem Statement der Aufmerksamkeit und des Verkaufserfolges sicher sein. Er braucht daher weder hinsichtlich der Vermarktung noch in Bezug auf den Inhalt große Kompromisse einzugehen. Genau das strahlt diese Publikation auch aus. Die Covid-Pandemie ist der zentrale Ausgangspunkt für die Betrachtungen über das Verhältnis von Rechten und Pflichten zwischen den beiden "Vertragspartnern" Bürger und Staat. PRECHT analysiert mit scharfem Blick die Gemengelage zwischen staatlicher Vorsorge und Diktatur-Panik. Vieles davon wurde im Laufe des letzten Jahres schon geschrieben und gesagt, doch der Autor fokussiert auf diesen einen Aspekt: Was darf oder muss der Staat tun und was kann oder muss der Einzelne erwarten, erdulden bzw. beitragen. Leicht fällt PRECHT dann der Übergang von dem konkreten Pandemie-Geschehen zu einer umfassenden Analyse der zeitgeschichtlichen Trends, die - so einer seiner Grundthesen - aus dem autoritätshörigen Untertan eine Art "Kunden" gemacht hat, der den Staat als einen Dienstleister betrachtet, dem gegenüber er keinerlei Verpflichtungen spürt bzw. akzeptiert. PRECHT wäre nicht PRECHT, wenn seine Durchdringung der Thematik nicht eine Zusammenschau von historischen, wirtschaftlichen, juristischen und philosophischen Aspekten böte. Dabei bleibt er durchaus nicht auf der gefälligen und leicht verdaulichen Oberfläche; er mutet seinen Leser/innen vielmehr einigen Tiefgang zu. Immer wieder lauern in dem Text pointierte Formulierungen, denen Gewicht und Erkenntnisinhalt man sich erst durch kurzes Innehalten bewusst machen muss; bei einem kurzen Querlesen (oder -hören) würde solche Köstlichkeiten verloren gehen. Die meisten Käufer/innen dieses Buches werden soweit vorinformiert sein, dass Sie schon vorher wissen, was PRECHT am Ende vorschlägt. Seine Idee, durch zwei "Pflichtjahre" (nach Ausbildung bzw. beim Renteneintritt) das Verhältnis von staatsbürgerlichen Rechten und Pflichten wieder auf eine gedeihlichere Grundlage zu stellen, trägt er nicht zum ersten Mal vor. Aber er legt nach: Nicht nur durch die vorangehende Analyse der Ausgangslage (s.o.), sondern auch durch eine konkretere Ausgestaltung dieses "Dienstes am Gemeinwohl" und eine ausführliche Auseinandersetzung mit möglichen Kritikpunkten bzw. Einwänden. Er argumentiert dabei weder besserwisserisch noch ideologisch - und lädt die Gegner seines Modells ausdrücklich ein, sich Gedanken über eine "bessere" Alternative zu machen. Wer sollte dieses Buch lesen (hören) und wem reicht vielleicht die Quintessenz aus Rezensionen, YouTube-Beiträgen und Talkshow-Auftritten? Ich schlage zwei Kriterien vor: Wie groß ist das Interesse an einer vertiefenden und eingebetteten Betrachtung gesellschaftlicher Entwicklungen? Welches Vergnügen empfindet man dabei, knackige und originelle Formulierungen serviert zu bekommen - selbst wenn die Inhalte nicht völlig neu sein sollten? Das Hörbuch wird vom Autor selbst vorgelesen. Das ist angenehm und hat keinen Nachteil gegenüber einer Produktion mit einem professionellen Sprecher. Da PRECHT seinen Text - vielleicht weil er ihn so gut kennt - recht schnell liest, empfehle ich eine leichte Reduzierung der Wiedergabegeschwindigkeit (auf ca. 80-95%). Das hat dann auch den Vorteil, dass man nicht schon nach 03:06 Stunden durch ist...

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Von: Ch.Gerth aus Haltern am see

28.03.2021

1. .In ein Spitzen-Steuer- und Abgabenland wie die BRD passt nicht eine staatliche unentgeltliche Verpflichtung zum Ehrenamt, ob in der Jugend oder im Alter- ist Systembruch und Widerspruch in sich selbst. ---No chance, Herr Precht!! 2. Ehrenamt und Pflicht haben nichts miteinander zu tun! Pflicht ist korreliert mit "Verpflichtung", s. z.B. auch den Begriff "Pflichtenheft" in den technischen Ausführungsvereinbarungen. In der seit 1945 geltenden durch die USA implementierten Wirtschafts- und Sozialordnung wird alles durch die Währung "Geld" geregelt ohne Entgelt keine Leistung. Für "Pflicht" gab es vorher (z.B. in Preußen) kein Geld, sondern ideellen Ausgleich wie Anerkennung, Einfluß und lokale Macht; Beispiel der schlecht besoldete preußische Beamte mit großen Entbehrungen (permanente Versetzung an andere Dienstorte), aber erheblicher lokaler Macht als Vertreter des Königs - zur Unterbindung von lokaler Klüngel- und Vetternwirtschaft). 3. Die Güter einer Wirtschaft sind kein Kuchen (ewiger linker Denkfehler!), den es gerecht zu verteilen gilt! Der Bahnfahrer mit dem günstigen, voraus georderten Ticket verzichtet auf sein Auto und nimmt die nicht zuverlässige Bahn im voraus in Anspruch, mit dem Risiko keiner Umbuchungsmöglickeit, da er für den Standardpreis nicht aufs Auto verzichten würde. Er nimmt also nichts weg zu Lasten der Normalpreisfahrer, sondern führt für die Bahn zu zusätzlicher Auslastung und Erträgen und Erwirtschaftung von zumindest Deckungsbeiträgen!

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