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Rezensionen zu
Da wo sonst das Gehirn ist

Sebastian Stuertz

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€ 22,00 [D] inkl. MwSt. | € 22,70 [A] | CHF 30,50* (* empf. VK-Preis)

Manchmal ist diese Sache mit dem Leben und dem Erwachsenwerden ganz schön anstrengend! Alina absolviert ihr letztes Schuljahr: Neue Schule, neue Mitschüler*innen, neue Herausforderungen! Aber auch neue Möglichkeiten, denn die künstlerisch ausgerichtete Oberstufe bietet ihr die Option, ihre beim Praktikum konzipierte App auszuarbeiten und in der Klasse zu testen. Ein Social-Media-Experiment mit anonymem Gruppenchat! Das verspricht viel Zündstoff! Und den gibt es auch privat, denn Mutter Ulli hat sich gleich umgehend mit Urs, dem Vater von Klassen-Streber Corvin Carstensen, „angefreundet“. Und da ein Unglück selten alleine daherkommt, sitzt das Mutter-Tochter-Gespann plötzlich auf der Straße... Wer nimmt sie auf? Natürlich der joviale Urs, so dass Alina und Corvin auf einmal zu Fast-Halbgeschwistern wider Willen werden. Und was bringen Corvins Schwester Nina, ihres Zeichens Influencer-Sternchen, Alinas Love Interest Malte und das seltsame Treiben einer zusätzlichen Identität im Klassen-Chat noch an Chaos mit sich? „Als Hanuta den Wagen in der Einfahrt der Cotzensens parkt und sie alle rausspringen, wabert der Boden wie Seegras und die Lampen am Rand der Einfahrt versprühen Glitternebel, und Alina denkt, scheiße, ist das jetzt das Ende des Romans?“ (S. 315) Was zunächst als so richtig klassischer, wahnsinnig gut gemachter Coming-of-Age-Roman daherkommt, nimmt ab der Hälfte noch einmal richtig an Fahrt auf! Da wird „Da wo sonst das Gehirn ist“ nämlich noch ein Digitalthriller erster Güte, der in Form einer Sozialstudie einen kritische Blick auf die heutige Gesellschaft in all ihrer spektralen Vielfalt wirft, auf die Abgründe, die sich hinter verschlossenen Haustüren auftun... Auf spektakuläre Weise nimmt Sebastian Stuertz seine Leser*innen mit in den Kopf seiner Teenie-Protagonistin Alina. Die strahlt all das aus, was die Pubertät an sich klischeemäßig aus jugendlichen Seelen hervorzaubert: ganz viel „kein Bock“, jede Menge Augenverdrehen, aber auch eine große Portion Unsicherheit und viel Reflektieren über die eigenen Positionierung in dieser so wilden, neuen Erwachsenenwelt, zu der mensch plötzlich gehören soll. Dass „Da wo sonst das Gehirn ist“ dennoch nie abdriftet in schmalzige Young-Adult-Schmonzetten, ist dem durchgängig höchsten Maß an Authentizität geschuldet: Stuertz findet eine Sprache, die heutig ist, die glaubhaft in den Mund seiner Erzählerin gelegt ist, die niemals aufgesetzt wirkt oder zu viel erscheint. Gleichzeitig erzählt er eine Geschichte voller Kuriositäten, die den Ball zu keinem Zeitpunkt auf dem Boden aufkommen lässt: Da gibt es Riesen-Tausendfüßler, coole Hammerbrook-Schüler/Studi-WGs, angehende Pop-Starlets und mittendrin die große Gisella, Mutter Ullis Alter Ego im Berufsleben als putzender Show-Clown. Das erscheint auf den ersten Blick vielleicht viel zu viel von allem, doch weit gefehlt! Stuertz behält stets alle Fäden in der Hand, löst langsam Stück für Stück jeden Konflikt, jede Irritation auf, begründet, ohne überzuerklären. Während sich im quietschbunten Durcheinander nach und nach alles sortiert, richtet sich das Hauptaugenmerk schließlich auf den Ernst der Handlung, deckt die düstersten Seiten und multiple Identitäten auf. Da gilt es gegen Ende wiederholt zu schlucken, sich die Augen zu reiben ob der Kaltblütigkeit einzelner Figuren. In einem großen Showdown, der hier natürlich nicht verraten werden soll, lösen sich die letzten Geheimnisse auf, bringen Licht ins Dunkel, sorgen für Erlösung und Rettung – für fast alle Beteiligten! Stuerz ist dabei skrupellos, schont seine Figuren keineswegs, lässt sie am Rand tanzen und über die Klinge springen. Ein virtuos erzählter, vor Ideenreichtum strotzender Roman, der gerade auch durch die leisen Töne zu bezaubern weiß!

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Was ein Buch!!

Schuler Bücher AG

Von: Christine Deubelbeis aus Chur

04.11.2022

Was ein Buch!! Es fängt ganz harmlos an und man fragt sich noch, wieso das Buch nicht als Jugendbuch angepriesen wird. Aber dann – Bamh! - haut die Geschichte richtig rein! Und ich bin wie im Rausch. Während das linke Auge noch an Wörtern hängenbleibt, fliegt das rechte schon über die nächsten Buchstaben. Ich bin getrieben, muss schnell und noch schneller weiterlesen. Die Ereignisse überschlagen sich! Das hier ist der nackte Wahnsinn. Und ich nehme den Mund nicht zu voll wenn ich sage, mein Buch des Jahres!

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Alinas Leben ist kompliziert. Vater unbekannt, geliebter Stiefdad up and away und ihre Mutter ist ein Clown. Hauptberuflich, aber auch im Alltagsleben. So der Typ dysfunktional mit Kopf in den Wolken. Geld ist knapp und Wohnraum prekär. An ihrer alten Schule kam es zu Mobbing und nun steht der Elternabend für die 13. an der neuen Schule an. Eltern sind ab Teenageralter sowieso peinlich, aber Alina weiß sie muss sich bewähren und da ist so eine Single Clownsmutter mit der zusammen man zum ersten Eltern/SchülerInnenabend tapern muss nicht gerade entspannend. Sebastian Stuertz hat mich mit seinem großartigen Roman „Das eiserne Herz des Charlie Berg“ begeistert. Ein Buch mit langem Nachhall. Auch, weil die Hauptfigur so charmant, clever und skurril ist. Mit ClownInnentochter Alina hatte ich meine Schwierigkeiten. Vielleicht war es der Jugendslang, der zwar authentisch, für mich aber nervig zu lesen war, oder Alina selbst, die unsicher und ebenfalls sehr realistisch den Weg zum Erwachsenwerden durchläuft. Ich mochte sie nicht besonders. Alles wird kritisch und ohne Gnade beäugt und eingeordnet. Wenig Selbstliebe, resultierend aus dieser Suche nach dem eigenen Sein. Geschmackssache wie immer, ich könnte mir vorstellen, dass sie bei ihren lesenden AltersgenossInnen sehr gut ankommt. Denn sie ist lernfähig, kreativ, zynisch, entwickelt sogar am Ende selbstbewussten Humor und macht sich daran ein Geheimnis aufzuklären, das auf einer anderen Familie, deren Teil sie eine Weile war, lastet. Von meinen kleineren Problemchen mit der Hauptfigur abgesehen, ist die Geschichte schön erzählt. Sie geht in die Tiefe, ist komplex und besonders, obwohl hier der Alltag einer jungen Frau erzählt wird. Nein,nicht obwohl sondern weil man ihr dabei in den Kopf und über die Schulter schauen kann. Wie auch bei seinem vorigen Roman hat der Autor ein ausnehmend feines Händchen dafür mitreissend und mit liebevollem Blick zu erzählen. Seine Beschreibungen sind on point, Atmosphäre ist da und man kann dieses Buch in einem Rutsch lesen, denn wohin die Reise geht ist wirklich spannend. Auch die Themen Stiefkind, Singlemom, Patchworkfamilie, Mobbing, Therapie sind sicher für viele junge LeserInnen sehr interessant. Der Autor widmet das Buch auch allen Patchworkfamilien, Alleinerziehenden, Halbwaisen und Stiefkindern. Stilistisch ist „Da wo sonst das Gehirn ist“ ebenfalls sehr gelungen. Ein spannendes Buch das komisch, traurig, bedrückend, befreiend und ratzfatz wegzulesen ist und noch über ein ausnehmend gelunges Cover samt Aufmachung verfügt. Abgesehen von meinem Dislike der Protagonistin also ein großartiges Buch. Uneingeschränkte Lobhudeleien dazu finden sich hier. https://www.ndr.de/kultur/buch/tipps/Da-wo-sonst-Gehirn-ist-Witziger-Roman-von-Sebastian-Stuertz,stuertz104.html

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Sebastian Stuertz schickt seine Heldin Alina in “Wo sonst das Gehirn sitzt” auf eine kurvenreiche Fahrt ins Erwachsenenleben. Es geht um Liebe, Freundschaft und Verrat, um Familie mit und ohne Patchwork. Und auch wenn es zum großen Finale etwas arg verdrogt und abgedreht wird, ist “Wo sonst das Gehirn ist” eine intelligent konstruierte, liebenswert-komische Coming-of-Age-Story, die richtig viel Spaß macht. Hamburg, Sommer 2019. Alina ist neu an ihrer Schule und gleich der coole Nerd, denn sie hat eine eigene App programmiert: ein Mini-Social-Network nur für die 13. Klasse. Hätte ein perfekter Einstieg sein können – wäre ihre Mutter nicht gleich nach dem ersten Elternabend mit Herrn Carstensen im Bett gelandet, dem Vater des idiotischen Klassensprechers Corvin. Noch blöder, dass Alina und ihre Mutter kurz darauf aus ihrer WG fliegen. Bei Dad ist kein Platz, der hat noch drei andere Kinder und keine Lust, sich auch noch um Alina zu kümmern. Erzählt wird die Geschichte überwiegend aus Alinas Sicht, aber auch aus der Sicht eines zu Anfang anonymen Dritten, der die Handlung ordentlich erschüttert. Wir begleiten Alina durch ihr etwas turbulentes Leben mit einer leicht schrulligen Mutter, die zugleich als Putzfrau und Clown arbeitet, und alles dreht sich um Freundschaft, die erste Liebe, das Leben in Patchwork-Familien, Mobbing in der Schule und allerlei andere kleine Schwierigkeiten, die das Leben so mit sich bringt. Es gibt viele leichte und humorvolle Szenen, aber auch ernste Themen und Momente, die es in sich haben und die Verzweiflung der Figuren spüren lassen. Dieser Balanceakt zwischen Heiterkeit und Ernsthaftigkeit gelingt Autor Sebastian Stuertz perfekt und er hat ein Buch geschrieben, das von vorn bis hinten fesselt, unterhält und Mitgefühl mit den Figuren entstehen lässt. Wohin sich die Handlung entwickelt, ist nicht vorher zu sehen, die Geschichte hat mich stellenweise wirklich überrascht. Stuertz Erzählstil ist angenehm und man kann ihm gut folgen, der besondere Reiz liegt in seinen Figuren, die herrlich schräg, zugleich aber auch authentisch sind. Gelesen wird "Da wo sonst das Gehirn ist" von Leonie Landa und Johannes Steck. Der größere Teil geht an Leonie Landa, die Alina hervorragend Stimme verleiht und ihre Emotionen perfekt trägt. Sie macht die Atmosphäre und Stimmung greifbar und man kann nicht aufhören, ihr zuzuhören. Fazit Eine tolle Geschichte, die von vorn bis hinten unterhält, fesselt und überrascht. Gelesen von tollen Sprechern ist hier ein 1a-Hörbuch entstanden, das man nur empfehlen kann. Ich könnte mir die Geschichte auch gut verfilmt vorstellen - ich würde auf jeden Fall ins Kino gehen.

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Inhalt: Sommer 2019. Die 17-jährige Alina beginnt ihr letztes Schuljahr an einer neuen Schule. Wider Erwarten fällt ihr der Einstieg in die neue Klasse recht leicht und erste Freundschaften bahnen sich an. Auch darf sie ihre selbst entwickelte App, ein Network, in dem die Nutzer anonym chatten können, mit der neuen Klasse austesten. Alles könnte so schön sein. Doch dann bandelt Alinas Mutter mit Urs Carstensen, dem Vater von Klassensprecher Corvin an – was die Chance zukünftiger Peinlichkeiten ins Unermessliche steigert. Zu allem Überfluss wird auch noch der Mietvertrag von Alina und ihrer Mutter gekündigt. Gut (oder nicht so gut), dass es Urs gibt, der Alina und ihrer Mutter sofort Unterkunft gewährt. Doch bei den Carstensens läuft nicht alles so perfekt, wie es zunächst den Anschein hat… Persönliche Meinung: „Da wo sonst das Gehirn ist“ ist ein Coming of Age-Roman von Sebastian Stuertz. Erzählt wird der Roman hauptsächlich aus der personalen Perspektive Alinas. Kurzzeitig kommt auch noch eine weitere personale Sicht hinzu, deren Identität ich hier aber nicht verraten möchte. Die Handlung dreht sich – spoilerfrei und grob gesagt – um Freundschaft, (die nicht nur erste) Liebe, das Leben in einer Patchwork-Familie, Mobbing, familiäre Konflikte und Schwierigkeiten in der Eltern-Kind-Beziehung. So finden sich einerseits viele Szenen voller Leichtigkeit und Witz, andererseits Episoden, die stellenweise wirklich starker Tobak sind und in denen die Verzweiflung der Figuren greifbar wird. Der Balanceakt zwischen diesen unterschiedlichen Szenen gelingt Sebastian Stuertz perfekt (Großartig mehr will ich zum Plot gar nicht sagen, um Spoiler zu vermeiden. Nur: Wohin genau sich die Handlung entwickelt, ist nicht vorhersehbar und daher sehr überraschend.) Wie schon im Inhaltsteaser angesprochen, spielt im Roman auch eine Messenger-App, in der sich die jugendlichen Figuren austauschen, eine Rolle. Dementsprechend wird auch viel Jugendsprache genutzt. Diese ist bei „Da wo sonst das Gehirn ist“ sehr authentisch, lebensnah und lebendig (Dadurch hebt sich Stuertz‘ Roman schön von vielen anderen Romanen ab, in denen die Jugendsprache oft gekünstelt und unecht wirkt). Sehr hat mir auch der Humor des Romans gefallen. Die Szenen und die Figuren, die Stuertz beschreibt/entwirft, sind meist hyperbolisch gesteigert und irgendwie schräg, besitzen aber immer eine wahre, lebensechte Essenz, wodurch sie ungemein lustig sind (Tatsächlich musste ich beim Lesen mehrmals auflachen 😂) Der Schreibstil von Sebastian Stuertz ist sehr angenehm und lässt sich flüssig lesen. Insgesamt ist „Da wo sonst das Gehirn ist“ ein spannender und unterhaltsamer Coming of Age-Roman, der Humor und Ernst schön austariert.

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Die Siebzehnjährige Alina Beinert musste kurz vor dem Abi nochmals die Schule wechseln und hat für die Zeit während des letzten Schuljahres ein ganz konkretes Motto: „Unsichtbar durchs letzte Jahr“ (S. 24). Ob das klappen wird? Spoiler: Natürlich nicht! Auf 352 Seiten erlebt Alina in ihrem nahen Umfeld, bestehend aus Patchworkfamilie, Freundeskreis und Arbeitskontakten eine ganze Menge. Und diese ganze Menge ist so abwechslungsreich wie die Jugend selbst. Stuertz schreibt authentisch über die Lebens- und Gefühlswelt einer neugierigen Jugendlichen, die nicht nur eine gleichaltrige Leserschaft abholen kann, sondern auch mich. Was mir an dem Buch besonders gefällt ist die Dichte der Ereignisse und die Entwicklung der Protagonistin. Eng an eng reihen sich die Erlebnisse von Alina, sie ist immer auf Achse und trotzdem findet der Autor Raum für traurige Momente und das Erleben von Schmerz und Enttäuschung. Dabei kommt der Humor niemals zu kurz. Wie auch in den anderen Werken „Das eiserne Herz des Charlie Berg“ und „Ruslan aus Marzahn“ kommt es bei „Da wo sonst das Gehirn ist“ zu irre witzigen und skurrilen Momenten, wie sie einfach nur Stuertz beschreiben kann. Ein herausragendes Buch, welches mir sehr viel Lesespaß bereitet hat und über das ich auch im Nachgang noch sehr schmunzeln musste.

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