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Rezensionen zu
Café Hoffnung

Gisa Pauly

Die Sylt-Saga (2)

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€ 15,00 [D] inkl. MwSt. | € 15,50 [A] | CHF 21,90* (* empf. VK-Preis)

„Café Hoffnung“ ist der zweite Teil der Sylt-Saga. Nachdem der erste Teil im Jahr 1964 endete befinden wir uns nun im Jahr 1985, also gut 20 Jahre später. Brit ist inzwischen mit Olaf verheiratet, den sie nicht so liebt wie ihre große Jugendliebe Arne sondern mehr aus Dankbarkeit seit der Geburt ihrer Tochter Kari mit ihm zusammen ist. Beide führen das Hotel und das Café König Augustin auf Sylt und wünschen sich, dass Kari in ihre Fußstapfen treten wird. Aber Kari hat kaum Interesse am Familienunternehmen. Sie bewegt sich lieber in der Schickimicki-Szene auf Sylt, spricht dem Alkohol und auch Drogen zu und rebelliert gegen ihre Eltern. Sie möchte ein selbstbestimmtes Leben führen und sich nicht von den Eltern den Weg vorschreiben lassen. Aber wohin ihr Weg sie führen soll, weiß sie selbst noch nicht. Als sie erfährt, dass Olaf nicht ihr leiblicher Vater ist, bricht sie komplett mit ihren Eltern vor Enttäuschung über die jahrelange Lüge. Brit und Olaf schöpfen Hoffnung, als Kari den bekannten Modedesigner Mike Heiser heiraten wird, über den das Gerücht umgeht, er sei homosexuell. Diese Neuigkeit ruft Enttäuschung beim Geschäftsführers des Hotels Hajo Keller hervor, der heimlich in Kari verliebt ist, sich aber wenig Hoffnung auf Kari gemacht hat, da er als Schwarzer Mensch als Außenseiter gilt. Karis Umfeld hegt bald den Verdacht, dass Karis Ehe nicht glücklich ist, denn die frisch gebackenen Eheleute pflegen keine sehr liebevolle Ehe. Kari wird auch schnell unzufrieden, denn sie wird von der Presse verfolgt, was sich noch verschlimmert, als sie feststellt, dass sie schwanger ist. Sie ergreift die Flucht in das inzwischen modernisierte Entbindungsheim, in dem seinerzeit auch ihre Mutter lebte und leiden musste. Inzwischen ist dieses Heim zu einem liebevollen Heim für ledige Mütter geworden, die dort eine wirkliche Zuflucht und Unterstützung finden können. Doch Karis Verfolger finden sie auch dort und die Lage spitzt sich zu. Trotz des großen Zeitsprungs war ich schnell wieder in der Geschichte um Brit und ihre Familie gefangen. Dieser Teil deckt nur einen Zeitraum von rund einem Jahr ab, aber es geschieht trotzdem recht viel und die Handlung nimmt immer mehr Fahrt auf. Zwischendurch gibt es auch immer wieder Einblicke in das Leben von Brits Familie in ihrem Heimatort Riekenbüren, wo ihre Eltern weiterhin leben und ihr inzwischen ebenfalls verheirateter Bruder die Schreinerei übernommen hat und seine Frau den Campingplatz führt. Es gibt dann auch Verknüpfungen zwischen diesen beiden Handlungssträngen, so dass beide Familiengeschichten weiterführt werden. Die Handlung ist abwechslungsreich, unterhaltsam und spitzt sich teilweise sogar etwas dramatisch zu. Die Autorin gibt einerseits ein stimmiges Bild des Lebens in den 1980er Jahren, verarbeitet aber auch Themen wie Homosexualität, Aids, die Diskriminierung Schwarzer Menschen und Legasthenie. Deutlich stellt sie dar, wie fragwürdig der Umgang seinerzeit damit war und welche Ausgrenzung damit verbunden war. Diese Themen tragen auch zur Brisanz der Handlung bei und es gibt etliche spannende Szenen. Zwischenzeitlich gibt es auch ein paar Längen aber insgesamt kann die Geschichte auch einige Überraschungen bieten. Die größtenteils schon bekannten Figuren entwickeln sich glaubhaft weiter. Hierbei macht besonders Kari eine große Entwicklung durch. Sie entwickelt sich von einer flatterhaften und trotzigen jungen Frau zu einer verantwortungsvollen und liebevollen Mutter. Dabei entwickelt sie auch eine Stärke, die ich ihr nicht zugetraut hätte, denn sie kämpft für ihr Ziel. „Café Hoffnung“ ist eine spannende und unterhaltsame Fortsetzung der Familien-Saga, die weiterhin ihren Schwerpunkt auf der wunderbar beschriebenen Insel Sylt hat. Dieser zweite Teil macht Lust auf den dritten und letzten Teil, in dem dann Karis Tochter im Mittelpunkt stehen wird. Gerne empfehle ich die Sylt-Saga, die man auf jeden Fall in der richtigen Reihenfolge lesen sollte! Fazit: 4 von 5 Sternen

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Die wilden 80er

Von: niwibo

03.10.2022

Sylt, 1985. Das Café König Augustin floriert unter der Leitung von Brit und Olaf. Ihre Tochter Kari allerdings will mit dem Familienunternehmen nichts zu tun haben. Lieber verbringt sie ihre Zeit auf wilden Party der Sylter Schickeria. Vor allem aber will sie ein selbstbestimmtes Leben führen. Um den familiären Verpflichtungen zu entfliehen, verlobt sie sich mit einem Mann, den sie nicht liebt. Wie folgenschwer diese Entscheidung war, begreift Kari erst, als es zu spät ist. Denn nicht nur ihr zukünftiger Ehemann hütet ein Geheimnis, auch Kari selbst trägt eines unter ihrem Herzen... Die meisten Figuren sind dem Leser schon aus Band 1 "Fräulein Wunder" bekannt, welches Ende der 50er, Anfang der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts spielt. Nun macht die Autorin einen großen Sprung hinein in die 80er Jahre, in die Zeit von Nena, bunten Jogginganzügen, Schulterpolstern und des Denver-Clans. Brit und Olaf sind längst verheiratet und führen zusammen erfolgreich das Café Augustin und zwei Hotels. Kari, Brits Tochter aus der kurzen Affäre mir Arne Augustin, ist erwachsen und geht ihre eigenen, nicht immer für sie besten Wege. Romy, Brits Freundin arbeitet mit deren Nichte Nicole im Haus "Für gefallene Mädchen", welches zu einer Stiftung umgestaltet wurde. In diesem Buch steht nun Kari im Mittelpunkt. Sie fühlt sich in ihrem bürgerlichen Leben eingeengt, möchte gerne mehr erleben und konsumiert Drogen auf wilden Partys, um den Alltag entfliehen zu können. Als sie erfährt, dass Olaf nicht ihr leiblicher Vater ist, bricht sie den Kontakt zu Brit und Olaf ab. Sie heiratet den berühmten Modedesigner Mike Heiser, aber ihre Eltern spüren schnell, dass es sich nicht um eine Liebeshochzeit handelt. Als sie nun auf Schritt und Tritt von Paparazzi verfolgt wird, entschließt sie sich, ihre Schwangerschaft im Entbindungsheim in Achim zu verbringen, ausgerechnet in dem Heim, in dem auch sie geboren wurde. Nachdem ihre kleine Tochter Alisia auf die Welt kommt, beginnt die Verfolgungsjagd erst recht und es dauert seine Zeit, bis Kari erkennt, wer wirklich für sie wichtig ist. Auch dieses Buch ist schnell gelesen, es gibt zwischendurch immer wieder Stellen, die etwas langatmig sind, aber im großen Ganzen überzeugt die Handlung und macht Lust auf Band 3, welcher im kommenden März erscheinen wird.

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"Café Hoffnung" ist der zweite Teil der Sylt-Saga von Gisa Pauly aus dem Heyne Verlag. Sylt, 1985: Brit und Olaf führen erfolgreich das Café und Hotel König Augustin, Brits Tochter Kari verbringt ihre Zeit lieber mit Alkohol und Drogen-Partys der Schickeria-Szene als im Hotel zu helfen. Sie möchte ein selbstbestimmtes Leben führen und sich den familiären Verpflichtungen entziehen. Als sie den Modedesigner Mike Heiser heiratet, freuen sich ihre Eltern und erst recht, als sie schwanger wird. Doch sie wissen nicht, aus welchem Grund Mike Kari geheiratet hat. Auch Kari hat ein Geheimnis, welches für einen skandalösen Aufruhr sorgt. Der zweite Band der Reihe knüpft an die Figuren von "Fräulein Wunder" an und es war mir eine Freude, alle Personen weiter begleiten zu dürfen. Im Mittelpunkt der Handlung steht Kari, die einen Mann geheiratet hat, den sie nicht liebt. Beide hatten aber ihre Gründe für die Eheschließung. Karis Eltern spüren schnell, dass hier keine Liebesheirat stattgefunden hat und als Kari wegen ihres bekannten Ehemanns ständig von Paparazzi belagert wird, flieht sie nach Achim in das Entbindungsheim, wo auch ihre Mutter gelebt und gelitten hat. Mittlerweile ist es ein Heim für ledige Mütter. Karis Verfolger geben aber nicht auf und entdecken ihre Adresse. Nachdem ich mir die Personen des ersten Bandes alle wieder vor Augen geführt hatte, war ich schnell in die Handlung eingetaucht und habe die erlebnisreichen Vorgänge gefesselt verfolgt. Der Erzählstil ist flüssig und bringt die Vorgänge auf gefühlvolle und interessante Weise zum Ausdruck. Authentisch wirkt auch die Darstellung der gesellschaftlichen Ansichten der Zeit. Mit Themen wie People of Color, AIDS, Homosexualität und deren Ausgrenzung gewinnt die Story an Brisanz und zeigt, wie damit von den handelnden Figuren umgegangen wird. Die Charaktere zeigen Ecken und Kanten, besonders Kari macht eine Entwicklung durch, die ich ihr anfangs nicht zugetraut habe. Manche Szenen enden mit spannenden Cliffhangern, andere sind eher Füllmaterial und so braucht es eine Weile, bis das Ende in Sicht ist. Gelangweilt habe ich mich allerdings zu keinem Zeitpunkt und habe am Schluß zufrieden das Buch zugeklappt. "Café Hoffnung" ist eine unterhaltsame Weiterführung der Familiengeschichte und macht neugierig auf den abschließenden Band "Hotel Freiheit", der im März 2023 erscheinen soll.

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Im März diesen Jahres habe ich den historischen Roman „Fräulein Wunder“ von Gisa Pauly regelrecht verschlungen. Schon seit langem bin ich ja ein großer Fan der Mamma-Carlotta-Krimis dieser Autorin, mit „Fräulein Wunder“ ist ihr aber auch der Auftakt zu einer so spannenden historischen Trilogie gelungen, dass ich seither mit Spannung auf das Erscheinen von Band 2 gewartet habe. Dieser spielt nun in der Mitte der 1980er Jahre: Brit und Olaf führen auf Sylt erfolgreich des Hotel und Café König Augustin. Brits Tochter Kari ist mittlerweile eine junge Erwachsene, die gegen ihre Eltern rebelliert und eigentlich nur weiß, was sie nicht vom Leben will, ein echtes Ziel hat sie hingegen nicht vor Augen. Stattdessen genießt sie das Schickimicki-Leben auf Sylt, betäubt sich mit Alkohol, Drogen und wilden Partys. Als sie erfährt, dass Olaf nicht ihr echter Vater ist, stürzt diese Lebenslüge sie in eine tiefe Krise und sie bricht den Kontakt zu Brit und Olaf weitgehend ab. Umso größer ist die Überraschung für ihre Eltern, als sie erfahren, dass Kari sich mit dem bekannten Modedesigner Mike Heiser verlobt hat, denn der galt bisher gerüchteweise als schwul. Groß ist die Überraschung aber auch bei Hajo Keller, dem dunkelhäutigen Geschäftsführer des Hotels König Augustin, der heimlich in Kari verliebt ist, sich aufgrund seiner Hautfarbe aber keinerlei Hoffnung macht, die Hotelerbin für sich gewinnen zu können. Aus der Ferne verfolgt er fortan Karis Schicksal. Sowohl Hajo als auch Karis Eltern vermuten bald, dass in Karis Ehe etwas nicht stimmt, denn wirklich herzlich und liebevoll ist das Verhältnis der Eheleute nicht gerade. Zudem macht es Kari zu schaffen, dass sie nun plötzlich im Rampenlicht steht und von Paparazzi verfolgt wird. Die Lage spitzt sich dramatisch zu, als Kari feststellt, dass sie schwanger ist. Sie flüchtet ausgerechnet in das Entbindungsheim in Achim, in dem ihre Mutter einst so leiden musste. Inzwischen hat Olaf dieses Heim längst modernisiert und zu einem wahren Zufluchtsort für ledige Mütter gemacht. Doch auch dort ist Kari nicht sicher vor kriminellen Machenschaften… Ich muss zugeben, dass ich mir anfangs etwas schwer tat, in die Geschichte hineinzufinden. Das lag aber nicht am Buch selbst, sondern daran, dass ich zur Zeit viel um die Ohren und folglich wenig Zeit zum Lesen habe. Zudem ist es ja schon wieder ein halbes Jahr her, seit ich den ersten Teil der Trilogie gelesen habe und manche Details habe ich seitdem anscheinend vergessen. Aber dann hat mich die dramatische Geschichte wieder vollkommen gepackt und in ihren Bann gezogen, so dass ich die letzten hundert Seiten in einer einzigen schlaflosen Nacht zu Ende gelesen habe. Kari verwandelt sich im Laufe der Geschichte von einem trotzigen, orientierungslosen Gör hin zu einer liebevollen, verantwortungsvollen Mutter, die weiß, was sie will und für ihre Ziele kämpft. Durch die Figuren des Romans zeichnet die Autorin außerdem ein sehr einfühlsames und beklemmendes Bild der Gesellschaft in den 1980ern. Es geht um Homosexualität, um AIDS, um Dunkelhäutige, um Legastheniker und um den äußerst fragwürdigen Umgang mit diesen „Randgruppen“, aber auch um die Lust an Klatsch und Tratsch und den damit einhergehenden Voyeurismus. Alles in allem war dies eine Geschichte, die bei mir noch lange nachklingen wird und sehr zum Nachdenken anregt. Nun bin ich schon sehr gespannt auf den dritten und letzten Teil der Buchreihe, „Hotel Freiheit“, der im März 2023 erscheinen soll. Es empfiehlt sich allerdings sehr, die drei Bände der Reihe nach und mit nicht zu großem zeitlichen Abstand zu lesen.

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