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Rezensionen zu
Mademoiselle Oppenheim – Sie liebte das Leben und erfand die moderne Kunst

Mina König

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Das Cover: Das Cover gefällt mir sehr gut. Zusammen mit dem Klappentext präsentiert sich das Buch hervorragend. Die Geschichte: Dieser autobiografische Roman erzählt aus dem Leben von Meret Oppenheim in den 30-er Jahren. Sie lebt in dieser Zeit ein unbeschwertes Leben in Paris und bewegt sich in der Gruppe um die Surrealisten André Breton und anderen. Dann verliebt sie sich in den Maler Max Ernst und es beginnt eine Affäre. Meine Meinung: Ich muss gestehen, dass ich über Meret Oppenheims Kunst nichts wusste. Umso neugieriger war ich, als ich den Klappentext las. Die junge Künstlerin als Protagonistin hat mich von der ersten Seite an fasziniert. Aber auch alle anderen Figuren, allen voran ihre Großmutter, die sie stets unterstützte, haben mich sehr beeindruckt. Die Autorin schreibt in einer leicht verständlichen und unterhaltsamen Sprache. Sie hat das Leben von Merit Oppenheim über eine begrenzte Zeitspanne in den 30-er Jahren erzählt, einer Zeit, in der es Frauen in der Kunst nicht leicht gemacht wurde. Die tiefen Einblicke in das Leben der Künstler, die unbändige Liebe zur Kunst und die Umsetzung der Ideen, sowie die Einbindung der Zeitgeschichte in diesen autobiografischen Roman, setzt eine intensive Recherche voraus und ist sehr gelungen. Die Schauplätze, explizit Paris sind bildhaft exzellent beschrieben, sodass es mir leicht viel in Paris unterwegs zu sein. Mein Fazit: Ein spannender und interessanter Roman, der mich begeisterte, und teilhaben ließ am Leben der Künstler. Ich kann das Buch nur wärmstens empfehlen. Heidelinde von friederickes bücherblog

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Darum geht es: Der Roman zeichnet ein facettenreiches Portrait einer rebellischen und leidenschaflichen Meret Oppenheim und ein lebendiges Panorama vom Paris der 1930er, in das ich gerne eingetaucht bin. Erzählt werden Merets ersten 4 Jahre in Paris (1932-36) und wie sie zu sich als Frau und zu ihrer surrealistischen Kunst findet. Die Affäre mit dem 22 Jahre älteren, verheirateten Maler Max Ernst engt sie ein, sie emanzipiert sich. Was mir gut gefiel: Besonders eindrucksvoll fand ich die Szene, in der die 20-jährige Meret Oppenheim im Evakostüm für den Fotografen Man Ray posiert. Das Aktbild von Meret an der Druckerpresse stehend wurde 1933 im Magazin der Surrealisten abgedruckt und fand große Beachtung. Für Meret, die gerade ihr Leben als Künstlerin in Paris begonnen hatte, war das Akt-Shooting ein Schlüsselerlebnis der Befreiung und führte zum Bruch mit ihrem konservativen Vater (Arzt in Basel), der seine Tochter für psychisch labil hielt. Was mir sehr gut im Roman gefallen hat, war die liebevolle Beziehung Merets zu ihrer Großmutter. Meret Oppenheims Großmutter Lisa Wenger hatte als junge Frau in Düsseldorf die Kunstakademie besucht und war Malerin und Kinderbuchautorin geworden. Sie förderte das Talent von Meret. Im Roman ist zu erleben, wie die Großmutter aus der Ferne (Schweiz) eine Mentorin und Mutmacherin für Meret ist. Ich mochte auch, wie Meret die Freundschaft zu Georgie, ihrer französischen Mitstudentin an der Pariser Kunstakademie, pflegt, obwohl Georgie mit Ehe und Kind einen konservativen Lebensweg einschlägt. Die Gruppe der Surrealisten um André Breton, die Meret Oppenheim immer in dem Pariser Café trifft, wird interessant charakterisiert. Meine Kritikpunkte: (-) Passend zum Esprit des Surrealismus wünsche ich mir eine extravagantere Sprache. Erzählweise und Stil finde ich angenehm lesbar, aber etwas zu brav. (-) Das "Romantische" (Love Story mit Max Ernst und Marcel Duchamp) hat mir zu viel Raum eingenommen. Stattdessen hätte ich gerne mehr erfahren über Merets Kunstwerke, Mode-Entwürfe und über Elsa Schiaparelli und deren Modehaus. Fazit: Ich habe die Romanbiografie gerne gelesen und empfehle sie all denen, die sich für starke Frauen, Kunst, Paris und den Zeitgeist der 1930er interessieren.

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Einblick in die Kunstszene der Surrealisten

Von: meine.literaturliebe

12.10.2022

Meret Oppenheim (geboren 1913 in Berlin, starb 1985 in Basel) ist als Künstlerin fast schon in Vergessenheit geraten. Umso mehr habe ich mich über die Veröffentlichung dieser Romanbiografie gefreut. 1933 ging sie nach Paris und machte dort schnell Bekanntschaft mit der Kunstszene, der Surrealisten. Sie stürzte sich in die Affäre mit dem Maler Max Ernst. Doch sie wollte nicht nur eine Muse sein. Sie experimentierte mit Alltagsgegenständen, entwarf Mode und Schmuck. Als sie für Aktfotos posierte, brach jedoch ihr Vater den Kontakt zu ihr ab. Die Romanbiografie befasst sich mit der Anfangsphase ihrer Karriere. Im Fokus steht dabei ihr Liebesleben, aber auch die Tragik um ihre jüdische Familie mit dem aufkommenden Antisemitismus sowie die Kunstszene wird ausführlich beschrieben. Der Einstieg fiel mir etwas schwer. Es kamen zu viele Persönlichkeiten (der Surrealistenbewegung) vor, die ich nicht kannte und erstmal recherchieren wollte. Dies hat meinen gewohnten Lesefluss zwar abgebremst aber keineswegs geschadet, da ich dadurch die Kunst der Meret Oppenheim und den Surrealismus erst näher kennengelernt habe. Trotz der vielen Tragödien, die die Künstlerin verkraften mussten, war es ein schöner Wohlfühlroman, fast schon ein Liebesroman, den ich sehr gerne gelesen habe.

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Mit allen Sinnen leben Meret Oppenheim ist eine junge Künstlerin, die versucht, im Paris des Jahres 1933 ihr Kunst zu vertiefen und ihr Leben zu leben. Sie genießt es, mit den Künstlern dieser Zeit zu leben und zu arbeiten. Meret träumt von einer eigenen großen Karriere, als sie auf den berühmten Maler Max Ernst trifft. Sie verliebt sich und eine heiße Affäre nimmt ihren Lauf, aber schnell merkt die junge Frau auch, sie will mehr sein als nur eine Frau hinter einem berühmten Mann. Ihr Weg führt sie weiter in andere Richtungen. Ehrlicherweise möchte ich gestehen, mit der Kunst habe ich es eigentlich nicht so und die Surrealisten der 30er-Jahre sagten mir eigentlich nicht viel. Natürlich kenne ich Pablo Picasso, aber ja, das war es dann auch schon. Erst durch diese Geschichte habe ich mich näher mit dieser Art der Kunst befasst. Ich habe mir vor allem die Fotos von Meret Oppenheim im Internet angesehen und finde, es sind tolle Bilder. Mina König hat es wunderbar verstanden, davon zu schreiben, wie sie entstanden sind. Man kann die Leidenschaft dahinter deutlich spüren. Überhaupt ist der Erzählstil der Autorin angenehm zu lesen. Sie versteht es, einen direkt in die Geschichte zu ziehen. Mina König beschreibt die Zeit in Paris für diese Künstler lebendig und warm. Deutlich kann man ihre Gesichter in den Straßen der Stadt sehen oder ihnen bei ihren Gesprächen in ihrem Lieblingslokal lauschen. Mir hat es durchaus Spaß gemacht, diese Geschichte zu lesen, obwohl ich leider auch sagen muss, dass sie mich an einigen Stellen verloren hat. Ich bin nicht so eine Liebesgeschichten-lesende-Leserin. Diese Passagen, wo es dann doch mehr um die Liebe ging, waren mir zeitweise etwas zu viel. Die Ausführungen zuerst mit Max Ernst und danach noch mit einem anderen Mann waren mir zu intensiv. Die Lebensgeschichte von Meret Oppenheim habe ich aber insgesamt gern gelesen. Ich habe dabei eine fremde Künstlerin kennengelernt und über eine Kunstepoche gelesen, die mir bisher nicht viel zu sagen hatte. Die Autorin hat es zudem verstanden, nicht nur von den sonnigen Seiten des Lebens zu erzählen. Sie lässt ebenso einfließen, dass es für Meret nicht nur ein schönes Leben war, sondern auch ein Kampf ums Überleben. Das tägliche Leben wollte auch gemeistert werden und die Miete bezahlt werden. Die politische Situation dieser Zeit kommt dann auch noch dazu und findet sich in der Geschichte wieder. Mina König hat es gut verstanden, den historischen Hintergrund mit ihrer fiktiven Geschichte über diese Künstlerin zu verweben. Ihre Sichtweise ist durchaus glaubhaft und haucht Meret Oppenheim leben ein. Geschildert werden hier aber nur einige Jahre in Paris, ihr weiteres Leben bleibt davon ausgeschlossen, aber dieser kleine Ausschnitt ihres Lebens hat mir gut gefallen. Fazit: „Mademoiselle Oppenheim, Sie liebte das Leben und erfand die moderne Kunst“ ist ein wunderbarer Roman über die Kunst und die Liebe in den 30er-Jahren in Paris. Ich habe ihn gern gelesen und mich gut unterhalten gefühlt. So ganz nebenbei habe ich auch ein wenig über Kunst gelernt und wurde dazu angeregt, mir einiges im Internet anzuschauen. Ich kann nur dazu raten, es mir gleichzutun und vielleicht mal ein Buch außerhalb der eigentlichen Lesegewohnheiten zu lesen und sich überraschen zu lassen.

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Mademoiselle Oppenheim - diese Romanbiografie erzählt die Geschichte von Meret Oppenheim. Meret möchte Künstlerin werden. Wir befinden uns im Jahr 1933. Meret studiert in Paris an der Kunstakademie. Sie ist an verschiedenen Kunstrichtungen interessiert und probiert sich dahingehend aus. Ihre Freunde gehören den Surrealisten an. Dann lernen wir Man Ray kennen, der Meret ein Angebot macht, welches sie annimmt. Es geht um Nacktheit ganz ohne sexuelle Reize. Ihre Eltern können sie nicht verstehen, sie brechen miteinander. Meret wird nicht mehr von den Eltern unterstützt und muss sich somit selbst durchbringen. Sie sucht sich einen Job als Näherin. Die gesamte Geschichte wird sehr detailliert und lebendig beschrieben, man kann sich perfekt in die Entwicklung der Meret Oppenheim hinein versetzen. Die Familie Oppenheim kann man außerdem gut in ihren Handlungen verstehen. Die Familienverhältnisse werden deutlich und auch die beiden Welten, in denen Meret sich bewegt - die der Künstler und der Konservativen. Sehr gut ist hier der reale historische Hintergrund eingebunden, sodass die Geschichte realistisch und authentisch ist - perfekt recherchiert. Meret hört immer wieder von den Entwicklungen in Deutschland - was die Juden über sich ergehen lassen müssen usw. .... Da ist z. B. Frau Blum, die Meret auf dem Laufenden hält und die Freunden in Paris Unterschlupf gewährt und rettet ihnen so das Leben. Es sind auch Männer in Merets Leben. Zwei an der Zahl - sehr unterschiedlich verändern sie ihr Leben. Merets künstlerisches Leben ist sehr vielfältig - sie verbindet Alltag mit Kunst, entwirft Mode und Schmuck. Sie schafft sich eine Lebensgrundlage ... Wir lesen auch von Pablo Picasso und Salvatore Dali, die von der Autorin innerhalb der Handlung dargestellt werden in ihrem Leben und Wirken und in Bezug auf das Verhältnis zu Meret Oppenheim, die keine Familie möchte, Kinder und Familie würden ihre Freiheit einschränken. Sehr lebendig geschrieben, sehr aufrüttelnd, aber auch einfühlsam, sehr informativ und literarisch extrem gut und spannend kurzweilig fesselnd zu lesen. Ich bin echt begeistert.

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Intensive Beschreibung der Kunstszene im Paris der 1930er Jahre am Beispiel einer leider fast vergessenen Künstlerin. Meret Oppenheim rebellierte gegen das ländliche Leben im Südwesten Deutschlands und reist nach Paris, um dort ihre künstlerische Ader auszuleben. Zuerst noch unterstützt von ihren Eltern, steht sie peu à peu auf eigenen Beinen. Der Weg ist steinig, aber sie findet Möglichkeiten, ihren Lebensunterhalt zu verdienen ohne sich allzu sehr verbiegen zu müssen. Sie war eine starke Persönlichkeit, die leider etwas in Vergessenheit geraten ist. Die Autorin zeichnet eine fiktive Geschichte im Rahmen ihrer nur unzulänglich bekannten Biographie. Geprägt und unterstützt wird die Protagonistin durch ihre in der Schweiz lebende Großmutter mütterlicherseits, die sie versteht, da sie selbst künstlerische Ambitionen hatte. Das Buch behandelt einen kurzen zeitlichen Ausschnitt aus dem Leben von Meret Oppenheim; eine Zeit, in der in Deutschland die politische Situation auch für ihre Eltern bedrohlich wird, denn ihr Vater ist Halbjude Das Zitat „Die Freiheit wird einem nicht gegeben. Man muss sie nehmen.“ beschreibt Merets Lebenseinstellung auf eine direkte Art und Weise, und dazu äußerst treffend. Mina Königs Schreibstil schafft eine realistische Atmosphäre rund um eine außergewöhnliche Künstlerin, die ihren Weg konsequent geht. Tolle bildhafte Beschreibungen, sowohl von Situationen als auch der Stadt Paris und der Personengruppe, mit der sie sich umgibt sorgen für eine Leseerlebnis. Sie zeichnet lebendige Charaktere. Dieses Buch ist aber auch ein Porträt der Kunstwelt und ihrer Künstler in den 1930er Jahren, insbesondere der Surrealisten. Sie bewegte sich im Kreise auch heute noch bekannter Künstler wie Pablo Picasso, Salvador Dali, Joan Miró, Alberto Giacometti, André Breton, Marcel Duchamp und Max Ernst. Gerne gebe ich eine uneingeschränkte Leseempfehlung.

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"Die Freiheit wird einem nicht gegeben, man muss sie nehmen." (S.401) In diesem biografischen Roman geht es um einen kurzen Ausschnitt aus dem Leben von Meret Oppenheim in den 30er Jahren. Wir begleiten sie von ihren Anfängen als Künstlerin in Paris bis zu ihrem Durchbruch mit "Frühstück im Pelz". Man lernt eine junge Künstlerin kennen, die mehr sein möchte als die Muse eines bekannten Künstlers. Mina König hat einen sehr angenehmen und lebendigen Schreibstil, wodurch sich das Buch sehr angenehm und flüssig lesen lässt. Mir hat sehr gut gefallen, dass die Figuren des Romans, auch die bekannten Surrealisten neben Meret Oppenheim, wie z.B. Max Ernst, Salvador Dali und Marcel Duchamp, sehr realistisch dargestellt wurden, ebenso wie die sehr anschauliche Beschreibung der Handlungsorte. Bevor ich diese Buch gelesen habe, wusste ich fast nichts über Meret Oppenheim. Aber beim Lesen hatte ich von Anfang an das Gefühl die Person hinter dem Namen tatsächlich kennenzulernen. Ihren unbändigen Drang als Künstlerin zu arbeiten ohne sich einengen zu lassen. Ihren Wunsch nach menschlicher Nähe und der Akzeptanz und Unterstützung der Menschen, dir ihr wichtig sind. Ebenso wie ihren Wunsch und auch das (zumeist) unerschütterliche Vertrauen darauf als Künstlerin erfolgreich zu sein, sowie die Schwierigkeiten in der männerdominierten Surrealistenszene. Hierbei hat mir die Verbindung zu ihrer Großmutter, die auch eine starke, fortschrittliche und warmherzige Frau ist, sehr gut gefallen, denn sie hat Meret immer wieder, wenn die Zweifel übermächtig zu werden drohten, zur Seite gestanden und ihr den Mut gegeben weiter zu machen. Man erfährt wie fortschrittlich und was für ein Freigeist Meret Oppenheim gewesen sein muss. Auch wenn ich mich persönlich mit den Gedanken und Taten Meret Oppenheims nicht identifizieren kann, was für mich ganz besonders bei einem biografischen Roman nicht unbedingt erforderlich ist, habe ich das Gefühl eine unglaublich interessante und sympathische Persönlichkeit kennengelernt zu haben. Während des Lesens, dachte ich ständig, dass ich mehr über die reale Person und Künstlerin erfahren möchte. Ich fand es spannend und toll umgesetzt wie die kritischen Stimmen der Zeit in Bezug auf den Surrealismus als Kunstform und ihre Emanzipation als Frau, durch die Meinung und das Verhalten ihres sehr konservativen Vaters in die Handlung eingebracht wurden. Durch die Verbindung zu ihrer Familie in Deutschland findet auch das Fortschreiten des Nationalsozialismus Einzug in das Buch. Aber da die Handlung fast ausschließlich in Paris spielt, wurde die Handlung von diesem Thema nicht dominiert. "Mademoiselle Oppenheim - Sie liebte das Leben und erfand die moderne Kunst" ist mein erstes Buch von Mina König, aber definitiv nicht das letzte. Ich empfinde es als echten Gewinn einen Einblick in das Leben einer so interessanten und starken Persönlichkeit, in Form eines sehr unterhaltsamen und kurzweiligen Romans, bekommen zu haben. Wer Lust hat ein toll geschriebenes, sehr gut recherchiertes und absolut unterhaltsames Buch zu lesen und dabei Meret Oppenheim ein wenig kennenzulernen, der sollte sich dieses Buch nicht entgehen lassen. Vielen Dank an den Heyne Verlag und Mina König für das Rezensionsexemplar.

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Freiheit wird einem nicht gegeben. Man muss sie sich nehmen.

Von: Hopeandlive aus Bickenbach

03.09.2022

Wir reisen im Jahr 1932 mit dem Zug aus Basel nach Paris. Im Zug sitzt Meret Oppenheim mit ihrer Freundin Irene und sehnt sich danach endlich ihre Freiheit und ihre Kunst in dem schillernden Paris zu leben, losgelöst von der Enge ihres Elternhauses. Meret, schon immer anders und immer auf der Suche nach Inspiration und Wege ihrem Verständnis von Kunst Ausdruck und Raum zu geben. Sie freundet sich mit den Künstlergruppe der Surrealisten an und ist sehr oft im Cafe Flores anzutreffen, in dem auch der bekannte Künstler Marcel Duchamp jeden Tag vor seinem Schachbrett sitzt und ihr einmal den guten Rat gibt, kein Herdentier zu werden, sondern immer den eigenen Weg zu gehen. Ein weiser Rat eines großen Künstlers, der sehr zurückhaltend in dem Buch geschildert wird, dessen Größe und Charakter jedoch umso mehr erkennbar ist. Für Meret ist er zunächst ein unerreichbares Vorbild. Sie geht ihren Weg, probiert sich aus, geht ungewöhnliche Wege und lässt es auch auf einen Bruch mit den konservativen Eltern ankommen, so schmerzhaft es sich auch für gestaltet. Umso schmerzhafter, so dunkler die Zeit in Deutschland und Europa wird und umso gefährlicher für die Familie Oppenheim. Ihre geliebte Großhüssi gibt ihr in dieser Zeit Halt und Zuspruch, denn sie war auch eine Künstlerin und kann Meret umso mehr verstehen. Meret feiert ihre erste Ausstellung mit den Surrealisten und hofft auf den großen Durchbruch. In dieser Zeit lernt sie den charismatischen und narzisstischen Max Ernst kennen und die beiden beginnen eine leidenschaftliche Beziehung. Doch mehr und mehr leidet Merets Kreativität unter dieser immer raumgreifenden Beziehung und nachdem sie eine augenöffnende Begegnung mit seiner zweiten Ehefrau hatte, beendet Meret diese. Sie nimmt sich Zeit für sich und ihre Kunst und lernt nun durch Marc Duchamp eine ganz andere Art von Beziehung kennen mit echter gegenseitiger Wertschätzung auch der Kunst des anderen, was bei den Künstlern dieser Zeit nicht selbstverständlich war. Wieder steht eine Ausstellung an und Meret kreiert ein "Frühstück im Pelz" und stellt dieses moderne Kunststück neben Pablo Picasso, Max Ernst, Marcel Duchamp und anderen erfolgreichen Surrealisten aus. Journalisten der ganzen Welt kommen. Kann das der große Durchbruch für Meret werden? Die Autorin Mina König nimmt den Leser mit in das schillernde Künstlerleben von Paris, in den Aufbruch der Surrealisten etwas Neues zu gestalten, auch in das Lebensgefühl Anfang der Dreißiger Jahre, in denen es von Jahr zu Jahr dunkler in Europa und gefährlicher für die Juden wurde. Sie schildert uns eine über die Maßen freiheitsliebende junge Künstlerin mit einem starken Charakter und einer verletzlichen Seele und nimmt uns auf ganz besondere Weise mit hinein, diese ungewöhnliche Künstlerin zu verstehen. Absolut lesenwert!

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