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Rezensionen zu
Unzertrennlich

Irvin D. Yalom, Marilyn Yalom

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Trauer ist immer ein schwieriges Thema. Auch wenn es bei mir hoffentlich noch lange hin ist, bis jemand aus dem engsten Familienkreis stirbt, hat mich das Buch „Unzertrennlich – über den Tod und das Leben“ von Irvin D. Yalom und seiner Frau Marilyn Yalom direkt angesprochen. Die Literaturwissenschaftlerin Marilyn ist an einem Multiplen Myelom erkrankt und angesichts des dadurch bevorstehenden Todes, entschließt sie sich gemeinsam mit ihrem Mann, dem Psychiater Irvin D. Yalom, ein Buch über die letzte gemeinsame Zeit und darüber hinaus zu schreiben. Beide schildern aus ihrer Sicht die Gedanken und Gefühle, die sich mit dem herannahenden Tod beschäftigen. Sie schreiben darüber, was es heißt, sein Leben, seine Erinnerungen, seine Liebsten zurücklassen zu müssen. Sie schreiben über praktische Überlegungen zur Wohnsituation, zu den Hinterlassenschaften, dazu wie man am besten aus dem Leben scheiden kann, aber auch zu den Gefühlen, die mit dem Sterben einhergehen. Im letzten Drittel schreibt Irvin dann allein über seine Trauer nach dem Tod seiner Frau und wie sehr sich seine Sichtweise auf seine Arbeit noch einmal gewandelt hat. Das Buch ist aber noch viel mehr. Es ist auch das Dokument einer außergewöhnlichen Liebe. Ich glaube, ich habe noch nie so eine Liebeserklärung eines Mannes an seine Frau gelesen. Irvin macht immer wieder deutlich, wie sehr er Marilyn liebt bzw. geliebt hat und wie sehr er sie bewundert. Er schätzt ihre intellektuellen Fähigkeiten und sieht in ihr seinen wichtigsten Berater in allen privaten und beruflichen Belangen. Die Beiden haben bzw. hatten ein eindrucksvolles Leben und gehen ebenso bemerkenswert mit dem Tod um. Ihr Schreibstil ist außergewöhnlich. Sowohl Marilyn als auch Irvin schaffen es, den Leser im tiefsten Herzen zu berühren, bleiben dabei stets authentisch und werden niemals pathetisch. Ich bin nicht nah am Wasser gebaut, aber ich musste beim Lesen weinen, so sehr hat mich das Gelesene berührt. Dieses Buch war mein erstes des Ehepaar Yalom, aber sicher nicht mein letztes. Ich kann es jedem ans Herz legen, ob in Trauer oder nicht.

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Berührend und interessant

Von: Sabrina Tschorn - Aus Liebe zum Lesen Literaturblog aus Rannungen

12.07.2021

Trauer ist immer ein schwieriges Thema. Auch wenn es bei mir hoffentlich noch lange hin ist, bis jemand aus dem engsten Familienkreis stirbt, hat mich das Buch „Unzertrennlich – über den Tod und das Leben“ von Irvin D. Yalom und seiner Frau Marilyn Yalom direkt angesprochen. Die Literaturwissenschaftlerin Marilyn ist an einem Multiplen Myelom erkrankt und angesichts des dadurch bevorstehenden Todes, entschließt sie sich gemeinsam mit ihrem Mann, dem Psychiater Irvin D. Yalom, ein Buch über die letzte gemeinsame Zeit und darüber hinaus zu schreiben. Beide schildern aus ihrer Sicht die Gedanken und Gefühle, die sich mit dem herannahenden Tod beschäftigen. Sie schreiben darüber, was es heißt, sein Leben, seine Erinnerungen, seine Liebsten zurücklassen zu müssen. Sie schreiben über praktische Überlegungen zur Wohnsituation, zu den Hinterlassenschaften, dazu wie man am besten aus dem Leben scheiden kann, aber auch zu den Gefühlen, die mit dem Sterben einhergehen. Im letzten Drittel schreibt Irvin dann allein über seine Trauer nach dem Tod seiner Frau und wie sehr sich seine Sichtweise auf seine Arbeit noch einmal gewandelt hat. Das Buch ist aber noch viel mehr. Es ist auch das Dokument einer außergewöhnlichen Liebe. Ich glaube, ich habe noch nie so eine Liebeserklärung eines Mannes an seine Frau gelesen. Irvin macht immer wieder deutlich, wie sehr er Marilyn liebt bzw. geliebt hat und wie sehr er sie bewundert. Er schätzt ihre intellektuellen Fähigkeiten und sieht in ihr seinen wichtigsten Berater in allen privaten und beruflichen Belangen. Die Beiden haben bzw. hatten ein eindrucksvolles Leben und gehen ebenso bemerkenswert mit dem Tod um. Ihr Schreibstil ist außergewöhnlich. Sowohl Marilyn als auch Irvin schaffen es, den Leser im tiefsten Herzen zu berühren, bleiben dabei stets authentisch und werden niemals pathetisch. Ich bin nicht nah am Wasser gebaut, aber ich musste beim Lesen weinen, so sehr hat mich das Gelesene berührt. Dieses Buch war mein erstes des Ehepaar Yalom, aber sicher nicht mein letztes. Ich kann es jedem ans Herz legen, ob in Trauer oder nicht.

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Die Bücher des bekannten Psychotherapeuten Irvin David Yalom handeln häufig vom Umgang mit der Angst vor dem Tod, der Sinnlosigkeit und Einsamkeit. In seinen Therapien spezialisierte er sich unter anderem auf existenzielle Psychotherapie, die den Patienten dabei helfen soll, nicht am Leben zu verzweifeln, wenn geliebte Menschen sterben. Doch was geht in einem Psychotherapeuten vor, wenn er selbst mit den Problemen seiner Patienten konfrontiert wird und das Sterben und den Tod seiner großen Liebe ertragen muss? In „Unzertrennlich“ beschreibt das Ehepaar Yalom seinen persönlichen Umgang mit Abschiednehmen und Trauer und der Liebe, die diesen Prozess stets begleitet und potenziert. Die Krankheit Marilyns und ein gemeinsames Projekt Der Auslöser, ein gemeinsames Buch zu schreiben, war Marilyns Krebsdiagnose. Ein Multiples Myelom mit 87 Jahren machte wenig Hoffnung auf eine baldige Heilung. Beide wussten, dass Marilyn sehr wahrscheinlich nicht mehr viel Zeit blieb. Das Schreiben eines gemeinsamen Buches war nicht Irvs Idee, sondern die seiner kranken Frau, die wusste, dass der Prozess des Schreibens beide am Leben halten wird. Auch über ihren Tod hinaus. Beide haben in ihrem Leben viel publiziert, aber noch nie ein gemeinsames Projekt verwirklicht. Sie begannen und schrieben die ersten Kapitel des Buches „Unzertrennlich“ im Wechsel. Der Zerfall In diesen ersten Kapiteln beschreiben beide Ehepartner den langsamen Zermürbungsprozess einer Chemotherapie. Nicht nur einmal fragen sich beide, ob es das Leben noch lebenswert macht, wenn man seine verbleibende Zeit nur mit solch wesensverändernden Therapien verlängern kann. Marilyn ist abgeschlagen, leidet an Appetitlosigkeit und Übelkeit und verliert all ihre Lebensfreude, die für sie eigentlich so typisch war. Beide gehen unterschiedlich mit dieser Phase um: Für Marilyn scheint das Leben gelebt worden zu sein, sie erhofft sich einen baldigen Tod. Irv hingegen kann sich mit dem Gedanken, ohne seine Marilyn weiterleben zu müssen, nicht anfreunden. Er klammert sich an ihr Leben und will nichts unversucht lassen. Der körperliche Zerfall ist nicht das Einzige, was in dieser Zeit belastend ist. Wenn ein Mensch stirbt, löst nicht nur er sich auf, sondern auch seine Besitztümer und sein Raum, den er im Leben seiner Familie und Freunde eingenommen hat. Die Yaloms waren ein lesebegeistertes Ehepaar und Bücher bildeten nicht nur in ihren Gesprächen häufig den Mittelpunkt. Auch ihr großes Haus war mit tausenden von Büchern gefüllt, die für sie eine ganz besondere Bedeutung hatten. Kurz vor ihrem Tod spendete die frankophile Marilyn viele ihrer Schätze an Bibliotheken von Universitäten. Die großen Lücken, die so in den Bücherregalen entstanden, waren nur ein Vorgeschmack des Schmerzes, der auf Irvin noch zukommen wird. Der langsam einkehrende Tod seiner Frau macht Irv seine eigene Vergänglichkeit immer bewusster. So gerne verdrängt man die Tatsache, dass das Leben endlich ist, doch wenn geliebte Menschen sterben, wird man mit aller Härte daran erinnert. Zu überleben ist kein Privileg, denn letztendlich müssen wir alle irgendwann gehen. Niemand sonst außer ihr trinkt Tee in unserem Haus. In jeder Schachtel sind zwanzig Beutel. Ich fürchte, sie wird nur noch ein paar Tage am Leben sein, dennoch kaufe ich zwei Schachteln – vierzig Teebeutel ein magischer Appell, sie noch etwas länger zu behalten. Unzertrennlich von I.D und M. Yalom, S.191 Ein Leben endet Nach zwanzig gemeinsamen Kapiteln wird das Schreiben wieder für Irv eine einsame Tätigkeit. Marilyn bricht die Behandlungen ab und wird nur noch palliativ behandelt. Nach einem letzten Energieschub stirbt sie in Anwesenheit ihrer Kinder und ihres Mannes. Sein Leben lang hat der Psychotherapeut mit Patienten, die über einen Verlust nicht hinwegkommen, gearbeitet, doch nun steht er auf einmal selbst vor der Aufgabe, die Lücke akzeptieren zu lernen. Ich betrachte meine Patientin Irene nun mit anderen Augen. Ich erinnere mich an meine Begegnung mit ihr, als wäre es gestern, besonders an ihre Kommentare über mein warmes, gemütliches, glückliches Leben, das mich davon abhalte, das wahre Ausmaß ihrer vielen Verluste zu begreifen. Nun nehme ich ihre Worte ernster. Unzertrennlich von I.D und M. Yalom, S.289 Trost sucht er in der Philosophie, seinen eigenen Büchern und der Psychologie. Er erinnert sich an Patienten, die mit genau dieser Leere, die er nun am eigenen Leibe zu spüren bekommt, konfrontiert wurden. Seine damals gegebenen Ratschläge kommen ihm auf einmal lächerlich vor, da er nun das erste Mal selbst merkt, dass diese viel leichter gesagt als umzusetzen sind. Wenn man sein Leben lang nie allein war, mit seiner Frau seit der Jugend zusammen war, dann erscheint einen zunächst alles sinnlos. Egal, wie viele gute Ratschläge einen andere oder die Literatur geben. Dabei gibt es rational betrachtet gar keinen Grund, Angst vor dem Tod zu haben. Aber es geht hier nicht um Einsamkeit. Es geht hier darum, dass ich lernen muss, dass etwas Wert haben und von Interesse sein kann, selbst wenn ich der Einzige bin, der es erlebt, selbst wenn ich es nicht mit Marilyn teilen kann. Unzertrennlich von I.D. und M. Yalom, S.223 Epikur: Furcht vor dem Tod ist unbegründet Der Philosoph Epikur lebte bereits 341 bis 270 v.Chr. Epikur beschäftigte sich mit Lebensphilosophie – wie muss ich leben, damit mein Leben lebenswert wird? Jeder Mensch sollte Seelenruhe und Gelassenheit anstreben, damit er glücklich werden kann. Doch wie erreicht man diese Geisteszustände? Vor allem nicht mit der Angst vor dem Tod. Epikur sah die Todes- und Gottesfurcht als größte Hindernisse, um inneren Seelenfrieden zu erreichen. Entscheidungen und Lebenswege beeinflussen ausschließlich wir, daher ist die Angst vor Göttern unberechtigt. Die Angst verursacht nur Unglück und neben der Gottesfurcht ist unsere größte Angst, die vor dem Tod. Nur wenn wir diese überwinden können, werden wir glücklich. Epikur sieht diese Angst als gänzlich unbegründet, da der Tod das Ende unseres Bewusstseins und unserer Gefühle ist. Daher kann der Tod weder körperlich noch emotional erfahrbar für uns sein. Und warum sollte man sich vor etwas fürchten, was jenseits unserer Wahrnehmung liegt? Angst vor dem Vergessenwerden Es klingt alles so logisch. Man wird am Ende sterben, es ist der Kreislauf, dem wir alle nicht entkommen können. Die Angst vor dem Tod ist etwas gänzlich Absurdes. Dennoch ist sie da, sucht uns ganz besonders heim, wenn eine geliebte Person mit der Endlichkeit des eigenen Seins überrumpelt wird und uns auf einmal schmerzlich bewusstwird, dass alles, was wir auf dieser Welt an Besitztümern anhäufen, an Freundschaften knüpfen oder uns an Wissen aneignen, mit uns gehen wird. Die Erinnerung an einen wird zunächst sehr präsent sein, aber von Tag zu Tag, Monat zu Monat und Jahr zu Jahr immer blasser werden. Ist es nicht das, was einen Angst macht? Nicht der Prozess des Sterbens, sondern das Sichauflösen? Kaum einer kann wohl leugnen, dass man die Sinnhaftigkeit der eigenen Existenz infrage stellt, wenn man darüber nachdenkt, dass man schlichtweg ausgelöscht wird, unbedeutsam sein wird. So ergeht es auch Irvin Yalom, der auf einmal ein sexuelles Verlangen nach anderen Frauen an sich wahrnimmt und hin und wieder sich dabei erwischt, nicht an den Tod seiner Frau zu denken. Für die Hinterbliebenen ist das ein heilender Prozess, aber gleichzeitig auch ein seltsames Gefühl, dem Andenken einer geliebten Person nicht mehr gerecht werden zu können. Lesenswert? Dem Ehepaar Yalom ist es in „Unzertrennlich“ gelungen, dem Tod offen in die Augen zu schauen. Ein Thema, was insbesondere in diesem persönlichen Kontext, schwer in Worte zu fassen ist, wurde hier sowohl biologisch, psychologisch als auch irrational aufgegriffen. Insbesondere diese Mischung macht die Lektüre so interessant: Zwei Wissenschaftler beginnen teilweise objektiv und pathologisch über den Tod zu reflektieren. Von Kapitel zu Kapitel werden beide Wissenschaftler mehr zu emotionalen Menschen, die merken, dass sich metaphysische Themen wie Tod und Lebenssinn nicht immer rational erklären lassen. Der Tod geht auch bei klugen Denkern unter die Haut und viele Passagen, in denen Irv sich eingesteht, dass er sich das Leid seiner Patienten leichter vorgestellt hätte, zeugen von Ehrlichkeit und Menschlichkeit. Was dem Buch einen kleinen Minuspunkt verschafft, sind die sehr selbstverliebten Passagen des Psychotherapeuten. Es wird doch etwas zu häufig betont, welch eine heilende Wirkung seine eigenen Romane auf ihn haben und wie selten er in seinen Therapien falsch lag. Aber irgendwie ist das ja auch auf eine gewisse Weise ehrlich…

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Irvin Yalom, eines der bedeutendsten Psychiater Amerikas und Marilyn Yalom, Professorin für französische Literatur haben sich als Jugendliche ineinander verliebt, geheiratet, Kinder großgezogen und beeindruckende Karrieren gemacht. Nun ist Marilyn schwer an Krebs erkrankt, Multiples Myelom ist die Diagnose. Zwar kann man Jahre, gar Jahrzehnte mit der Krankheit leben, jedoch schlagen die Therapien bei Marilyn nicht an. Als ein Ende nahe wird, beginnen sie, gemeinsam ein Buch zu schreiben. Abwechselnd, Kapitel für Kapitel. So entsteht „Unzertrennlich“, ein Tagebuch der letzten Monate von Irvin und Marilyn als Paar. Sie schreiben von dem Kampf gegen den Krebs, von dem Rückhalt in der Familie und im Freundeskreis, von der Hoffnung auf ein bisschen mehr Zeit zusammen. Am Ende stirbt Marilyn – und Irvin schreibt das Buch allein fertig. Es ist schwierig, wenn nicht gar unmöglich, ein Buch wie „Unzertrennlich“ auf einer einfachen Rezensions-Skala von 1 bis 5 einzuordnen. Wie soll man das Tagebuch, die Erlebnisse, all das Persönliche und Intime von zwei Personen bewerten wollen? „Unzertrennlich“ ist keine Geschichte, die darauf ausgelegt ist, besonders spannend oder aufregend zu sein. Sie ist nicht in einem besonders schönen Schreibstil geschrieben, eher sachlich und nüchtern und beschreibt chronologisch die letzten Monate eines Paares. Ich habe das Buch relativ zügig gelesen, musste es aber zwischendurch immer wieder mal weglegen, weil die beschriebenen Tatsachen darin, die Tatsache, dass Marilyn bald stirbt und Irvin für immer verlässt, sehr bedrückend und traurig macht. Das Yalom-Paar ist nicht religiös und es glaubt nicht an ein Leben nach dem Tod. Wenn Marilyn gestorben ist, so sagen es beide, dann gibt es sie schlichtweg nicht mehr. Kein Bewusstsein. Keine Marilyn. Nur noch ein Körper, der nach und nach in der Erde verwest. Oft zitieren sie andere Wissenschaftler zum Thema Sterben und Tod. Es wird deutlich, dass es sich bei den Yaloms um ein überaus intellektuelles Paar handelt. Einige Stellen in dem Buch finde ich persönlich etwas übertrieben in den Vordergrund gerückt, so betont Irvin Yalom zum Beispiel immer wieder subtil seine exzellenten Fähigkeiten als Therapeut und verweist in „Unzertrennlich“ des Öfteren auf seine eigenen Romane und Sachbücher, die so hervorragend seien und ihn in seiner Trauer begleiten, in dem er seine eigenen Bücher erneut liest. Seine hohe Meinung zu seinen Büchern wirken aber nicht in Szene gesetzt, sondern einfach authentisch, vielleicht ist er in seiner Person nun mal so. Irvin Yalom versucht nicht, sich in dem Buch besonders gut darzustellen, sondern die Wahrheit abzubilden. Er beschreibt die tollen Momente, die jeder gerne hört und liest, aber als Leser*in erhält man auch Einblick in die Schattenseiten seiner Persönlichkeit, so berichtet er zum Beispiel frei heraus von Zwangsgedanken, die er schon so oft bei anderen Menschen therapiert hat und nun selbst schwerlich loswird und beschreibt seine Schuldgefühle, die er hat, nachdem er nach Marilyns Tod auf einmal sexuelle Gedanken hat. „Unzertrennlich“ ist eine schwermütige, traurige Lektüre. Authentisch erzählen Irvin Yalom und Marilyn Yalom ihre Geschichte davon, was passiert, wenn die wichtigste Person im Leben stirbt.

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Der letzte Wunsch der todkranken Marylin Yalom ist es, ein gemeinsames Buch mit ihrem Ehemann Irvin D.Yalom zu schreiben. Serh emotional und mitreißend, ich konnte das Buch nicht weglegen.

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Ich möchte dieses Werk lieber Tagebuch, als Biografie, Roman oder Erzählung bezeichnen, denn die intimen Gedanken, die einem hier schonungslos und ehrlich begegnen, geben dem Leser das Gefühl, heimlich an einem fremden Leben teilzuhaben. Die Fotografien, die abgedruckt und von dem Sohn der beiden gefertigt wurden, verstärken diese persönliche Bindung. Es gehört viel Mut dazu, auch seine dunkelsten Gedanken mit anderen zu teilen. Die Autoren Irv und Marilyn Yalom sind in vielerlei Hinsicht beeindruckenden Persönlichkeiten. Intellektuell, liebevoll, empathisch - Sie sind von nun an mein Vorbild für eine liebevolle Ehe (und das nach 73! Jahren Beziehung) und Nächstenliebe. Diese unfassbar respektvolle Zuneigung, die diese beiden füreinander empfinden, ist für meine zarten 26 kaum greifbar. Sie leben nach der Formel: Drei Dinge sind im Leben eines Menschen wichtig: Menschlichkeit, Menschlichkeit und Menschlichkeit. Als Marilyn ihre tödliche Diagnose erhält, beschließt sie, mit ihrem Mann dieses Buch zu schreiben. Ihr letztes von vielen veröffentlichten Werken, denn Irv muss es alleine beenden. In ihren letzten Wochen sagt Marilyn zu ihm: „Irv, ich bereue nichts.“ Ich hoffe diese Worte auch eines Tages sagen zu können. Das Thema Tod wird oft tabuisiert. Nun: Hier nicht! Beide teilen ihre Gefühle und Gedanken über die Angst vor dem Tod, das Loslassen, das Trauern, Schamgefühle, Das Weiterleben, Suizidgedanken und die Angst, vergessen zu werden. Wer in diesem Buch nach Aktion und Spannung sucht, sucht vergeblich. Was man aber bekommt: Tiefe psychologische Einblicke eines jahrelang erfolgreichen Psychologen. Die Möglichkeit, die Erinnerungen über das bewegte Leben zweier Menschen zu wahren, wenn sie es nicht mehr können und sie somit weiterleben zu lassen. Emotionen, die einen so ins Herz treffen, dass auch Tränen laufen können. Wunderschöne Worte und Zitate! Irv ist vor vier Tagen 90 Jahre alt geworden. Herzlichen Glückwunsch und danke, für diese Seiten. Ich hoffe wirklich, dass diese beiden Menschen noch 100te von Jahre in den Köpfen und Gedanken ihrer Leser weiterleben. Ich bin mir sicher, dass ich in meinem Leben noch oft an ihre Worte denken und an so manchen schlechten Tag zu diesem Buch greifen werde. Ohne sie persönlich gekannt zu haben, bin ich dankbar, ihre Erinnerungen zu meinen hinzuzufügen.

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Wie ist es dem Tod im Alter gegenüberzustehen? Wie kann man ohne einen geliebten Menschen weitermachen? Marilyn und Irvin kennen und lieben sich seit ihrer frühen Jugend. Sie haben alles zusammen erlebt: Das Ende der Schulzeit, die Jahre an der Universität, ihr Zusammenzug, das Gründen einer Familie und das gemeinsame alt werden. Also bei Marilyn dann jedoch eine schwere Krankheit diagnostiziert wird, wird ihnen bewusst, dass sie nicht mehr so viel Zeit gemeinsam haben. In den letzten Monaten von Marilyns schweren Kampf gegen die Krankheit, beginnen Irvin und Marilyn ihr erstes - und letztes - gemeinsames Buch zu schreiben. Ich bin 23 Jahre alt und damit hoffentlich noch einige Jahrzehnte davon entfernt, um mir Gedanken um meinen eigenen Tod zu machen. Dennoch hatte mich die Geschichte des Paares so angesprochen, dass ich nicht anders konnte, als die letzten Aufnahmen ihres gemeinsamen Lebens zu lesen. Auf den ersten Seiten des Buches wurde mir dann allmählich klar, dass ich vielleicht doch nicht so weit entfernt bin, von Gedanken, Ängsten und Hoffnungen, die in Verbindung mit dem Thema und Leben und Tod einhergehen. Eher wirken die Gedanken im Gegensatz zu meinen nicht fremd, wenn auch logischerweise ausgereifter und versuchten mich gleichzeitig auf eine ganz neue Art und Weise herauszufordern. Bereits im Klappentext wird klar, dass dieses Buch die wahrscheinlich letzten Worte an uns als Leserschaft enthalten. Marilyn verstirbt 2019 und lässt Irvin mit dem Rest des Buches und seiner Trauerbewältigung zurück. Als Psychiater ist er mit dem Thema Tod besonders gut vertraut. Und genau dieser Aspekt scheint Irvin besonders zu verfolgen. In unglaublich ehrlicher und offener Art erzählt er vom Leben ohne Marilyn. Keine Träne blieb auf den Seiten ungeweint. Dieses Buch ist wirklich ein Meisterwerk voller Ehrlichkeit und absoluter Wahrheit. Dieses Autor*innen-Ehepaar hat mich absolut überzeugt, weshalb ich in den kommenden Wochen ein weiteres Buch, dieses Mal von Marilyn Yalom allein, vorstellen werde. Doch bevor ich mich nun ihrem letzten Buch zuwende (Die Unschuld der Opfer) möchte ich jeder Person dieses Buch ans Herz legen. Ehrlichkeit, philosophische Gedanken und die Auseinandersetzung mit dem Tod - das ist es, was dieses Buch besonders macht. Jahreshighlight ✨

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Erst im Dezember las ich „Wie man wird, was man ist“ von Irvin D. Yalom, was mir diesen von mir geschätzten Autor nochmal ein Stück näher gebracht hat. Schon in dieser Autobiografie war mir aufgefallen, mit wie viel Wärme und Bewunderung er über seine Frau Marilyn, Kulturwissenschaftlerin und selbst Autorin, schreibt, so dass sich ganz automatisch meine Sympathie auch auf sie erstreckte. Umso mehr war ich betroffen, als ich nun erfuhr, dass Marilyn im letzten Herbst starb. Als fest stand, dass ihre Krankheit zum Tode führen würde, begannen beide ein Buch zu schreiben – das am Ende Irvin D. Yalom alleine fertigstellen musste. „Unzertrennlich“ lautet der Titel des Buches der durch 65 Ehejahre verbundenden Eheleute, in dem Irv im April 2019 beginnt, abwechselnd mit Marilyn über die Gefühle und Gedanken bis zu ihrem Tod schreibt und schließlich 125 Tage danach mit einem Brief an sie schließt. „Ich kann noch schreiben, und dieses gemeinsame Projekt mit Marilyn ist ein Lebenselexier, nicht nur für sie, sondern auch für mich.“ (S. 83 – Irv im August) Tiefe Ehrlichkeit und stete Reflektion sind sicherlich die treibenden Kräfte, die ihn und Marilyn auszeichnen – und die auch das vorliegende Buch so unvergleichlich und wertvoll machen. Hier wird nichts schöngeredet, es wird um jede Nuance gekämpft, um das zu erreichen, was man Authentizität nennt. Das allmähliche Sterben bis hin zum begleiteten Suizid von Marilyn ist gesäumt von Irv’s Schmerz über den bevorstehenden Verlust und durchsetzt von Gedanken bezüglich seiner eigenen Sterblichkeit. Denn Irv wird im Juni 2021 neunzig Jahre alt und ist immer davon ausgegangen, dass Marilyn ihn überleben würde. Doch nun bereitet Marilyn ihren Abschied vor und sehnt sich aufgrund des größer werdenden Leidendrucks immer mehr den Tod herbei. Beide schildern ihre ganz persönlichen Gedanken und Gefühle, legen ihre Schmerzen und Schwächen offen. Beim Lesen fühlt man mit ihnen und nimmt an ihrer Geschichte Anteil. Als schließlich für Irv die Zeit des Lebens nach dem Tod von Marilyn beginnt, durchlebt man mit ihm die Verzweiflung und schließlich seine Versuche, sich als Therapeut an das zu erinnern, was er Patientinnen und Patienten in seiner Situation geraten oder in seinen Büchern geschrieben hatte. Auch muss er sich neu organisieren und Entscheidungen darüber treffen, welche Dinge von ihr bleiben sollen und was weg darf. Keine einfache Thematik und doch ist „Unzertrennlich“ für mich ein wunderbares Erinnerungsbuch an Marilyn Yalom mit vielen privaten Familienbildern, abgedruckten Trauerreden und liebevollen Gedanken von Irv. Gleichzeitig ist es ein Buch über das Älterwerden und allmähliche Abschiednehmen vom Leben. „[…] so glaube ich tatsächlich, dass Menschen, die im Sterben liegen – wenn sie zum Nachdenken Zeit haben -, dazu neigen, das Leben, das sie gelebt haben, zu bewerten. Gewiss ist das bei mir der Fall. Und ohne selbstzufrieden im falschen Sinne sein zu wollen, habe ich den Eindruck, dass ich keinen Schaden angerichtet habe und mich dem Ende ohne viel Bedauern und wenig Schuld nähern kann.“ (S. 172 – Marilyn im November)

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