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Rezensionen zu
Diebe des Lichts

Philipp Blom

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Mal ein anderes Highlight

Von: Alicia

30.11.2021

"Diebe des Lichts" ist ein historischer Roman von Philipp Blom, welcher im zerrissenen Europa des 16. Jhd. spielt. Dabei sind die Brüder Sander und Hugo die Hauptcharaktere - geflohen aus Flandern kommen beide Jahre später nach Rom und Neapel. Immer wieder gibt es Aufruhr, den beiden ist keine Ruhe vergönnt. Die Sprache des Autors ist für mich untypisch und sicher nicht für jeden etwas, gleichzeitig aber auch sehr ergreifend. Dinge werden ins kleinste Detail mit zahlreichen bildhaften Stilmittel erzählt - so kann man ein genaues Bild im Kopfaufbauen. Dabei springt aber die Handlung mir manchmal zu schnell. Jedoch sind die Charaktere grandios und mit Tiefe aufgebaut. Insgesamt wurde die Zeit und die Geschichte um die Brüder in einer sehr intensiven Form beschrieben - auch wenn ich mir persönlich ein anderes Ende ge"Diebe des Lichts" ist ein historischer Roman von Philipp Blom, welcher im zerrissenen Europa des 16. Jhd. spielt. Dabei sind die Brüder Sander und Hugo die Hauptcharaktere - geflohen aus Flandern kommen beide Jahre später nach Rom und Neapel. Immer wieder gibt es Aufruhr, den beiden ist keine Ruhe vergönnt. Die Sprache des Autors ist für mich untypisch und sicher nicht für jeden etwas, gleichzeitig aber auch sehr ergreifend. Dinge werden ins kleinste Detail mit zahlreichen bildhaften Stilmittel erzählt - so kann man ein genaues Bild im Kopfaufbauen. Dabei springt aber die Handlung mir manchmal zu schnell. Jedoch sind die Charaktere grandios und mit Tiefe aufgebaut. Insgesamt wurde die Zeit und diwünscht hätte. Ein wirklich empfehlenswertes Buch - mich hat es positiv überrascht!

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Tragische Lebensgeschichte eines Malers

Von: Hans G.

23.11.2021

Dieses Buch enthält Vieles, Vieles, das erstmal verdaut werden muss. Eine Geschichte zweier Brüder, die von Anfang an verbunden sind und die sich ihrem Schicksal stets gemeinsam stellen. Eine Geschichte von Gewalt und Flucht, von einem Nie-Ankommen-Können, von Macht und Ohnmacht, Liebe und Verlust, Reichtum und Armut, Vertrauen und Verrat. Eine Geschichte mit heute immer noch aktuellen Themen, wie z.B. der Scheinheiligkeit der Kirche, das Vertuschen von Verbrechen in den heiligen Gemäuern. Wir begleiten die niederländischen Brüder Sander und seinen Bruder Hugo, wie sie sich mittels Sanders Talent des Malens durchschlagen und Fuß zu fassen scheinen in Italien, nachdem Hugos aufbrausendes Temperament und ein Krieg in der Heimat sie dorthin verschlagen hat. Des Öfteren scheint sich das Blatt zu Sanders Gunsten zu wenden, doch das Schicksal und die Mächtigen, denen er untersteht, sitzen dann doch am längeren Hebel und wir müssen als Leser mit ansehen, wie ein göttliches Talent wie Sander es hat, nicht ausreicht, um in einer Welt, in der Geld und Status regieren, zu bestehen. Als Leser möchte man weiterlesen, erfahren, wie es weitergeht, mit hoffen und Sander die Daumen drücken. Dennoch gibt es auch so manche langatmigere Stelle und man kommt doch leicht etwas durcheinander bei den vielen Namen der Ranghöheren. Manche Geschehnisse am Ende sind etwas unerwartet, ich bin mir auch nicht sicher, ob ich sie wirklich realisitsch nachvollziehen kann, wenn man die Ereignisse vorher miterlebt hat. Sie erscheinen dennoch notwendig für das Finale, das dann kommt, aber passen irgendwie nicht zu 100% in das kreierte Gesamtbild. Ein gelungener Roman mit gut erarbeiteten Charakteren und einer allzu realistisch spürbaren Ohnmacht, die sich hindurch schlängelt.

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Ich fand das Buch leider etwas anstrengend zu lesen, da man doch oft mitdenken muss u. ich einfach lieber eine entspannende Geschichte lese. Dennoch fand ich es spannend wie die Geschichte ihren Lauf nimmt und wie einen die Kindheit prägen kann. Besonders durch Erlebnisse wie Krieg etc... wie gesagt für Kunstliebhaber oder geschichtlich Interessierte, die gerne eine Reise durch die Zeit machen ist es da perfekte Buch!

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Diebe des Lichts –absolut lesenswert!

Von: Ella B.

21.11.2021

Bei einem Buch, in dem es um Malerei geht, drängen sich die schlechten Wortspiele auf. Versuchen wir, sie zu umgehen. Diebe des Lichts spielt um das Jahr 1600 herum, ist aber von Rückblicken durchzogen. So beginnt der Roman mit der Kindheit des Protagonisten Sander und seines Bruders Hugo in den vom Achtzigjährigen Krieg gebeutelten Niederlanden. Dort wird ihre Familie von den Spaniern umgebracht. Als Folge dessen müssen die Brüder fliehen – über diverse Stationen in Europa bis nach Rom, wo die eigentliche Geschichte beginnt. Es ist schwierig, etwas über dieses Buch zu schreiben, ohne zu viel zu verraten. Es geht um Liebe und Verlust, Erfolg und Misserfolg, Politik und Intrigen, die katholische Kirche (zu dieser Zeit ein Sündenpfuhl), um Kunst, Vergebung und Gerechtigkeit. In einer Zeit, in der man auch als Nicht-Adeliger Erfolg haben, aber ebenso schnell auf dem Scheiterhaufen oder am Galgen enden konnte, folgen wir Sander auf seiner Reise zum Erfolg, der aber niemals garantiert ist. Glück, Frieden und Erfolg sind zerbrechliche Konstrukte und Sander wird mehr als einmal zum Spielball derer, die mächtiger sind als er. Das Buch taucht ein in das Leben der Renaissance, schildert detailgetreu die Städte, mit ihren Märkten und ihrer Pracht, die Schönheit und den Schmutz Roms und Neapels, zeigt aber auch die Folter der Inquisition und Schmerz. Das Buch ließ mich für eine Weile nicht mehr los – auch der beeindruckenden Sprache wegen. Alles in allem ein fesselndes Buch mit einem – zumindest für mich – sehr überraschenden Ende. Und da der Klappentext auch Wortspiele wie „ein Roman wie ein barockes Fresko – sinnlich und facettenreich“ und „das literarische Gemälde einer vergangenen Epoche“ bemüht, so füge auch ich meine schlechten Wortspiele hinzu: dieser Roman ist ein Sittengemälde seiner Zeit. Ein Bild von einem Buch! Absolut lesenswert.

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Ein Buch wie ein Gemälde

Von: Tsubame

18.11.2021

Ich lese nicht so häufig Historische Romane, aber da ich mich seit Jahren selbst mit der "Blumenmalerei" beschäftige, hat mich die Geschichte neugierig gemacht. Und was soll ich sagen? Es war, als wäre man direkt in die beschriebene Epoche eingetaucht, so lebendig und realistisch schildert Philipp Blom die Zeit Ende 16./Anfang 17. Jahrhundert. Hauptcharaktere sind die beiden Brüder Sander und Hugo aus Flandern, die als Kinder miterleben mussten, wie ihr Vater von den spanischen Besatzern ermordet wurde. Hugo verstummt durch das Trauma, Sander bringt sie beide durch. Bei einem flämischen Meister wird er zum Blumenmaler ausgebildet, während Hugo die Farben anmischt. Beide entwickeln sich zu Meistern ihres Faches, müssen jedoch nach Italien fliehen, nachdem Hugo einen anderen Gesellen im Streit mit einem Kerzenleuchter erschlagen hat. Ihre Odyssee führt sie nach Rom und von dort aus nach Neapel. Durch die fundierten Geschichtskenntnisse des Autors erfährt man viel über die damalige Zeit und ihre Gepflogenheiten. Man taucht ein in die ärmlichen und verwinkelten Gassen Neapels, nimmt teil an den dekadenten Festen von Klerus und Adel, erfährt Wissenswertes über damalige Heilungsmethoden der Syphilis, ist entsetzt über die Eingeschränktheit der Frauen, die über ihr eigenes Leben nicht bestimmen konnten und die - angeschwärzt von einem missgünstigen Nachbarn - schnell in Verdacht kamen, Hexen zu sein oder ungewollt schwanger, vom eigenen Vater ins Kloster abgeschoben werden konnten. Das alles ist so lebendig und bildhaft geschildert, dass man das Gefühl hat, man würde in einem Gemälde herumspazieren. Für mich persönlich war es natürlich auch interessant, mehr über damalige Maltechniken und den Gebrauch von Farben zu erfahren. Man spürt beim Lesen förmlich den steifen Nacken und die klammen Glieder Sanders, die er sich beim Anfertigen eines Deckengemäldes zuzieht. Der Roman ist spannend und lebendig geschrieben, was für einen Historiker als Autor auch nicht selbstverständlich ist, so dass ich abschließend sagen kann, dass ich mich bis zum Schluss bestens unterhalten gefühlt habe.

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Lust auf einen Ausflug in die italienische Renaissance? Dann solltet ihr zu „Diebe des Lichts“ greifen, dem Roman des Historikers und Journalisten Philipp Blum, der es hier wie kein anderer versteht, diese Epoche zum Leben zu erwecken. Begleiten wir Sander und Hugo, die beiden Brüder aus Flandern, die bei einer Vergeltungsaktion der spanischen Besatzer miterleben, wie ihr Vater abgeschlachtet und ihr Gehöft niedergebrannt wird. Ein Wendepunkt in ihrem Leben, denn nun müssen sie für sich selber sorgen. Sie verlassen ihre Heimat auf der Suche nach einem Neuanfang. Ein Maler hat Mitleid, bildet Sander in der Kunst des Blumenmalens aus und lehrt dessen Bruder das Farbenmischen. Hugo verschließt sich, spricht nicht mehr, vergräbt die Wut über das Erlebte tief in seinem Inneren, doch sein Jähzorn bricht sich immer wieder Bahn und ist schließlich auch dafür verantwortlich, dass die Brüder einmal mehr gewohntes Terrain verlassen müssen. Ihr Weg führt sie nach Italien. Rom, Neapel und Palermo sind die Stationen ihrer nicht immer freiwilligen Reise, auf der Sander seine Fähigkeiten komplettiert und als Maler zu Ansehen gelangt. Hugo hingegen mischt tagsüber weiter die Farben und kämpft in der Nacht mit seinen Dämonen. Aber es kommt der Tag, an dem auch Sander zwischen die Fronten gerät und sich entscheiden muss… Philipp Blom zeichnet in üppigen Farben zum einen das Gemälde einer Zeit, die von politischen und religiösen Konflikten geprägt ist, zum anderen aber auch das Bild einer zerissenen Gesellschaft. Hier Adel, Kirche und deren Günstlinge, dort das einfache Volk, das von der Hand in den Mund lebt. Intrigen und Verschwörungen prägen diese Zeit, die Verfolgung Andersdenkender ist eher die Regel als die Ausnahme. Die kirchliche Obrigkeit bestraft erbarmungslos jeden, der aus der Reihe tanzt. Man nennt sie Ketzer, die klugen Köpfe aus Dichtung, Kunst, Wissenschaft. Giordano Bruno, Caravaggio, Galileo Galilei, man kennt die Namen, weiß um deren Schicksal. Die Inquisition macht vor niemandem Halt. Kerker und/oder Verbannung sind noch die harmlosesten Strafen, der Tod auf dem Scheiterhaufen erfreut nicht nur die Kirchenoberen sondern bietet auch dem Pöbel Abwechslung aus dem freudlosen Alltag. Ein gut recherchierter historischer Roman, dessen sprachliche Qualität weit über dem Durchschnitt dessen liegt, was man üblicherweise in diesem Genre erwarten darf. Sehr empfehlenswert!

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Hieronymus Bosch hätte es nicht besser malen können

Von: Dominik Alexander

16.11.2021

Als Kinder im Krieg traumatisiert, schlagen sich der zehnjährige Sander und sein jüngerer Bruder Hugo am Ende des 16. Jahrhunderts von den Niederlanden nach Italien durch. Sander entwickelt sich zum talentierten Maler, der verstummte Hugo wird zu seinem Assistenten. Als die Erzählung mit ihrer Haupthandlung beginnt, ist Sander 38 Jahre alt und lebt mit seinem Bruder in Rom weitestgehend auf der Straße. Doch eine Begegnung verändert beider Leben, wie auch Sanders Wille zu Ruhm, Erfolg und Wissen um sein Können sich nun entfalten kann und damit zu den folgenden Wendungen in seinem Leben entscheidend beiträgt. Philipp Blom entfaltet auf 478 Seiten ein Gemälde dieser vergangenen Zeit, wie es Hieronymus Bosch nicht besser hätte malen können. Die verzerrten Fratzen, missgestalteten Fantasiewesen und schauerlichen Schreckgestalten formen sich aus den schwarzen Buchstaben und ziehen das Weiß der Seiten mit sich. Immer wieder greift der Autor auf kleine, zurückliegende Episoden zurück, so als würde er eine Gestalt seines Gemäldes schärfen oder übermalen oder gänzlich ausradieren, um sie gegen etwas völlig anderes einzutauschen. Stück für Stück erfährt der Leser mehr und mehr vom Martyrium der Brüder und der Menschen, die ihnen begegnen. Ziehen sie das Leid an oder sind sie es, die Leid über ihre Umgebung bringen? Bei aller Sinnlichkeit der Erzählung wird erst am Ende des Romans klar, wie stark die Farben des Bildes allen Schrecken übertüncht haben. Doch der Schrecken zeigt sich. Am Anfang und am Ende. Fazit: Die Lektüre war größtenteils ein Genuss. Leider hat das Lektorat nicht zufriedenstellend gearbeitet: Hier und da gibt es Schreibfehler, Dopplungen und holprige Formulierungen. An anderen Stellen gibt es geringe Logikfehler. Doch das stört die Lektüre nur unwesentlich. Wer spannende Historienromane aus der frühen Neuzeit gerne liest, kann hier bedenkenlos zugreifen.

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Absolut empfehlenswert.

Von: Ela Winterhalter

16.11.2021

Klappentext : Seit Sander als Junge 1572 in Flandern miterleben musste, wie sein Vater von den spanischen Besatzern ermordet wurde, ist er ein Getriebener. Ein Meister bildet ihn als Blumenmaler aus, und sein Bruder Hugo, der nach dem Tod seiner Eltern verstummt ist, mischt für ihn die Farben. Doch Hugo ist ebenso jähzornig und unberechenbar wie sanft, und als er ein Gewaltverbrechen begeht, müssen er und Sander fliehen. Sie finden Anstellung in einem Atelier in Rom, erleben die Verschwendungen des Papstes, die Intrigen im Kardinalspalast von Neapel und beide auf ihre unterschiedliche Art die Freuden verbotener Liebe. Immer wieder entdeckt Sander einen Ausweg aus scheinbar aussichtslosen Abenteuern. Ein großer Roman, der prägende Gestalten wie Giordano Bruno, Caravaggio und die großen Kleriker lebendig macht. Mein Fazit: Das Buch "Diebe des Lichts" führt den Leser in die verschiedenen Etappen des Lebens der zweier Brüder, immer Sprach- und Bildgewaltig und lässt einem die Zeit um sich herum vollkommen vergessen. Ich war beeindruckt von dem Geschick und der Ästhetik der Sprache Phillip Bloms und möchte keine Zeile mehr missen. Das ist eines der Bücher, die ich sicherlich noch öfter lesen werde, wenn auch der Umfang am Anfang etwas viel erscheint. Blom hat es geschafft, das 16. Jahrhundert imposant, intensiv und emotional zu beschreiben, wie kein anderer bisher. Definitiv lesenswert. Das Buch wurde mir vom Verlag kostenlos zum Testlesen zur Verfügung gestellt. Dies beeinträchtigt mein Urteil jedoch nicht – versprochen.

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