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Rezensionen zu
Bergland

Jarka Kubsova

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Guter Anfang, kitschiger Abgang

Von: Nikolaus Neumaier aus Andechs

20.09.2021

Das Buch hat mir die ersten 2/3 gut gefallen. Gut geschrieben, gut aufgebaut. Auch wegen der kritischen Beschreibung des Tourismus. Was aber kein Südtiroler Phänomen ist. Ab dem Krankenhaus Aufenthalt der jungen Wahl Bäuerin wird das Buch sehr schwach. Plötzlich wendet sich alles zum Guten. Der Großvater liebt seine Enkelkinder und der Ehemann lässt anscheinend über Nacht sein Vorhaben fallen, den Hof zu verkaufen. Außerdem gibt es die begehrte - zuvor kritisierte - Auszeichnung des Tourismusverbandes und die Familie fährt auch noch in Urlaub ans Meer. Juhu! So viel Glück, so viel Klischee und nebenbei wird auch noch die EU Agrarpolitik erläutert. Ich kann das Buch nicht empfehlen. Nikolaus Neumaier

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"Bergland" - ein Roman von Jarka Kubsova im Südtirol der vierziger Jahre in der Innerleit angesiedelt, erzählt von einer jungen Frau, allein auf einem Hof, dem höchsten im Südtiroler Tiefenthal - von Rosa, der Tochter des verstorbenen Josef Breitenberger, die die Natur begreift und formt. Der Fortschritt ist nichts für sie - sie möchte ihr kleines Paradies so erhalten, wie es ist. Dann lesen wir in der Zukunft weiter, zwei Generationen nach Rosa sind es ihr Enkel Hannes und dessen Frau Franziska, die Feriengäste beherbergen, um den Hof zu erhalten. Dann passiert etwas Schreckliches, können sie ihre Zukunft weiter sichern, müssen sie gehen und können sie bleiben, aber wollen sie das überhaupt ??? und kann evtl. Rosas Vermächtnis helfen ... ??? Leseprobe: ======== Der Herbst kam früh in diesem Jahr. Es war, als ob der Sturm ihn ins Tal geblasen hätte. Die Luft kühlte herunter und wurde nicht mehr warm. Der Himmel blieb grau wie eine anhaltende Dämmerung, und als die Totengräber die Erde über Mathias Unterholzner zuschaufelten, tauchten plötzlich schwarze Wolkenköpfe auf und blieben stehen, als wären sie geladen, bevor sie schließlich weiterzogen. ... Wundervoll geschrieben hat mich dieser Berg- und Heimatroman zu 100 Prozent überzeugt. Er erzählt vom Postkartenidyll, welches doch keines ist, vom harten Leben in den Bergen, vom Überleben von den Generationen, wie sie sich durchschlugen und -schlagen. Die Autorin hat mehr als ein halbes Jahr auf einem Bergbauernhof gelebt, um dieses Buch so authentisch schreiben zu können, das spürt man auch ... Das Leben in der Südtiroler Region wird lebendig - damals in den Mittvierzigern und zwei Generationen danach. Einfühlsam geschrieben, lebendig, fesselnd und spannend werden die Gedanken, Gefühle und das Tun der Bergbauern sehr hautnah beschrieben, emotional und auch in die Tiefe gehend mit einer eingängigen Handlung, in der man sich sofort wohlfühlt und in die man sich eindenken kann. Sehr gutes Buch !!!

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„Der Tourist zerstört, was er sucht, indem er es findet.“ (Hans Magnus Enzensberger, zitiert in "Bergland" von Jarka Kubsova) INHALT: Im Südtiroler Tiefenthal in den vierziger Jahren: Rosa bewirtschaftet allein den Bergbauernhof auf der Innerleitalm. Von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang ackert die Rosa ganz oben am Berg, schlägt Holz, füttert und melkt die Tiere, pflügt und sticht den Gemüsegarten um. Die Tiefenthaler staunen nicht schlecht. Das hätten sie der Innerleit-Rosa nicht zugetraut! Schon gar nicht als Frau! Bereits mit 12 Jahren musste Rosa die Mutterrolle für ihre Geschwister übernehmen. Doch die Schwestern zog es irgendwann zu einem „bequemeren“ Leben in die Stadt und die Brüder und ihr Mann wurden im Krieg gebraucht. Es kommt alles anders als gedacht und als der Vater stirbt, ist Rosa auf sich allein gestellt. Noch Generationen später spricht man von der fleißigen Frau und fragt sich, wie sie das alles allein hinbekommen hat. Rosas Sohn ist schon älter, mittlerweile führt dessen Sohn Hannes mit seiner Frau Franziska den Hof. Doch inzwischen ist es immer schwieriger geworden, von der Landwirtschaft zu leben. Viele Bauern sind mittlerweile darauf angewiesen, entweder Zimmer an Gäste zu vermieten oder einen zweiten Vollzeitjob auszuüben. Die Ansprüche der Touristen steigen und Franziska fragt sich, wie sie das alles noch bewältigen sollen. Sind sie nach all den Jahren tatsächlich gezwungen, den Hof aufzugeben? (TRIGGERWARNUNG: Behandelt u. a. das Thema Depressionen) MEINUNG: Es sind Bücher wie „Bergland“, in die man nach dem Lesen so gerne wieder zurück möchte. Obwohl die Grundstimmung des Buches nicht besonders heiter war (im Gegenteil!), bin ich am Tag nach dem Beenden des Buches, gedanklich und gefühlt immer noch auf der Innerleitalm. Die Autorin hat für ihr Romandebüt selbst sieben Monate auf einem Bergbauernhof in Südtirol verbracht und das merkt man! Sie beschreibt alles wunderbar anschaulich und bildlich, sodass man sich die ländliche Idylle, aber auch die schwere Arbeit und die unterschiedlichen Wetterlagen gut vor Augen führen kann. Ich bewundere Rosa für ihre Kraft und Ausdauer, die sie an den Tag legt. Eine absolute Power-Frau, die trotz aller Widrigkeiten nicht aufgibt! Ihr Leben ist der Bergbauernhof, mit Herz und Seele. Beim Lesen wurde mir nochmals vor Augen geführt, wie viel Arbeit so ein Bauernhof macht, und dass er mit Bullerbü & Co. nur wenig gemein hat. Früher gab es noch weniger Hilfsmittel, vieles musste von Hand gemacht werden und die Erträge wurden viel mehr geschätzt. Heute geht es oftmals nur noch um Zahlen, um Massenabfertigung und um Auflagen, die erfüllt werden müssen. Das Tierwohl steht häufig nicht mehr im Vordergrund. Ferien auf dem Bauernhof wurden die letzten Jahre immer beliebter. Dass die Gäste dabei nur die Sonnenseite der Landwirtschaft erleben wollen, und dass die eigentliche Arbeit dahinter absolut nichts mit Urlaub zu tun hat, wurde mir durch Franziskas Perspektive nochmals eindrücklich bewusst gemacht. Dafür waren die unterschiedlichen Generationen und deren Perspektiven ideal beschrieben – sie ergänzten sich und ergaben so ein stimmiges Gesamtbild. Außerdem sind mir die Protagonisten – vor allem die starken Frauenfiguren - total ans Herz gewachsen! Außer einigen Längen, die sich etwas gezogen haben, habe ich absolut nichts zu beanstanden. FAZIT: Wer Geschichten über mehrere Generationen liebt und wem der Sinn nach beschaulicher Lektüre mit ländlicher Szenerie und gesellschaftskritischer Note steht, der sollte sich das Buch nicht entgehen lassen! 4-4,5/5 Sterne!

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Der Roman erzählt über drei Generationen vom Leben auf einem Bergbauernhof. Den breitesten Raum der drei Erzählstränge nimmt die dabei die Gegenwart ein: mit Landwirtschaft kommt man kaum noch auf einen grünen Zweig. Stattdessen wird der Hof wird zur Instagram-tauglichen Kulisse, seine Bewohner zu touristischen Servicekräften. Das mühsame Leben hoch oben auf dem Berg beschreibt Jarka Kubsova kenntnisreich und unterhaltsam, mit liebevollen Blick auf den kantigen Sepp und seine freiheitsliebende Mutter Rosa, und viel Empathie für die heillos überlastete Franziska.

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Der Roman erzählt über drei Generationen vom Leben auf einem Bergbauernhof. Den breitesten Raum der drei Erzählstränge nimmt die dabei die Gegenwart ein: mit Landwirtschaft kommt man kaum noch auf einen grünen Zweig. Stattdessen wird der Hof wird zur Instagram-tauglichen Kulisse, seine Bewohner zu touristischen Servicekräften. Das mühsame Leben hoch oben auf dem Berg beschreibt Jarka Kubsova kenntnisreich und unterhaltsam, mit liebevollen Blick auf den kantigen Sepp und seine freiheitsliebende Mutter Rosa, und viel Empathie für die heillos überlastete Franziska. Als Hörbuch wunderbar gelesen von Britta Steffenhagen.

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Bewegender Roman

Von: Annithrill

02.09.2021

Die Berge ziehen viele uns als Urlaubsort an. Die Weite, die Ruhe, das Abenteuer... Nun habe ich soeben dieses Buch zugeschlagen und eine Geschichte aus Südtirol gelesen, die mich sehr berührt hat. Aber was verbirgt dieses (auf den ersten Blick) doch recht unscheinbare Buch? Der Innerleithof auf 1670 Meter Höhe in Tiefenthal existiert seit vielen Jahren und hat mehreren Generationen nach Josef Breitenberger ein Zuhause gegeben. Rosa, die 1944 nach dem Tod ihres Vaters, den Innerleithof übernimmt, verbringt Tag ein Tag aus schon Ewigkeiten auf dem Hof. Sie lebt dort, arbeitet, zieht ihre Kinder groß, trägt einige ihrer Lieben zu Grabe und strotzt den alltäglichen Hürden. Doch sie liebt und lebt dieses Leben. Weit oben, abgeschieden vom nächsten Dorf. Während die Welt sich weiterdreht, hält sie an dem Gewohnten fest, sehr zum Leid ihres Sohnes, der gerne Schwung in den Hof bringen möchte. 2 Generationen später wird der Hof von ihrem Enkel Hannes und seiner Frau Franziska bewirtschaftet. Sie führen ihre kleine Pension hoch oben - einsam in den Bergen. Die alltäglichen Sorgen scheinen sie zu meistern. Auch wenn hart formales kämpfen, sie erledigen ihre Aufgaben mit Liebe und ihrer Seele. Aber ist dies für ihr Leben eine Zukunft? Abgeschieden, Selbstverständlichkeiten wie kurz einkaufen, WLAN und Ähnliches sind nicht vorhanden... Franziska war in diesem Buch wie eine Freundin für mich, ihre Gedanken und ihren Humor konnte ich jederzeit mitfühlen. Ich bin mit ihr durch Höhen und Tiefen gegangen. Das Buch wechselt in seinen Erzählungen in das Leben von Rosa und in die Gegenwart von Hannes und Franziska. Dieser Wechsel hat mir unglaublich gut gefallen, da man als Leser den direkten Vergleich des Lebens auf dem Hof in den verschiedenen Zeiten 1944/heute hat. Für mich waren die Kapitel in der Gegenwart näher. Diese konnte ich für mich näher empfinden. Da ich in meinem Leben eher als Urlaubsgast die Pensionen/Hotels erlebe, war für mich die Sichtweise der Inhaberin sehr interessant und hat mich oft zum Nachdenken angeregt. Eine klare Leseempfehlung für einen ruhigen aber sehr intensiven Roman, der das Leben in weiten Höhen beschreibt.

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---- Südtirol ist mein heimlicher Sehnsuchtsflecken. Ich liebe die Natur, die Berge, die Menschen und wenn ich könnte, wäre ich oft dort oben, um abzuschalten und zu genießen. Deshalb musste ich diesen Roman unbedingt lesen und wurde nicht enttäuscht. ---- Die "Innerleit-Rosa" bewirtschaftet in den Vierzigerjahren auf 1670 m Höhe allein einen Bergbauernhof. Ihre Familie wird durch den Krieg zerstört und aus ihrer Ehe bleibt nur ihr Sohn. Hart und einsam ist der Kampf mit der Natur, den Rosa auf sich nimmt. Traditionen sind ihr wichtig und der viel gerühmte Fortschritt, den ihr Sohn Sepp so gern durchsetzen möchte, ist ihr ein Dorn im Auge. Jahre später hat der Tourismus auf dem Hof Einzug gehalten und Rosas Enkel Hannes und dessen Frau müssen sich anderen, aber genauso harten Herausforderungen stellen. Jarka Kubsova, bekannt durch Sachbücher und Reportagen hat ihren ersten Roman veröffentlicht. Deutlich spürbar ist, wie intensiv sie sich auf dieses Bergabenteuer vorbereitet hat. Man fühlt sich sofort mitten im Geschehen und sieht die Natur und die darin hart arbeitende Rosa vor sich. Besonders die Naturbeschreibungen die ans Herz gehen und nachspürbar sind, haben mir besonders gefallen. "Mit zunehmender Kälte stellten die kleinen Pflanzen das Wachstum ein, zitterten in dem heulenden Wind, der jetzt wieder über die Kämme strich und vor dem sich aes Schwache beugen musste. In Rosa stieg die Furcht vor dem nahenden Winter auf, weil im Winter das Hofherz langsamer schlug." Drei Generationen werden im Wechselspiel der Perspektiven dargestellt. Rosa ist ein sehr starker Charakter, der sich trotz aller Widrigkeiten durch Krieg, Tod und Unerfahrenheit nicht davon abhalten lässt, den Bergbauernhof durchzubringen. Zwei Generationen später kämpft Franziska auf dem "Innerleit-Hof" darum, den Standard als Ferien-Bauernhof aufrecht zu halten. Wie hart es ist, die pure Landlust für Feriengäste vorzuspielen, wird hier schonungslos und offen wiedergegeben. Die vermeintliche Idylle entpuppt sich als fast unmöglich umzusetzende Vorgabe des Bauernverbands. Frauen stehen in diesem Roman im Vordergrund. Mal als hart arbeitende Bäuerin, mal als Familien- und Vermietungs-Managerin, die auf die eine oder andere Weise an ihre Grenzen gelangen. Man spürt, wie zerrissen die Frauen sind und wie viel ihnen abverlangt wird. Besonders die aktuelle Zeitschiene, die den Ferienbauernhof betrachtet, stimmt sehr nachdenklich. Der Einblick hinter die Kulissen der vermeintlichen Landidylle zeigt, welche hohen Kriterien an einen touristisch genutzten Bauernhof gestellt werden. Die Verbindung zur Großmutter mit ihrer naturbelassenen Acker- und Gemüsebewirtschaftung zeigt einen neuen Weg auf, der Hoffnung auf ein neues Zeitalter gibt. Sanfter Tourismus, der teilnimmt und nicht zerstört. Für mich ein Lesehighlight.

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Ich bin durch die Schwärmerei von Meike von den Bookfriends auf dieses Buch aufmerksam geworden. Sie meinte, sie habe sich ganz in den Bergen gefühlt, obwohl sie gerade am Meer war. Und da musste ich als alte Bergwanderin doch gleich mal gucken, ob mir dieses Setting nicht auch gefallen würde... - was soll ich sagen - es hat gefallen! Dieses Buch ist definitiv eines meiner Jahreshighlights, nicht nur vom Setting her! Der Klappentext lies mich ja befürchten, das Ganze könnte eine etwas depressive Angelegenheit werden, von wegen hartes Leben von Bergbauern, wirtschaftliche Nöte und so... Und ja, es wird schon klar, dass das Leben am Steilhang definitiv nicht nur Friede, Freude, Kühe streicheln ist. Aber es gibt auch immer wieder tolle Passage mit poetischen Naturbeschreibungen fern jeder Stereotype. Alle Figuren waren sehr nahbar und ich konnte mich ziemlich gut in sie hineinversetzen, auch wenn ich keine Mutter und erst recht keine Bergbäuerin bin. Vor allem in der Geschichte rund um Franziska und Hannes gibt es auch immer wieder lustige Passagen, z.B. wenn berichtet wird, wie der Tourismusverband "Goldenes Huhn" die Unterkünfte checkt. Die Geschichte wird in drei Erzählsträngen erzählt, einmal aus Sicht von Rosa, dann aus der Sicht von ihrem Sohn Sepp und aus der Sicht der Enkelgeneration Franziska und Hannes. Die beiden aktuelleren Stränge nähern sich etwa ab Mitte des Buches an, Sepp kommt also auch im aus Franziskas Sicht erzählten Strang vor, denn er lebt ja noch auf dem Hof. Ein wirklich schönes Buch - und ja, es gibt ein Happy End . Auch da gefällt mir, dass es zwar einen positiven Ausblick gibt, aber eben nicht alles gleich Friede-Freude-Hühnerfüttern. Jarka Kubsova kann wirklich schreiben und ich werde definitiv im Auge behalten, wenn sie wieder ein neues Buch veröffentlicht. Ich vergebe also 5 von 5 Sternen und freue mich, dass ich eine neue Lieblingsautorin entdeckt habe!

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