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Rezensionen zu
Das zweite Geheimnis

Titus Müller

Die Spionin-Reihe (2)

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Es gibt Bücher, da fällt es mir wirklich leicht, eine Rezension zu schreiben, weil es einfach so viel zu sagen gibt. Dieses Buch ist genau so eins. Ich habe mich schon sehr auf den zweiten Teil dieser Reihe gefreut. Das Jahr verging erstaunlich schnell und nun durfte ich die Fortsetzung endlich lesen! Ich war froh, dass ich die erste Geschichte schon kannte und mir auch die Personen vertraut waren, weil es mir den Einstieg in diesen zweiten Teil erleichterte. Ich denke, man kann diesen Teil auch unabhängig vom ersten lesen, aber man nimmt sich viel vorweg, wenn man sich entschließt, den ersten Teil dann doch noch zu lesen, nachdem man diesen hier kennt. Die Geschichte ist eine gute Mischung aus Fiktion und realen Begebenheiten. Rias Geschichte ist geschickt mit der realen Ereignissen der DDR verwoben. Man lernt beim Lesen so auch noch etwas dazu, was im Geschichtsunterricht damals staubtrocken vermittelt wurde und irgendwie nicht im Kopf blieb. Der Autor traut sich, reale Personen sprechen und handeln zu lassen und so ein klares Bild zu erzeugen, das Geschichte greifbar macht. Was mir ausgenommen gut gefällt, sind die Schilderungen des alltäglichen Lebens in der DDR. Räumlichkeiten, Einrichtung, Tagesablauf, Wares des täglichen Bedarfs. Ich selbst bin in der DDR geboren, kann mich aber nicht mehr daran erinnern, wie es damals war. Den Leser*innen wird das Leben in der DDR bildhaft nahegebracht. Es ist, als würde man in eine andere Welt abtauchen. Besonders positiv finde ich die Auswahl einer weiblichen Hauptperson. Ein Held einer Geschichte muss nicht immer männlich sein! Ria ist, wie man neudeutsch sagt, eine richtige badass woman. Mutig bis in die Haarspitzen, aber wohl überlegt. Wie auch schon beim ersten Teil finde ich die Ausarbeitung der Charaktere sehr gelungen. Sie kommen mit ihren Eigenarten und Sonderlichkeiten bei mir sehr gut an. Selbst skurille Personen sind so gut beschrieben, dass es spannend ist, ihr Handeln zu verfolgen. Das Buch liest sich flüssig und macht neugierig, die tatsächlichen Begebenheiten nochmal nachzuschlagen, denn man stellt fest, wie wenig man eigentlich weiß. Der Autor hat für dieses Buch viele Bücher gewälzt und recherchiert. Das merkt man auf jeder Seite. Man hält viel Arbeit in den Händen. Quellen und Literatur sind am Ende des Buches aufgelistet und da mein Interesse geweckt ist, werde ich selbst durch das ein oder andere Werk stöbern. Das Buch hat mich, wie auch der erste Teil, ziemlich nachdenklich gemacht. Ich freue mich schon sehr auf den dritten Teil und das heiße und wichtige Jahr 1989...

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Das zweite Geheimnis (Die Spionin-Reihe, Band 2) Diane Jordan Ost-West-Konflikt … Auf meinen neuen Roman „Das zweite Geheimnis“ von Titus Müller habe ich mich schon sehr lange gefreut und der Veröffentlichung entgegengefiebert. Das Cover ist, wie auch schon bei Teil 1, wieder ein echter Eyecatcher. Teilendsättigte Farben, das Brandenburger Tor, einige nostalgisch wirkende Passanten und in der Mitte ein giftgrüner Trabant. Der Buchtitel ist diesmal in einem grün-glänzenden Farbton erhaben aufgetragen. Die Farbe symbolisiert für mich Würde, Autonomie und Umweltfreundlichkeit. Und irgendwie ist die Farbe für mich auch politisch. Der Klappentext ist spannend geschrieben und verspricht gute Unterhaltung. Der Auftakt der Spionin-Reihe hatte es in sich und ich möchte natürlich zu gerne erfahren, wie es meinen Romanfiguren weiter ergangen ist. Besonders wie es Protagonisten Ria Nachtmann und ihrer Tochter Annie ergangen ist. Da gab es ja noch einige Geheimnisse und Fragen zu klären. Und natürlich möchte ich auch erfahren was aus Jens, dem westdeutschen Journalisten geworden ist. Auch dieses Mal ist der Plot raffiniert und fesselnd aufgebaut. Die neue Romanreihe ist eine Trilogie, in der vom Bau bis zum Fall der Berliner Mauer alles gut recherchiert und mit viel Fachwissen aufbereitet durch den Autor, verständlich an den Leser übermittelt wird. Sehr spannend und gut gemacht, wie ich finde. So wird zeitgenössisches prima wiedergegeben. Ich könnte mir die Trilogie auch gut als TV-Produktion vorstellen. Die Ost-West Geschichte wird dramatisch und nervenkitzelig in den selbstständigen, aber thematisch zusammengehörenden Büchern erzählt. Ich mochte den Roman auch dieses Mal kaum aus der Hand legen. Die Zeitreise und die Geschehnisse fesseln mich sehr. Fiktion gemischt mit Realität, scheinbare Wahrheiten und Heimatliebe sind gut gemixt, wie ein Agentencocktail a la James Bond. Undurchsichtig und teils unvorstellbar, begibt man sich als Leser immer tiefer in dieses „Katz und Maus“ Spiel der Stasi. Diesmal wird sogar Tochter Annie auf Rita angesetzt, was ich als besonders perfide und gemein empfinde. Und ich frage mich auch diesmal als Leserin, wie war das durchgeplante Leben in der DDR, wie die Trennung von Verwandten im Westen oder gar die ständige Bespitzelung und das Misstrauen allem und jedem gegenüber? Nach und nach werden viele meine Fragen geklärt und es kommt etwas Licht ins Grau der Unterwelt und deren Machenschaften. Der Schreibstil von Titus Müller gefällt mir sehr. Und ich kann es kaum erwarten zu erfahren, wie es Ria im Abschlussband „Der letzte Auftrag“ der im Sommer 2023 erscheint, weiter ergeht. Aber bis dahin heißt es leider wieder einmal gespannt die Zeit überbrücken und warten……... Inhalt: Zwischen Ost und West Zwölf Jahre nach dem Mauerbau führt Ria Nachtmann ein weitgehend angepasstes Leben in Ostberlin. Niemand würde vermuten, dass sie einst als Spionin für den Bundesnachrichtendienst aktiv war. Nur eines hat die Jahre überdauert: ihre Liebe zu Jens, einem westdeutschen Journalisten. Doch Verbindungen mit dem Klassenfeind sind streng verboten. Als Ria ein geheimes Treffen arrangiert, wird sie bereits beobachtet. Ein gefährliches Katz-und-Maus-Spiel beginnt ... Der Autor: Titus Müller, geboren 1977 in Leipzig, hat 13 Romane und 7 Sachbücher geschrieben. Er ist Mitglied des PEN-Clubs und wurde u. a. mit dem C. S.-Lewis-Preis, dem Sir-Walter-Scott-Preis und dem Homer-Preis ausgezeichnet. Seine große Spionin-Trilogie erzählt die Geschichte einer mutigen Frau – und drei Jahrzehnte deutsch-deutscher Geschichte. Weitere Bücher: Das zweite Geheimnis, Nachtauge, Der Tag X, Der den Sturm stillt, Tanz unter Sternen, Der letzte Auftrag, Die goldenen Jahre des Franz Tausend, Die Brillenmacherin, Die Todgeweihte, Berlin Feuerland, Vom Glück zu leben, usw. Fazit: ***** Der Roman „Das zweite Geheimnis“ von Titus Müller ist im Heyne Verlag erschienen. Das broschierte Taschenbuch hat 432 Seiten. Diese sind unglaublich fesselnd, lehrreich und informativ. Die „verbotene“ Liebe, zwischen Rita und Jens, geht unter die Haut und mitten ins Herz. Auch nach dieser Lektüre denke ich noch lange über das spannende Stück Nachkriegsgeschichte, dass brillant von Titus Müller aufgeschrieben wurde, nach.

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Im Visier der Stasi

Von: buchregal123 aus Mönchengladbach

15.05.2022

Nachdem sich Ria Nachtmann entschieden hatte wegen ihrer Familie in der DDR zu bleiben, führt sie ein angepasstes Leben und versucht eine bessere Beziehung zu ihrer Tochter Annie zu bekommen, die sie seinerzeit in Pflege gegeben hat. Doch sie hat ihre große Liebe, den westdeutschen Journalisten Jens, nicht vergessen. Als Rias Schwager versucht Republikflucht zu begehen, wird Ria aus dem Urlaub zurückgeholt uns ins Stasigefängnis gebracht. Die Verhöre übersteht sie dank ihrer Schulung. Auch wenn sie nach einer Weile wieder freikommt, bleibt sie nicht unbeobachtet und sogar Annie wird auf Ria angesetzt. Derweil werden in Ost-Berlin Weltfestspiele der Jugend ausgetragen. Wird Ria Jens jemals wiedersehen oder wird die Stasi das zu verhindern wissen? Dies ist der zweite Band aus der Reihe „Die Spionin“ von Titus Müller. Wir können tief eintauchen in das Leben der DDR mit all den Einschränkungen, Überwachungen und des Misstrauens. Auch wenn es bekannt ist, mit welcher Willkür die Menschen behandelt wurden, so ist es doch immer wieder erschreckend darüber zu lesen. Ria musste als Kind miterleben, wie ihre Eltern von der Stasi abgeholt wurden. Ihre Zwillingsschwester Jolanthe und sie wurden getrennt und zu fremden Menschen gegeben. Doch Ria wollte ihre Schwester wiederfinden und nutzt die Möglichkeiten, die ihr Job bei Schalck ihr eröffnen und spioniert für den Bundesnachrichtendienst. Doch dann hat sie eine Entscheidung getroffen, die ihr nicht leichtgefallen ist. Doch nun hat man es auf sie abgesehen und wieder muss sie ihre Fähigkeiten abrufen. Aber nicht nur mit Ria habe ich gefühlt und gelitten, auch die perfide Art, wie Annie manipuliert wurde, fand ich furchtbar. Henning hadert so sehr mit dem System, dass auch Jolanthe und die Kinder ihn nicht aufhalten können. Er stirbt lieber, als weiter dem System zu dienen. Erschreckend war aber auch die Verbissenheit der Stasi-Mitarbeiterin, die sich auf Ria eingeschossen hat. Die Weltfestspiele der Jugend sollten die DDR gut aussehen lassen, doch unter den Teilnehmern waren überall als FDJ-ler verkleidete Stasi-Mitarbeiter, die aufpassten, dass alles in ihrem Sinne ablief. In Westdeutschland kommt bei den Sicherheitsdiensten der Verdacht auf, dass Günter Guillaume ein feindlicher Agent im Bundeskanzleramt sein könnte. Doch wie soll man das nachweisen? Es ist eine spannende, komplexe und sehr interessante Geschichte, die mir gut gefallen hat. Ich bin nun auf den nächsten Band gespannt. Leider dauert es bis dahin noch etwas.

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Der Name Titus Müller steht für gut recherchierter Geschichte. Mit seinen Figuren, seinen expliziten Schilderungen der Ereignisse der jeweiligen Zeit und seinen angenehmen Schreibstil zieht er einen völlig in den Bann des Geschehens. Gerade ist der zweite Teil der Spionin-Reihe um Ria Nachtmann erschienen: DAS ZWEITE GEHEIMNIS. Waren schon in DIE FREMDE SPIONIN die ersten Episoden in Rias Leben aufwühlend, verschärft sich ihre Situation dreizehn Jahre nach dem Mauerbau im Nachfolgeroman DAS ZWEITE GEHEIMNIS weiter. Um bei ihrer Familie bleiben zu können, entschied sie sich für ein Leben in der DDR. Doch ihre große Liebe zu Jens treibt sie dazu, sich heimlich mit ihm während eines Urlaubs im befreundeten sozialistischen Ausland zu treffen, was zugleich die Stasi auf sie aufmerksam macht. In bewegenden Abschnitten erklärt uns Titus Müller die Arbeit der Stasi: Worauf bei Passkontrollen geachtet wurde, wie sie bei Beschattungen operierten, wie Hausdurchsuchungen stattfanden und wie man regelrecht Jagd auf Menschen machte. Zentrale Handlungsorte sind in Berlin unter anderen die Friedrichstraße, das Stasigefängnis in Hohenschönhausen oder das südlich von Berlin, in Sachsen gelegene, Bautzen. Das alles bettet Titus Müller in eine Geschichte mit wahrem Hintergrund und Ereignissen, die wahrhaftig stattfanden. Zum einen lesen wir über Willy Brandt und dessen Referenten im Kanzleramt Günter Guillaume im Westen, zum anderen finden im Osten die Weltjugendspiele statt, die eine weltoffene DDR repräsentieren sollten. An den neun Veranstaltungstagen feierten acht Millionen Menschen in Ostberlin, darunter waren 25.000 Besucher aus 140 Ländern. Unter den Feiernden mischten sich unglaubliche 27.000 Mitarbeiter der Staatssicherheit. Und mittendrin befindet sich Ria, deren Herz weiterhin für Jens schlägt und die Kontakt zu ihrer Tochter Annie sucht. Annie wird vom Staat an einer Kinder- und Jugendsportschule intensiv gefördert, nahezu drangsaliert. Medikamente werden den jungen Sportlern zur Leistungssteigerung verabreicht, sie werden unter Druck gesetzt und so erpressbar für die Staatssicherheit gemacht. Auch an Annie treten sie heran. Rias Schwager Henning rückt in diesem Teil als zentrale Figur in den Vordergrund. Er arbeitet als Grenzsoldat an vorderster Stelle. Der Mauer kommt kaum jemand näher als er. Mit seinen eigenen Gedanken und Schilderungen sehen wir die Arbeit dieser Grenzsoldaten auf dem Todesstreifen, wie er aufgebaut war und wie menschenverachtend die Sperranlagen funktionierten. Als Henning die Republikflucht wagt, liest man, was es heißt, auf Menschen zu schießen. Die Republikflucht schlägt fehl und doch gibt Henning nicht auf und was Ria damit zu tun hat und warum plötzlich Hähner vom BND wieder den Kontakt zu ihr sucht, muss man schon selbst nachlesen in DAS ZWEITE GEHEIMNIS von Titus Müller. Fazit: Wiederkehrend in all seinen Werken macht Titus Müller die Vergangenheit greifbar, auch hier. Er zeichnet brillant ein Bild wie ideologisch fixiert, erbarmungs- und gewissenlos die Geheimpolizei der DDR arbeitete. Ohne Rücksicht auf Verluste werden Personen zersetzt, Familienmitglieder zur Mitarbeit gedrängt. Das Ministerium für Staatssicherheit spinnt so ein Netz aus inoffiziellen Mitarbeitern, dem bis zum Scheitern der DDR 1989 rund 189.000 Menschen angehörten. Dabei lässt Titus Müller die Gegenseite nicht farblos und verpasst ihr mit der Verhörspezialistin Marga ein Gesicht. Aufwühlend, wenn man bedenkt, dass das Gelesene keine Fiktion ist und auch wenn die Figuren erfunden sind, die Hintergründe entstammen nicht der Einbildung eines Romanautors. Jetzt muss man bis nächstes Jahr warten, denn da erscheint mit DER LETZTE AUFTRAG das Finale der Reihe. Eigentlich schade, es könnte gerne weitergehen.

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12 Jahre sind vergangen seit Ria sich entschieden hat in der DDR zu bei ihrer Familie zu bleiben. Seitdem versucht sie Kontakt zu Annie zu haben und ein zufriedenes Leben zu führen. Doch ganz kann sie Jens nicht vergessen und auf Dauer kann sie nicht ohne ihn leben. Und als ihr Schwager Henning noch die Republikflucht wagt und dabei scheitert, gerät sie erneut ins Visier der Stasi. So beschließt sie zu tun was ihr möglich ist und dann auch das Land zu verlassen. Titus Müller entführt uns diesmal in die siebziger Jahre. In Berlin finden die Weltjugendspiele statt, die das Bild eines offenen, modernen Landes vermitteln sollen. Auch Annie, Rias Tochter genießt dort die Atmosphäre, bietet das Programm ihr dort doch genau das Gegenteilt zu ihrem sonst so harten Sportalltag. Dieser Teil der Geschichte macht sehr deutlich, wie wenig die Sportler damals als Individuen gezählt haben. Annie ist zwar Sportlerin mit Leib und Seele, hat aber auch ihre Probleme mit dem System. Hier zeigt sich auch wieder, wie perfide in der DDR mit den Bürgern umgegangen wurde und sogar Familienmitglieder gegeneinander ausgespielt wurden. Das Buch ist von der ersten bis zur letzten Seite unglaublich spannend. Wie schon im ersten Band schafft Titus Müller es Fiktion und reale Geschichte geschickt miteinander zu verweben. So treffen wir auch diesmal wieder auf die Genossen Honecker und Schalck und im Westen erhalten wir einen Einblick in die Guillaume Affäre und ihre Aufklärung. Dabei fand ich es sehr interessant ein wenig in Willy Brandts Gedankenwelt einzutauchen. Ich kann auch dieses Buch wieder nur empfehlen, es gibt einen Einblick in die deutsch-deutsche Geschichte und vermittelt nebenbei Geschichtswissen, das es einem leichter macht, die Zeit damals zu verstehen. Jetzt freue ich mich auf den dritten Band der Reihe, der dann nächstes Jahr erscheinen wird. Hier wird es dann um die Zeit der Wende gehen, an die ich mich selbst noch gut erinnern kann.

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