Sie haben sich erfolgreich zum "Mein Buchentdecker"-Bereich angemeldet, aber Ihre Anmeldung noch nicht bestätigt. Bitte beachten Sie, dass der E-Mail-Versand bis zu 10 Minuten in Anspruch nehmen kann. Trotzdem keine E-Mail von uns erhalten? Klicken Sie hier, um sich erneut eine E-Mail zusenden zu lassen.

Rezensionen zu
Männer in Kamelhaarmänteln

Elke Heidenreich

(2)
(1)
(0)
(0)
(0)
€ 22,00 [D]* inkl. MwSt. | € 22,70 [A]* | CHF 30,90* (* empf. VK-Preis)

Elke Heidenreich hat ein Buch über Kleidung geschrieben – wirklich? Modeikone wäre nicht das erste Wort, das mir bei der Heidenreich in den Sinn kommt. Wieso schreibt jemand, dem kaum etwas ferner zu liegen scheint, als die aktuelle Mode „Kurze Geschichten über Kleider und Leute“? Na, gerade deshalb! Elke Heidenreich kann so wunderbar erzählen! Kleidungsstücke sind der Aufhänger, durch den sie sich an Begebenheiten erinnert, an Lebensalter und Menschen. In völlig ungeordneter Reihenfolge erzählt sie, was sie als Kind tragen musste, von ihrem derzeitigen Lieblingsjackett oder welches Kleidungsstück ihr Mann bei einem Ehekrach getragen hat. Ich bin normalerweise kein Fan von Hörbüchern, habe mich hier aber ganz bewusst für dieses Format entschieden, da die Autorin es selbst spricht. Diese CDs zu hören fühlt sich an, als säße man neben Elke Heidenreich gemütlich auf dem Sofa, während sie locker über Gott und die Welt plaudert. Schön! Herzerwärmend ist, dass Elke Heidenreich gerade das Alltägliche an Kleidung beschreibt, etwa das Loch im Lieblingspulli, das aus Nachlässigkeit mit Garn der falschen Farbe geflickt wurde. Oder das grässlich grelle Licht in Umkleidekabinen in der Damenwäscheabteilung, das dafür sorgt, dass frau einfach nur sterben will und die Bekanntschaft mit dem eigenen Spiegelbild leugnet. Anhand von besonderen Kleidungsstücken erinnert sich die Autorin an den Vater, an Freundinnen oder an eigene Lebensphasen, für die ein bestimmtes Stück einfach bezeichnend gewesen ist. Sie beschreibt auch ihre Vorliebe für riesengroße weiße Nachthemden von holländischen Flohmärkten, die sie allen herzen- und bärchenbedruckten Schlafanzügen aus dem Kaufhaus vorzieht. In manchen Geschichten nimmt sie uns mit in die große weite Welt. Herzlich gelacht habe ich über ein von ihr geführtes Interview mit Karl Lagerfeld in einer Talkshow, bei dem sie den großen Karl enttarnte, der versehentlich eine schwarze und eine dunkelblaue Socke für den Fernsehauftritt angezogen hatte. Oder ihre Rede zur Eröffnung der Salzburger Festspiele, deren Bedeutung sie etwas unterschätzt und deshalb ein etwas zerschlissenes Kleid ihrer Mutter von 1935 angezogen hatte. Elke Heidenreich ist so herrlich menschlich und unperfekt, wenn sie berichtet, wie jemand Marie Kondos Aufräummethode „Onki Donki“ nennt, weil diese sich den Namen der Japanerin nicht merken konnte. Stets geht es Elke Heidenreich darum, dass man gern Freude an schöner oder teurer Kleidung haben darf, dass Kleidung aber nicht alles ist und frau sich in erster Linie darin wohlfühlen sollte. Richtig so! Eine bunte Sammlung von heiteren, herzerfrischenden Geschichten, die niemand so komisch erzählen kann wie Elke Heidenreich. Eine Ermutigung für alle Modeverweigerer und Menschen, die im Leben noch anderes vorhaben, als auf ihr Styling zu achten. Genau das richtige für den Coronawinter!

Lesen Sie weiter

„Wir vergessen die Namen, die Geschichten, aber fast nie vergessen wir die Kleider.“ . Geschichten über Klamotten – ich hätte nicht gedacht, dass mir dieses Hörbuch so gut gefallen würde. Doch Elke Heidenreich hat sich mit ihren fast 80 Kurz- und Minigeschichten mal wieder selber übertroffen. Ja, sie erzählt von Kleidern – aber eigentlich erzählt sie viel mehr von den Menschen, die in ihnen stecken und sie erzählt dabei sehr viel aus ihrem eigenen Leben. Es ist nicht immer deutlich wann sie das tut, manchmal erzählt sie auch Anekdoten, die sie nur gehört hat weiter, aber es spielt gar keine Rolle. Es ist unglaublich amüsant und interessant ihrer Stimme zu lauschen. . Wir sind dabei, als Elke Heidenreich beinahe einen Dufflecoat im Kaufhaus klaut. Wir erleben das Drama der Rosenhosen mit und fallen fast vom Stuhl, wenn wir erfahren, was der perfekte Mann – der den Pullover links herum angezogen hat – für ein Buch liest. Wir erfahren, was Schönes dabei herauskommen kann, wenn man die Mäntel vertauscht und wie absurd und unwichtig Markenlogos eigentlich sind. Absolutes Highlight waren Elke Heidenreichs Gedanken zum Thema „Machen Kleider Leute? . Ich habe laut gelacht beim Zuhören, geschmunzelt und mich selbst auch oft wiedererkannt. Mit Entsetzen schaue ich manchmal meine eigenen Fotos aus den 80er Jahren an und frage mich, warum uns niemand gesagt hat, wie eigenwillig unser Modegeschmack gewesen ist. Auch im Buch finden sich wohl einige Fotos von Elke Heidenreich. Auf die muss man beim Hörbuch leider verzichten. Im Booklet sind nur 5 Fotos abgedruckt. Es scheinen im Buch weit mehr zu sein. Aber das ist auch schon der einzige Wermutstropfen. Und wenn wir gerade beim Thema Fotos sind, dem genialen Cover sollte man einen zweiten Blick schenken, erst dann erkennt man, wer da zu sehen ist! . Elke Heidenreich präsentiert sich in diesem Hörbuch als große Erzählerin über die schönste Nebensache der Welt. Ihre Geschichten sind witzig, kurios, todtraurig, stimmen nachdenklich und sind berührend. Ihr Schreibstil ist gewohnt humorvoll und pointiert. Und ich wette, jeder Hörer findet Teile von sich selbst in diesen Geschichten. . Als ich dem Hörbuch gelauscht habe, fühlte es sich für mich an, als würde Frau Heidenreich neben mir auf dem Sofa sitzen. Und ich höre mich ständig sagen „Erzähl noch eine“! . Eine tolle Frau und Autorin und umwerfend grandiose Geschichten rund ums Thema Hose, Jacke und Abendkleid – eine ganz ganz große Hör- oder Leseempfehlung von Herzen.

Lesen Sie weiter

Selbst Menschen, die sich nichts aus Mode machen, können sich der Wirkung ihrer Kleidung nicht entziehen. Das und vieles mehr wurde mir in dieser vergnüglichen Anekdotensammlung bewusst. Elke Heidenreich nimmt uns in diesem Hörbuch mit auf eine Reise in die Welt der Kleidung, vom Hoodie bis zum Sonntagskleid, von Goldknöpfen bis zu Silberschuhen, vom Nachthemd bis zur Tracht. Dabei geht es vor allem darum, welche Bedeutung ein einzelnes Kleidungsstück für uns haben kann, welche Gefühle, Erinnerungen oder Sehnsüchte sie in uns auslösen. Zu gut konnte ich die Erzählerin verstehen, die die Jacke eines Kollegen, in den sie verliebt war, heimlich behielt. Wenn sie schon den Kollegen nicht haben konnte, dann wenigstens die Jacke, in die man seine Fantasien hineinprojizieren kann. Ihre Geschichten sind mal witzig und bissig, mal traurig und melancholisch, aber vor allem persönlich, denn sie erzählt viel über ihre Jugend, Freundschaften, Liebschaften und Anekdoten aus ihrem Berufsleben. Wie schon in ihren übrigen Hörbüchern habe ich ihre Stimme genossen, die jeder Geschichte den passenden Ton und Rhythmus verleiht. Wir begegnen nicht nur Menschen aus ihrem Familien- und Freundeskreis, sondern auch Prominenten, Romanfiguren und Künstler/innen wie Frida Kahlo. In "Kleider im Himmel" trägt Verdi einen Bauernkittel und die Engel Chanel. Nicht alle Geschichten haben mir gleich gut gefallen, doch was Elke Heidenreich durchgehend gelingt, ist, durch ihre treffsichere Sprache die vielen Facetten der Mode, sei es Farbe, Material, Schönheit und Hässlichkeit sinnlich erlebbar zu machen.

Lesen Sie weiter