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Rezensionen zu
1922

Norbert Hummelt

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GESCHICHTEN-BUCH

Von: Ingeborg Rosen

23.03.2022

Das Thema des Werkes ist mit dem Titel klar vorgegeben, unterstrichen - im wahrsten Sinne des Wortes - durch den Untertitel. Und eindeutiger wird die gesamte Thematik durch den kurzen, aber ausnahmsweise vielsagenden Klappentext. Jemand, der sehr oekonomisch mit seiner Zeit umgeht, könnte sich nun fragen - warum soll ich jetzt noch über 400 Seiten dazu lesen? Das sollte er, und zwar auf alle Fälle, denn sonst bliebe ihm/ihr ein wunderbares Panorama mit aufs sorgfältigste collagierter und synchronisierter politischer, kultureller, wissenschaftlicher und sportlicher Ereignisse, aber auch ganz profane Begebenheiten des täglichen Lebens aus Europa und den USA verborgen. Jede*r hat sicher schon von all diesen Ereignissen in jedwedem Zusammenhang erfahren, aber wie eng die Dinge, Begebenheiten und Situationen zusammenhängen, das wird mit diesem Wunderbuch deutlich. Über allem stehen zwei große literarische Ereignisse: die Veröffentlichungen sowohl von James Joyce' „Ulysses“ und T.S. Eliots „The Waste Land“, außerdem beendet R.M. Rilke die Duineser Elegien, aber auch Virginia Woolf, Katherine Mansfield, Shakespeare & Company machen das Jahr 1922 so besonders. Aber eine ganz besondere Note bekommt Norbert Hummelts Chronik durch die geniale Idee, die Lebensgeschichte seiner Großmutter Franziska Kämmerling in das Geschehen einzubinden, und damit dem historischen Geschehen eine persönliche, eine im besten Sinne des Wortes menschliche Dimension zu verleihen. Das macht aus dem nüchternen Geschichtsbuch ein wahrhaftiges Geschichten-Buch. LESEN!!!

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Für jeden Geschichts- und Literaturliebhaber könnte dieses Buch eine wahre Freude sein. Meine war es. Ich bin abgetaucht in das 1922. Während meiner Reise durch das Jahr 1922 begegnete ich James Joyce und Virgina Woolf, auch T.S. Eliot war dabei, aber auch die berühmte Sylvia Beach und deren noch bekanntere Buchhandlung Shakespeare & Company. Ich reiste einmal quer durch Europa, erfuhr von der Schaffung vieler Romane, Geschichten und Gedichten und lernte die Schriftsteller:innen etwas näher kennen. Viele Zusammenhänge und Verknüpfungen waren mir nicht bekannt, so dass ich immer wieder überrascht wurde. Das machte auch das Buch auch so interessant und spannend. Schon damals gab es viele Befindlichkeiten, Eifersüchteleien und Streits unter den Schriftsteller:innen. Nur schrieb man sich noch Briefe und setzte keinen Tweet ab. Immer wieder tauchte das wohl bekannteste Werk von James Joyce auf. "Ulysses". Ich habe den Kampf, um das Lesen des Gesamtwerkes verloren, konnte mich aber dank dieses Buches trösten. Viele bekannte Autor:innen aus dieser Zeit empfanden es als "unlesbar". Die Diskussion um das Buch kannte ich schon aus Sylvia Beachs Buch "Shakespeare & Company", aber der Autor Norbert Hummelt hat sie noch einmal aus verschiedenen Perspektiven aufgegriffen und so das Bild abgerundet. Für mich war die Reise durch die Geschichte, der Politik und der Literatur aus dem Jahr 1922 eine Freude. Ich habe es gern gelesen. Dank des schönen und gut zu lesenden Schreibstils des Autor konnte man wunderbar abtauchen und die Reise genießen. Lesenswert.

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