Sie haben sich erfolgreich zum "Mein Buchentdecker"-Bereich angemeldet, aber Ihre Anmeldung noch nicht bestätigt. Bitte beachten Sie, dass der E-Mail-Versand bis zu 10 Minuten in Anspruch nehmen kann. Trotzdem keine E-Mail von uns erhalten? Klicken Sie hier, um sich erneut eine E-Mail zusenden zu lassen.

Rezensionen zu
Der Zirkel

Lizzy Fry

(14)
(13)
(10)
(0)
(0)
€ 14,99 [D] inkl. MwSt. | € 15,50 [A] | CHF 20,90* (* empf. VK-Preis)

🖤✨ Lizzy Fry ~ Der Zirkel✨🖤

Von: helenasworldofbooks

13.02.2022

Nach der Wahl von Michael Hopkins zum Präsidenten in den USA hat sich die Welt vor allem für Hexen drastisch verändert. Sie gelten nun als Verbrecher, egal wer sie sind und was sie bisher geleistet haben 😐 Wir steigen in der Geschichte sehr schnell ein bei Adelita und Chloe, die beide aus unterschiedlichen Gründen auf der Flucht vor der Regierung und den Sentinals sind. Die zwei haben ihre magischen Fähigkeiten grade erst kennengelernt und haben unterschiedliche Schwierigkeiten damit. Während Adelita eine mächtige Kristallhexe zu sein schein, kann Chloe ihre Macht kaum kontrollieren und droht zu einer Gefahr zu werden... Das Schicksal der beiden ist enger miteinander verwoben, als sie vielleicht am Anfang denken... 😏 Mir hat die ganze Idee des Buches sehr gut gefallen. Es gibt drei verschiedene Arten von Hexenmagie: Elementar-, Küchen- und Kristallmagie. Alle drei lernen wir kennen und auch die Welt außerhalb. Das ganze Buch spielt ein bisschen mit den Tücken der Gesellschaft. Hexen sind ausnahmslos starke Frauen, Sentinals nur Männer (die meistens den kürzeren ziehen). Aus diesem Grunde wird die Welt nach der Präsidentenwahl aber auch für alle "normalen" Frauen zu einer neuen. Generell kommen die magielosen Frauen in dem Buch nicht so gut weg, finde ich 😅 Der Schreibstil war zwischendurch dann ein bisschen Schlag auf Schlag, es ging alles echt sehr schnell. Aber ich fand es dadurch umso spannender zum lesen und konnte zwischendrin gar nicht mehr aufhören. Ich fand auch, dass eine gute Verbindung zu den Figuren hergestellt wurde. Ich hätte nur vielleicht gerne noch ein bisschen mehr zur Magie erfahren (aber das ist auch Geschmacksache) 🤭 Ich würde auf jeden Fall allen Fantasy-Hexen-Liebhabern empfehlen, sich das Buch mal genauer anzuschauen! 🙌

Lesen Sie weiter

Wir sind wieder im Mittelalter gelandet, denn in diesem Buch werden Frauen als Brutkasten und Haushaltshilfe missbraucht. Mag sein, dass man dies zu ihrem „Schutz“ verkauft, aber als das schwache Geschlecht werden sie dennoch ausgebeutet und zum Kinderhüten verdammt bzw. missbraucht. Eine Zeit, die gar nicht so weit zurückliegt. Eine Welt, in der es Hexen und normale Menschen gibt, die nebeneinander leben, ohne Probleme. Bis eines Tages ein Mann daherkommt und alles zunichtemacht. Er schürt Angst auf der ganzen Welt und besiegelt damit das Todesurteil vieler Frauen und Kinder. Doch nicht alle lassen sich das gefallen. Der Aufstand bereitet sich vor und wartet auf die Eine! Eine meisterhafte Darstellung unserer Welt mit einem großen Fantasy-Anteil. Wird unsere Welt doch auch immer noch von alten Männern beherrscht, die sich als „das starke Geschlecht“ bezeichnen und die „alte Weltordnung“ sehr gern zurückhätten. Die Wendung des Ganzen habe ich allerdings nicht erwartet und doch war das Ende vorhersehbar, wenn auch zwischen 2 völlig anderen Personen als anfangs erwartet. Der Showdown ging mir dann allerdings doch etwas zu schnell, dafür, dass dieses Buch so dick ist und sich das alles so groß aufgebaut hatte. Trotzdem eine klare Leseempfehlung und eine klitzekleine Hoffnung, dass es noch weitergehen könnte, denn der Epilog klingt wie ein Neuanfang.

Lesen Sie weiter

Magie ist nichts Unbekanntes auf der Welt. Doch ist dies nur für bestimmte Frauen vorgesehen, was vielen nicht passt. Als dann noch Übergriffe von den Hexen gestartet werden, läuft das Fass über. Nun werden sie weltweit geächtet und inhaftiert. Auch ihre Töchter sind davon betroffen, selbst wenn sie überhaupt keine Magie innehaben. Eine wahre Hexenjagd beginnt. Hier beginnt die Geschichte von Adelita und dem Ex-Sentinel Ethan. Einer inhaftierten, angeblich magielosen Tochter und einem Wächter des Gefängnisses. Sowie die Story von Chloe und Daniel. Einem Professor und seiner Tochter. „Der Zirkel – HB“ ist ein Fantasy Roman aus der Feder der Autorin Lizzy Fry. Ich habe das Buch als Hörbuch gehört. Gesprochen wurde es von Vera Teltz, die eine richtig gute Arbeit geleistet hat. Ich habe ihr sehr gerne gelauscht. Die Story selbst empfand ich als düster und bedrückend. Irgendwie erinnert sie schon an die Hexenverfolgungen aus dem Mittelalter. Nur dass die Hexen hier nicht unbedingt gleich auf den Scheiterhaufen kommen. Wobei auch viele ermordet wurden. Hier kommen die Frauen in sogenannte Engelshöhlen. Ich fand die Figuren durchweg gut heraus gearbeitet. Die vier sind sympathisch und gehen eine gute und interessante Entwicklung durch. Auch die Story selbst legt einen steigenden und spannenden Verlauf an den Tag. Ich empfand die Geschichte seit langem wieder als etwas Neues. Nicht wie die normalen Love-Teenie-Storys. Die Personen waren teilweise schon älter und auch nicht wie die XY Normalos. Der tolle weiße Durchschnitts-Amerikaner ist hier nicht wirklich aufgetreten. Das hat mir wirklich sehr gut gefallen. Dazu kommt, dass man das Buch als Einzelband sehen kann. Das freut mich sehr, da ich kein Fan von Serien bin. Was mir nicht so gut gefallen hat war, dass am Ende alles etwas zu schnell ging. In dem Tower am Schluss ging mir alles zu verworren und wurde nicht wirklich so richtig aufgeklärt. Trotzdem hat mir das Buch im gesamten sehr gut gefallen. Dazu die Sprecherin, die wirklich perfekt zu dem Buch passte. Daher 5 Sterne von mir.

Lesen Sie weiter

Seit dem Regierungswechsel werden die Hexen auf der ganzen Welt von der Spezialeinheit der Regierung, den Sentinals, gejagt, weggesperrt oder getötet. Selbst nicht magisch begabte Töchter von Hexen – sogenannte Legacies – werden mit Straftäterinnen in Gefängnisse gesperrt. Adelita ist so eine Legacy – zumindest glaubt sie das. Bis der abtrünnige Sentinal Ethan ihr hilft, die Kristallmagie in ihr zu wecken und aus dem Gefängnis zu fliehen. Gleichzeitig erwachen in der jungen Chloe in England unglaubliche Mächte und plötzlich sind ihr Schicksal und das von Adelita unlösbar miteinander verbunden. Die Grundidee der Geschichte ist genial. Es gibt verschiedene Arten von Hexen-Magie: Küchenmagie (die man wohl mit der der Wiccas vergleichen könnte), Kristallmagie (die Kraft wird aus Edelsteinen und Kristallen gezogen und im Körper der Hexe gebündelt) und Elementarmagie (die Magie entsteht in der Hexe selbst: Wasser, Erde, Wind, Feuer). Da nur Frauen Hexen sein können, stehen Frauen unter Generalverdacht. Frauen, die keine Hexen sind, werden herablassend als „Goodies“ (abgeleitet von Good Wives) bezeichnet (was mich extrem sauer gemacht hat). Und dass fast ausschließlich Männer den Sentinals angehören, entsteht hier eindeutig eine sehr schwierige gesellschaftliche Situation und ein Ungleichgewicht der Geschlechter. Denn auch, wenn Hexen unglaubliche Macht aufbauen können, sind sie nicht unbesiegbar – ganz im Gegenteil. Die Erzählung beginnt sehr rasant. Adelita und Chloe befinden sich auf der Flucht vor der Regierung und den Sentinals. Und beide haben ihre Magie erst frisch entdeckt. Doch auch, wenn Adelita eine mächtige Kristallhexe ist, ist das kein Vergleich mit der Macht, die in Chloe steckt. Doch Chloe ist jung und kann diese Macht kaum kontrollieren. Immer wieder scheint sie zu „explodieren“. Absolut schnell erzählt und extrem spannend. Doch irgendwann kam der Punkt, an dem es mir „zu“ rasant wurde. Unsere Figuren befinden sich fast das komplette Buch über auf der Flucht, reisen von einem Savepoint zum nächsten und ich hatte immer wieder das Gefühl, ich befinde mich in einem Superheldenfilm. Das mag jetzt für viele positiv klingen, aber ich kann mit lang andauernder Action (und Superhelden) irgendwann nichts mehr anfangen. So war ich anfangs sehr begeistert. Der Schreibstil ist toll, die Figuren – besonders Adelita und Ethan – hatte ich schnell ins Herz geschlossen und die Transkripte von Interviews und Presseveranstaltungen sind ein tolles Stilmittel, das uns die aktuelle gesellschaftliche Situation näher bringt. Doch im letzten Drittel habe ich das Interesse an der Geschichte verloren. Zu viel hin und her, zu viel Flucht, zu viel „Bam“.

Lesen Sie weiter

Actionreiche Verfolgungsjagd und Hexengenozid

Von: BücherZauber

27.10.2021

In der Zirkel von Lizzy Fry leben in der heutigen Zeit Hexen auf der gannzen Welt in der Bevölkerung als eigene ethno-kulturelle Gemeinschaft. Die Macht, welche die Hexen haben, führt zu Neid, Missgunst und Angst. Es beginnt eine fast weltweite Hexenverfolgung seitens der Regierung. Mittendrin sind die Teenagerin Chloe und die Ärztin Adelita, welche die Grausamkeiten der Diskriminierung und Gesetze miterleben müssen. Sehr spannende Gesellschaftskritik, die sich mit Frauenrechten aber auch der Diskriminierung von Minderheiten und dem Zweifel am Rechtsstaat auseinandersetzt. Abgesehen von den realistischen Charakteren, haben wir hier eine mal etwas andere Betrachtungsweise der Problematik, da das Thema Hexen (weil fiktiv) nicht direkt emotional aufgeladen ist. Die Gesetze erinnern dabei immer wieder stark an den Nationalsozialismus in Deutschland. Erzählt wird das ganze dabei keinesfalls hoch politisch, man hat eher das Gefühl einen Actionfilm rund um eine Verbrecherjagd zu lesen. Nur sind die Verbrecher hier die Frauen, die für das verfolgt werden als was sie geboren worden sind. Der Schreibstil ist angenehm und nicht ausschweifend. Die Themen hätten allerdings alle noch etwas genauer beleuchtet werden können. Lohnt sich für alle Hexenfans und auch Dystopiefreunde mit Hang zu politischen Doktrinen und actionreichen Verfolgungsjagden.

Lesen Sie weiter

Magie ist real - und gefährlich! Daher erlässt der neue Präsident der USA das Gesetz, Hexen zum Schutz der Gesellschaft einzusperren oder zu töten. Die Angst vor den magisch begabten Frauen befällt die ganze Welt und bald schon sind Hexen nirgends mehr sicher vor gewalttätigen Übergriffen. Als in Texas die Hexe Adelita mithilfe eines abtrünnigen Sentinels aus dem Gefängnis ausbricht und zeitgleich tausende Meilen entfernt in England eine neue mächtige Hexe erwacht, scheint endlich die Zeit gekommen, sich zu erheben, das System der Unterdrückung ein für alle Mal zu stürzen. Doch auch die Gegner der Hexen sind mächtig, und schrecken vor keinem Mittel zurück... Ach Mensch Lizzie Fry, dabei hat es doch so gut mit uns angefangen :-/ Zunächst war ich total begeistert von der Geschichte, las sie sich für mich doch wie ein feministischer Schlachtruf, der sich nahtlos einreiht in so mitreißende und aufwühlende Geschichten wie "Die Gabe" von Naomi Alderman, "Vox" von Christina Dalcher oder "Der Report der Magd" von Margaret Atwood. Doch ab der Hälfte verlief sich die Geschichte in meinen Augen immer mehr in an den Haaren herbeigezogenen Verknüpfungen und Klischees, sodass ich mit einem sehr gemischten Eindruck zurückbleibe. Dabei ist "Der Zirkel" eine dieser Geschichten, die mich emotional total mitreißen können, bei denen ich beim Lesen gefühlt die Hälfte der Zeit auf 180 bin, weil ich mich so aufregen muss über die Ungerechtigkeiten, die den Frauen hier widerfahren. Es geht um Feminismus, Gleichberechtigung, Unterdrückung, und das hat Lizzie Fry in meinen Augen super transportiert. Und auch das Worldbuilding war echt interessant: ein kleiner Prozentsatz der weiblichen Weltbevölkerung verfügt über magische Kräfte, und unterteilt sich in "harmlose" Küchenhexen, Kristallhexen und die mächtigen Elementarhexen. Ausgehend von den von Puritanern regierten USA, werden diese Frauen jedoch seit Jahrzehnten unterdrückt, von skrupellosen Sentinels gejagt, in "Engelshöhlen" umerzogen oder, im Falle von Elementarhexen, sofort getötet. Leider wurde mir die so spannend beginnende Geschichte irgendwann doch etwas monoton durch die ständig auftretenden Kämpfe, in denen die Hexen ihre Kräfte einsetzen; hier merkt man der Autorin an, dass sie auch Drehbuchautorin ist und alles so plastisch und actionreich wie möglich beschreiben wollte. Mir war es irgendwann einfach zu viel des Gleichen, und so habe ich mich öfter dabei erwischt, hier nur noch die Seiten zu überfliegen, um endlich zu erfahren, wie es weitergeht. Denn die Handlung selbst, die war super spannend und der ein oder andere Twist kam für mich wirklich unerwartet und hat mich an die Seiten gefesselt. Wie beschrieben, am Anfang war ich echt schwer begeistert und total involviert in die Handlung. Aber irgendwann mehrten sich so kleine Punkte, die einzeln betrachtet gar nicht so störend gewesen wären, in der Summe aber an mir genagt haben. So beispielweise, dass die Hinleitungen zum nächsten Schritt manchmal einfach wirr waren. Beispiel: unseren Protagonisten wurde gesagt, sie sollen zum Ursprung aller Hexen reisen. Die Argumentation, die einer der Charaktere dann fährt: die mächtigste Hexe aller Zeiten wurde im englischen Exeter geboren, und ihre Mentorin hat am gleichen Tag wie sie Geburtstag. Wir müssen also nach Salem reisen. ... Häh??? Außerdem hat mich mit fortschreitendem Lesen gestört, dass Lizzie Fry für eine Autorin, die selbst ein Buch darüber geschrieben hat, wie man Frauencharaktere NICHT schreiben sollte, meiner Meinung nach doch oftmals tief in die Klischeekiste gegriffen hat: die rationale Ärztin, die eigentlich eine leidenschaftliche, gefühlsbetonte Frau ist, die nur auf die Liebe gewartet hat, oder die Antagonistin, die so durch und durch boshaft wie ein Disney-Bösewicht ist. Grundsätzlich waren die Bösen hier auch wirklich nur das, da gab es keine Grauzonen oder Motive, die ihre Taten nachvollziehbarer hätten machen können. Das hat zwar dafür gesorgt, dass ich mich herrlich aufregen konnte und genau wusste, wer hier zu hassen ist, aber andererseits hätte ich mir da etwas mehr Tiefgang gewünscht. Insofern bleibe ich mit einem gemischten Eindruck zurück: Handlung und Worldbuilding konnten mich überzeugen, die Charaktere leider weniger. Sorry, aber bei der Vermischung von Fantasy, Feminismus und Dystopie habe ich schon besseres gelesen.

Lesen Sie weiter

Als ich das Cover und den Klappentext gesehen habe, war ich hin und weg und wollte das Buch unbedingt lesen. Ich liebe Geschichten über Hexen und ich habe mich wirklich auf das Buch gefreut. Das Buch ließ sich flüssig lesen, der Schreibstil war mir jedoch ein wenig distanziert. Am Anfang wird man mitten ins Geschehen geworfen und dies baute schon gleich Spannung auf. Die Geschichte wird aus verschiedenen Erzählperspektiven erzählt, am Anfang musste ich immer noch überlegen, wer nochmal was gemacht hat, aber das legte sich mit der Zeit. Das Magiesystem im Buch finde ich absolut genial und ich hätte im Buch gerne mehr Magie gehabt, ich allerdings hatte das Gefühl, dass die Verfolgung und die Politik mit ihren Machtspielchen die Magie ein wenig überlagert haben. Wo ich den Anfang noch spannend fand, hat sich der Mittelteil für mich ziemlich in die Länge gezogen, irgendwie fehlte mir da ein wenig die Spannung. Auch in die Charaktere konnte ich mich nicht besonders gut hineinversetzen, vor allem bei Adelita und Ethan fiel es mir schwer. Es kam mir so vor, als würden die Beziehung der beiden so ganz plötzlich entstehen. Irgendwie ist da der Funke bei mir nicht übergesprungen und so richtig glaubhaft fand ich es auch nicht. Chloe kam mir ein wenig naiv und überfordert vor, aber ich konnte mich in sie ein wenig besser hineinversetzen. Am Ende der Geschichte wurde es zwar wieder spannend und es wurden zwar einige Dinge aufgeklärt, aber mir fehlt dennoch wie die Charaktere sich im Laufe der Geschichte entwickeln. Das war mir ein wenig zu abgehackt. Also am Anfang sind sie so und am Ende so. Der Mittelteil, also wie es dazu kam, fehlt mir da ein wenig. Fazit: Obwohl dieses Buch so vielversprechend begann, konnte es mich letztendlich nicht so ganz überzeugen.

Lesen Sie weiter

Darf ich vorstellen? Mein bisheriges Jahreshighlight aus dem Jahr 2021: „Der Zirkel“ von Lizzy Fry! Ein Buch über moderne Hexenverfolgung. Großartig, grausam, toxisch, urban und fantasylastig. Aber fangen wir von Anfang an. Das Cover des Buches ist schlicht und die Farbgestaltung verspricht etwas düsteres. Der Kreis erinnert an eine Sonnenfinsternis und macht damit einen mystischen Eindruck. Er passt unglaublich gut zum Titel. Wer sich unter „Der Zirkel“ nichts vorstellen kann, dem verrate ich hier so viel: Es geht um Hexenzirkel und das wurde von der Autorin perfekt umgesetzt. Der Klappentext hat mich direkt abgeholt und als Hexe war ich sofort dabei. Hexen, Hexenverfolgung in der heutigen Zeit, Frauenunterdrückung... Ich will es lesen! Das Buch ist sehr feministisch angehaucht und hat viele starke, weibliche Protagonisten. Es zeigt eine sehr dunkle Seite der Gesellschaft und aus der Geschichte. Die Unterdrückung von Frauen. Frauen, die am besten nicht selbst denken sollen und dem Mann gehorchen müssen, am Herd stehen und kochen sollen, Kinder gebären sollen und sonst nichts. Jede Frau, die anders ist, zählt als Hexe. Der Einstieg in diese urbane, futuristische Welt reißt mich als Leser direkt mit und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Dazwischen finden sich immer wieder Auszüge aus den politischen Erklärungen, die unglaublich spannend sind und die Grausamkeit zeigen, wie angebliche Heilversprechen von Kristallhexen. Aufgrund der Tatsache, dass man als Leser kaum Informationen am Anfang hat, ist man genauso ratlos, wie Adelita, die eine der Protagonisten ist. Am Anfang bewegen wir uns als Leser zwischen Adelita und Ethan und Chloe und ihrem Vater hin und her. In den kommenden Kapiteln wird erst Stück für Stück aufgedröselt, was passiert ist und wieso sie in der Situation sind, in der sie grade stecken. Ein weiterer Spannungsaspekt ist das Magiesystem und die Politik. Es lädt einen richtig ein mit am Ball zu bleiben und weiter zu lesen. Erst nach und nach werden die Schleier gelüftet und als Leser bekommt man eine gute Übersicht, wie die Magie funktioniert und was die jeweiligen Hexen ausmacht. Immer wieder kommen Parallelen zum Nazi-Regime durch und die totalitäre Gewalt. Ich mag es, dass in diesem Buch viele Probleme angeschnitten werden, die aktuell auch stark diskutiert werden, wie Sexismus. Die Kombination aus Geschichte und Gesellschaftsprobleme ist der Autorin sehr gut gelungen. Leider habe ich unter all dem Lob auch etwas Kritik. Ab der Mitte des Buches fängt es an langsamer zu werden und die anfängliche Spannungskurve sinkt. Die Story fängt an sich zu ziehen und es passiert wenig spannendes. Zwischenzeitlich hatte ich auch das Gefühl etwas an Handlung verpasst zu haben, wie die Beziehung zwischen Ethan und Adelita, die plötzlich einfach da war. Wo kam die bitte auf einmal her? Das angebliche Knistern zwischen ihnen, fehlte mir hier komplett. Aber ich bin auch froh, dass die Autorin hier keine Liebesschnulze draus gemacht hat. Diese Beziehung zwischen ihnen hätte ich mir doch etwas anders vorstellt und mit einem Hauch Knistern in der Luft. Chloe blieb für mich ein sehr distanzierter Charakter, den ich nur aus der Perspektive von ihrem Vater, Ethan oder Adelita sehen konnte. Sie war für mich ein sehr unsympathischer Charakter und auch die Bindung zwischen Adelita und Chloe ist mir fremd geblieben. Da hätte die Autorin sehr gerne mehr Emotionen hinein legen können. An vielen Stellen, wo es Emotional wurde, blieb es sehr oberflächlich und die Gefühle kamen bei mir nicht an. Die Autorin wirft auch viele Fragen auf, die im Buch nicht gelöst werden, wie die Kräfte von Chloe, die dunkle Seite des Mondes, wieso Adelita und Chloe so mächtig sind...ich habe mich nicht abgeholt gefühlt. Diese Probleme sind mit einem Mal da, die Charaktere entwickeln sich und Probleme gelöst. Aber wie....das bleibt auf der Strecke und welche Bedeutung auch das bleibt für den Leser ein Rätsel. Das macht es Leser schwer dem zu folgen und sich ab einem gewissen Punkt in die Geschichte zu verlieren . Während also das Buch einen großen Anfang hinlegte, zog es sich über die Mitte sehr zäh. Die Autorin hätte aus diesem Buch, denke ich, mehrere Teile machen können, um so den Charakteren mehr Tiefe zu geben und mehr Zeit zur Entwicklung, so dass man als Leser auch der Handlung folgen kann und nicht die Lösung der Probleme mit einem Mal vorgesetzt bekommt. Es lässt einen sehr unzufrieden zurück und ich hätte mich sehr gefreut, wenn daraus mehr geworden wäre. Dennoch bleibt es ein wunderbares Buch, was mich begeistert hat und für mich auf den Stapel Jahreshighlight kommt.

Lesen Sie weiter

Wir stellen nicht sicher, dass Rezensent*innen, welche unsere Produkte auf dieser Website bewerten, unsere Produkte auch tatsächlich gekauft/gelesen haben.