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Rezensionen zu
Eingefroren am Nordpol

Markus Rex

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„Eingefroren am Nordpol“ ist das Buch zur sogenannten Mosaik-Expedition auf dem Forschungsschiff Polarstern. Diese Expedition zur Erforschung der komplexen Klimaprozesse in der Arktis war auf vielen wissenschaftlichen Gebieten einmalig. Die mit hochkarätigen Wissenschaftlern aus aller Welt besetzte Expedition ließ sich für ein Jahr mit dem Schiff möglichst nah am Nordpol einfrieren, um mit der Eisdrift einmal rund um die Arktis zu treiben. Der Autor ist kein geringer als der Leiter dieser Expedition, Markus Rex, der natürlich tief in die gesamte Vorbereitung und Durchführung involviert war und dem Leser so einmalige Einblicke geben kann. Als Expeditionsleiter war er nicht nur verantwortlich für die Logistik, sondern auch die Koordination der unterschiedlichen Forschungsaufträge, die auf, unter und über dem arktischen Eis ausgeführt wurden. Geschrieben ist „Eingefroren am Nordpol“ im Stil eines Tage- oder besser eines Logbuches, da es ja um eine Schiffsexpedition geht, welches die jeweiligen Erlebnisse aus der persönlichen Sicht des Expeditionsleiters wiedergibt. Das Buch beschreibt auf eindrucksvolle Art und Weise, den Ablauf der Expedition vom Auslaufen der Polarstern bis zum Wiedereintreffen im Heimathafen. Es geht zum einen um das große Ganze der Expedition – die vielen kleinen Planungsdetails und die genau dokumentierten Abläufe. Markus Rex verliert sich dabei nicht in zu vielen Details, gibt aber trotzdem einen guten Einblick in die täglichen Unwägbarkeiten, mit denen er es als Expeditionsleiter zu tun hat. Zum anderen – und dies macht das Buch zu mehr als einem reinen Expeditions- oder Reisebericht – dringt das Plädoyer des Wissenschaftlers für Umwelt und Umweltschutz durch. Dieses Buch erzählt auch von der Gefahr, die unserer Natur und unserem Klima droht. Der Autor verdeutlicht an vielen Beispielen, wie wichtig es ist, sich nicht nur Gedanken über die Gegenwart zu machen, sondern auch um Auswirkungen auf die Zukunft, selbst wenn sie einen selbst nicht mehr betreffen sollte. Die Auswertung der wissenschaftlichen Messungen und Untersuchungen dieser Expedition mit dem Forschungseisbrecher Polarstern wird zwar noch Jahre dauern, aber als Leser bekommt man einen Überblick welche Faktoren alle zu planen und zu beachten sind. Dabei schildert Rex auch, wo die Grenzen der heutigen Technik immer noch liegen. Alle technischen Informationen sind prima aufbereitet und erklärt, so dass man das auch als Laie gut verstehen kann. Zahlreiche Infokästen ergänzen seinen Expeditionsbericht. Die einmalige Mosaic-Arktisexpedition wird dank dieses Buches für den Leser zu Hause nachvollziehbar und nahezu erlebbar, denn es lässt ihn an vielen Momenten, kritischen, schönen wie alltäglichen – Momenten der Expedition teilhaben. So ist man gedanklich bei den Forschern auf dem Schiff und im Eis. Ist dabei, wenn es auf die Suche nach der richtigen Scholle zum Einfrieren geht und auch, wenn plötzlich im Sturm das Eis unter donnerndem Getöse bricht und die Wissenschaftler unter harschesten Bedingungen ihre Geräte und Ausrüstung bergen müssen. Aber auch am Bordleben lässt der Autor den Leser teilhaben, beim Drink an der Eisbar oder der Weihnachtsfeier. Vor allem jedoch steckt Markus Rex an mit seiner Begeisterung für die Schönheit der arktischen Natur, deren detaillierte Schilderung Bilder vor dem geistigen Auge erzeugt. Mit diesem Buch ist es dem Autor gelungen, grundlegende Aspekte dieses faszinierenden Unternehmens für Laien anschaulich zu beschrieben. Es liest sich spannend, ist unterhaltend und sehr informativ zugleich. Grandioser Expeditions-Bericht – genauso spannend wie die gesamte Reise!

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Ein Jahr in der Arktis, mit einer Eisscholle driftend, eine Forschungsstation auf dem Eis – kein Zweifel, die „Mosaic“-Expedition an Bord des Forschungseisbrechers Polarstern war nicht nur eine Gelegenheit, wissenschaftliche Daten aus der unzugänglichen und extremen Region um den Nordpol zu erhalten. Sie war auch ein großes Abenteuer, bei aller Vorbereitung, Sicherheitsmaßnahmen und –technik. Die meisten Menschen können nur davon träumen, in ihrem Leben einmal so etwas zu erleben. Expeditionsleiter Markus Rex, der schon auf zahlreichen Forschungsreisen war, nimmt Leser mit dem nur wenige Wochen nach der Rückkehr veröffentlichtem Logbuch von der Polarstern mit auf die Reise ins – wie sich zeigt – gar nicht mehr so ewige Eis. Dabei tritt er auch in die Fußstapfen der ersten Entdecker und Reisenden, allen voran Fridtjof Nansen. Rex leitet die Atmosphärenforschung des Alfred Wegener-Instituts und ist Professor für Atmosphärenphysik an der Universität Potsdam. Mit „Eingefroren am Nordpol“ hat er allerdings nicht Fachwissenschaftler im Sinn, sondern Menschen, die sich für den Alltag auf einem Forschungsschiff interessieren, schon immer mal wissen wollten, wie eine wissenschaftliche Expedition abläuft und sich fragen, welchen Erkenntnisgewinn die Reise in die Arktis abgesehen von spektakulären Eindrücken von Eisbergen, Eisbären und Polarnacht bietet. Die Antworten werden nicht nur allgemeinverständlich formuliert, zahlreiche Bilder und Darstellungen nehmen die Leser mit auf die Reise. Und auch die ganz besonderen Probleme, die die Corona-Pandemie selbst dem Forscherteam bescherte, werden anschaulich geschildert. Das Jahr in der Arktis erlaubte den Wissenschaftlern, Landschaft, Klima und Ökosystem kennenzulernen wie nie zuvor. „Wir haben ihren Herzschlag verfolgt und unsere Scholle durch alle Phasen ihres Lebenszyklus begleitet“, schreibt Rex in seinem Buch. Die Proben und Messdaten der Expedition dürften noch in den kommenden Monaten und Jahren analysiert und ausgewertet werden. Doch manche Erkenntnis konnten die Wissenschaftler bereits während ihrer Reise gewinnen: So habe sich das Eis im Frühsommer und Sommer 2019 und 2020 schneller zurückgezogen als jemals zuvor, schreibt Rex: „Die Eisausdehnung war im Sommer nur noch gut halb so groß wie vor Jahrzehnten und die Dicke kaum noch mehr als halb so dick wie zu Nansens Zeiten.“ Während des Winters seien fast durchgehend etwa zehn Grad höhere Temperaturen gemessen worden als während der Nansen-Expedition vor rund 125 Jahren. Es klingt vielleicht wie ein Paradox, doch gerade die Arktis, die als Welt ewigen Eises gilt, erwärmt sich schneller als jede andere Region der Erde. Und das ist nicht nur ein Problem der Eisbären, deren Jagdterritorien und Lebensgrundlagen schrumpfen. Denn die Arktis, so erläutert Rex, ist eine Art Wetterküche auch für Mitteleuropa. Zwischen der Erwärmung der Arktis und den heißen Sommern der vergangenen Dekade gebe es einen Zusammenhang. Allein 150 Terrabyte an Daten haben die Polarstern-Forscher von ihrer Expedition zurückgebracht. Mehr als 100 komplexe Klimaparameter wurden ganzjährig aufgezeichnet. „Wir können die Prozesse jetzt in unseren Klimamodellen nachbauen und damit besser abschätzen, welche Menge an Treibhausemmissionen welche Auswirkungen auf das Klima der Arktis und weltweit haben werden.“ Das so erhaltene Wissen sei auch eine wichtige Voraussetzung für politische Entscheidungen über anstehende Klimaschutzmaßnahmen. Die Begeisterung für die Sache, die Neugier auf die Erlebnisse in der Arktis auch nach vielen vorangegangenen Expeditionen ist beim Lesen deutlich zu spüren. Hier schreibt kein blasierter oder abgehobener Experte, sondern ein Wissenschaftler, der sich auf der Brücke des Forschungsschiff ebenso heimisch fühlt wie im Lehrsaal. Das Zusammenleben von Experten unterschiedlicher Nationen auf engem Raum, die Forschungsstadt auf der Eisscholle, mit der die „Polarstern“ sich den Strömungen überließ, gemeinsames Arbeiten und Feiern, aber auch Einsamkeit und Weite lassen ahnen, wie faszinierend und lebensverändernd so eine Expedition sein muss.

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Das Cover zeigt die Polarstern von vorne im Eis. Der Himmel geht farblich nahtlos ins Eis über und so sticht der blaue Rumpf des Forschungsschiffes direkt ins Auge. Ich finde mehr braucht das Cover auch nicht, um auf das Logbuch der Arktisexpedition hinzudeuten. September 2019 kommt mir vor, als wenn es eine Ewigkeit her ist. Was ist seit dem in der Welt alles passiert? Zu Beginn der Expedition habe ich das Fortkommen der Polarstern auf ihrem Weg an den Nordpol verfolgt. Ich habe mir immer mal wieder die aktuellen Koordinaten angeschaut und die Berichte überflogen. Doch spätestens mit dem Start von Corona in Deutschland, habe ich die Expedition kaum noch verfolgt und nahezu vergessen. Erst als ich die Bücher zur Expedition im Bloggerportal sah, habe ich mich an diese einzigartige Forschungsreise erinnert und war sofort Feuer und Flamme für das Hörbuch. Ich hatte irgendwie ein nüchternes Hörbuch mit den einzelnen Etappen erwartet, eher nüchtern erzählt. Ich hatte einfach an einen Forschungsreisebericht gedacht. Mit dieser Erwartung bin ich an das Hörbuch gegangen und wurde dann eines besseren belehrt. Es ist nicht einfach nur das Logbuch der Polarstern Expedition aus der Sicht des Expeditionsleiters Markus Rex, sondern es ist so viel mehr. Während gerade in den ersten Tagen noch nicht so viel an Bord passiert, da von Tromsö erst mal der Weg ins Eis zurückgelegt werden muss, nimmt mich Markus Rex mit auf den historischen Grund für die Expedition ins Eis. Dabei hatte ich sofort ein Bild der Fram im Museum in Oslo vor Augen und dem damaligen Polarforscher Fridtjof Nansen, der mit der Fram in der Zeit von September 1893 bis August 1896 sich auf Eisdrift begab. Diese Fram- Expedition von Nansen war die Basis der neuen Forschungsreise ins Eis. Nur mit viel mehr Komfort an Bord im Gegensatz zu den Teilnehmern, die mit Nansen sich auf ein Abenteuer ins Eis begeben haben. Neben den unterhaltsamen Erzählungen des Alltags an Bord und später den Aufgaben auf dem Eis lässt Markus Rex Informationen rund um die Expedition in sein Logbuch einfließen. Beim Hörbuch wird dies sehr gut mit einem vorangestellten „Information“ deutlich. So habe ich etwas über Klimakonferenzen gehört. Ich habe etwas über die verschiedenen Eisarten gelernt und vieles mehr. Der Sprecher unterstreicht mit seiner Stimme die gute Unterhaltung und sorgte immer wieder für die nötige Spannung, um unbedingt weiter hören zu wollen. Wobei die Eisbären, die sich dem Eiscamp näherten der Spannung nicht abträglich waren. Hier wurde jedesmal ganz klar gestellt, dass es bei der Abwehr der Eisbären um die Sicherheit auf beiden Seiten ging. Na klar stand die Sicherheit der Expeditionsteilnehmer im Vordergrund, doch wurde gut erklärt, warum es wichtig für den Eisbären war, dass er sich nicht in der Näher der Forscher aufhielt und warum er sich nicht an dessen Gerätschaften bedienen sollte. So kam der Tierschutz im ewigen Eis nicht zu kurz. Hast du Lust, auf ein besonderes Hörbuch? Wolltest du gedanklich schon immer mal ins Eis reisen? Dann bist du bei dieser außergewöhnlichen Reise ins Eis genau richtig. Bist du offen für kleine naturwissenschaftliche Exkurse, dann findest du hier ein paar Informationen, die dich zum Nachdenken anregen. Ich habe das Hörbuch sehr genossen und habe mir beim Hören vorgestellt, wie es wohl meiner Schwester damals auf ihren Forschungsreisen mit der Polarstern in die Antarktis ergangen sein muss. Und noch viel früher mein Großvater auf Walfang am Südpol. Wie du siehst, habe ich ein wenig Seefahrerblut im Herzen und so war das Hörbuch für mich genau das richtige. Ich möchte zu gerne auch mal ins Eis, doch als Tourist ist das fast nicht bezahlbar und ganz ehrlich gehören Touristen wirklich ins Eis?

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"Am 20. September 2019 startete die größte Arktisexpedition aller Zeiten: Die »Polarstern« verließ den Hafen von Tromsö, um sich am Nordpol einfrieren zu lassen. An Bord hat sie Wissenschaftler aus 20 Nationen, die in der Arktis ein Jahr lang die Auswirkungen des Klimawandels untersuchen werden. Markus Rex, der Leiter der »MOSAiC« genannten Forschungsmission, erzählt in seinem Buch die Geschichte dieser einmaligen Expedition." Ich habe von der Expedition in einer Doku gehört und war völlig gefesselt von den Berichten der Forscher. Umso aufgeregter war ich als das Buch ankam. Schon mit dem ersten durchblättern war ich wieder völlig baff von der detaillierten schilderung Expedition. Ich liebe die Vorstellung in die Welt hinauszuziehen und neue Erkenntnisse zu sammeln, Entdeckungen zu machen die nie jemals einer vor mir gemacht hat. Es ist wahnsinnig spannend, aufregend und leider Gottes brutal realistisch. Der Klimawandel sorgt bei mir immer für eine solche Wut auf mich als Mensch...Es liegt an jedem einzelnen von uns auf unsere Welt zu achten, sie zu lieben und zu würdigen. Dieses Buch führt einem das deutlich vor Augen. Die Bilder und Aufzeichnungen runden das ganz ab und so fühlt man sich als wäre man mit unterwegs auf einer Expedition die die Welt bis dahin noch nicht gesehen hat. All die Herausforderungen  die Rückschläge, die schrecklichen Erkenntnisse, die Einsamkeit und noch sooo unglaublich vieles mehr ist so waaaahnsinnig super toll festgehalten worden... Es macht Lust auf mehr, regt zum Denken an und ist ein Weckruf an die Menschheit. Ich liebe es und vergebe 5|5🌟 PS. Die Doku gibt es in der ARD Mediathek zieht es euch rein.  ❤

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Der Autor:⠀ ⠀ Markus Rex ist Professor für Atmosphärenphysik an der Universität Potsdam und leitet auch das entsprechende Forschungsgebiet des Alfred-Wegener Instituts (AWI). Als Polar-, Klima- und Atmosphäreforscher beschäftigt er sich besonders mit dem Klimasystem der Polargebiete sowie der Ozonschicht.⠀ ⠀ Bevor er die Leitung der MOSAiC-Expedition übernahm, hatte er zur Erforschung der Klimaprozesse bereits an zahlreichen Expeditionen in der ganzen Welt teilgenommen, auch in der Arktis und Antarktis.⠀ ⠀ Zwischen Abenteuer und Forschung:⠀ ⠀ Bei “Eingefroren am Nordpol” handelt es sich um das Logbuch der einzigartigen, international besetzten Forschungsmission MOSAiC¹, geschrieben von Expeditionsleiter Markus Rex. ‘MOSAiC’ steht für ‘Multidisciplinary drifting Observatory for the Study of Arctic Climate’, also ‘multidisziplinäres treibendes Observatorium zur Erforschung des arktischen Klimas’.⠀ ⠀ Wie bitte – ‘treibendes’?⠀ ⠀ Ja, denn die beteiligten Wissenschaftler aus 20 Nationen stellten ihre Forschungen aus dem Blickwinkel einer ganz besonderen Basis heraus an! Los ging es am 20. September 2019, als das Schiff »Polarstern« den Hafen der Stadt Tromsø in Nordnorwegen verließ und sich auf die Suche nach einer geeigneten Eisscholle machte, die für die nächsten Monate, fast ein ganzes Jahr, zur treibenden Forschungsstation werden sollte – und das im Winterhalbjahr, der tiefsten Polarnacht.⠀ ⠀ Denn das Eis der Arktis ist im Winter vielerorts so dick, das selbst Eisbrecher keine Chance mehr haben, aber wenn man sich geschickt am richtigen Ort einfrieren und dann mitdriften lässt, trägt die Bewegung des Eises einen dorthin, wohin man will.⠀ ⠀ ____⠀ ¹ als leise Kritik sei angemerkt, dass Abkürzungen nicht immer näher erläutert werden, wie zum Beispiel, was ist eine CTD-Rosette – oder eben, aus was setzt sich ‘MOSAiC’ zusammen? Letzteres wird natürlich im Laufe des Buches inhaltlich erklärt, nur fehlt die Zusammensetzung des Begriffs.⠀ ⠀ Warum das Ganze?⠀ ⠀ Das grundlegende Ziel der Expedition war das Zusammentragen wissenschaftlicher Daten aller Art in der Zentralarktis: aus dem arktischen Ozean, dem Packeis und der Atmosphäre. Daten dieser Art konnte man zuvor noch nie in diesem Umfang erheben, weil es technisch und logistisch schlicht nicht möglich war. Die Auswertung des Materials (diese wird Wissenschaftler noch einige Jahrzehnte beschäftigen) soll es in Zukunft ermöglichen, die Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Komponenten des Systems Zentralarktis zu verstehen.⠀ ⠀ Wenn man sich anschaut, wie viele Länder, Institute und Wissenschaftler beteiligt waren, welche Anzahl und Vielfalt an Daten mit zig Messapparaturen erhoben wurden, was für eine enorme Vorbereitungs- und Nachbearbeitungszeit in diesem Projekt stecken, dann ist es sicher nicht übertrieben, wenn MOSAiC vielerorts als “größte Arktisexpedition aller Zeiten” angepriesen wird.⠀ ⠀ Wer jetzt fürchtet, mit eiskalten Fakten erschlagen zu werden, muss sich allerdings keine Sorgen machen. Dies ist kein nüchterner, strikt auf die nackten Daten reduzierter Forschungsbericht, sondern ein Expeditionsbericht, in dem das Abenteuer nicht fehlt. Immerhin sieht Rex sich in der Tradition der legendären “Fram”-Expedition vor mehr als 125 Jahren, bei der Leiter Fridtjof Nansen sein Schiff ebenfalls willentlich einfrieren ließ.⠀ ⠀ Arktisforschung vor über einem Jahrhundert:⠀ ⠀ In Interviews schwärmt Rex von dessen gigantischer Pionierleistung, spricht davon, wie Nansen und seine Mannschaft todesmutig und entbehrungsreich drei Jahre lang isoliert im Eis festsaßen – und Messungen anstellten, die für die MOSAiC-Expedition hilfreiche Vergleichswerte darstellen, wie zum Beispiel Temperatur und Eisdicke.⠀ ⠀ Und der Vergleich war ernüchternd: die Temperatur war zum Teil geschlagene 10 Grad höher als zur Zeit der Nansen-Expedition, man fand offenes Wasser dort vor, wo Eis sein sollte… Der Klimawandel lässt sich nicht mehr leugnen – bald könnte die Arktis im Sommer komplett eisfrei sein, und das hätte Folgen für die ganze Welt.⠀ ⠀ Die Arktis ist laut Rex das Epizentrum des Klimawandels, ein System mit überaus komplexen Wechselwirkungsmechanismen. Wie bei einem Uhrwerk greift ein Teil ins andere, so dass sich einzelne Entwicklungen stets auf das Funktionieren des ganzen Systems auswirken – so ist die Arktis auch die “Wetterküche” für das Klima in unseren Breiten!⠀ ⠀ Markus Rex schreibt fundiert und dabei unterhaltsam. Im gelingt die Balance: abwechslungsreich und mit Liebe zum stimmigen Detail einerseits, wissenschaftlich untermauert und detailliert andererseits – zu trocken liest es sich so oder so nicht. Sein Logbuch ist daher nicht nur für Menschen mit Vorkenntnissen interessant, die schon mit den Abenteuern der großen Forscher wie Nansen und Amundsen vertraut sind. Auch für Laien gilt: wer sich für die Arktis, das Thema Klimaforschung oder wissenschaftliche Themen an sich interessiert, ist hier sicher nicht falsch.⠀ ⠀ Der lebhafte Stil trägt den Leser durch dieses spannende Abenteuer: angefangen bei der Suche nach der richtigen Scholle zum Andocken bis hin zur korrekten Begegnungsetikette mit Eisbären (von der Gefahr her nicht zu unterschätzen!)– oder der ernüchternden Beschreibung des schmelzenden Eises am Nordpol. Durch Covid-19 wurde der geplante Ablauf gehörig gefährdet, auf diese Probleme geht Rex nicht nur im Verlauf des Tagebuchs, sondern auch in einem eigenen Kapitel ein: “Auf Messers Schneide”.⠀ ⠀ Er schildert dem Leser die Expedition anschaulich, bringt ihm allerlei damit verbundene Themen nahe und gibt auch einen Einblick in die Schönheit der Arktis. Fakten verschiedenster Art werden locker ins Tagebuch eingeflochten, wie zum Beispiel Informationen über das Nordlicht, das Leben an Bord, die verschiedenen an der Expedition beteiligten Personen oder die Andockmanöver mit anderen Eisbrechern.⠀ ⠀ Die Gestaltung des Buches:⠀ ⠀ Das Buch enthält zahlreiche exklusive Fotos von der Expedition, die den Text wunderbar ergänzen, dazu findet sich im Vorderdeckel eine Karte der Arktis mit Markierung des Expeditionsverlauf und im Rückdeckel eine Übersicht über das Forschungscamp auf der Scholle, mit den aufgebauten wissenschaftlichen Geräten. Es handelt sich hier aber nicht um einen Bildband! Die Bilder sind daher nicht auf Hochglanzpapier und auch nicht immer auf eigenen Seiten abgedruckt, sondern fügen sich in den Textfluss ein.⠀ ⠀ Farbig abgehobene Infokästen enthalten ergänzend zum Logbuch weitere wissenschaftliche, technische, oder politische Fakten, wie zum Beispiel Daten zum Schiff, Informationen zu verschiedenen Eisformen, Antworten auf Fragen wie “Was essen Polarfahrer?” oder “Wem gehört die Arktis?”. Diese Kästen muss man nicht unbedingt lesen, um das Logbuch an sich zu verstehen, sie sind nur ein Angebot für interessierte Leser*innen, die tiefer in die Materie eintauchen wollen.⠀ ⠀ Ein Register ermöglicht das Nachschlagen von Personen, Instituten, Fachbegriffen und diversen Schlagworten. Wie oben schon erwähnt, hätte ich mir dazu noch ein Abkürzungsverzeichnis gewünscht.⠀ ⠀ Fazit:⠀ ⠀ Am 20. September verließ die »Polarstern« den Hafen von Tromsö, um sich am Nordpol einfrieren zu lassen – an Bord Wissenschaftler aus 20 Nationen. Ziel war es, ein Jahr lang Daten zu sammeln und das System Zentralarktis zu erforschen, mit besonderem Augenmerk auf den Auswirkungen des Klimawandels. Expeditionsleiter Markus Rex berichtet im Logbuch der Expedition von Herausforderungen und Gefahren, aber auch vom Alltag auf der driftenden Eisscholle, die den Wissenschaftlern als Basis diente.⠀ ⠀ Das wirkt auf mich als Laiin wissenschaftlich fundiert, liest sich aber auch unterhaltsam – ein echtes modernes Abenteuer in der Tradition der großen Polarforscher des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Aber das Buch lässt einen auch nachdenklich und besorgt zurück, denn der Klimawandel scheint in Rex’ Aufzeichnungen mehr als offensichtlich…

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Das Buch “Eingefroren am Nordpol” von Markus Rex erzählt die Geschichte von der Arktisexpedtion an Bord der Polarstern. Das Schiff brach im September 2019 auf um sich in der Arktis einfrieren zu lassen und sich mit dem Drift inmitten des arktischen Winters durch die Arktis treiben zu lassen. Ein Unterfangen, was Jahre an Vorbereitung gebraucht hat und die Zusammenarbeit vieler Nationen benötigt hat um überhaupt stattfinden zu können. Zu Beginn des Buches bezieht sich der Autor oft auf den Polarforscher Fridtjof Nansen, der sich bereits vor über 100 Jahren auf der Fram-Expedition im Packeis einschließen hat lassen, um den Drift zu erforschen. 2019 versucht das Team von Markus Rex sich im Eis einschließen zu lassen und muss mit Hindernissen kämpfen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Eins der wichtigsten Punkte ist es die geeignete Eisscholle auszuwählen, mit welcher sich die Polarstern einfrieren soll. Dabei muss das Forschungsteam feststellen, dass sich kaum eine geeignete Scholle finden lässt, da der Großteil viel zu dünn ist, um ein sicherer Ort für das Schiff und die Forschungsausrüstung zu sein. Hierbei wird dem Leser schnell klar, dass es mit dem Klimawandel, in der Arktis bereits viel gravierendere Folgen als in unseren Breiten gibt. Das Eis schmilzt jedes Jahr schneller und der Autor muss sich mehrmals fragen, ob er eine der wenigen Leute ist, die die Arktis noch erleben dürfen, während sie das ganze Jahr über eingefroren ist. Das Buch ist in fünf verschiedene Abschnitte eingeteilt darunter die vier Jahreszeiten und der Abschnitt “An Land”. Insgesamt umfasst das Buch circa dreihundert Seiten. “Eingefroren am Nordpol” lässt sich auch als Laie sehr angenehm lesen und es wird kein Vorwissen erwartet. So muss man auch keine Angst haben über unbekannte Fachtermini zu stolpern. Außerdem gibt es zu Beginn eine Karte, die die Route der Polarstern aufzeigt, so dass man während des Buches nachsehen kann, wo genau sich das Schiff gerade befindet. Zudem findet man am Ende des Buches eine Seite, die den Aufbau des Forschungscamps zeigt. Mir persönlich hat die erste Hälfte des Buches am Besten gefallen, da hier die Tage noch sehr detailliert beschrieben werden und man sehr viel dazu lernt. Die Crew muss sich täglich anderen Herausforderungen stellen, von Eisbären, bis zu Stürmen und Rissen im Eis ist wirklich alles vertreten. Nach dem Abschnitt “Winter” geht der Autor vom Schiff und es gibt einen Abschnitt, bei dem er in wenigen Seiten zusammenfasst, was für Schwierigkeiten die Pandemie für solch eine Expedition mit sich bringt. Hierbei fand ich es Schade, dass man die Geschehnisse an Bord nicht mehr so genau mitbekommen, wie es für ein “Logbuch” der Fall sein sollte. Natürlich wird auch angerissen, was gerade in der Arktis passiert, doch ich persönlich hätte mir mehr Details erwartet. Insgesamt hat mir das Buch wirklich gut gefallen. Die Geschichte der Expedition mit der Polarstern ist beeindruckend und lesenswert. Was hier bei Minusgraden in der ewigen Dunkelheit des arktischen Winter geleistet wurde ist schwer in Worte zu fassen und jeder sollte selbst die Möglichkeit ergreifen mehr zu erfahren.

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Was bin ich nur für ein Weichei! Dieser Gedanke kam mir oft beim Lesen dieses Buches. Insbesondere, nachdem ich kürzlich von einem Hundespaziergang durchgefroren zurückkam, das Buch in die Hand nahm und dort von „angenehmen“ -8 °C las. Bei mir waren 0 °C gewesen… Naja, Polarforscher ticken eben anders, dachte ich mir. Aber losgelassen hat mich das Thema nicht.   Denn wenn man darüber nachdenkt, mit welchem Elan und welchem Enthusiasmus die Besatzung der Polarstern ihre Expedition durchgeführt hat trotz aller Widrigkeiten (Polarnacht mit 24h Dunkelheit pro Tag, Temperaturen bis -42 Grad)… es ist einfach nur bewundernswert. Um möglichst viele Klimadaten aus der arktischen Zone sammeln zu können, dockte die Polarstern an einer großen, möglichst stabilen Scholle an und ließ sich im Arktiseis einfrieren – den ganzen arktischen Winter lang, bis das Eis das Schiff wieder freigab. Nur so konnte man Feldforschung bzw. in diesem Fall Eisforschung betreiben, die wirklich sinnvolle neue Daten erhebt und die unsere Wissenschaftler weiterbringt in der Frage, von welchen Faktoren das Klima der Arktisregion besonders abhängt, wie es sich entwickelt und leider auch in der Frage, wann mit dem großen Sterben der Arktisregion zu rechnen ist. Eins kann man jetzt schon sagen: sie ist schon fast auf der Intensivstation.   Markus Rex, der Expeditionsleiter von MOSAiC, wie diese Forschungsreise offiziell hieß, beschreibt eindrücklich und auch für wissenschaftliche Laien verständlich, wie ein Jahr „Eiszeit“ von statten ging. Von den immensen Vorbereitungen über den Alltag auf der Polarstern und der Scholle bis zu den interessanten, aber auch gefährlichen Eisbärbegegnungen nimmt er den Leser mit in diese rauhe, aber äußerst fragile Welt.   An einer Stelle seines Berichts war ich sehr bestürzt und wirklich traurig – für mich der Punkt, ab dem ich angefangen habe, darüber nachzudenken, was ich selbst im Kleinen für den Klimaschutz tun kann. Gegen Ende der Expedition erreichte die Polarstern für einige Messungen den Nordpol. Wow, dachte ich, der Nordpol, und hatte sofort das Bild einer undurchdringlichen Eiswüste mit Sturm und riesigen Schneefeldern vor Augen. Der Bericht des Forschers war ernüchternd, wenn nicht gar erschütternd: der Nordpol war durchzogen von Wasserrinnen, viel Eis war geschmolzen und trieb nur bruchstückweise im ansonsten offenen Wasser. Wenn das nicht höchst alarmierend ist, weiß ich auch nicht. Spätestens dieser Bericht hat mich aufgerüttelt. Schon jetzt gibt es im Sommer keine feste Eisdecke mehr am Pol. Auch das Wintereis verschwindet langsam und in wenigen Jahrzehnten wird der Pol wohl zumindest im Sommer komplett eisfrei sein. Was das für unsere Erde und das Wetter bedeutet, kann noch niemand voraussagen. Nur eins ist sicher: entspannter wird es nicht.   Deshalb möchte ich dieses Buch ganz vielen Menschen ans Herz legen. Es ist nicht hochwissenschaftlich geschrieben, sondern wirklich ein Leseabenteuer (mit wissenschaftlichen Anteilen, zugegeben). Aber um das Bewusstsein für unseren Planeten zu schärfen, ist es ein wahrer Schatz. Ich garantiere euch, ihr werdet die Welt anders sehen nach der Lektüre dieses Buchs. Ihr werdet vielleicht ein wenig sensibler sein für das Wohl unserer Erde – und dieses Gefühl sollte möglichst viele Menschen erreichen. Deshalb: unbedingt lesen!

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Nachdem ich die Dokumentation im Fernsehen gesehen hatte, war ich um so begeisterter über dieses Rezensionsexemplar. Markus Rex, der Expeditionsleiter dieses Projektes, hat das Logbuch der Forschungsreise geführt. Im September 2019 startet die Polarstern in Richtung Arktis, um dort in einer Scholle einzufrieren. Dadurch driftet das Forschungsschiff durch die Arktis, was normalerweise nicht möglich wäre, da im Winter, kein Eisbrecher mehr durch das Eis brechen könnte. Das Forschungsteam erhoffte sich dadurch neue Erkenntnisse über den Klimawandel. Im Logbuch erfährt man aber auch, wie viel Vorrat man mitnehmen musste, wie man sich vor Eisbären schützt und wie man Weihnachten in der Polarnacht feiert. Wundervolle Bilder und viele Infos runden das Ganze ab. Ein überraschend interessantes Thema, unverzichtbar für die Zukunft unseres Planeten.

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