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Rezensionen zu
Wir sind fünf

Matias Faldbakken

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€ 22,00 [D] inkl. MwSt. | € 22,70 [A] | CHF 30,90* (* empf. VK-Preis)

ungewöhnlich, überraschend

Von: A.H.

14.09.2020

Das Buch hat es mir nicht einfach gemacht ;). Ich habe mich etwas schwer getan mit dem Schreibstil. Locker flockig und für mich etwas chaotisch. Erst nach und nach habe ich mich reingefunden. Es mag daran liegen, dass es ein nordischer Schriftsteller ist und ich mich, wie möchte ich sagen, vielleicht Mentalität, reinlesen und fühlen musste. Doch dann war es spannend und an mancher Stelle überraschend. Ich habe etwas ganz neues kennengelernt. Wer sich einlassen kann wird ein gutes Buch vorfinden. Auch wenn ich mir am Schluß gewünscht hätte noch etwas weiterlesen zu können um noch einige Unstimmigkeiten bzw. offene Fragen geklärt zu haben. So bleibt das meiner Phantasie überlassen. Auch gut. Fünf Sterne hat es knapp nicht gegeben, da es für mich Neuland war und ich mich etwas schwer getan habe. Aber es hat sich dennoch gelohnt.

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Was für ein abgedrehter Roman! Natürlich, skandinavische Literatur ist immer ein wenig anders. Aber dieses Buch legt nochmal eine Schippe Ungewohntes drauf. Auf jeden Fall ist es in meinen Augen eher ein Mystery-Drama als ein Horror-Roman. Das schon mal für alle, die einen dunklen Roman zum Fürchten erwarten, denn dieser Erwartungshaltung wird das Buch nicht gerecht. Seine Qualität liegt woanders. Allein der simple, fast schon umgangssprachliche Schreibstil und die rasante Erzählung zu Beginn stimmen den Leser auf die Wesensart des Buchs ein. Dass die Hauptfigur Tormod Blystad zwei Wesenszüge zeigt, unterstreicht dieses Ungewöhnliche, denn schon da dämmerte es mir, in welche Richtung sich das Buch entwickeln wird. Vorhersehbar ist das Buch indes nicht und hat die ein oder andere Überraschung parat. Was im Übrigen auch für das Ende gilt, an dem sicherlich der ein oder andere Leser zu knabbern haben wird. Ein wohliges Ende findet das Buch nicht und lässt auch die ein oder andere Frage im Raum stehen. An so mancher Stelle im Buch habe ich mich gefragt, ob das schon eine Persiflage auf andere Romane darstellt oder die spießbürgerliche Familienbande als solche hinterfragt. Auf jeden Fall wird der Leser mit sehr unterschiedlichen Aspekten der Literatur konfrontiert. Allen voran neben den genannten das Phantastische und Mystische, das ab der zweiten Hälfte Einzug in den Roman erhält. +++ Fazit +++ Es fällt mir vergleichsweise schwer, die passenden Worte für dieses Buch zu finden, ohne zu viel vom Inhalt zu verraten. Auf jeden Fall muss der Leser sehr offen für ungewöhnliche und anders erzählte Bücher sein und keine Erwartung haben, dass er einen dystopischen Horrorroman vor sich hat. Wie eingangs erwähnt ist das Buch mehr ein Drama mit mystischen oder phantastischen Elementen. Mit Sicherheit ein Buch abseits des Mainstreams für Leser, die das absurd Andere suchen.

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Tormod Blystad ist ein kluger und handwerklich begabter junger Mann, der in einem kleinen und beschaulichen Dorf namens Råset lebt. Nach der Schule beginnt er sein Studium an der technischen Hochschule, wo er jedoch gemeinsam mit seinem besten Freund Espen Heggelund weit unter ihrem intellektuellen Niveau studierten. Denn Tormod hat eine dunkle Seite, die hervorkommt, wenn er sich übermäßig dem Alkohol und den Drogen hingibt. Glücklicherweise kann seine Freundin Siv ihn aus diesem Sumpf herausziehen, sie heiraten und bekommen zwei Kinder: Alf und Helene. Um ihr Glück perfekt zu machen, kaufen sie sich einen Hund, Snusken, der jedoch eines Tages plötzlich verschwindet. Um die Lücke zu füllen, beginnt Tormod die Arbeit an einem Klumpen Ton, den er mit reichlich Zusatzmitteln versetzt. Eines Tages bekommt er Besuch von Espen, mit dem er an einem feuchtfröhlichen Wochenende an diesem Tonbatzen herumexperimentiert. Die Dinge laufen aus dem Ruder, als der Batzen plötzlich ein Eigenleben entwickelt… Matias Faldbakken ist ein cleverer Erzähler. Mit seiner kindlich-naiven Erzählstruktur wiegt er den/die Leser/-in in einer Sicherheit, die er spielerisch erst punktuell, später konstant mit unerwarteten Einschüben durchbricht. Dabei entsteht ein sehr abwechslungsreiches Szenario, welches auf der einen Seite ein herrliches Zerrbild einer modernen Familie und gleichzeitig eine bestechend scharf beobachtete Parabel über Machtmissbrauch und Verantwortungslosigkeit gegenüber einem (zugegebenermaßen sonderbaren) Schutzbefohlenen darstellt. Wir sind fünf ist eine inhaltlich wie stilistisch ungewöhnliche Geschichte, die bei all der surrealen Komik nachdenklich stimmt und gleichzeitig mit ihren Horrorelementen schockiert. Dabei hält das Grauen aufgrund des leichtfüßigen Tonfalles umso erschreckender Einzug und wirkt an manchen Stellen nachhaltig verstörend. Ein beeindruckend andersartiger Roman, der mich ziemlich begeistert hat! Wir sind fünf (Originaltitel: Vi er fem, Norwegen 2019) erscheint in einer Übersetzung aus dem Norwegischen von Maximilian Stadler als Hardcover mit Schutzumschlag und Lesezeichenband bei Heyne Hardcore (256 Seiten, 22€). In einem sympathisch naiven Tonfall (und ich wähle diesen Begriff bewusst) erzählt Matias Faldbakken eine ungewöhnliche, ins kafkaeske abdriftende Geschichte die bravourös mit allerlei Metaphern, Anspielungen und Sinnbildern hantiert, den/die Leser/-in in einer trügerischen Sicherheit wiegt, um einem dann urplötzlich die Beine wegzutreten. Der Roman lebt von einer bestechend klaren Beobachtungsgabe und einer sorgfältig aufgebauten Geschichte, die gleichzeitig munter Haken schlägt. Ein außergewöhnliches Buch, wie man es nur selten in die Hände bekommt!

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