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Rezensionen zu
Wir sind fünf

Matias Faldbakken

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€ 22,00 [D] inkl. MwSt. | € 22,70 [A] | CHF 30,90* (* empf. VK-Preis)

Experimentell

Von: MilaGK

20.10.2020

Tormod führt nach einer wilden Jugend ein beschauliches Leben mit seiner Frau, den zwei Kindern und einem Hund. Eines Tages verschwindet der Hund spurlos und Tormod beginnt mit einem klumpen Ton zu experimentieren, der ein Eigenleben entwickelt … Das Buch beginnt in einem rasanten Stil, dass zu dem rasenden Tempo von Tormods Jugend passt und wird dann ruhiger, an manchen Stellen fast zu ruhig. Wer aufgrund des Klappentextes, so wie ich, eine Art Friedhof der Kuscheltiere“ erwartet, wird enttäuscht, es ist kein Horrorroman. Teilweise mutet es bei der Beschreibung des Tons eher wie ein wissenschaftliches Sachbuch an, von denen Tormod viele besitzt, im großen und Ganzen ist das Buch schwer einzuordnen. Mir hat an dem Buch gefallen, dass es so anders ist und sich nicht einordnen lässt. Der Autor experimentiert scheinbar mit Sprache und Genres, so wie Tormod mit seinem Ton. Ich empfehle das Buch für Leser, die offen und bereit sind, sich auf Neues einzulassen, abseits des Mainstreams. Wer mit einer bestimmten Erwartungshaltung an das Buch herangeht, wird wahrscheinlich enttäuscht werden.

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Matias Faldbakken vereint in seinem Buch „Wir sind fünf“ Horror, Drama, Phantasie und Mystik zu einem gesellschaftskritischen Gesamtwerk. Erzählt wir die Geschichte der Familie Blystard, welche in einem kleinen Ort namens Råset in der Nähe von Oslo lebt. Zu Beginn des Romans werden viele Hintergrundinformationen zum Vater Tormod geliefert, indem von seiner wilden Jugendzeit, in der Drogen und Alkohol eine wichtige Rolle gespielt haben, erzählt wird. So formt sich von Anfang an ein sehr interessanter Charakter. Glücklicherweise schlägt Tormod doch noch den richtigen Weg ein und wird zum fürsorglichen Vater für seine Kinder Alf und Helene, die er zusammen mit seiner Frau Siv liebevoll großzieht. Um die beiden Geschwister näher zusammen zu bringen, möchte Tormod einen Familienhund anschaffen. Nach einiger Zeit schafft er es dann, auch seine Frau zu überreden und die Hündin Snusken darf bei Familie Blystard einziehen. Bis zu diesem Punkt klingt alles nach einer schönen, harmonischen und friedlichen Familiengeschichte, doch als die geliebte Snusken plötzlich verschwindet, kippt die Stimmung ins Negative. Die beiden Kinder sind sehr traurig über das Verschwinden der Hündin, weshalb Tormod beginnt, mit seinen Kindern in der Werkstatt zu basteln. Der Familienvater hat sich ein fundiertes Wissen über Ton angeeignet und es durch Experimentieren geschafft, eine ganz eigene Kreation zu erschaffen. Als dann noch sein alter Jugendfreund Espen auftaucht, gerät alles aus den Fugen. Aus einem einfachen Tonklumpen entsteht nach und nach ein immer skurrileres Wesen, das nur schwer zu erfassen ist. Das Buch ist nicht übermäßig spannend, doch dem Autor gelingt es, eine angespannte Atmosphäre zu kreieren. Mir persönlich gefällt auch, dass der Roman ein offenes Ende hat. Das mag nicht jedermanns Sache sein, doch meiner Meinung nach unterstreicht der offene Schluss den Charakter des Buchs. Eindeutig sind sozialkritische Aussagen im Roman zu finden, die allerdings auch großen Interpretationsspielraum lassen. Der Leser wird jedenfalls mit viel Stoff zum Nachdenken versorgt und er wird noch lange mit den Inhalten des Buchs beschäftigt sein. Matias Faldbakken schafft es auf sprachlich sehr ansprechende Art und Weise eine Vielzahl von Themen wie Liebe, Lust, Manie, Mystik, Glück, Familie, Ekstase u.v.m. auf 250 Seiten zu bündeln und erzeugt damit eine immense Sprachgewalt. Das Buch ist definitiv zu empfehlen.

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Tormod Blystad lebt in einem kleinen Ort in Norwegen. Er hat eine Familie und ist fest in die Dorfgemeinschaft eingebunden. Die wilden Jahre mit Alkohol und Drogen liegen schon lange hinter ihm und nun zählen nur noch seine Frau und seine zwei Kinder. Nicht alles läuft gut, die Familie hat durchaus ihr Päckchen zu tragen und um ihnen allen etwas Gutes zu tun, zieht ein weiteres Familienmitglied ein, ein Hund, Snusken. Doch als es diesen plötzlich nicht mehr gibt, sind alle sehr niedergedrückt und Tormod bastelt zur Ablenkung in seiner Werkstatt herum. Bis dahin ist das eine vom Schreibstil ein wenig behäbig und schwerfällig dargebotene Geschichte rund um ein kleines eher freudloses ganz normales Leben, aber dann ist da, simsalabim, ein von Tormod grob geformter Klumpen Lehm, der über Nacht aus mehr oder minder geheimnisvollen mystischen Gründen lebendig wird. Das bringt erstmal freudige sehr willkommene Abwechslung in das Leben, nicht nur der Familie selbst, sondern auch der ganzen Dorfgemeinschaft. Die Geschichte schreitet weiter voran und dann kippt sie, hin zu etwas, das man wohl irgendwo zwischen Mystik und Horror ansiedeln kann. Also, jemand, der es gerne mal etwas anders mag, ist hier auf jeden Fall richtig. Mich lässt die Geschichte mit ein wenig zwiespältigen Gefühlen zurück, zumal am Ende doch einiges sehr schwammig und nicht wirklich abgeschlossen zurückbleibt. Ob das so sein soll oder 'das Andere' nur bei mir nicht so ganz angekommen ist, das müsste man dann wohl den Autor selbst fragen. Wer gerne liest, sollte es auf jeden Fall mit diesem Buch versuchen, weil es einfach so gar nicht Mainstream ist und das hat ja auch seinen Reiz.

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Amüsant wenn man dafür offen ist

Von: Lotta

19.10.2020

Die Geschichte ist aus meiner Sicht amüsant und unterhaltsam, wenn man derlei Geschichten mag. Es wirkt daher nur dann so wenn man sich auf die etwas andere Geschichte, die nicht dem Mainstream entspricht, einlassen und humorig betrachten kann. Den Schreibstil vergleiche ich für mich mit einem Aufsatz einer/s 10 bis 12 Jähriger/n, einfach und aufzählend. Für mich plätschert die Geschichte so dahin, ich hatte auch Mühe weiterzulesen, sie hat mich nicht gefesselt. Spannungsmomente gibt es meines Erachtens nicht, auch von Spannungskurven kann ich nicht wirklich berichten und das Ende hat mich daher auch nicht weiter überrascht. Was leider aus meiner Sicht bei den meisten Büchern der Fall ist. Warum das Buch so hoch gelobt wird kann ich nicht wirklich nachvollziehen, liegt vielleicht in der künstlerischen Betrachtung. Als Leserin, die einfach nur unterhalten werden möchte, habe ich diesen Ansatz der künstlerischen Betrachtung wahrscheinlich nicht. Es ist auf jeden Fall eine ungewöhliche Geschichte, in einem ungewöhnlichen Schreibstil zumindest für Erwachsene und für Liebhaber mit Sicherheit eine amüsante Unterhaltung ;-)

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Schwer einzuordnen

Von: Dimity74

15.10.2020

Wir sind Fünf erzählt die Geschichte der Familie Blystad. Vater Tormod ist ein hart arbeitender Mann, der Frau und Kindern jeden Wunsch erfüllt, wenn sie glücklich sind, ist er es auch. Ein Wunsch der Kinder ist ein Hund und mit etwas Überzeugungsarbeit bei Mutter Siv darf Hündin Snusken einziehen. Alle Familienmitglieder profitieren von der Anwesenheit des Tieres, die Geschwister haben nun eine gemeinsame Aufgabe, Mutter Siv ist plötzlich voller Energie und Tatendrang, Alle blühen auf. Natürlich ist dem Leser bald klar, dass es so wohl nicht bis zum Ende des Buches weitergehen wird und schon bald liegt eine eher düstere Stimmung über den Figuren. Das Buch ist locker, ich würde den Schreibstil fast als beschwingt bezeichnen, das Lesen fällt unglaublich leicht. Die Figuren sind nett gezeichnet, mit kleinen Macken und Eigenheiten und gerade zu Tormod gibt es viel Hintergrund, der seine Handlungen erklären soll und seinen Charakter unterstreicht. Die Aufmachung ist schön, mit Schutzumschlag und Lesebändchen. Das Cover erschließt sich beim Lesen. Das Buch ist in fünf Abschnitte unterteilt und schon in Teil zwei beginnt die Stimmung und irgendwie die gesamte Geschichte zu kippen. Obwohl es immer noch eine Familiengeschichte ist, kommen andere Elemente hinzu.Tormod betreibt eine Art Experiment, dem dessen Sinn ich nicht ganz verstanden habe und dessen Beschreibung ich manchmal recht abstrakt fand. Dieses Experiment nimmt immer skurilere Formen an und immer mehr Raum im Buch ein. Die Geschichte wird von Abschnitt zu Abschnitt wunderlicher und fast obskur. Die Geschichte lässt sich nur schwer einem Genre zuordnen. Trotz vieler Momente, die zb an Dr Jekyll und Mister Hyde, oder an Frankenstein denken lassen ist das Buch nich gruselig, Since Fiction ist es aber auch nicht, obwohl die Story schon ziemlich futuristische Elemente enthält. Auf dem Einband wird die Geschichte mit Faust verglichen. Ich weiß auch nicht. Bis zum vierten Abschnitt fühlte ich mich eigentlich noch ganz gut unterhalten, habe gerätselt, wo die Geschichte wohl hingeht. Im letzten Abschnitt hat der Autor mich dann aber verloren. Die Geschichte ist mir irgendwie weggedriftet, war mir zu konfus und unglaubwürdig. Ich habe mich ständig gefragt, was der Autor mir wohl sagen möchte. Das Buch lässt mich zwiegespalten zurück, wahrscheinlich war ich nicht der richtige Leser, ich habe nicht verstanden, was der Autor ausdrücken wollte, allerdings möchte ich auch nicht erst Literatur studieren müssen, um den tieferen Sinn eines Buches zu erfassen. Was ich verstanden habe ist, es geht um Familie, um das Streben nach Harmonie und Glück, um den Willen sich weiterzuentwickeln und sich zu verwirklichen. Es geht aber auch um Gelüste, um Sucht, um Manie, um die dunkle Seite in der Seele einer Person und was passiert, wenn diese dunkle Seite die Führung übernimmt. Vielleicht hab ich ja doch mehr verstanden, als ich dachte.

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Es ist schon erstaunlich, mit welcher Gelassenheit man eine Spannung und Dramatik aufbauen kann. Da bekommt Hygge doch einen ganz anderen Beiklang. Matias Faldbakken baut eine Geschichte um seinen Protagonisten Tormod auf, die an deskriptiver Ruhe kaum zu überbieten ist. Dennoch ahnt man von Anfang an, dass etwas Erstaunliches passieren wird. Der Spannungsdruck, den man aus so vielen Thrillern kennt, bleibt aus – nicht aber die Spannung! Von Seite zu Seite entwickelt sich alles auf ein schreckliches Finale hin. Die Leserin wird nicht enttäuscht. Der Spannungsbogen ist kontinuierlich und zuverlässig. Und bis zum letzten Wort wird die Leserin nicht enttäuscht. Erstaunt bleibt man am Ende eben über fehlende Hysterie und Panik, über die Dimension des Grusels die in einem überraschenden Element daherkommt. Faldbakken hat mit dem Buch geschafft, dass eine Nacht durchgelesen wird. Das Buch ist absolut empfehlenswert und hat es verdient im Bücherregal zu stehen – schade, dass ich es nur als e-Book habe.

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Gute Geschichte mit fiesem Ende

Von: Jennifer May

10.10.2020

In "Wir sind fünf" begleiten wir die Geschichte eine Familie, mit Höhen und Tiefen, und das man mit gewissen Dingen nicht herumexperimentieren sollte. Ich fand die Geschichte wahnsinnig interessant und andersartig. Sie hat einen sehr subtilen Horror, der untergründig die ganze Zeit mitschwingt, ohne brutal zu sein. Mein einziger Kritikpunkt ist das Ende. Wenn ihr mit offenen Enden so gar nicht umgehen könnt, solltet ihr die Finger von dieser Geschichte lassen. Man hat das Gefühl, der Spannungsbogen wird aufgebaut und alles spitzt sich zu und kurz bevor man den Höhepunkt der Spannung erreicht, ist die Geschichte einfach vorbei. Man wird gefühlt mitten in der Handlung rausgeworfen. Nichts desto trotz fand ich die Geschichte wahnsinnig gut und habe sie innerhalb von wenigen Tagen weggelesen. Von mir eine absolute Empfehlung für Halloween.

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Verwirrend und dennoch fesselnd!

Von: Ulf Grote

09.10.2020

Die Vorschusslorbeeren auf dieses Buch und seines Schreibers hat mich schon total neugierig gemacht, hier war von der besten norwegischen Veröffentlichung des Jahres die Rede. Um so enttäuschter war ich vom Beginn des Buches, mit der Erzählweise des Autors bin ich zu Beginn überhaupt nicht klar gekommen. Ich willauch ganz ehrlich sein, hätte ich dieses Buch nicht als Test-Leser bekommen, hätte ich es schon nach 50 Seiten wieder aus der Hand gelegt und vergessen. Aber so hat man schließlich seine Verpflichtung, und das ist manchmal auch verdammt gut so! Die Teilweise etwas kuriose Story schlägt einen irgendwann so dermaßen in ihren Bann, das man das Buch wirklich nur sehr schwer wieder aus der Hand legen kann. Und dann, wenn das Buch dem großen Finale zusteuert, endet es so aprupt, dass man meinen könnte, es handele sich um eine Fortsetzungsstory. So penibel das Buch zeitlich aufgeführt ist, so viele offene Möglichkeiten hinterlässt das Ende. Die beste norwegische Veröffentlichung? Ich weiß es wirklich nicht, bilden Sie sich selbst Ihre Meinung!

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