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Rezensionen zu
Die Löwin. Tania Blixen in Afrika

Tom Buk-Swienty

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€ 32,00 [D] inkl. MwSt. | € 32,90 [A] | CHF 43,90* (* empf. VK-Preis)

Gelungene Biografie!

Von: denise

29.03.2022

Die Biografie „Die Löwin – Tania Blixen in Afrika“ wurde von Tom Buk-Swienty geschrieben und ist im Penguin Verlag erschienen. Buk-Swienty hat Geschichte studiert und ist heute freier Autor und Dokumentarfilmer. Für dieses Buch hat der Autor laut seiner eigenen Angabe fast zehn Jahre recherchiert. Dieses wirkt sich sowohl auf die Anzahl der Quellen positiv aus als auch auf die Biografie an sich. Das Hauptaugenmerk des Buchs liegt auf der Zeit von 1913 bis 1931. In diesen Jahren lebte Tania Blixen (geborene Karen Dinesen, häufig auch Tanne genannt, durch Heirat Baronin Blixen), in Britisch-Ostafrika, dem heutigen Kenia. Dabei spielte sowohl die Karen Coffee Company mit all ihren Problemen, insbesondere finanzieller und wetterbedingter Art, als auch Tanias Liebesleben eine große Rolle. Der Autor lässt auch nicht aus, auf ihre verschiedensten Krankheiten, ihre große Liebe zu Afrika und seinen Bewohnern als auch ihre Hilfe für die einheimische Bevölkerung zu thematisieren. Um die Familienverhältnisse sowie das Leben von Tania und ihr Handeln besser zu verstehen, erfährt der Leser auch etwas über die Zeit vor dem Jahr 1913 sowie ebenfalls über ihren Vater. Neben den verschiedenen Quellen lässt der Autor auch seine eigene Meinung an der ein oder anderen Stelle einfließen und rundet so den Inhalt ab. Sehr gut gefallen mir neben dem angenehmen Schreibstil auch die vielen Fotos, da man sich so die Lebensverhältnisse vor Ort noch besser vorstellen kann. Weiterhin beinhaltet das Buch verschiedene Stammbäume sowie ein Register der wichtigsten Personen. Das hat mir auf Grund der Vielzahl an enthaltenen Personen sehr geholfen mich an der einen oder anderen Stelle zu orientieren, da hier die wichtigsten Informationen zur jeweiligen Person zu finden sind. Sehr gut gefallen hat mir außerdem, dass am Ende des Buchs beschrieben wird, wie es mit den Hauptpersonen weiter ging, so dass das Buch nicht einfach mit der Rückreise von Tania endet. Zugegebenermaßen war ich am Überlegen, ob ich wirklich eine 768 Seiten starke Biografie lesen möchte. Es lohnt sich absolut dieses zu tun. Der Autor hat ein Händchen dafür genau im richtigen Umfang die jeweilige Gegebenheit zu schildern. Mir haben auch seine Fußnoten sehr gefallen, bei denen er beispielsweise berichtet, wie die jeweilige Situation in anderen Büchern dargestellt wurde. Insgesamt bin ich von der Biografie absolut begeistert sowohl von der dahinterliegenden Recherche als auch von der textlichen Aufbereitung sowie den enthaltenen Fotos. Daher empfehle ich das Buch sehr gerne weiter!

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Ach, Afrika! Ach, die Ngong-Berge! Was für ein fantastisches Buch! Was für eine faszinierende Persönlichkeit! Das Leben schreibt wahrscheinlich doch die besten Geschichten und eine ganz besondere wird von Tom Buk-Swienty in seiner herausragend gelungenen Biografie „Die Löwin“ erzählt. Buk-Swienty begibt sich laut Untertitel des Bandes auf die Spuren von Tania Blixen in Afrika, in Wahrheit macht er aber so unendlich viel mehr. Denn der Band widmet sich nicht nur Blixens Zeit auf der Kaffeefarm, er zeichnet auch gleichsam ein ganzes Familienporträt der Dinesens und erläutert minutiös Tania Blixens Entwicklungsschritte vom trauernden Backfisch zur selbstbewussten Baronin. Die Biografie berichtet ausführlich von prägenden Einflüssen, wichtigen Freunden und wiederholten Rückschlägen und offenbart die Tragik und Einsamkeit von Blixens Existenz ebenso wie ihren Hang zum Luxus und zur Launenhaftigkeit. Eingebettet wird Tania Blixens Leben in das große Ganze, den Kontext des Ersten Weltkriegs, des Kolonialismus und der Weltwirtschaftskrise, die als Rahmenbedingungen für ihr Leben in Ostafrika eine wesentliche Rolle spielen. Das alles löst Buk-Swienty in einem unglaublich leichten, fließenden Ton, hochinformativ, sehr spannend und fast süchtig machend. Die Biografie liest sich wie ein großartiger, üppiger page turner. Zu keinem Zeitpunkt referiert der Autor, an kaum einer Stelle (und das muss man auf über 700 Seiten erst einmal schaffen) wird es langweilig, stattdessen ist man fast atemlos mittendrin und das bei einem so kenntnisreichen Sachbuch! Ganz nebenbei erfährt man auch die ein oder andere Anekdote – der Lunatic Express war mir zuvor noch kein Begriff – und wird so auch hervorragend unterhalten (auch wenn die häufigen Großwildjagden schwer erträglich sind – aber es war eben eine andere Zeit). „Die Löwin“ ist ein Buch zum Genießen, zum langsamen Lesen, zum Zurückblättern, weil man die zahlreichen, aufschlussreichen Fotos immer wieder betrachten will, weil man sich in dieser fremden Welt der Vergangenheit verlieren kann. Dieses Buch ist eine unbedingte und ganz große Leseempfehlung für alle – egal, ob man der Magie des Satzes “Ich hatte eine Farm in Afrika“ bereits erlegen ist oder nicht, denn es ist eine der besten Biografien, die ich je gelesen habe.

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Beeindruckende 768 Seiten hat dieses Buch, beeindruckend ist auch die Menge an Photos und die akribisch zusammengesuchten Informationen zum Leben von Tanja Blixen. Autorin ist sie erst spät im Leben geworden, vorher war ihr höchstes Bestreben adlig zu werden. Karen Tanne Dinesen wächst in gutbürgerlichen Verhältnissen auf, strebt aber nach höherem. Mit der Heirat mit Bror Blixen hat sie dieses Ziel erreicht: sie ist Baronin. Und beginnt sogleich ihr nächstes Abenteuer: mit finanzieller Hilfe von Mutter und Onkel kauft sie zusammen mit ihrem Mann eine Kaffeefarm in Kenia und gründet die Karen Coffee Company, die sie nach der Scheidung auch selbst leiten wird. Tom Buk-Swienty hat eine Biographie geschrieben, die sich liest wie ein Abenteuerroman. Dabei zeigt er Tanja Blixens Wagemut, ihren für die Zeit ungewöhnlich liebevollen Umgang mit den kenianischen Bediensteten (sie kümmert sich um medizinische Versorgung und Schulbildung), ihr emanzipiertes Wesen, aber auch ihre Schattenseiten, ihre Standesdünkel, ihre Liebe zur Großwildjagd (bisweilen hat man den Eindruck, die weißen Menschen in Kenia hätten sich mit nichts anderem beschäftigt, als durch die Savannen zu rennen und Tiere abzuknallen), das Selbstverständnis, mit dem sie ihre Bedürfnisse über die der Familie setzt. Wer hinter die Fassade von "Jenseits von Afrika" schauen möchte und sich für englische Kolonialgeschichte interessiert, der kann mit dieser Biographie nur glücklich werden. Sie wird derzeit übrigens als Bio-Pic verfilmt und ich bin sehr gespannt auf die Umsetzung.

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