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Rezensionen zu
Das versunkene Dorf

Olivier Norek

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€ 18,00 [D] inkl. MwSt. | € 18,50 [A] | CHF 24,90* (* empf. VK-Preis)

Noémie Chastain, Kommissarin in der Drogenabteilung der Pariser Einsatzgruppe „Bastion“, wird bei einem Einsatz schwer verletzt. Ein Schuss mit einer Schrottflinte in ihr Gesicht ändert ihr Leben von Grund auf. Auch wenn die Genesung voranschreitet, so bleiben nicht nur äußerliche Narben zurück. Das schöne Antlitz bleibt für den Rest ihres Lebens entstellt – und damit muss sie klarkommen, was ziemlich schwierig wird. Das Trauma sitzt tief, ihr Lebensgefährte verlässt sie umgehend, und ihr Chef setzt sie aufs Abstellgleis, um seine Mitarbeiter zu schützen. Diese sollen sich durch Noémies Aussehen nicht in ihren oftmals gefährlichen Einsätzen einschüchtern lassen. In der tiefen Provinz soll sie ein Kommissariat überwachen, um festzustellen, ob dieses überhaupt noch benötigt wird. Aber für Noémie, die letztendlich diesen verächtlichen Job übernimmt, nur um eines Tages wieder zurück in ihre geliebte Großstadt zu gelangen und an ihre Arbeit anknüpfen kann, verändert sich in diesem Monat doch einiges. Just an ihrem letzten Tag im Dorf Avalone, welches 25 Jahre zuvor einem Staudammprojekt weichen musste, und ein paar Kilometer weiter neu aufgebaut wurde, wird eine Leiche entdeckt. Und es wäre nicht Noémie, und ihre Liebe zu ihrem Beruf, um nicht sofort mit den Ermittlungen zu beginnen. Und diese führen in die Vergangenheit des Dorfes und der Menschen, die dort in einer Pseudoidylle miteinander zu leben versuchen. Der Krimi ist ein Pageturner, spannend und gut geschrieben vom ersten bis zum letzten Buchstaben. Auch wenn das Ende vielleicht etwas zu hinausgezögert wurde mit mehr als einer überraschenden Wendung (aber auch in einer gewissen Weise vorhersehbar). Was mir besonders gut gefallen hat ist die Entwicklung und Gestaltung der Charaktere. Diese kommen absolut authentisch rüber, zeigen ihr menschliches Wesen mit allen Vor- und Nachteilen. Es gibt keine Superhelden, auch nicht bei den Einsatzgruppen. Dem Autor ist es gelungen, einen psychologisch sehr gut aufgearbeiteten #Krimi zu verfassen, der einen nicht mehr loslässt (und mich auch abseits der Lektüre zeitweise in meinen Gedanken verfolgte). Der Ort Avalone samt dem Staudamm ist fiktiv, allerdings eingebettet in eine reale Landschaft mit existierenden Ortsnamen im Süden Frankreichs. Ganz große Leseempfehlung für alle Freunde von Krimis und Spannungsliteratur.

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Kurt Heymann Buchzentrum GmbH

Von: Inga Schulz aus Hamburg

15.07.2022

Wir im Team sind ja alle vom "versunkenen Dorf" begeistert und empfehlen es STÄNDIG. Und viele Kunden kommen wieder und erzählen auch, dass sie das Buch ganz toll fanden.

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Versunken, aber voller Geheimnisse

Von: Chris aus Berlin

05.07.2022

Nicht alles, was vermeintlich perfekt versteckt ist, bleibt verborgen. In Olivier Noreks spannendem Krimi wird die, bei einer Schießerei entstellte Noemie zwangsversetzt in ein französisches Provinz-Dorf, in dem es angeblich eine so niedrige Verbrechensrate gibt, dass die dortige Polizeistation wegrationiert werden soll. Aber wo die, von ihren inneren Dämonen verfolgte Kommisarin ermittelt, bleibt es nicht lange ruhig. Bald wird ein lange vermisstes, totes Kind gefunden und zwar ausgerechnet im Stausee, der das ursprüngliche Dorf überflutet hat. Noemi macht sich mit ihrem Dampfwalzencharme gefährliche Feinde, aber auch neue gute Verbündete. Nicht zuletzt den schwer misshandelten Hund eines ehemaligen Fremdenlegionärs. Nachdem ich „All dies ist nie geschehen“ vom selben Autor als eins meiner Jahreshighlights empfand, hab ich mir sofort das einzig andere übersetzte Buch von Herrn Noret gekauft. Es hat mir gut gefallen, wenn es auch nicht ganz heranreicht. Trotzdem kann ich es jedem Krimifan nur ans Herz legen, sich mit Norets Büchern zu befassen. Es lohnt sich. Leider ist mein Französisch zu schlecht, um die anderen Romane im Original zu lesen, deshalb hoffe ich auf viele weitere deutsche Buchkäufer:innen, damit bald weitere Werke des Autors übersetzt werden.

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Dreißig Sekunden, eine Kugel…und plötzlich ist alles anders. Diese leidvolle Erfahrung muss Noémie Chastain machen, als ein Einsatz des Pariser Drogeneinsatzkommandos aus dem Ruder läuft. Der Verdächtige schießt um sich, eine Kugel trifft die Kommissarin mitten ins Gesicht. Sie kann gerettet werden, doch trotz Operation bleibt die linke Seite entstellt. Zwar kämpft sie sich mit Hilfe eines Therapeuten ins Berufsleben zurück, muss aber nach ihrer Rückkehr feststellen, dass sie vorerst den Platz in ihrem Team verloren hat. Übergangshalber soll sie für einen befristeten Zeitraum im okzitanischen Département Aveyron eine Dienststelle überprüfen, die vor der Schließung steht. Die dortige Verbrechensrate tendiert gegen Null, die Personalkosten stehen in keinem Verhältnis dazu. So weit, so gut. Doch kurz bevor ihre Zeit dort abgelaufen ist und die Rückkehr nach Paris ansteht, treibt in dem nahegelegenen Stausee von Avalone ein Plastikfass an die Oberfläche, in dem die verweste Leiche eines Kindes liegt. Und schon ist Noémie Chastain mitten in einem Fall, der nie aufgeklärt wurde. Als vor fünfundzwanzig Jahren das alte Dorf geflutet wurde, verschwanden drei Kinder spurlos, ob tot oder entführt, konnte nicht geklärt werden. Es gab zwar einen verdächtigen Wanderarbeiter, aber keine Beweise für seine Beteiligung, und das Schicksal der Kinder konnte nicht geklärt werden. Bis jetzt, auch wenn die Kommissarin gegen den Widerstand der Dörfler ermitteln muss, die eine Mauer des Schweigens um die Vergangenheit errichtet haben. Aber noch weiß sie nicht, dass sie sich damit in große Gefahr begibt. Das titelgebende „versunkene Dorf“ als Schauplatz für diesen gleichnamigen Kriminalroman zu wählen, bringt eine ganz besondere Atmosphäre mit sich. Packende Spannung, mit jeder Menge falscher Fährten. Geheimnisvoll und etwas gruselig, wenn man darüber nachdenkt, welche Geschichten, welche Schicksale mit den Wasserfluten untergegangen sein könnten. Norek fängt dies mit stimmungsvollen, aber nie banalen Beschreibungen ein, macht oft nur Andeutungen und überlässt es der Fantasie des Lesers, die Leerstellen zu füllen. Bei der Beschreibung der Polizeiarbeit hingegen ist er sehr präzise und realitätsnah, was nicht weiter verwundert, da er ausgebildeter Polizist ist und auch achtzehn Jahre in diesem Beruf gearbeitet hat. „Surface“, so der Originaltitel dieses Kriminalromans, wurde verdientermaßen mit dem Prix Maison de la Presse, dem Prix Relay, dem Prix Babelio-Polar und dem Prix de l'Embouchure ausgezeichnet. Nachdrückliche Leseempfehlung!

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Das versunkene Dorf

Von: Sagota aus Saarbrücken

18.05.2022

Olivier Norek hat einen sehr flüssigen, gut zu lesenden Schreibstil, der den Leser gleich abholt: Noémie, deren Verletztheit (physisch wie auch psychisch) während des ganzen Kriminalromans gefangen nimmt und die mit Hilfe eines Psychologen versucht, ihre Persönlichkeit so anzunehmen, wie sie jetzt ist, sich selbst zu mögen, trotz des entstellten Gesichts, hat mich zutiefst beeindruckt. Die Dialoge mit Melchior haben mich trotz der Schwere ihrer Verletzungen zuweilen sehr zum Schmunzeln gebracht, wie es auch an anderen Stellen nicht an Humor mangelte (entfernt erinnerte mich "la facon d'écrire" - der Schreibstil von Norek an meine Lieblingskrimiautorin, die ebenfalls Französin ist: Fred Vargas). Die Figuren und Hintergründe werden authentisch und nachvollziehbar beschrieben, besonders Noémie charakterlich sehr gut ausgeleuchtet: Sie ist lieber Kämpferin als Opfer und arbeitet daran, den Cold Case mit Erfolg abzuschließen, um Schlimmeres zu vermeiden (ihre Tätigkeit bei der Polizei ist ihr absolut wichtig) und evtl. sogar degradiert zu werden. Der "Fall" um das Verschwinden von Alex, Cyril und Elsa legt auch offen, durch welche Hölle Eltern gehen, deren Kind spurlos verschwunden ist oder entführt wurde. Wir lernen die Familien Dorin, Madame Saulnier und die Familie Casteran kennen, deren Leben auf die eine oder andere Weise im Jahre 1994 endete und die noch heute von dem Verlust und der Ungewissheit gezeichnet sind. Da auch die hinzugerufene Flussbrigade aus Paris unter dem erfahrenen Taucher Hugo Massey keine weiteren eindeutigen Beweise zutage fördert, trotz lebensgefährlicher Tauchgänge im See, wird der Stausee auf Weisung der Staatsanwaltschaft geleert: Nun wird sich zeigen, ob der See weitere Kinderleichen birgt - und auch, wer hier Blut an den Händen hat: Da Noémie, starrsinnig, stur und sehr vorsichtig in ihrem Job, in der weiteren Ermittlung niemandem trauen kann (es wurden mehrere Anschläge auf sie verübt), hält sie wichtige Informationen zunächst zurück, bis es zum shut down kommt, der absolut nicht vorhersehbar für mich war und mich überraschte. Viele sozialkritische Aspekte habe ich in dem Krimi gefunden (z.B. wie ausländische Arbeitnehmer als Billigkräfte zum Hungerlohn schuften, Sékour war mit die tragischste Figur in diesem Krimi!; aber auch Rassismus, Ausgrenzung und auch Vorurteile der Städter gegenüber der Provinz: Trottel gibt es auch (in allen Diensten, nicht nur bei der Polizei) in Haupt- und Großstädten! Insofern ist der spannende, im Plot stimmige und sehr unterhaltsame Kriminalroman aus der Feder von Olivier Norek auch eine Hommage an das Aveyron im Herzen Frankreichs: Der Autor ist selbst dort aufgewachsen und daher "ortskundig". "Das versunkene Dorf" weckt in mir das Bedürfnis, diesen schönen französischen Landstrich, der mir selbst unbekannt ist, auch einmal sehen zu wollen! Fazit: Spannend, sozialkritisch, psychologisch raffiniert und auch humorvoll. Norek gelingt es, den Spannungsbogen bis zum Schluss zu halten; ein sehr lesenswerter Kriminalroman, dessen knifflige Lösung bis zum Schluss den Leser in Spannung hält. Gelungen! Kleiner Kritikpunkt: Ich bin sicher, dass Noémie (oder eine andere Person) viel längere Zeit benötigt, um nach einer Gesichtsentstellung wieder zu sich selbst zu finden. Ja stärker aus der Verletzung hervorzugehen, sich selbst wieder annehmen und lieben zu können, wie sie dies zuvor konnte. Dennoch eine Empfehlung und 4,5 Sterne am Krimifirmament!

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Vergangene Geheimnisse kommen ans Licht

Von: Annabell

12.04.2022

Noémie Chastains Gesicht ist nach einer schweren Schussverletzung zur Hälfte entstellt. Man traut ihr nicht mehr zu das Team bei der Drogenfahndung zu leiten und so schiebt man sie gegen ihren Willen aus Paris ab in die Provinz. Nach ein paar ruhigen Wochen ohne große Vorkommnisse taucht plötzlich eine Tonne mit einem bereits verwestem Leichnam auf. Noémie beginnt in der Vorgeschichte von Avalone zu graben. Das Dorf wurde vor 25 Jahren wegen dem Bau des Stausees verlegt. Drei Kinder sind damals verschwunden und nie wieder aufgetaucht... Dafür, dass Noémie nach den schweren Schussverletzung für ihr Leben gezeichnet ist und sie ein echtes Trauma erlebt hat, ist sie eine starke Persönlichkeit, die sich zurück ins Leben kämpft. Von Anfang an habe ich sie gemocht und ich habe sie sehr gerne im Handlungsverlauf begleitet. Die anderen Charaktere wurden lebendig gestaltet. Sie waren sehr vielschichtung, z.T. auch klischeehaft dargestellt, wie halt im echten Leben auch. Der Schreibstil war sehr flüssig und angenehm zu lesen. Teilweise war er auch recht nüchtern gehalten, aber grade dadurch wurden die spannenden Passagen mit Action noch spannender. Wenn der Autor hier ein paar Ausschweifungen eingebaut hätte, hätte es vermutlich langatmig wirken können. Aber auch ohne diese Ausschweifungen konnte ich mir ein gutes Bild von der Umgebung und der Handlung an sich machen. Mein Fazit: Das Cover wirkt eher unscheinbar, aber dahinter versteckt sich ein spannender Cold Case teils mit richtiger Action und unerwarteten Wendungen. Selbst das Ende hält noch eine Überraschung für den Leser parat. Ich kann nur sagen: "unbedingt lesen!"

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Bei dem Versuch einen Drogendealer festzunehmen, wird Capitaine Noémie Castain durch eine Schussverletzung in das Gesicht schwer verletzt. Nach wenigen Wochen der Regeneration möchte sie ihren Dienst bei der Pariser Kriminalpolizei wieder antreten, leidet jedoch an Albträumen und scheitert jedoch an einer Schießübung. Auch der Polizeichef möchte die gezeichnete Polizisten nicht mehr im Außendienst sehen, da er ihr die Leitung eines Teams nicht mehr zutraut. Sie wird deshalb befristet in ein kleines Dorf in Südfrankreich versetzt, um zu prüfen ob der Polizeistandort dort rentabel ist oder geschlossen werden kann. Kurz vor Abschluss ihres Berichts, der in Ermangelung schwerer Straftaten negativ ausfällt, wird eine Leiche im See des Dorfes gefunden. Es stellt sich heraus, dass das Dorf Avalone vor 25 Jahren geflutet wurde und kurz zuvor drei zehnjährige Kinder verschwunden, vermeintlich entführt worden sind. Capitaine Noémie Castain bleibt vor Ort um den Cold Case, der bei den Einwohnern tiefe Narben hinterlassen hat, aufzuklären. "Das versunkene Dorf" ist eine Mischung aus Drama und Kriminalroman. Zunächst steht das persönliche Schicksal von Noémie im Vordergrund, die verständlicherweise unter ihrem entstellten Gesicht leidet und von ihren Vorgesetzten als polizeiuntauglich angesehen wird. In dem Dorf Avalone begegnet man der gestandenen Pariser Kommissarin jedoch überwiegend mit Respekt und nach einer öden Anfangszeit kann Noémie nach dem Bergen einer Leiche wieder zeigen, was in ihr steckt. Ihre Narben treten dadurch in den Hintergrund. Die Charaktere sind zwar etwas stereotyp, passen aber zu dem abgelegenen Dorf. Hier kennt jeder jeden, die Polizeibeamten sind provinziell und der Bürgermeister offen rassistisch. Der Fall um die verschwunden Kinder ist spannend aufgebaut und das überflutete Dorf, das unter dem See neben dem neu aufgebauten Zwillingsdorf liegt, birgt so manches Geheimnis. Die Ermittlungen sind authentisch dargestellt, die Personen lebensnah. Auch Noémies Entwicklung wirkt glaubwürdig, die Liebesgeschichte, die ihr zusätzlich Mut und Hoffnung gibt, hätte es für meinen Geschmack für diesen Roman nicht benötigt. Die spannende Schilderung der Aufklärung des Cold Cases und die geheimnisvolle und die unweigerlich gespenstische Atmosphäre, die sich durch die verlassenen Dorfruinen unter der Oberfläche des Sees verbergen, können für sich allein überzeugen.

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