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Rezensionen zu
Das weite Herz des Landes

Richard Wagamese

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Richard Wagamese (1955 – 2017) ist ein indigener Autor aus Kanada (vom Stamm der Ojibwe, besser bekannt in der amerikanischen Bezeichnung Chippewa), der sich in der Tradition seines Volkes als „Geschichtenerzähler“ versteht. Wie so viele Kinder seines Volkes aus seiner Familie gerissen, durch zahlreiche Pflegefamilien geschleust, dann adoptiert. In Kontakt mit seiner Herkunft und den indigenen Traditionen kommt er erst im Erwachsenenalter und verarbeitet diese in seinen Romanen. „Das weite Herz des Landes“ ist eines seiner letzten Bücher, im Original 2014 erschienen und liest sich wie die Nieerschrift eines langen Gesprächs. Im Angesicht des Todes bittet Eldon seinen Sohn Frank um einen letzten Dienst. Er möchte nach Art seiner Vorfahren auf dem Ojibway-Kriegerweg mit Blick nach Osten bestattet werden, und „der Junge“ soll ihn, obwohl er lange Zeit keinen Kontakt zu ihm hatte, dorthin begleiten, ihn führen. Dieser willigt ein, widerwillig zwar, aber gemeinsam machen sie sich auf den Weg, der für beide weit mehr als eine letzte Reise sein wird. Väter und Söhne, das ist eh ein Kapitel für sich. Aber ein Kind, das bei einem Vormund aufwachsen muss, das seine kulturelle Identität nur im Ansatz entwickeln kann, weil mutterlos und der alkoholkranke Vater als einziges Bindeglied nicht vorhanden ist, ist verständlicherweise nicht besonders gut auf diesen zu sprechen. So ist dieser letzte Ritt auch als Versuch des Vaters zu sehen, sich zu erklären, Schuld einzugestehen und um Vergebung zu bitten. Ein großartiges, ein berührendes Werk der indigenen Literatur, das nachdenklich macht und lange nachhalt.

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Buchhandlung Jost GmbH

Von: Tobias Wrany aus Bonn

21.07.2020

Unglaublich stimmungsvoll erzählt Richard Wagamese seinen Roman, da er die Kunst einer sehr nüchternen, natürlichen Poetik beherrscht. Mit starken Figuren, beiläufigen sozialen Betrachtungen und einer ruhigen, aber nachdrücklichen Dramaturgie schlägt er seine Leser in den Bann der Geschichte. Für Anhänger angeschlagener Familienporträts ebenso geeignet, wie für alle, die sich von genau beobachteten Naturbeschreibungen fesseln lassen. Auch unabhängig von mehr oder eventuell minder ausgeprägten Kanada-Schwerpunkten ein Höhepunkt des Bücherherbstes.

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