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Rezensionen zu
Henry

Florian Gottschick

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€ 20,00 [D] inkl. MwSt. | € 20,60 [A] | CHF 28,90* (* empf. VK-Preis)

Eine versehentliche Entführung, eine furchtlose 12-Jährige und ein Abenteuer in Berlin. Mit Henry (erschienen im August 2021 bei Penguin) hat Florian Gottschick einen humorvollen und herzerwärmenden Debütroman vorgelegt, der von Ausbrüchen, Freiheit und der Suche nach einem authentischen Selbst erzählt. Henriette, kurz Henry, ist die eigenwillige und kluge Titelheldin dieses Romans. Die 12-Jährige hat ihr überbehütetes Leben in Berlin-Wilmersdorf eindeutig satt und eines Tages stürzt sie tatsächlich kopfüber in ein großes Abenteuer. Als ihre Mutter eines Abends ihren neuen BMW kurz unabgeschlossen stehen lässt und Henry auf der Rückbank schläft, kommt ein fremder junger Mann vorbei, setzt sich spontan ans Steuer und fährt davon. Als Henry erwacht und ihren Entführer Sven damit fast zu Tode erschreckt, will dieser seinen Fehler wieder gut machen, doch Henry, die die ewige Kontrolle ihrer Mutter gründlich satt hat, überredet Sven, den 'Ausflug' noch ein wenig fortzusetzen. Zusammen mit Svens Freundin Nadja begeben sie sich auf einen Roadtrip quer durch Berlin, an dessen Ende nichts mehr so sein wird, wie es war. Mit Henry hat der Autor eine absolut bezaubernde Hauptprotagonistin geschaffen: aufgeweckt, rebellisch, klug (manchmal auch ein wenig altklug) und mit ihrem Einfallsreichtum bringt sie den Leser immer wieder zum Lachen. Und auch Sven, der als Entführer in dieser Geschichte eigentlich der Böse sein sollte, ist ein ziemlich sympathischer junger Mann, der nichts sehnlicher will, als seiner Freundin etwas zu bieten. Die ungewöhnliche Freundschaft, die sich dann zwischen den Dreien im Laufe der Erzählung aufbaut, ist nicht nur herzerwärmend, sondern beweist auch, wie sehr man mit den richtigen Menschen über sich selbst hinauswachsen kann. Mit den kurzen Kapiteln ist die Erzählung nicht nur angenehm zu lesen, sondern sie nimmt auch rasant an Fahrt auf. Der Perspektivwechsel zwischen Henry, Sven, Nadja und Henrys vor Sorge kranker Mutter, sorgt zusätzlich für Spannung. Wer dieses Buch beginnt, der wird schnell merken, dass es hier nie langweilig wird. Es ist einfach die perfekte Mischung aus Spannung, Witz und Lebensweisheit. Man darf auf jeden Fall schon gespannt sein auf Gottschicks nächstes Buch.

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Ein spannendes und lustiges Abenteuer für alle

Von: emmasbuecherecke

30.08.2021

Der Klappentext von „Henry“, Debütroman von Florian Gottschick hat mich direkt angesprochen. Die 12-jährige Henriette, kurz Henry, schläft im Wagen ihrer Mutter ein. Als diese nur kurz die Einkäufe ins Haus bringen will, läuft zufällig der junge Mann, Sven, an dem Auto vorbei. Da er kürzlich seinen Job und seine Freundin verloren hat und sich an dem schicken BWM erfreut, will er ihn eigentlich nur kurz bestaunen. Doch als er Henrys Mutter rufen hört und merkt, dass nicht abgeschlossen ist, setzt er sich kurzentschlossen in den Wagen und fährt los. Erst nach einiger Zeit wird er auf Henry auf der Rückbank aufmerksam. Da Henry immer auf Abenteuer aus ist und merkt, dass Sven sie nur aus Versehen entführt hat, ist sie wenig verängstigt und überredet ihn bei ihm zu bleiben. Während die Eltern und die Polizei sie nun suchen, beginnt das Mikroabenteuer von Henry, Sven und seiner Ex-Freundin Nadja. Zu Beginn musste ich mich etwas an den Schreibstil gewöhnen. Er kam mir eher trocken und emotionslos vor. Der Roman enthält sachbuchartige Kapitel zur Zeugung von Henry, oder Fakten über Kidnapper in Deutschland und das Muttersein im Allgemeinen. Ich habe mich aber schnell an den Stil gewöhnt und konnte dann vollkommen in das Buch eintauchen. Es las sich sehr kurzweilig, sodass ich es an 1,5 Tagen durch hatte. Wie bereits angemerkt, hat mich dieser Plot direkt angesprochen und ich wurde nicht enttäuscht. Der Roman ist mitreißend, spannend und teilweise wirklich witzig. Ebenso sind die Charaktere einzigartig und authentisch gezeichnet. Was ich zusätzlich mochte, war der immer wieder auftauchende Bezug zu Murakamis „1Q87“. Ein Buch für alle, die auch ein kleines Abenteuer in Berlin und Brandenburg erleben wollen, denn „Bücher ersetzen Erfahrungen, die man selber nicht machen kann“ (S. 305). Aber ich sehe das ähnlich wie Nadja „Man sollte alle Erfahrungen machen, die man machen will. Man muss sich nur dafür entscheiden. Und nicht die Verantwortung für sich selber wegschieben [...]" (S. 306). Von mir gibt es daher eine deutliche Leseempfehlung!

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