Sie haben sich erfolgreich zum "Mein Buchentdecker"-Bereich angemeldet, aber Ihre Anmeldung noch nicht bestätigt. Bitte beachten Sie, dass der E-Mail-Versand bis zu 10 Minuten in Anspruch nehmen kann. Trotzdem keine E-Mail von uns erhalten? Klicken Sie hier, um sich erneut eine E-Mail zusenden zu lassen.

Rezensionen zu
Die Chroniken der Meerjungfrau - Der Fluch der Wellen

Christina Henry

Die Dunklen Chroniken (5)

(8)
(17)
(15)
(4)
(0)
€ 18,00 [D] inkl. MwSt. | € 18,50 [A] | CHF 25,90* (* empf. VK-Preis)

Das Märchen „Die kleine Meerjungfrau“ von Hans Christian Andersen war immer eines meiner Lieblingsgeschichten, noch dazu mit einem sehr traurigen Ende, welches mir das Herz brechen konnte und mir Tränen in die Augen trieb. Deshalb war ich umso gespannter auf „Die Chroniken der Meerjungfrau – Der Fluch der Wellen“ von Christina Henry, der finsteren Nacherzählung des Märchenklassikers und mittlerweile der 5. Band der Reihe „Die dunklen Chroniken“. Letztendlich ist die Story neben dem Alice-Kurzgeschichtenband leider der schwächste Band der Reihe. Sie ist sehr anders als das Märchen, was nichts Schlechtes bedeuten soll, und nicht so finster, wie ich gedacht habe. „Die Chroniken der Meerjungfrau – Der Fluch der Wellen“ wird aus der Sicht von verschiedenen Charakteren in Form des personalen Erzählers erzählt. Die Geschichte spielt im 19. Jahrhundert und zeigt eine Meerjungfrau, die von zu Hause wegschwimmt, um mehr von der Welt erfahren zu können. Dabei trifft sie auf einen Fischer und beide verlieben sich unsterblich ineinander. Um mit ihm zusammenleben zu können, begibt sie sich an Land und schafft es, sich in einen Menschen zu verwandeln. Viele Jahre verbringen sie gemeinsam, bis der Fischer stirbt und die Meerjungfrau, die sich Amelia genannt hat, alleine zurücklässt. Amelia lebt lange Zeit in Trauer – und zeigt nie ein Anzeichen von Alter, sie bleibt ewig jung. Auch ihre Verwandlungen von Mensch zu Meerjungfrau und umgekehrt bleiben nicht unbemerkt. Gerüchte verbreiten sich. Und eines Tages erfährt der Museumsinhaber und Schausteller P. T. Barnum von der Meerjungfrau und will sie unbedingt für seine Show haben. Doch was passiert, wenn die Menschheit mit etwas konfrontiert wird, was alle nur für einen Mythos halten? Im Großen und Ganzen wirkt der Anfang des Buches noch ein Stück wie ein Märchen. Doch sobald P. T. Barnum mit im Spiel ist, geht die Story in eine ganz andere Richtung. Man lernt Amelia, die Meerjungfrau, welche voller Trauer um ihren Verlust ist, als eine willensstarke Frau kennen, die unbeirrbar und hartnäckig versucht, ihr Ziel zu erreichen – nämlich die Welt zu sehen. Und dafür braucht sie Geld. Und P. T. Barnum sieht die Chance mit Amelia einen riesigen Gewinn zu machen. Während seinem besten Freund und Rechtsanwalt Levi Lyman Sorgen plagen, was Barnum alles tun würde, damit seine Rechnung auch aufgeht. Mir hat diese Richtung, welche die Geschichte einnahm, nicht so gefallen. Es ist oft ein Hin und Her zwischen den Charakteren, jeder will das Beste für sich durchsetzen – und das alles wird scheinbar unendlich in die Länge gezogen, denn die Konflikte wiederholen sich auch in der einen oder anderen Form. Ab und zu wird die Langatmigkeit aber auch durch einen Spannungspunkt unterbrochen, durch den die Geschichte eine mysteriöse Note bekommt, doch das ist leider nicht von langer Dauer. Manche Szenen hätten definitiv gerne länger sein können, während andere zu viel Raum in Anspruch genommen haben. Auch finster wird es nicht, es sei denn, man zählt die trostlose und grausame Welt hinzu, in welcher die Charaktere leben. Christina Henrys Schreibstil ist jedoch so gewohnt unvergleichbar und malerisch wie immer. Insgesamt schwankte ich hier zwischen 3 und 4 Sternen. Letztendlich habe ich 4 Sterne vergeben, weil es in den letzten Abschnitten gegen Ende doch recht emotional wurde und an Spannung zunahm. Fazit: Neben dem Alice-Kurzgeschichtenband der schwächste Band der Reihe. Es wird nicht finster, dafür manchmal mysteriös. Meistens zieht sich die Geschichte scheinbar endlos. Doch positive Punkte sind wieder Christina Henrys Schreibstil und eine Spannungszunahme zum Ende hin.

Lesen Sie weiter

Außen überzeugt mehr als innen

Von: Josephine

18.12.2021

Der Klappentext klingt sehr vielversprechend. So wollte ich doch unbedingt wissen, wie PT Barnum in diesem Buch dargestellt wird. In The Greatest Showman gehört er zu meinen liebsten Charakteren, im Buch war er mir einfach nur unsympathisch. Das Buch hat einen tollen Schreibstil. Die Geschichte ging mir leider zu langatmig los und wurde meiner Meinung nach auch nicht spannender. Die Charaktere waren mir unsympathisch und die Probleme wurden mir zu schnell aus der Welt geschafft. Das Ende kam ebenfalls sehr plötzlich. Für mich persönlich leider nicht die richtige Geschichte. Cover und Buchschnitt sind dafür unfassbar schön gestaltet!

Lesen Sie weiter

Auf dieses Buch habe ich mich wirklich riesig gefreut. Überraschenderweise haben mir bis jetzt alle Horror-Bücher von Christina Henry wirklich sehr gut gefallen. Mit der Peter-Pan-Adaptation hat die Autorin für mich bis jetzt die beste Geschichte überhaupt geschrieben. Umso gespannter war ich, ob die Meerjungfrauen-Adaptation an die vorherigen rankommt. Anzahl der Seiten: 368 Verlag: Goldmann Verlag Preis: 18,00€ ISBN: ‎ 978-3764532376 Link zum Buch* Einst zog ein einsamer Fischer sein Netz an Land und fand darin eine Frau. Eine Frau mit schwarzem Haar und Augen, in denen sich der Sturm des Meeres widerspiegelte. Anstelle von Beinen hatte sie einen Fischschwanz, und obwohl sie die Worte des Fischers nicht verstand, rührte sie seine Einsamkeit, und sie blieb bei ihm. Ihre Liebe dauerte an, bis sein Tod ihn von der unsterblichen Meerjungfrau trennte. Doch Gerüchte über dieses rätselhafte Wesen sind längst laut geworden – und haben die Aufmerksamkeit eines Mannes erregt, der mit seinem Zirkus durch das Land zieht und den Menschen ihre schlimmsten Albträume hinter Gittern vorführt. Sein Name ist P.T. Barnum, und er sucht eine Meerjungfrau … Mir persönlich gefällt das Cover wieder außerordentlich gut. Die blaue Meerjungfrau auf dem sonst eher schlichten Hintergrund ist sehr aussagekräftig und passend gewählt. Da weiß man, auch ohne den Titel zu lesen, sofort worum es geht. Der gesprühte Buchschnitt macht wirklich einiges her und ist ein echter Hingucker. Diese Kleinigkeiten geben dem Buch das besondere etwas, sodass ich mehr als nur begeistert bin. Wenn ich ehrlich bin, war “die kleine Meerjungfrau” noch nie wirklich meins. Ich habe Arielle damals nur ungern gesehen. Ich kann gar nicht genau erklären, woran dies lag. Ich mochte Benjamin und den Krebs irgendwie immer mehr als Arielle selbst. Die empfand ich schon als kleines Kind echt anstrengend. Da hatte ich also eher eine negative Grundeinstellung, die im Studium durch die Lektüre der Melusine, quais dem Grundstoff, aufgebrochen und verbessert wurde. Auch die Undine hat dann meine EInstellung zur Meerjungfrau gebessert, sodass ich mich tatsächlich auf dieses Buch gefreut habe. Leider konnte mich dieses Buch aber nicht so packen und fesseln, wie seine Vorgänger. Es ist leider nur ein Abklasch kreativer und packender Geschehnisse, die wir beispielsweise bei Peter-Pan vorgefunden haben. Grundsätzlich geht es um die Meerjungfrau Amalia, die schon sehr früh sehr neugierig ist und dabei einen Fischer kennenlernt. Als dieser jedoch nciht mehr ist, verzweifelt Amalia. Ohne ihren Fischer fehlt ihr ein elementarer Teil. Als auh noch ein skrupeloser Mann sich mit seinem Horror-Zirkus auf die Suche nach der Meerjungfrau macht, muss Amalia mehr als nur einmal um ihr Leben bangen. Dieses Buch ist anders, wenn auch trotzdem noch sehr eindringlich und bedrückend. Mir persönlich haben an mehreren Stellen aber die Spannungsbögen gefehlt. Gerade der Mittelteil hat sich für mich zu sehr gezogen. Auch wenn es noch immer sehr eindringlich ist und positiverweise weniger blutig, schafft es dieses Buch nicht, mich so zu beeindrucken wie sein Vorgänger. Ich habe die Geschichte von Amalia gern gelesen, es war ein solide Geschichte, die die Abgründe menschlichen Daseins offenbart hat. Die Grundzüge des Romans entsprechen diesmal einer anderen Herangehensweise, denn der Kuriositätensammler und sein Gehilfe sind von Persönlichkeiten der realen Welt inspiriert, die es im 19. Jahrhundert tatsächlich gab. Historisch gesehenlässt sich das Buch um 1850 einordnen. Versteht mich nicht falsch, ich empfand es als erfrischend, endlich mal etwas weniger Blut und Gemetzel zu haben. Auch die Atmosphäre ich noch immer die ganze Zeit unterschwellig bedrohlich, jedoch eher, weil man ständig damit rechnet, dass Amalia etwas passiert. Jedoch plätschert die Gecshichte für mein Empfinden zu sehr vor sich hin. Das nimmt die Spannung und gestaltet das Lesen mehr als nur zäh. Eine solider Band, der mich nicht ganz so begeistern konnte, wie es die anderen Bände getan haben. Die Meerjungfrau Amalia tat mir mehr als nur einmal Leid. Durch ihre eher unschuldiges und naives Auftreten am Anfang ist man sehr besorgt um sie. Doch gleichezitig beweist sie, dass sie stärker ist, als sie scheint. Ich hätte mir etwas mehr Spannung gewünscht, sodass man während des Lesens immer gebannt ist. So plätschert die Geschichte eher vor sich hin. Der Schreibstil der Autorin ist auch hier wieder sehr speziell, aber auf eine gute Art und Weise. Ich mag die metaphorische Schreibweise, die sie nutzt. Dies gibt der Geschichte noch einiges an Tiefe.

Lesen Sie weiter

Mit "Die Chroniken der Meerjungfrau - Der Fluch der Wellen" habe ich das für mich zweite Buch der Autorin Christina Henry gelesen. Während jedoch in der Geschichte um Peter Pan ihr Schreibstil zeitweise von Brutalität geprägt und somit recht dunkel ist, ist er in ihrer Neuerzählung um Meerjungfrau Amelia nur unterschwellig düster. 🧜‍♀️ Offene Gewalt findet, bis auf wenige Ausnahmen, so gut wie nie statt. Trotz der unendlichen Weite des Ozeans gleicht der Inhalt zeitweise einem Kammerspiel. 🌊 In den Rollen: Amelia, Meerjungfrau, die nach dem Verlust ihrer großen Liebe, einem Fischer, Geld verdienen möchte, um die Welt zu bereisen. So landet sie bei P.T. Barnum, Amerikas erster einzigartiger Showman und gerissener Geschäftsmann, der in der Ausstellung der Meerjungfrau großen Erfolg und Gewinn wittert. Und da ist da noch Levi Lyman, Anwalt und rechte Hand Barnums, der die Meerjungfrau erst ausfindig gemacht hat und von Anfang eine Anziehung ihr gegenüber verspürt. Dementsprechend tritt er im Buch als ihr Beschützer auf. 🥰 Spannung kam für mich tatsächlich erst nach über 130 Seiten auf. Amelia ist nicht nur für den Geschäftsmann Barnum undurchschaubar. Auch als Leser*in ist man sich nie sicher, ob die Meerjungfrau gerade ein Spiel mit den Menschen spielt oder ob sie tatsächlich in dem Gerangel um Verträge und Rahmenbedingungen der Zusammenarbeit unterliegt. 😳 Hier ist ein regelrechtes Katz-und-Maus-Spiel zu beobachten und die Gefühle den einzelnen Figuren gegenüber ändern sich in nahezu jedem Kapitel. 🤨 Zum Ende hin gibt es meiner Meinung nach zu viele Handlungswechsel und unerwartete Probleme, die zu schnell und nach nur wenigen Seiten gelöst sind. So bleibt die "Meerjungfrau" meiner Meinung nach hinter "Peter Pan" zurück. 🧚‍♀️ Hoffnung macht mir jedoch die exklusive Leseprobe aus "Die Chroniken von Rotkäppchen - Allein im tiefen, tiefen Wald", die eine interessante Charakterenzeichnung und einige blutige Auseinandersetzungen verspricht. 🔪🩸 Erscheinungstermin: März 2022.

Lesen Sie weiter

Rezension von die Chroniken der Meerjungfrau ~Werbung Rezensionsexemplar~ Ich habe bisher alle Bücher dieser Reihe gelesen und dieser Teil war anders. Die anderen Teile waren düstere, brutale Adaptionen von beliebten und bekannten Geschichten wie Alice im Wunderland oder Peter Pan. Daher habe ich angenommen, dass dieser Teil eine Adaption von Arielle der Meerjungfrau ist. Auch wenn die Geschichte in dem ersten Kapitel sehr der Geschichte von Ariel ähnelt, nimmt dieses Buch doch einen ganz anderen Verlauf, was ich wirklich schade fand. Die Geschichte fängt wunderschön an, Amelia die Meerjungfrau geht einem Fischer ins Netz, dieser lässt sie aber wieder frei und sie verliebt sich in ihn und bleibt bei ihm an Land. Darüber hätte ich so gerne mehr gelesen! Doch nachdem er stirbt schließt sie sich P.T Barnum an und wird Teil seiner Ausstellung. (Steht alles im Klappentext) Die Handlung konnte mich leider nicht mitreißen, aber vielleicht lag es ja nur daran, dass ich was anderes erwartet habe. Leider haben mir hier auch der Gruselfaktor und die Brutalität, der find ich der Reihe ihr gewisses etwas gegeben haben, gefehlt. Der Plot kam auch ziemlich unerwartet, aber nicht im überraschenden Sinne, sondern eher im „ehem äh? Warum ist das denn jetzt passiert?“-Sinne, ich hoffe ihr versteht was ich meine 😂. Für mich gab es in dem Sinne keinen richtigen Bezug auf die Geschichte, es hatte sich nichts angebahnt und ehrlich gesagt, dachte ich zuerst der Plot wäre ein Traum 😅 Ich glaube, man hätte wirklich viel aus dem Buch rausholen können.. es ist meiner Meinung nach der schwächste Band der Reihe. Trotzdem bin ich auf den nächsten Band gespannt, den ich auf jeden Fall lesen will 🥰

Lesen Sie weiter

Worum geht's? Einst zog ein einsamer Fischer sein Netz an Land und fand darin eine Frau. Eine Frau mit schwarzem Haar und Augen, in denen sich der Sturm des Meeres widerspiegelte. Anstelle von Beinen hatte sie einen Fischschwanz, und obwohl sie die Worte des Fischers nicht verstand, rührte sie seine Einsamkeit, und sie blieb bei ihm. Ihre Liebe dauerte an, bis sein Tod ihn von der unsterblichen Meerjungfrau trennte. Doch Gerüchte über dieses rätselhafte Wesen sind längst laut geworden – und haben die Aufmerksamkeit eines Mannes erregt, der mit seinem Zirkus durch das Land zieht und den Menschen ihre schlimmsten Albträume hinter Gittern vorführt. Sein Name ist P.T. Barnum, und er sucht eine Meerjungfrau ... Meine Meinung Obwohl ich schon viel von den von Christina Henry neu interpretierten Märchen gehört habe, ist "Die Chroniken der Meerjungfrau" mein erstes Buch von ihr. Angesprochen hat es mich wegen dem Mythos, wegen der Möglichkeit, dass es Meerjungfrauen - irgendwo im tiefsten Ozean - wirklich geben könnte, an die man, auch wenn man es sich selten eingesteht, auch über das Kindesalter hinaus glaubt. »Doch nun blickte er noch immer hoffnungsvoll aufs Wasser hinaus, denn es ist der Herzenswunsch aller Fischer, einmal im Leben eine Meerjungfrau zu sehen, etwas Magischem zu begegnen, in der Hoffnung, dass ein Teil der Magie für immer bei ihm bleibt.« (Seite 16) Höchstwahrscheinlich verhält es sich bei allen Büchern von Autorin Henry so - die schüchterne Hoffnung auf real existierende Magie oder magische Wesen wird bestärkt, die Elemente werden mit Fortschreiten der gelesenen Seiten in unsere Realität verwoben, sodass man mehr und mehr lesen möchte, um an die Magie heran zu kommen, seine kindlichsten Wünsche bestätigt zu wissen. Auch P.T. Barnum - dessen Figur, wie die Autorin am Ende verrät, ein reales Vorbild besitzt - weiß um diese geheimen Wünsche eines jeden Menschens. Er macht es sich daher zur Aufgabe, diese Wünsche, aber auch die Ängste möglichst gut abzubilden und in seinem Kuriositätenmuseum auszustellen. Dass er mit einem Zirkus durch das Land fährt, wie der Klappentext behauptet, entspricht übrigens nicht den Tatsachen. Vielmehr hat er vor vielen Jahren ein altes Gebäude in New York gekauft und versucht seitdem den Kredit abzubezahlen. Dies ist eine Sache, in der sich seine unfassbare Geldgier begründet. Der Wunsch, immer mehr zu verdienen, wird sich durch das ganze Buch ziehen und Auslöser für viele Handlungen sein. Damit ist Barnum zwar ein starker, aber ein sehr vorhersehbarer Protagonist, beinahe sogar Antagonist. Weniger vorhersehbar, und umso stärker ist die Hauptperson des Buches: Amelia. Die Leser begegnen ihr ganz am Anfang ihrer Geschichte - wie sie von ihrer Familie davon schwimmt, durch den gesamten Ozean, um von einem Fischer gefangen und wieder frei gelassen zu werden. Und wie Amelia zu ihm zurück kehrt, sich in ihn verliebt und bis zum Ende seines Lebens bei ihm bleibt. Diese Liebe bleibt jedoch auch darüber hinaus und wird auch später im Buch immer wieder thematisiert. Charakterlich interessant ist dabei die Gegenüberstellung von beiden Lebensweisen. Der Fischer Jack verstand und aktzeptierte Amelia, wie sie war, ohne irgendeine Gegenleistung zu erwarten. Sie liebten sich und zusammen das Meer und damit war die Freiheit für beide gegeben. Und in einer kleinen Hütte irgendwo an der Küste brachte niemand diese Harmonie aus dem Gleichgewicht. Anders war es in New York - Amelia eckte bei jedem an. Ob als Mensch oder Meerjungfrau, sie wurde angestarrt, verfolgt, Mal vergöttert, Mal gehasst. Diese extremen Empfindungen bildeten einen Käfig für sie. Als einzigen Ausweg könnte man wohl Levi Lyman bezeichnen, der sich, ähnlich wie Jack damals, in Amelias Wesen und ihre stürmischen Augen verliebt hatte. Seine Liebe war vollkommen und daher fungierte er fortan als Vertreter/Anwalt von Amelia sowie als ihr Beschützer. Dabei wäre es Amelia wohl am liebsten gewesen, wenn sie so jemanden nicht gebraucht hätte. Denn in ihrem naturgegebenen Selbstbewusstsein und ihrer Stärke ist sie eine sehr emanzipierte Frau. Und jeder Kampf um Mitspracherechte, mehr Freiheit & Selbstbestimmung ist ein Kampf wie er noch heute überall auf der Erde zu oft geführt werden muss. Aus der Position eines Meereswesens ist Amelia legitimiert, die (zu der Zeit der Handlung) alltäglichsten Gegebenheiten zu hinterfragen. Warum muss ich ein Kleid tragen? Warum darf ich abends nicht alleine durch die Straßen wandern? Warum darf ich nicht nackt im Becken schwimmen? Dass es sich so, und nicht anders, gehört, ist für Amelia selten eine zufriedenstellende Antwort. In diesem Kontext möchte ich auch die Wahl des Untertitels des Buches hinterfragen: "Der Fluch der Wellen". Was genau der Fluch ist, wird nicht beschrieben. Man könnte mutmaßen, dass es der Ruf des Meeres ist, der Amelia immer wieder in das Wasser zurück bittet. Da Amelia aber nur äußerst selten daran denkt oder gar diesem Ruf folgt, scheint es mir zu wenig zentral zu sein, um danach das Buch zu benennen. Viel mehr kommt da die von den Wellen mitgegebene Freiheitsliebe in Frage, die der Ursprung von allem übrigem - Selbstbestimmung, Bruch mit den Traditionen, Auflehnung gegen das Patriarchat - ist. Und dass ebendies ein Fluch sein soll, schmerzt aus heutiger Sicht sehr. Ich hoffe deshalb sehr, dass der Verlag andere Gründe für die Benennung hatte. Im englischen Original heißt das Buch nämlich nur "The Mermaid". Fazit Christina Henry gelingt es mit "Die Chroniken der Meerjungfrau" Kindheitswünsche wieder zu beleben und realitatsnäh sowie ein wenig düster zu einem Buch entstehen zu lassen. Dabei bleibt es jedoch thematisch nicht beim einfachen Meerjungfrauenmythos, es geht darüber hinaus auch über die Freiheiten der Frauen. Insgesamt ein schnell zu lesendes, fantasievolles Buch mit starken Charakteren. 

Lesen Sie weiter

Nachdem ich die Chroniken von Peter Pan gelesen habe, stand für mich eindeutig fest: „Die Chroniken der Meerjungfrau“ muss ich auch lesen. So habe ich mich sehr auf dieses Buch gefreut! In den „Chroniken der Meerjungfrau“ geht es – wie schon der Titel verrät – über den Meerjungfrau-Mythos, welcher viel düsterer in diesem Buch neu aufgekurbelt wird. Speziell geht es um eine Frau, die ein einsamer Fisch eines Tages in seinem Netz gefangen hat. Die Frau verliebte sich direkt in den Fischer, welcher aber eine Zeit später starb. Sie blieb alleine und die Gerüchte über den Meerjungfrau-Mythos werden lauter, sodass die Aufmerksamkeit eines besonderen Mannes geweckt wurde. Für seinen Zirkus sucht er eine echte Meerjungfrau. Da kommt die Frau doch zur richtigen Zeit und am richtigen Ort, oder? Kurzzusammengefasst: Mich konnte dieser Band um den Meerjungfrau-Mythos nicht so fesseln, wie es bei dem Peter Pan Band der Fall war. Auch wenn ich durchaus die neuaufgekurbelte Geschichte um die Meerjungfrau sehr interessant fand, fehlte mir im Allgemeinen in der Plotgestaltung die Spannung. Eventuell dadurch, dass ich vorher Peter Pan gelesen habe, waren schon die Erwartungen bei diesem Band sehr hoch. Ich ging mal wieder von gewaltsamen Kämpfen, einer grandiosen Spannungskurve und vielen Handlungswechseln aus. Leider ist keine der Sachen in diesem Band vorzufinden, sodass die Geschichte mich nicht so richtig catchen konnte, wie vorher erhofft. Sowie bei Peter Pan die Darstellung von Captain Hook, fand ich bei diesem Band die Ausarbeitung der Meerjungfrau sehr gut. Ich fand sie sehr speziell, aber im Gegensatz zu den ganzen weiteren Charakteren sehr erfrischend gestaltet. Besonders ihre Perspektive fand ich sehr interessant, da sie sehr fremdartig gehandelt hat, da sie sich mit der Menschenwelt noch nicht vertraut gemacht hat. Sie ist tough und versucht sich immer durchzusetzen. Folglich bin ich auch bei der Bewertung dieses Buches schon ein bisschen unschlüssig. Einerseits ist die Geschichte wirklich flach erzählt worden und von Spannung ist keine Spur. Anderseits präsentiert die Autorin mit der Meerjungfrau eine sehr erfrischende Persönlichkeit, die es wirklich in sich hat. Fazit: Sie müssen dem Buch einfach eine Chance geben und sich selbst überzeugen. Auch wenn mir dieser Band nicht so gefesselt hat, wie es beim Peter Pan-Band der Fall war, weist dieses Buch durchaus interessante Ansätze auf, die viele Leser*in überzeugen können. Für mich sind es leider nur 3 Sterne.

Lesen Sie weiter

Rezension aus Deutschland vom 30. November 2021 Amalia, eine Meerjungfrau sehnt sich nach der Welt der Menschen und besucht deswegen immer wieder die Küste. Als sie eines Tages in das Netz eines Fischers gerät und dieser sie wieder freilässt, entschließt sie sich, bei ihm zu bleiben und ihr Leben mit ihr zu teilen. Doch dieses ist viel länger als das Leben des Fischers, und so machen Gerüchte um die geheimnisvolle Frau an der Seite des Fischers die Runde. Und diese bekommt auch P.T. Barnum zu Gehör, die unbedingt eine echte Meerjungfrau als neueste Attraktion für sein Museum haben will… In ihren „Dunklen Chroniken“ entführt die amerikanische Autorin Christina Henry ihre Leser in alternative Versionen bekannter Märchen und Kindergeschichten, die bislang immer einen sehr düsteren und brutalen Ton hatten. Der fünfte Band, der wieder unabhängig von den anderen Geschichten gelesen werden kann und vollständig in sich abgeschlossen ist, nimmt sich dabei der Sage um die Meerjungfrauen an. In dieser Version heißt sie Amalia und lernt auf den ersten Seiten die Liebe kennen und verliert diese wieder, was emotional durchaus aufgeladen ist und dem Leser zudem den Mythos um die Wesen näherbringt – ein sehr gelungener Einstieg. Die Wende zu der eigentlichen Geschichte um P.T. Barnum ist danach flüssig und stimmig geraten, doch in begann mich unwillkürlich zu fragen, wann diese faszinierende Düsternis, die ständige Bedrohung aufkommen würde. Um es vorwegzunehmen: Diese Geschichte ist deutlich handzahmer als die Vorgängerbände und spielt sich eher auf der Beziehungsebene ab als dass eine spannende Handlung im Vordergrund stehen würde. Dabei ist es durchaus interessant zu beobachten, wie sich das Verhältnis zwischen der Meerjungfrau und dem Museumsbesitzer entwickelt, wie sich Machtverhältnisse verschieben und wie sie zwischen gegenseitiger Abhängigkeit und Liebe zueinander schwanken. Dabei lernt man die beiden auch intensiv kennen, beide haben interessante Charaktere. Die eingebundenen Themen sind unterhaltsam und gesellschaftskritisch, immer wieder wurde man zum Nachdenken angeregt. Hübsch, nur ist dieser Band bei weitem nicht so fesselnd wie erwartet, sondern ist eher ein Drama mit fantastischem Hintergrund denn ein schauriger Horrorroman. Betrachtet man „Die Chroniken der Meerjungfrau“ unabhängig von den anderen Bänden, ist eine lesenswerte und kurzweilige Geschichte entstanden, die die Beziehung zweier ungleicher Charaktere auf interessante Weise beleuchtet. Doch eingeordnet in die „Dunklen Chroniken“ fehlt Spannung, fehlt Düsternis, fehlen packende Momente. So blieb ich etwas ernüchtert zurück, obwohl ich die vorherrschende Stimmung eigentlich schön fand.

Lesen Sie weiter