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Rezensionen zu
GOTT

Ferdinand von Schirach

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Ich muss zugeben: nach dem Dialog zwischen Ferdinand von Schirach und Alexander Kluge in "Trotzdem" fiel es mir schwer, wieder zu einem von Schirach Buch zu greifen. 😕 Dennoch besann ich mich auf die Genialität des Autoren und ließ mich auf "Gott" ein. Nach "Terror" ist dies das zweite Theaterstück einer geplanten Dramen-Trilogie und soll darüber Aufschluss geben, wem unser Leben gehört und wer über unseren Tod entscheiden darf. Genauer genommen: es behandelt das Thema Suizid (auch: Selbstmord oder Freitod). Zusammen mit Mitgliedern des Ethikrats, einer Augenärztin, einem Rechtsanwalt, einem Betroffenen und verschiedenen Sachverständigen (medizinisch, theologisch, juristisch) gewährt das Buch verschiedene Blickwinkel auf das Thema, welches zuletzt durch eine Gesetzesergänzung im Jahr 2015 für Furore sorgte. Das "Gesetz zur Strafbarkeit der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung" wurde vom Bundesverfassungsgericht inzwischen wieder gekippt, hinterlässt aber bei vielen Menschen eine Unklarheit in dieser moralischen Grundsatzfrage. 🤔 Darf man als Mensch entscheiden, wann es die beste Zeit ist zu gehen und das Leben hinter sich zu lassen? Unter Inanspruchnahme professioneller Hilfe um den sicheren, schmerzfreien Tod zu erlangen? Erschreckend sind die im Buch aufgeführten Zahlen der missglückten Selbstmordversuche, nach denen Menschen ohne Gliedmaßen oder anderen dauerhaften körperlichen Schäden ihr Leben weiter fristen müssen. Oder sollte man dem Sterbewunsch mancher Menschen weit vorher entgegenwirken und eine Gesellschaft schaffen, die lebensmüde Mitmenschen auffängt und das Leben an sich so gestaltet, dass Sterben keine Option mehr darstellt? 🌻 Das Interessante bei von Schirachs Büchern: man beginnt die Lektüre mit einer Meinung zum Thema, die unerschütterlich zu sein scheint. 💪 Doch nach nur wenigen Seiten gerät diese Meinung unerwarteterweise ins Wanken und man beginnt, andere Ansichten zum Thema zumindest zu verstehen. 🤨 Ein großartiges Buch zu einem häufigen Tabu-Thema.

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Richard Gärtner ist 78 Jahre alt. Körperlich ist er bei bester Gesundheit. Doch seit dem Tod seiner Frau sieht er keinen Grund, mehr zu leben. Er will keine unsicher Variante eines Freitodes. Er verlangt nach einem Medikament, will unter ärztlicher Aufsicht sterben. Der Deutsche Ethikrat tagt: Juristen, medizinische und theologische Sachverständige sind zusammengekommen, um eine grundlegende Frage zu diskutieren: Wem gehört unser Leben? Der Jurist und Schriftsteller Ferdinand von Schirach ist ein Garant für hochwertige Diskussionen zu juristischen, moralischen, ethischen Grundsätzen. Auch hier in dem vorliegenden Werk: „GOTT“ ist ein Theaterstück, das Publikum die Leser*innen. Es geht um das selbstbestimmte Sterben, in Würde und unter ärztlicher Beihilfe. Schirach gibt Vertretern aus Recht, Medizin und Kirche das Wort. Es sind sehr unterschiedliche Standpunkte, die hier vertreten werden. Mit jeder Frage, jeder Antwort, jedem Argument verleitet Schirach die Leser*innen nachzudenken, die eigene Überzeugung auszuloten und zu hinterfragen. Das Stück heißt Gott, der theologische Sachverständige ist Mitglied der Glaubenskommission der Deutschen Bischofskonferenz. Mir wäre es lieber gewesen, das Stück hieße „Mensch“. Denn um diesen geht es. Das menschliche Leben und Sterben möchte ich nicht von einer metaphysischen Instanz geregelt bekommen, die ich für mich nicht als verbindlich betrachten kann. Rechtsanwalt Biegler - mitunter ein alter ego des Autors – gibt überzeugend den Advocatus Diaboli. (Seit Biegler in einer Verfilmung von Klaus Maria Brandauer dargestellt wurde, hatte ich auch immer dessen Stimme im Ohr.) Die verfassungsrechtlichen und strafrechtlichen Bestimmungen haben lange Zeit restriktiv die sogenannte „Sterbehilfe“ verneint. Seit einem Urteil des Deutschen Bundesverfassungsgerichts im Februar 2020 wurden die Bestimmungen in Deutschland hierzu liberalisiert. Bei Erscheinen des Buches war in Österreich die Beihilfe zum Suizid immer noch unter Strafe gestellt. Seit Dezember 2020 hat auch der Österreichische Verfassungsgerichtshof entschieden, dass sowohl das Recht auf die Gestaltung des Lebens als auch das Recht auf ein menschenwürdiges Sterben das Recht auf freie Selbstbestimmung umfasse. Das vorliegende Buch ist ein wertvoller Beitrag zu der komplexen Thematik, philosophisch und hintergründig, dabei aber trotzdem verständlich und leicht lesbar.

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Auch in seinem zweiten Theaterstück trifft Ferdinand von Schirach den Nerv der Gesellschaft, indem er ein aktuelles und brisantes Thema anspricht – die Sterbehilfe. So lässt er Experten auf ihren jeweiligen Gebieten auftreten, die alle ihre Meinung authentisch und überzeugend vermitteln. Schlussendlich musst jedoch du entscheiden. Ziel dieses Buches ist es, einen Gesprächs- und Gedankensprozess anzustoßen, in welchem du dir deine eigene Meinung bildest. 

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Das Buch ist als Theaterstück aufgebaut, weswegen euch in diesem Buch nur direkte Rede begegnen wird. In diesem Fall gefällt mir das wirklich gut, da wir direkt einen Einblick erhalten, welche Person welche Ansicht vertritt und es zu keiner Verwechslungefahr führen kann. Folgende Personen treten in diesem Theaterstück auf und geben einen Einblick zur ihrer Haltung: Vorsitzende des Ethikrates. Richard Gärtner, Brandt (Augenärztin), Biegler (Rechtsanwalt), Keller (Mitglied des Ethikrates), Litten (Rechtssachverständige), Sperling (medizinischer Sachverständiger) und Thiel (theologischer Sachverständiger). »Wem gehört unser Leben? Gehört es einem Gott? Gehört es dem Staat, der Gesellschaft, der Familie, den Freunden? Oder gehört es nur uns selbst?« Aus dem Klappentext konntet ihr bereits entnehmen, das es in diesem Buch um das Thema Sterbehilfe geht, was ich persönlich sehr interessant finde, obwohl es sich um eine schwierige Thematik handelt, bei der es viele verschiedene Ansichten gibt. Insgesamt wird die Thematik in zwei Akten aufgearbeitet. Anhand eines praktischen Falls wird einem die Thematik dargestellt und zwar geht es um Richard Gärtner, der nach dem Tod seiner Frau nicht mehr weiterleben möchte. Auch wenn er selbst nicht viel spricht, werden seine Beweggründe und Gedanken deutlich. Dies wird im ersten Akt diskutiert und die einzelnen Ansichten werden vorgestellt. Die geführten Diskussionen und die verschiedenen Ansichten haben mich persönlich sehr zum nachdenken angeregt, noch mehr als zuvor schon. Tatsächlich habe ich das Gefühl, dass das Buch mit der Absicht geschrieben wurde, um uns Leser*innen zum nachdenken anzuregen, um uns selbst eine Meinung zu dem Thema bilden zu können. Sobald das Theaterstück beendet ist, befinden sich im Anhang noch drei Essays, die die ärztliche Suizidbegleitung aus drei verschiedenen Perspektiven beschreibt. Schirachs Schreibstil ist sehr klar und präzise, wodurch nicht viel drumherum gesprochen wird, sondern die Meinungen auf den Punkt gebracht werden. Dadurch enthalten die 160 Seiten viel Input, der aber nicht langweilig wird. -------- Wenn euch die Thematik Sterbehilfe auch interessiert, kann ich euch das Buch sehr empfehlen. Es zeigt kurz einen intensiven Einblick in verschiedene Sichtweisen. Viele Fragen sind zu dieser Thematik noch offen und haben noch Diskussionsbedarf. Bildet euch selbst eine Meinung, informiert euch über andere Meinungen und verurteilt nicht. Es wird kein richtig oder falsch geben.

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Inhalt: Der Ethikrat tagt und debattiert über den Wunsch Richard Gärtners. Gärtner möchte sterben. Er ist zwar kerngesund, doch seit dem Tod seiner Frau fehlt ihm jegliche Freude am Leben. Rechtlich ist die Frage nach der ärtzlichen Beihilfe zum Suizid geklärt. Der Ethikrat stellt sich einer anderen Frage. Sollen Ärzt*innen ihren Patient*innen beim Suizid helfen? Persönliche Meinung: "Gott" ist ein Theaterstück in zwei Akten von Ferdinand von Schirach, das sich mit der ärtzlichen Beihilfe zum Suizid auseinandersetzt. Damit behandelt "Gott" ein brisantes und gesellschaftlich relevantes Thema. Interessant ist dabei, wie v. Schirach sich dem Thema annähert. Im Theaterstück kommen unterschiedliche Figuren zu Wort, die ihre jeweilige Profession repräsentieren und personifizieren: eine Professorin der Rechtswissenschaften (Litten), ein Professor der Bundesärtzekammer (Sperling) und ein Bischof (Thiel). Die moderierende Funktion übernimmt die Vorsitzende des Ethikrats. Das Setting erinnert teilweise an eine Gerichtsverhandlung. Litten, Sperling und Thiel werden der Reihe nach aufgerufen und legen ihren Standpunkt dar, wobei dieser diskursiv mithilfe von Gärtners Rechtsanwalt Biegler und Keller, einem Mitglied des Ethikrates, ausgearbeitet wird. Schweigsam ist dabei die Figur, um dessen Sterbewunsch es geht: Gärtner, der geheime Protagonist der Handlung. Er erhält ebenfalls eine Profession, vermutlich sogar die wichtigste: die Profession über sein Ich, seine Gedanken und Bedürfnisse. Generell ist "Diskursivität" das große Signum, unter dem "Gott" steht. Verschiedene Standpunkte werden vorgeführt, Meinungen diskutiert. Die unterschiedlichen Ansichten werden aber nicht verurteilt und jede dargestellte Auffassung hat ihre Berechtigung. "Gott" endet daher konsequenterweise offen. Die eingangs gestellte ethische Frage, ob Ärzt*innen Patient*innen beim Suizid helfen sollen, bleibt unbeantwortet. So wird die Frage in die Realität der Leser*innen getragen: "Gott" setzt einen Denkprozess in Gange, sich selbst mit der Thematik auseinanderzusetzen und eine eigene Meinung zu bilden. Ergänzt wird das Theaterstück um drei Essays, verfasst von drei Wissenschaftlern, die die Thematik jeweils aus einem philosophischen, ethischen und juristischen Blickwinkel betrachten.

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Vor der Ethikkommission wird der Fall von Richard Gärtner diskutiert. Er ist 78 Jahre alt, körperlich und geistig fit, möchte aber gerne sterben. Er möchte die Möglichkeit nutzen um mit einem Medikament und einem Arzt des Vertrauens friedlich zu "entschlafen". Doch so einfach scheint es nicht wie Richard es sich gedacht hat. "Deshalb bin ich hier. Ja. Ich will, dass alle verstehen, dass es in Ordnung ist, dass ich sterben will. Ich will, dass man Menschen wie mir hilft. Ich will sterben, und das nicht amoralisch, egoistisch oder krank." (Seite 20) Zu diesem Thema hatte ich mir nicht wirklich Gedanken gemacht. Auch als ich zu lesen begann dachte ich dass es da nicht viele Hürden geben wird, ich meine, jeder hat ein Recht auf ein freies Leben und auf einen freien Tod. Doch Ferdinand von Schirach beweist es wieder anders. Der Titel könnte nich besser gewählt sein. Eigentlich heiss es immer Gott bestimmt über alles, wehe man tötet sich selbst, man landet in der Hölle, was wird die Gesellschaft denken, ect. Aber wer hat wirklich das Recht über uns zu bestimmen? Zu Beginn wieder die Rollen, wer ist wer, wo findet diese Unterhaltung statt, wie lange ist sie anberaumt? So ergibt sich beim lesen das Gefühl in einer Theaterveranstaltung zu sitzen. Gekonnt kommen neben Richard Gärtner und seinem Anwalt auch eine Ärztin, medizinische Sachverständiger, und ein Theologe zu Wort. Jeder erläutert hier seinen Standpunkt und seinen Sichtpunkt auf den Wunsch von Richard Gärtner. Kann man einem Menschen den Freitod gewähren, mit einem bekannten Medikament, welches eben nur durch Zusage der Ärztekammer herausgeben wird, ohne schlechtes Gewissen? Gibt es Instanzen oder Gesetze oder "Gewissen" die dagegen sowie dafür sprechen? Eine Seite kann man zum Ende hin wählen, muss man aber nicht. Ich für meine Verhältnisse habe eine Seite gewählt und war von der Umsetzung und der Ausführung dieses "Theaterstückes" sehr angetan. Einzig die Auflösung stört mich - hier hätte ich mir die Möglichkeit gewünscht wie bei seinem Buch "Terror", das wäre noch ein Ticken besser und intensiver gewesen. Wem gehört das Leben? Wem gehört der Freitod? Ein Buch was stark zum nachdenken und vor allem mitdenken rührt. Und welches ich wieder uneingeschränkt empfehlen möchte.

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„Ist es denn nicht richtig für den Menschen, nach Glück zu streben und zu versuchen, Leid zu vermeiden? Ist das nicht seine Natur? Sein Wesen? Ist das Leiden eines Menschen [...], nicht ganz und gar sinnlos?“, fragt Herr Biegler, Anwalt von Richard Gärtner (78 Jahre), der nach dem Tod seiner Frau sterben möchte. Er wolle es sauber machen sagt er, seine Frau würde es so wollen. Auch wenn in einigen Ländern der Anspruch auf Ärztliche Suizidhilfe besteht, möchte Richard Gärtner in Deutschland sterben wie viele anderen Menschen, die den Wunsch haben zu sterben, ohne dafür in die Schweiz flüchten zu müssen. Das Theaterstück „Gott“ von Ferdinand von Schirach befasst sich mit dem Thema Sterbehilfe und greift Fragen wie “Wem gehört unser Leben?”, “Wer entscheidet über unseren Tod?“, „Darf ein Mensch entscheiden wie er sterben will?“ und zu guter Letzt: „Ist das unsere letzte Freiheit?“, „Sind wir das Maß aller Dinge?“ Mittlerweile sollte klar sein, dass ich ein Schirach Fan bin🤪. Ich fand alle Positionen ganz interessant und unterhaltsam. Er schafft es jedes mal, einen in seinen Bann zu ziehen. Ich kann es wirklich jedem empfehlen, der sich mit der Thematik auseinander setzen möchte oder zwischendurch was Gutes lesen will. Es ist ein sehr kurzes Theaterstück, sodass man es in einer Sitzung beenden kann. Außerdem gibt es die Verfilmung für einen Monat noch auf ARD, die kann ich auch empfehlen👍🏻. Mittlerweile ist in Deutschland (seit Februar 2020) auch der ärztlich assistierte Suizid erlaubt, wofür das Richard Gärtner im Theaterstück gekämpft hat.

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Meine Meinung Sterbehilfe ist ein sehr schwieriges Thema. Ich persönlich bin ausschließlich dann dafür, wenn ein schwerkranker Mensch zu sehr leiden muss. Auch palliative Maßnahmen keine Linderung mehr bringen, und der schwerkranke Mensch einen qualvollen Tod zu erwarten hat. Das Beispiel in diesem Buch zeigt, wie schmal der Grad zwischen Hilfe und Verantwortungslosigkeit ist. Richard Gärtner ist 78 Jahre alt. Kerngesund und geistig fit. Seit dem Tod seiner Frau, ist das Leben für ihn sinnlos. Er möchte ein Medikament bekommen, um seinem Leben ein Ende zu setzen. Darf man selbst über sein Leben bestimmen? Darf man seinem Leben selbst ein Ende setzen? Bei diesen Fragen kommen viele verschiedene Ansichten zum Vorschein. Von Seiten der Kirche wird Beihilfe zum Suizid rigoros abgelehnt. Ein Stück weit bin ich da mit der Kirche einer Meinung. Alte gebrechliche Menschen könnten dann sehr schnell das Gefühl haben, die Welt verlassen zu müssen. Ihre Angehörigen nicht mehr mit den hohen Kosten eines Pflegeheims belasten zu wollen. Ich habe mir Gedanken darüber gemacht, was passieren könnte, wenn Ärzte gesunden Menschen zum Tode verhelfen. Sollte ein Arzt nicht leben retten, wo es wirklich noch sinnvoll ist? Sollte man einem Menschen, der körperlich und geistig fit ist, beim Sterben helfen? Ich bin der Meinung, dass die Sterbesehnsucht von Richard Gärtner ein gesellschaftliches Problem ist. Er keinen Weg aus seiner Trauer findet. Trauer ist nicht nach dem Trauerjahr zu Ende. Trauer um einen geliebten Menschen kann jahrelang andauern. Vielleicht niemals vollständig vergehen. Ich würde keinem Arzt mehr über den Weg trauen, der einem gesunden Menschen zum Sterben verhilft! Auch wenn es dessen Wunsch war! Palliative Behandlungen sind ein wahrer Segen. Leider sind es immer noch zu viele Menschen, denen diese Behandlung auf ihrem letzten Lebensweg verwehrt bleibt. Bevor man diskutiert ob Beihilfe zum Suizid ein ganz normaler gesellschaftlicher Akt werden sollte, wäre es viel angebrachter um mehr Hospize und Palliativstationen zu kämpfen. Vor allen Dingen allen Ärzte die nötige Ausbildung zukommen zu lassen, um sterbenden und depressiven Menschen eine Stütze zu sein. Ein Hausarzt sollte auch fachkundig bei Trauerhilfe sein. Nicht alles lässt sich mit Tabletten heilen. Nicht jeder mag in seiner Trauer zum Psychiater oder in eine Trauergruppe. Hat vielleicht mehr zu seinem Hausarzt Vertrauen, den er schon seit vielen Jahren kennt. Medizinische, ethische, religiöse und politische Ansichten werden in diesem Theaterstück erörtert. Es gibt nicht nur Schwarz oder Weiß, wenn es um Sterbehilfe geht. Besonders die Zwischentöne müssen beachtet werden. Dieses Büchlein hat mich beim Lesen total mitgerissen und zum Nachdenken angeregt. Die verschieden Ansichten sind sehr interessant. Fazit Einem gesunden Menschen Tabletten verschreiben, damit er gemütlich und ohne Qualen sterben kann, hat nichts mehr mit Ethik zu tun. Vielmehr kommt hier ein gesellschaftliches Problem zu Tage. Mehr Pflegekräfte in Altenheimen und bessere Bezahlung, Palliativstationen, Hospize und gut ausgebildete Hausärzte können viel mehr Abhilfe schaffen, als die Legalisierung zur ärztlichen Suizidbegleitung! Ausgenommen davon sollten schwerkranke Menschen sein, bei denen auch palliative Maßnahmen nicht mehr greifen. Eine Patientenverfügung kann verhindern, dass sinnlose Behandlungen weiter geführt werden. Leider ist sie oftmals im entscheidenden Moment nicht greifbar. Erwähnenswert sind auch die Essays im Anschluss. Jeder Mensch sollte über sein Leben und Lebensende bestimmen dürfen. Ein gesunder Mensch jedoch sollte nicht die Hilfe von einem Arzt in Anspruch nehmen wollen. Danke Ferdinand von Schirach für dieses wertvolle Buch. Jeder Mensch sollte es lesen. Es betrifft uns ALLE!

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