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Rezensionen zu
Das Rauschen der Nacht

André Hille

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€ 22,00 [D] inkl. MwSt. | € 22,70 [A] | CHF 30,90* (* empf. VK-Preis)

„Ich fühlte die Last der Erwartungen, die Last der Vermögen, die auf mich gesetzt wurden, wie auf einen Jockey beim Pferderennen. Wollte ich das alles überhaupt? Konnte es sein, dass der Aufstieg in diesem System so viel Kraft kostete, dass am Ende kein Leben mehr übrig blieb?“ Eigentlich müssten Jonas und Birte glücklich sein. Sie haben ein Haus auf dem Lande, zwei fröhliche Kinder und gehen liebevoll miteinander um. Aber als Schäden am Haus auftreten und Jonas‘ Start-up-Unternehmen kriselt, nistet sich die Angst vor dem Absturz in ihrem Dasein ein. Jonas hat das Gefühl, nicht mehr in der Gegenwart zu leben, sondern nur noch in einer Endlos-Schleife von Erwartungen, und scheut nicht länger das Risiko. Der Autor: André Hille, geboren 1974, studierte Literatur- und Medienwissenschaften in Marburg und war nach dem Studium als Buchhändler, Autor und Journalist tätig. 2005 übernahm er die Programmleitung eines kleinen belletristischen Verlages in Leipzig. 2008 gründete er die Autorenschule Textmanufaktur und 2012 die Literaturagentur Hille & Jung. Er lehrt Lektorat und Prosaschreiben an der Universität Leipzig und am mediacampus Frankfurt und lebt mit seiner Familie in der Nähe von Bremen. www.text-manufaktur.de Meine Meinung: Dieses Buch hat mich von der Thematik super angesprochen. Der Klappentext reißt den Inhalt ja nur an und so wusste ich vorher nicht in welche Richtung es geht. Wir lernen die Charaktere kennen, ihre Lebensumstände und die Beziehungen zueinander. Ich hatte schon am Anfang beim lesen, den Eindruck da kommt eine Lawine auf mich zu. Unterschwellig merkt der Leser das etwas nicht stimmt. Der Autor verpackt es aber so gut in den alltäglichen Dingen des Alltags, das man diese Spannung nicht recht deuten kann. Ich habe beim lesen immer wieder gedacht, was passiert da denn jetzt. Dies hat das Buch auf der anderen Seite aber sehr spannend gemacht. Man muss dazu sagen, das hier nicht viel Aktion in dem Buch ist. Es ist das Spiegelbild einer Beziehung und ihrer Herausforderungen, doch dennoch hat mich das Buch total gefesselt. Ich mochte auch den Schreibstil des Autors sehr. Er ist nicht verschachtelt und blumig, sondern klar und dennoch sehr eindringlich. Auch die Charaktere waren für mich sehr gut gezeichnet. Ich denke der Ein oder Andere Leser kann sich mit dem Paar gut identifizieren. Für mich war es ein Buch was mich überraschen konnte. Was mich gefesselt und gut unterhalten hat. Ich bin mit null Erwartungen an die Geschichte gegangen, habe mich von Seite zu Seite tragen lassen und am Ende eine Story bekommen, die ich absolut empfehlen kann.

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"Wir bauten an unserem Leben, Tag für Tag, und irgendwann schirmte einen dieses Gebäude von allem ab, was sich lebendig anfühlte." (Textzitat) Ein Geräusch hatte ihn geweckt. Ein Klopfen an der Scheibe, laut und deutlich. Mit einem Satz war er aus dem Bett. Druck auf dem noch vom Joggen schmerzenden Knöchel. Doch da war niemand. Die Tür zu den Kinderzimmern war angelehnt, ruhige Atemzüge waren zu hören. In seinem Kopf dröhnte die Stille des Hauses. Ein Ton, ein summender, hatte sich in seinen Ohren festgebissen. Dies war schon die zweite Nacht, die ihn nicht schlafen ließ. Die Mängel am Haus, der drohende Gerichtsstreit, die heutige Auseinandersetzung, die unterschwellige Drohung seines Partners, die er sehr wohl gehört hatte. Das bevorstehende Wochenende unter den Investoren in Berlin. Er hatte Angst, mir ist das klar, Jonas auch? Etwas soghaftes hat diese Geschichte an sich. Es zog mich durch die Seiten, obwohl ich den Protagonisten dafür gehasst habe, dass er sich sobald es eng wird in die Arme einer anderen Frau flüchtet. Als sei das das Normalste auf der Welt nach zehn Jahren Ehe, zwei gemeinsamen Kindern und Misserfolg mit dem eigenen Start Up. Ist das wirklich so einfach? Flüchtet "Mann" sich tatsächlich sofort dorthin wo Lust und Leidenschaft Ablenkung versprechen? Platz da, weg da mit Verantwortung und Gemeinsamkeit? Vielleicht war es ja dieser Zorn der mich durch die Sätze getrieben hat, weil ich wissen wollte ob Birte seine Frau nicht auch ihr Recht auf Eigenständigkeit geltend macht, auch im Job, neben ihrer Rolle als Mutter. Das nämlich spricht er ihr ab, weil sie als Journalistin für "Bezahlbeiträge" ihr Einkommen sichert und das frisch gebaute Eigenheim auf dem Land Baumängel aufweist, die beide mit einem jahrelangen Rechtsstreit zu überziehen drohen. Es mangelt nicht an Querschlägern in Hilles Roman, und wie sie so auf das Paar, respektive seinen männlichen Helden einprasseln, der seiner Frau lieber verschweigt wie es wirklich um seine kleine Firma steht die ihren Hauptinvestor zu verlieren droht, das ist nicht von schlechten Eltern. Durch sie erhält der Roman seine Dynamik, eine der ich mich nicht entziehen konnte. Selbst ein "Landei", und der mit Liebe zum eigenen Garten gesegnet und als Hobby-Maulwurf, verstehe ich nur zu gut, was das Land mit einem macht. Gerade jetzt in Pandemie-Zeiten ist es für mich ausgesprochen wohltuend aus meinem mit reichlich Kontakten eingesegneten Job hierher nach Hause kommen zu können. Es erdet mich nach Jahren immer noch ungemein und so lange ich angstfrei Reisen konnte, vermisste ich auch Theater und andere kulturelle Zerstreuung, die ich mir dann gönnte nicht. Die hat es nämlich am Land eher nicht oder nur selten. Besonders anspruchsvollere ist dünn gesät. Aber wer kann schon alles haben? André Hille, geboren 1974, Gründer der Autorenschule "Textmanufaktur", Literaturagent und Uni-Dozent, lebt mit Frau und drei Kindern in der Nähe von Bremen. Mit "Das Rauschen der Nacht" hat er uns jetzt seinen ersten eigenen Roman vorgelegt. Schreiben ist sein Metier, das spürt man in jedem seiner Sätze, die er poetisch ausformuliert und aneinander reiht. Den Text stilistisch nicht überladen, das schafft er für mich auch. Er bleibt bei all der sprachlichen Ausgewogenheit sehr gut lesbar und durchaus konsumig, ohne platt zu sein. Präzise, sehr szenisch ist er, Gedanken und Körperwahrnehmungen seines Hauptprotagonisten beobachtet Hille sehr genau und modern sind die Knüppel, die er seinen Figuren zwischen die Beine wirft und zahlreich sind sie, die Hürden, die sie zu überspringen haben. Nix is' fix sozusagen. Schon um die nächste Tagesbiege kann es ganz anders kommen und das tut es auch. Heile Welt geht anders. Im Hille-Kosmos kommt es richtig Dicke für die Hauptfigur und ich fand spannend zu entdecken, wie sie das wohl meistern wird. Stück für Stück zerpflückt Hille einen Alltag, der unbeschwert geradeaus laufen könnte. Ich erfahre von Belastungsproben, ernüchternden Anwaltsbesuchen, Gutachten und Seitensprünge. Aber auch vom Spaß den es macht mit Kindern auf Bäume zu klettern. Ein Traum von einer einträchtig zusammenlebenden Familie mit Haus auf dem Land. Eine Idylle die Risse bekommt und im wahrsten Sinne des Wortes bröckelt hier schon der Putz. Die Schwiegereltern ein Lehrerehepaar im Ruhestand leben den krassen Gegenentwurf zu Jonas und Birte. Fragen auch offen, wie lange das mit der Selbstständigkeit denn noch so gehen soll ... Ich denke noch, das muss Jonas doch spießig finden, dann sagt er, hier fühle er sich aufgehoben. Das bürgerliche Idyll und die Gesprächskultur der Schwiegereltern, findet er der "Möchte-Gern-Erfolgsmensch" beeindruckend? Eine durchgreifende, eine allesverändernde Entscheidung ist von Nöten um aus der Hamsterradschleife zu entkommen. Sollte dieser Entscheidung nicht aber doch erst einmal ein beratendes Gespräch mit seiner Frau voran gehen? Hilles Geschichte besteht aus vielen Schichten, sie ist wahrlich vielschichtig und unter ihrer Oberfläche brodelt es früh. Es baut sich ein Druck auf, der den Thrill dieses Romans für mich ausgemacht hat. Der mich durch die Seiten jagt wie der Herbstwind und wenn ich das Buch niederlegen muss, freue ich mich schon darauf, es wieder zu Hand nehmen zu dürfen. Auch weil er mich aufbringt, dieser sein Protagonist. Was tut er sich leid ... Kindergeburtstage, Jeremias wird drei, vs. Teepausen. Trotzphasen und Gequengel, dann lieber doch Flucht auf das Gästeklo und dort Mails checken? Zwischen Filterkaffee und Vollkornstreuselkuchen wird der Schwiegervater angepumpt. Der seine Möglichkeiten nun aber auch langsam erschöpft sieht, nachdem er ihnen schon ihr Grundstück geschenkt (Wert ca. achtzigtausend Euro) und weitere zehntausend für ein neues Auto zugeschossen hat. Jonas trifft sie, seine Entscheidung und ich schüttle nur noch mit dem Kopf. Jetzt wird er mir doch zu bunt der Herr Unternehmer. Er jagt einem Ziel hinterher, das nicht das seine ist, wann will er das denn bitte mal merken? Wo ihn seine Nächte schon nicht mehr zur Ruhe kommen lassen und er dieses Grundrauschen nicht mehr los wird? Wir wissen erst zu schätzen was wir haben, wenn wir es verlieren. Hoffentlich nicht, aber dieser Jonas hier schon. Der Mann braucht einen Weckruf und den kriegt er dann auch ... Hille reduziert die Geschichte auf den Blickwinkel von Jonas, dadurch kommt man ihm sehr nah. Egal ob man ihn mag, oder nicht. Ob man nachvollziehen kann was er tut, oder nicht. Gewünscht hätte ich mir, das dieser Roman der mich auf hohem Nivea gut unterhalten hat, dass er etwas mehr in mir nachklingt, das er etwas mehr Betroffenheit in mir auslöst und weniger "midlife crises" spiegelt. Vielleicht habe ich ja etwas übersehen? Ich spinne mal noch ein paar Gedanken an seinem offenen Ende entlang ...

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Meine Meinung: "Das Rauschen der Nacht" ist ein Roman mit einer wirklich typischen und echten Geschichte in der heutigen Welt. Nicht nur die Ereignisse und die Szenerie sind so realistisch und nachvollziehbar. Auch die Charaktere wirklich authentisch und nahbar. Der Schreibstil des Autoren ist vielseitig und gut zu lesen. Auf den 250 Seiten schafft er was viele auf 500 nicht schaffen. Und auch wenn mich der Protagonist mit seinem Verhalten wütend gemacht hat, konnte ich ihn verstehen. Seine Frau tat mir echt ein bisschen Leid.. Das Ende war ein wenig offen, was mich erst gestört hat, aber nachdem ich länger drüber nachgedacht habe, war es doch sehr passend. Alles in allem war es gut, aber nichts besonderes was mir lange im Gedächtnis bleiben wird. 3,5 ⭐

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Vielen Dank an das @bloggerportal für die Bereitstellung des Buches Autor: André Hille Verlag: Blessing Verlag Erschienen am: 31.08.2020 Zum Inhalt: Jonas und Birte haben mit ihren zwei Kindern scheinbar eine Bilderbuch-Familie. Sie haben ein kleines Häuschen auf dem Land und Jonas Start-up-Unternehmen läuft eigentlich gut an. Doch nach und nach bekommt die Fassade Risse. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Das Haus weißt kleine Risse auf, und niemand möchte für den entstandenen Schaden aufkommen. Zudem benötigt Jonas Unternehmen eine Finanzspritze, so dass dem Jungunternehmer nach und nach die Sorgen über den Kopf steigen. Es beginnt in der Ehe zu kriseln und Jonas entfernt sich immer mehr von seiner Frau. Und die Frage, wie er den Rest seines Lebens verbringen möchte wird immer lauter. Fazit: Dieser Roman lebt von der Normalität, die er widerspiegelt. Eine Geschichte, wie sie wahrscheinlich in vielen Familien hierzu Lande so oder ähnlich passieren kann. Und trotzdem hat mich der Roman zu keiner Zeit gelangweilt. Gerade dass die Protagonisten so authentisch waren, Fehler gemacht haben und irgendwie auf der Suche waren, hat die Geschichte belebt und glaubwürdig gemacht. Die Frage, wie man die zweite Hälfte seines Lebens verbringen möchte, stellt sich wohl erst ab einem gewissen Alter. Daher glaube ich nicht, dass die Geschichte für jeden geeignet ist, aber mir hat sie wirklich gut gefallen! Wer keine aufgeblasenen Dramen braucht, aber der Realität ins Auge blicken kann, auch wenn diese eben nicht perfekt ist, der wird sicherlich Freude an dieser Geschichte haben.

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DER Roman zum drohenden Burnout

Von: Isa Tschierschke aus Detmold

19.09.2020

Wenn Sie auch Freunde und Bekannte so um die Vierzig haben, die die meiste Zeit ihrer Midlife-Crisis im ICE verbringen, ist "Das Rauschen der Nacht" das perfekte Geschenk. Hauptfigur Jonas ist oft zu müde zum Schlafen und kann sich in letzter Zeit nicht mehr erinnern, wo er eigentlich seine alten Träume und Ideale hingeräumt hat. Er fühlt, dass er weder seinen eigenen noch den Ansprüchen Anderer gerecht wird. Nach Jahren des Rödelns für Beruf und Familie kommt er sich vor wie ein Schlafwandler im eigenen Leben. Jeder der schon mal eine Gartenarbeit-Attacke hatte, um überhaupt noch irgendetwas nach eigenem Willen zu gestalten, wird sich sofort mit Jonas verbinden. Die - an sich liebevolle - Ehe mit Birte hat mit den Jahren und zwei lebhaften Kindern an Schwung verloren, auf der Joggingstrecke machen sich die ersten Anzeichen des Älter- und Schwächerwerdens bemerkbar und Präsentationen, die früher professionell gemeistert wurden, führen plötzlich zu Panikattacken. - Achtung: minimaler Spoiler - Genial peinlich die Szene, in der Jonas ausgerechnet bei einem wichtigen Vortrag einen Aussetzer hat. Absolut schlüssig auch der Abend und die Nacht, die darauf folgen. Dass André Hille normalerweise anderen Leuten hilft zu schreiben, zahlt sich jetzt für ihn aus. Auch wenn bei manchen Schilderungen der interne creative writing - Einpeitscher Kommando zu führen scheint ("Und jetzt: mit ALLEN SINNEN schreiben"), so beweist er damit eben auch gleich, dass es wirklich funktioniert. Wir rennen mit Jonas durch die norddeutsche Niesellandschaft, riechen den Döner im Berliner Kiez und halluzinieren mit, wenn er nachts verloren in seinem Neubau steht. Ein fulminantes Debüt!

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Im Leben von Jonas bröckelt die Fassade – im wahrsten Sinne des Wortes. Der Ich-Erzähler dieses Romans ist mit seiner Frau Birte und seinen zwei Kindern von Hamburg aufs Land gezogen. Das neu gebaute Einfamilienhaus hat jedoch Risse in der Fassade und stürzt seine Familie in eine finanzielle Krise. Gleiches gilt für sein Start-up-Unternehmen, das nach drei Jahren immer noch auf keinen grünen Zweig kommt. André Hille zeichnet in seinem Debütroman einen Familienvater, der enorm unter Erfolgsdruck steht und den Drang verspürt, aus seinem Leben auszubrechen und sich wieder frei und lebendig zu fühlen. So lässt er sich zu Taten verleiten, die seine nur scheinbar stabile Ehe ins Wanken bringt. Sehr gut gefiel mir, wie der Autor die Schilderung von tagtäglichen praktischen Aufgaben wie die Vorbereitung eines Kindergeburtstags mit existenziellen Lebensfragen verwebt. Sätze wie „Wo endet das Wachstum, wo beginnt die Gier?“ regen zum Nachdenken an. Hille schreibt mit sehr viel Empathie für seine Hauptfigur, so dass ich die Last der Erwartungen, das Gefühl, kein Projekt erfolgreich zum Abschluss bringen zu können und die Angst vor dem sozialen Abstieg gut nachvollziehen konnte. Zugleich habe ich mit Spannung verfolgt, wie Jonas` riskantes Vorhaben zur Rettung seiner Firma ausgehen wird.

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Die Zeit ist gnadenlos. Sie geht über alles hinweg, alles wird unter ihr gleich. Das Rauschen der Nacht ist der Debütroman von André Hille. Anhand von Jonas und Birte, einem jungen Paar mit zwei Kindern und Eigenheim in Norddeutschland, hat er ein realistisches Porträt der heutigen Mittdreißiger-Generation herausgearbeitet. Beide sind in der Stadt großgeworden und suchen nun auf dem Land Abstand vom Großstadttrubel. Während Birte nach der Geburt der Kinder als freie Journalistin arbeitet, ist Jonas Teilhaber eines Start-Ups. Eigentlich müssten sie glücklich sein, haben sie sich doch ein stabiles Umfeld geschaffen, doch es treten immer mehr Schäden am neugebauten Haus auf und in Jonas‘ Start-Up-Unternehmen kriselt es. Zudem erscheint es Jonas, als lebten er und Birte sich immer weiter auseinander, und zum Gefühl der Versagensangst kommen Verlustängste und Panik vor all den Erwartungen, die an ihn als Vater, Unternehmer und Sohn gestellt werden. Mit einer empathischen Feinfühligkeit hat André Hille vielschichtige emotionale Charaktere geschaffen, mit denen man sich gut identifizieren kann. Sein Schreibstil zeugt von grandiosem sprachlichen und situativen Bewusstsein und erschafft eine lebendige und fesselnde Geschichte. Der Protagonist Jonas ist das Abbild eines modernen Familienvaters, dessen Zufriedenheit von Sorgen überschattet wird und in einer Abwärtsspirale aus Angst, Verzweiflung und Verlust endet. Die emotionale Tiefe, mit der Hille seinen Lebensalltag beschreibt, hat mich bewegt und begeistert ob der Imminenz seiner jeweiligen Aufgaben und Schicksale. Der Roman hat mich zutiefst bewegt und nachhaltig beeindruckt und ich konnte einige wichtige Aspekte für mich daraus ziehen. Ein grandioses Debüt und definitiv ein Jahreshighlight! Vielen Dank an Random House für das Rezensionsexemplar.

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