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Rezensionen zu
Das Kaffeehaus - Falscher Glanz

Marie Lacrosse

Die Kaffeehaus-Saga (2)

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Auch Band 2 der Reihe hat mir wieder viel Spaß gemacht. Das 𝗧𝗲𝗺𝗽𝗼 der Geschichte ist sehr gemütlich, was es zu einem perfekten Herbstread macht. Durch die 𝘃𝗲𝗿𝘀𝗰𝗵𝗶𝗲𝗱𝗲𝗻𝗲𝗻 𝗘𝗿𝘇ä𝗵𝗹𝗲𝗿𝘀𝗽𝗲𝗸𝘁𝗶𝘃𝗲𝗻 wird es dabei nie langweilig. Jeder 𝗖𝗵𝗮𝗿𝗮𝗸𝘁𝗲𝗿 wurde liebevoll ausgearbeitet und bekommt seine ganz eigene Geschichte, abseits von der Protagonistin Sophie, was mir sehr gut gefallen hat. 𝗦𝗼𝗽𝗵𝗶𝗲, die so gar nicht in die für sie von der Gesellschaft gefertigte Rolle passen will, mochte ich sehr. Ich mag ihre Entwicklung, ihre Haltung und ihre liebevolle und loyale Art. Das 𝗵𝗶𝘀𝘁𝗼𝗿𝗶𝘀𝗰𝗵𝗲 𝗦𝗲𝘁𝘁𝗶𝗻𝗴, mit seiner Mischung aus wahren Gegebenheiten und fiktiven Handlungen und Charakteren konnte mich absolut begeistern und in den Bann ziehen. Alles in allem eine schöne und gemütliche Geschichte! Ich freue mich sehr auf den finalen Teil der Reihe.

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Achtung Spoiler! Klappentext: Die junge Sophie von Werdenfels tritt ihre Stelle als Kaiserin Sisis Hofdame an. Doch im Hofstaat hat sie es schwer. Insbesondere die Gräfin Marie Festetics, Sisis Favoritin, verfolgt jeden ihrer Schritte mit Eifersucht und Argwohn. Sophie erlebt das vordergründig glamouröse, hinter den Kulissen jedoch zutiefst intrigante Leben am Kaiserhof mit. Als Hofdame muss sie auch an der Hochzeit ihrer großen Liebe Richard mit Amalie von Thurnau teilnehmen. Als sie selbst gegen ihren Willen mit einem viel älteren Adeligen verheiratet werden soll, flieht sie vom Hof ins Kaffeehaus ihres mittlerweile schwer kranken Onkels. Peu à peu übernimmt sie dort die Leitung … Auch der zweite Band der der Kaffeehaus Triologie zog mich sofort in ihren Bann, was unter anderem auch der Stimme von Katrin Fröhlich zu Schulden ist. Sie passt einfach wunderbar zu diesem Buch und in diese Zeit. Sie haucht den Protagonisten im Buch sofort Leben ein und man fühlt sich als wäre man mittendrin im Geschehen. Im zweiten Band bekommt von viel mehr einblicke in das Leben von Sophie, auch dreht sich dieser Teil auch mehr um sie und das Leben am Hof beziehungsweise das Königshaus rund um Kaiserin Sissi ist eher nur Nebensache. Für mich rückt im zweiten Band Sophie deutlich in den Fordergrund der Geschichte, aber trotzdem sind die Erlebnisse bei Hof und das ein oder andere Geheimnis um Kaiserin Elisabeth spannend. Sophie bleibt natürlich auch am Hof nicht von Intrigen verschont so soll sie, mit einem älteren Adligen der mit der Franzosenkrankheit infiziert ist verheiratet werden, damit sie unter Kontrolle bleibt. Hat man doch zu viel Angst davor die Geschehnisse rund um Mayerling und Kronprinz Rudolph könnten ans Licht kommen. Doch mit Hilfe einer Verbündeten und ihrer großen Liebe Richard gelingt ihr die Flucht ins Kaffeehaus zu ihrem Onkel Stephan. Dieser ist leider schwer erkrankt und so übernimmt Sophie mehr und mehr die Leitung des Kaffeehauses. Auch gegen ihren Stiefvater dem die Verbindung mit dem Ungarischen Adligen sehr zuvor gekommen wäre, muss sie sich zur Wehr setzen. So hoffen sie das ihr Onkel noch bis zu ihrem 21. Geburtstag dem Tag ihrer Volljährigkeit am Leben bleibt. Ich bin gespannt was Teil 3 noch für Wendungen für uns bereithält. Finden Sophie und Richard eine möglichkeit endlich zusammen zu sein? Was wird aus dem Kaffeehaus und was wird alles noch rund um Sophie passiern?…

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Gespannt habe ich auf den zweiten Teil der Kaffeehaus-Saga gewartet, der im April 2021 erschien. Marie Lacrosse erzählt die Geschichte der (fiktiven) Komtess Sophie von Werdenfels nahtlos weiter. Nach den tragischen Ereignissen in Mayerling („Schwerpunktthema“ des 1.Teils) ist der kaiserliche Hof bemüht, die Wahrheit bestmöglich zu vertuschen. Darum beruft Kaiserin Elisabeth Sophie zu ihrer Hofdame. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass Sophie über alles schweigen muss, was sie über ihre Freundin Mary Vetsera und deren unheilvolles Verhältnis zu Kronprinz Rudolf weiß. Sophie stellt bald fest, dass der Glanz des Kaiserhauses nur vordergründig ist, hinter den Kulissen bietet sich ein gänzlich anderes Bild. Intrigen der Hofdamen untereinander sind keine Seltenheit. Als „Promeneuse“ ist Sophie häufig an der Seite der Kaiserin. Mit der Zeit kommt sie Elisabeth, wie sie sie nennen darf, wenn sie unter sich sind, näher und erfährt manches Geheimnis, das unbedingt gewahrt werden muss. Glücklich am Kaiserhof ist Sophie jedoch nicht. Sie macht sich Sorgen um ihre Mutter und vor allem um ihre jüngere Schwester, die oft unter dem strengen Stiefvater zu leiden hat. Sophie vermisst die Stunden, die sie gemeinsam mit ihrem Patenonkel Stephan in dessen Café Prinzess verbracht hat. Und am meisten vermisst sie Richard von Löwenstein (ein ebenfalls fiktiver Charakter), der seinerzeit zum engeren Kreis um Kronprinz Rudolf gehörte und den Sophie über Mary Vetsera kennengelernt hat. Seitdem liebt sie ihn. Richard jedoch ist der Komtess Amalie von Thurnau anverlobt. Und um Sophies Hand hält ein sehr viel älterer und ihr äußerst unsympathischer Adeliger an. Da erreichen sie beunruhigende Nachrichten aus dem Café Prinzess… Auch mit dem 2. Teil „Falscher Glanz“ ihrer „Kaffeehaus-Saga“ gelingt es Marie Lacrosse in hervorragender Weise, Geschichte zum Leben zu erwecken. Anschaulich berichtet sie nicht nur über das Leben am kaiserlichen Hof zu Wien nach dem Tod des Kronprinzen 1889, sie erzählt auch vom Leben und den Sorgen der damaligen Wiener Bevölkerung; so zum Beispiel vom Streik der Wiener Tramway-Kutscher. Hier treffen wir Irene Gerban wieder, die wir in der Weingut-Saga der Autorin kennengelernt haben. In dem sehr informativen Nachwort „Wahrheit und Fiktion“ klärt Marie Lacrosse auf, was auf Fakten beruht, wo sie ihre Fantasie spielen ließ, wo sie auf ihr psychologisches Fachwissen zurückgreift und wo sie historisch belegte Ereignisse aus dramaturgischen Gründen der Romanhandlung anpasste. Mein persönliches Fazit: Wo Marie Lacrosse draufsteht, ist höchster Lesegenuss drin. Meine Erwartungen wurden nicht nur erfüllt, sondern sogar übertroffen. Es war, als ob ich liebe Bekannte wieder treffen würde. Vor allem Richard von Löwenstein wurde mir immer sympathischer, und ich bin gespannt, wie seine Geschichte (und die Sophies) weitergeht. Viel zu schnell war ich am Ende des doch ca. 700 Seiten starken Buchs angelangt und blieb traurig zurück. Mein Trost war, dass Band 3 „Geheime Wünsche“ bereits im Herbst dieses Jahres erschien. Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Goldmann-Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Dies hat jedoch meine Meinung nicht beeinflusst.

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Wie bereits im ersten Buch der Reihe ist der Schreibstil grandios. Durch die richtige Wortwahl, die authentischen Gespräche und Beschreibungen fühlt man sich direkt ins späte 19. Jahrhundert versetzt. Dass die Autorin sehr viel wert auf Authentizität legt, wird auch allerspätestens im Nachwort klar, in dem sie ihre Quellen nennt und angibt, welche Ereignisse im Buch der Realität entsprachen und welche ihrer Fiktion entsprangen. Zwar gab es im zweiten Band mehr fiktive Elemente als im ersten Buch, dennoch wird sich grundlegend an wahren Begebenheiten orientiert. In diesem Band geht es nach den Ereignissen in Mayerling im Jahre 1889 weiter. Im Mittelpunkt steht wieder die junge Sophie von Werdenfels, die aufgrund ihres Wissens um die wahren Geschehnisse der Mayerling-Affäre, nun eine Anstellung als Hofdame der Kaiserin Elisabeth in der Hofburg antreten soll. Dies gibt viele Einblicke in das späte Leben Sisis und ihre Eigenarten - die aus heutiger Sicht durchaus psychische Erkrankungen sind. Ich persönlich fand das wahnsinnig interessant, zumal die Autorin sich auch hier sehr stark an Fakten gehalten hat und nur Kleinigkeiten angepasst hat. Auch der männliche Protagonist des ersten Bandes, Richard von Löwenstein, tritt auch in Band 2 wieder auf. Die beiden Charaktere haben kaum Berührungspunkte, deshalb werden quasi zwei Geschichten nebeneinander erzählt. Richard kommt in den Kontakt mit der Arbeiterschaft und erlebt deren Streik um bessere Arbeitsbedingungen. Auch diese Ereignisse sind weitestgehend faktisch korrekt dargestellt. Mit Ausnahme natürlich einiger Figuren, die fiktiv sind. Leider nimmt die Geschichte nie so richtig Spannung auf, sondern berichtet nur nacheinander von verschiedenen Ereignissen, die an sich schon spannend und interessant sind, aber im großen Zusammenhang nicht alle miteinander einen Spannungsbogen ergeben. Dennoch ließen sich die knapp 700 Seiten recht schnell weglesen, was eindeutige am wunderbaren Schreistil der Autorin lag. Für alle begeisterten Leser:innen des ersten Teils, ist auch dieser Band eindeutige die richtige Wahl! Er berichtet sehr spannende Fakten über das Kaiserpaar, allen voran natürlich Sisi, und baut zusätzlich noch Szenen der einfachen Arbeiterschaft mit ein. Rundum ist es ein authentischer historischer Roman, der der Wirklichkeit mit liebenswürdigen fiktiven Figuren einen schönen Rahmen gibt.

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Eine neue Sicht scheinbar vertrauter Dinge

Von: Norbert Tischler aus Wien

18.07.2021

Nach dem tragischen und unrühmlichen Ende Mary Vetseras und ihres geliebten Kronprinzen Rudolf im ersten Band der Kaffeehaus-Trilogie von Marie Lacrosse liegt jetzt der zweite Band vor, der die Leser*innenschaft wieder in die Endzeit der Habsburger-Monarchie führt. Einen, wie sich bald zeigt, morschen und und in vielen Bereichen dekadenten Staat, dessen oberste Repräsentaninnen und Repräsentanten nach außen hin einer Lebensweise folgen, die durch strenge katholisch-feudale und patriarchalische, militärische Traditionen geprägt ist. So sehr dieser Pomp und Glanz des Kaiserhauses und des Hochadels, der „hoffähigen“ Adelsfamilien, hochgehalten wird, so sehr ist er doch schon längst unterspült von Realitäten, die diese Ordnung hinter der Fassade auf unmoralische, ausbeuterische und korrupte Weise aushöhlen. Hauptprotagonistin des zweiten Bandes ist wieder Sophie von Werdenfels, die Freundin und Vertraute Marys, deren Kenntnis der wahren Hintergründe der Tragödie von Mayerling sie in eine Art „überwachte Existenz“ beim Kaiserhof führt. Heute würde man vielleicht sagen, sie wurde aus dem Leben, das sie liebt, „weggelobt“ und zu einer der Hofdamen der Kaiserin berufen. Das Cafè Prinzess ihres Onkels Stefan Danzer, in dem sie ihr eigentliches Zuhause sieht, wird für sie nun zu einem fast unerreichbaren Sehnsuchtsort. Ohne zu viel zu verraten, kann man sagen, daß sich während Sophies Zeit am Kaiserhof für die Leserinnen und Leser unerwartete, spannende Einblicke in die rastlose, oft zwiespältige Lebenswelt der Kaiserin eröffnen. Das höfische Leben - wie überhaupt die historischen Tatsachen, auf denen der Roman fußt - wurden wie im ersten Band sehr gründlich recherchiert. Die teilweise bestürzenden Geschehnisse und schockierenden Zustände im Zentrum der Macht des Vielvölkerstaates fegen den verkitschten „Sisi“ - Mythos jedenfalls schnell weg und eröffnen einen ungetrübten Blick auf die Realitäten: ehrgeizig verfolgte und beinhart durchgesetzte Interessen der herrschenden Schicht, die ihre scheinheilige Doppelmoral im religiös geprägtem Hofzeremoniell bemäntelt einerseits; eine schamlos ausgebeutete Unterschicht andererseits, die sich in ersten Streiks grundlegende Rechte zu erkämpfen beginnt. Auch Sophies eigenes Leben beginnt sich in eine gefährliche Richtung zu bewegen, als sie die Erwartungen, die an eine junge Komtesse gestellt werden, nicht erfüllen will. Auch die glanzvolle k.k. Armee wird – sehr realistisch – von der ernüchternden und teilweise verbrecherischen Seite gezeigt, die sie abseits der Romantik des „Radetzkymarsches“ vor allem in den entfernteren Gebieten der Monarchie prägte. Beim Lesen ist mir aufgefallen, wie wenig ich über das Leben dieser Kreise bisher wußte - wohl auch, weil ich von der heutzutage allgegenwärtigen Klatschpresse und der Kaiser-Romantik zu abgestoßen war, um mich eingehender damit zu befassen. Abgesehen vom Unterhaltungswert der Berichte über Festivitäten bei Hof, der teilweise sehr strengen, hierarchischen Kleidungsvorschriften und der Konkurrenz um den besten Auftritt, die Wettbewerbe um Präsenz im „Wiener Salonblatt“ (das man übrigens tatsächlich im Internet noch heute nachlesen kann) und die Art und Weise, wie auch hochgestellte Damen oft aus reiner Räson und gegen ihren Willen „gut“ verheiratet wurden, ist das Buch eben auch ein Zeitdokument, das ohne erhobenen Zeigefinger vorführt, was letztlich zum Untergang der „Donaumonarchie“ führen mußte. Es verspricht spannend zu werden, wenn der dritte Band der Kaffeehaus – Trilogie erscheint. Ich werde sicher zu seinen Lesern gehören und freue mich schon darauf, welche Entdeckungen über die Geschichte meiner Heimatstadt ich darin machen werde.

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Meine Meinung: Voller Spannung habe ich den 2. Band der Kaffeehaus-Trilogie erwartet und Marie Lacrosse hat mich mal wieder nicht enttäuscht. Was ich besonders an dieser Autorin bewundere ist, wie intensiv sie recherchiert und mir damit so einige Überraschungen über die Kaiserin “Sisi” beschert. Wieder stellte ich fest, dass nichts zu dem Bild, was einem von der Kaiserin vorgegaukelt wird, stimmt. Sophie erfährt so einiges, was hinter den Kulissen des Kaiserhofes geschieht und dass mal wieder der Schein trügt. Sie muss an Veranstaltungen und Verpflichtungen teilnehmen, an denen ihr eigentlich so gar nichts liegt. Weil es ihrem Onkel gesundheitlich immer schlechter geht, fühlt sie sich dazu verpflichtet im Kaffeehaus auszuhelfen. Sie verkleidet sich, so dass hoffentlich niemand vom Kaiserhof herausfindet was sie macht. Am schlimmsten ist für sie, dass sie mit einem Mann verheiratet werden soll, den sie nur verabscheut und hasst. In ihrer Not flieht sie vom Kaiserhof. Marie Lacrosse hat einen unheimlich spannenden und fesselnden Schreibstil. Von der ersten Seite an, hat sie mich gefangen genommen und ich wollte unbedingt wissen, wie es mit der sympathischen Sophie weitergeht. Oft war ich während dem Lesen geschockt, weil ich mir das Leben am Kaiserhof, wie wahrscheinlich viele von uns, anders vorgestellt habe und so habe ich mit Sophie mitgelitten. Besonders interessant finde ich auch immer das Nachwort der Autorin. Sie berichtet hier, was fiktiv ist und was, laut ihrer Recherche, der Wahrheit zugrunde liegt. Ich freue mich schon sehr auf den dritten und letzten Teil dieser unheimlich informativen Trilogie und kann sie aus vollem Herzen empfehlen. Auch der 2. Band hat von mir 5 von 5 Sternen erhalten.

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Voller Spannung habe ich den 2. Band der Kaffeehaus-Trilogie erwartet und Marie Lacrosse hat mich mal wieder nicht enttäuscht. Was ich besonders an dieser Autorin bewundere ist, wie intensiv sie recherchiert und mir damit so einige Überraschungen über die Kaiserin "Sisi" beschert.  Wieder stellte ich fest, dass nichts zu dem Bild, was einem von der Kaiserin vorgegaukelt wird, stimmt. Sophie erfährt so einiges, was hinter den Kulissen des Kaiserhofes geschieht und dass mal wieder der Schein trügt. Sie muss an Veranstaltungen und Verpflichtungen teilnehmen, an denen ihr eigentlich so gar nichts liegt. Weil es ihrem Onkel gesundheitlich immer schlechter geht, fühlt sie sich dazu verpflichtet im Kaffeehaus auszuhelfen. Sie verkleidet sich, so dass hoffentlich niemand vom Kaiserhof herausfindet was sie macht. Am schlimmsten ist für sie, dass sie mit einem Mann verheiratet werden soll, den sie nur verabscheut und hasst.  In ihrer Not flieht sie vom Kaiserhof. Marie Lacrosse hat einen unheimlich spannenden und fesselnden Schreibstil.  Von der ersten Seite an, hat sie mich gefangen genommen und ich wollte unbedingt wissen, wie es mit der sympathischen Sophie  weitergeht. Oft war ich während dem Lesen geschockt, weil ich mir das Leben am Kaiserhof, wie wahrscheinlich viele von uns, anders vorgestellt habe und so habe ich mit Sophie mitgelitten. Besonders interessant finde ich auch immer das Nachwort der Autorin.  Sie berichtet hier, was fiktiv ist und was, laut ihrer Recherche, der Wahrheit zugrunde liegt. Ich freue mich schon sehr auf den dritten und letzten Teil dieser unheimlich informativen Trilogie und kann sie aus vollem Herzen empfehlen.  Auch der 2. Band hat von mir 5 von 5 Sternen erhalten.

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Wer schon immer mehr über Kaiserin Elisabeth von Österreich, genannt Sisi, wissen wollte der sollte zu dem zweiten Band der Kaffeehaus-Saga von Marie Lacrosse greifen. Das Cover knüpft sehr gut an den ersten Teil der Saga an, nur das die junge Frau nun nicht mehr in blau gekleidet ist. Sie zeigt sich in einem zarten Rosa und hat eine andere Haltung als im ersten Band. Der Klappentext ist sehr unvorteilhaft gestaltet. Ich mag es überhaupt nicht, wenn der Klappentext so immens viel verrät, wie in diesem Fall, denn dass Sophie ins Kaffeehaus flüchtet passiert erst auf den letzten 100 Seiten des Buches. Sie nehmen uns Lesern sehr viel Spannung, dies muss nicht sein. Die Autorin schafft es auf ihre unnachahmliche Weise das Leben der Kaiserin Sisi in den Mittelpunkt zu stellen. Der Sumpf aus Intrigen, falschen Spielen und Machenschaft wird detailliert gezeichnet. Der Glanz, welcher das Hause Habsburg nach außen repräsentiert, sucht man im inneren vergeblich, hier herrschen Doppelzüngigkeit und Doppelmoral. Hier merkt man die exakte und genaue Recherche der Autorin, denn alle Ereignisse haben sich laut Nachwort so zugetragen und wurden zeitlich und örtlich aus dramaturgischen Gründen angepasst. Als weitere Themen sind die Arbeiterbewegung und der Zustand der Armee zu nennen. Die Passagen über die Arbeiterbewegung bescheren dem Leser ein Wiedersehen mit Irene Gerban, die viele aus der Weingut-Trilogie kennen werden. Sophie öffnet uns Lesern somit die Tür zu den Gemächern der Kaiserin, während Richard uns mit in die Armee nimmt und dort Missstände aufdeckt. Der Schreibstil der Autorin ist fantastisch, die überaus präzise und sehr gut gewählte Wortwahl machen das Buch zu einem Erlebnis. Die Beschreibungen sind treffend und emphatisch zugleich. Besonders gefreut hat mich die Weiterentwicklung von Sophie, die vor allen Dingen charakterlich stärker wird. Zudem ist die Verwebung von fiktiven und historischen Ereignissen wieder hervorragend. Vieles hätte sich genauso abspielen können und dies macht für mich einen guten historischen Roman aus. Der Roman wird stringent erzählt und es sind einige kleine Zeitsprünge zu verzeichnen. Insgesamt spielt der Roman über einen Zeitraum von rund eineinhalb Jahren. Meist wird der Roman aus den Blickwinkeln von Sophie und Richard erzählt. Ich bin sehr gespannt, wie es mit Sophie und ihrer Familie weitergeht, denn hier bahnen sich einige Veränderungen an. Aber auch Richards Werdegang scheint noch einiges an Potential für eine überraschende Wendung zu haben. Die Spannung des Romans zieht sich vor allen Dingen aus dem Werdegang Maries, welche wir an den Hof von Kaiserin Sisi begleiten. Mit ihr und der Kaiserin erleben wir viele Ausflüge und schauen so hinter die Maske von Sisi. Denn die wahre Kaiserin von Österreich hat nichts mit der Sissi (gespielt von Romy Schneider) aus den Sissi-Filmen gemein. Vor jedem Abschnitt findet sich sowohl eine Orts- als auch Zeitangaben, welche eine sehr gute Orientierung ermöglicht. Eine Karte von Österreich-Ungarn und von Wiens näherer Umgebung, sowie ein Personenverzeichnis, ein Glossar, sowie ein Literaturverzeichnis und ein ausführliches Nachwort runden den Roman ab. Ich kann diesen Roman nur allen empfehlen, die sich gerne ein wenig genauer mit der Geschichte der Kaiserin Sisi auseinandersetzen wollen und dabei vor dicken Büchern nicht zurückschrecken. Eine insgesamt gelungene Fortsetzung, die die Vorfreude auf Band 3 (erscheint am 11.10.2021) noch zu erhöhen weiß. Ich bedanke mich bei Marie Lacrosse für die unterhaltsamen und schönen Lesestunden und dem Verlag für die Bereitstellung des Rezensions- und Leseexemplars.

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