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Rezensionen zu
Das eiserne Herz des Charlie Berg

Sebastian Stuertz

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€ 22,00 [D] inkl. MwSt. | € 22,70 [A] | CHF 30,90* (* empf. VK-Preis)

Ich bin super gut in das Buch reingekommen, der Schreibstil verleitet dazu, dass ich es in kurzer Zeit durchgelesen habe Es war eine sehr verrückte Geschichte, manchmal auch etwas eklig da die Szenen sehr genau beschrieben wurden Aber an sich ein wundervolles Buch, dass mit jedem neuen Abschnitt mehr Sinn in die Geschichte gebrachte hat und dazu noch super witzig war Diese verrückte Familienstruktur erstmal zu verstehen war anfangs schwer, aber die Charakter sind mir wirklich so ans Herz gewachsen, weil sie einfach so sind wie sie sind Leseempfehlung von mir

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Großes Kino

Von: Imke aus Schenefeld

25.01.2021

Meine Güte, war das gut! Habe nun fertig und bin völlig fertig, habe so was von mitgefiebert. Als 24/7 Leserin (leider kann ich mir nicht alles merken wie Fritzi) erlebe ich viele, viele gute Geschichten, aber das war schon rgroßes Kino! Freue mh auf alles, was da noch (hoffentlich!) kommt!

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Das eiserne Herz des Charlie Berg” von Sebastian Stuertz ist vieles: ein Familienroman, eine Coming-of-age Geschichte, ein Krimi, ein Roman über Literatur, Sexualilät, Freundschaft und Liebe, aber auch eine Geschichte von Missgunst und Neid. Das Ganze fügt der Autor zu einer humorvollen, aber dennoch ernsten Story zusammen, die mit leichter Ironie geschrieben ist. Für sein Personal greift er tief in die Charakterkiste und stattet es mit ebenso schrulligen wie liebenswerten Eigenschaften aus. Dabei switcht er immer wieder gekonnt zwischen vergangenen Ereignissen und der Gegenwart hin und her, so dass wir häppchenweise auch in Charlies Vorgeschichte eintauchen. So ist “Das eiserne Herz des Charlie Berg” eine emotional-beeindruckende, tief ins Herz gehende Geschichte von Sebastian Stuertz. Wunderbar gelesen von Shenja Lachee und musikalisch untermalt vom Toytonic Swing Ensemble.

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Dieses Buch und seinen überaus sympathischen Autor habe ich bei einer Lesung des Büchereck Niendorf Nord in Hamburg kennengelernt. Ich gebe zu, ich war zunächst skeptisch angesichts der Story. Aber nach der humorigen Lesung ging mir diese skurrile Geschichte mit ihren schrulligen, liebenswerten Charakteren nicht mehr aus dem Kopf. Der Roman ist schwer einer Kategorie zuzuordnen und die vielschichtige Story schwer zusammenzufassen. Es ist einerseits ein Coming-of-Age-Roman in den 1990er Jahren. Sebastian Stuertz ist Jahrgang 1974 und hat (wie ich) seine Jugend in der Zeit der Audio-Kassetten und des VHS Video erlebt. Beide spielen eine zentrale Rolle. Andererseits ist das rätselhafte Ableben verschiedener Menschen und Tiere aufzuklären, so dass das Buch Anklänge eines Krimis hat. Besonders aber lebt die Geschichte von der seltsamen Familienkonstellation, mit der sich Charly Berg herumschlagen muss, ferner von seinen eigenen besonderen Persönlichkeitsmerkmalen. Charly Berg hat die Nase eines Spürhunds. Er kann Parfüms aus großer Entfernung erkennen, erschnuppert, was ein Mensch vor Stunden gegessen hat und wer mit wem Körperflüssigkeiten ausgetauscht hat. Das ist Fluch und Segen zugleich. Man muss an Grenouille aus Süskinds „Das Parfüm“ denken, wenn Charly in einem Labor seine eigenen Düfte zusammenmixt, nur ist er im Gegensatz zu seinem Vorbild nicht bösartig. Im Gegenteil, er ist der einzig halbwegs vernünftige Mensch, der den Rest seiner Familie zusammenhält. Mutter Rita ist eine Diva von einer Schauspielerin und glänzt in der Regel durch Abwesenheit. Vater Dito ist ein ständig bekiffter Althippie und verdient als Musiker sein Geld. Die 7jährige Schwester Fritzi ist Autistin mit einer Inselbegabung für das Auswendiglernen von Literatur. Das passt genau, denn Charly schreibt an seinem ersten Roman und möchte Schriftsteller werden. In der erweiterten, verfeindeten Familie gibt es den Opa väterlicherseits, der als Förster und Altnazi Charly das Schießen beibringt. Nonno, der Großvater der mütterlichen Seite, ist gar kein echter Italiener, spricht aber zu Gunsten seiner Anzugschneiderei mit starkem Akzent. Dito hängt so oft wie möglich mit seinem Musikerkumpel Stucki im Studio ab zwecks Plattenproduktion. Irgendwann verzieht Stucki jedoch nach Mexiko, so dass die Produktion ins Schleppen kommt, bis er mit seiner Tochter Mayra nach Deutschland zu Besuch kommt. Charly und Mayra freunden sich an und halten Kontakt über das Versenden von selbstgedrehten Videobändern per Post. Zu allem Überfluss springt auch noch Charlys durchgeknallter, sexbesessener Freund David in der Szenerie herum. Alles klar? „Ich hatte den Hirsch nichts gefragt, im Gegenteil, ich hatte die Luft angehalten und ihn ins Visier genommen, da teilte er mir mit: Wer mir etwas antut, wird leiden, so wie ich leiden werde. Ich nahm das Auge vom Zielfernrohr. Mein Opa, der neben mir stand und filmte, konnte den Hirsch offenbar nicht hören. „Drück ab!“, flüsterte er, heftig vom Bockfieber geschüttelt. Ich zweifelte keinen Augenblick daran, dass der Hirsch mit mir kommunizierte. Es war nicht das erste Mal, dass so etwas geschah. Ich hatte allerdings noch nie versucht zu antworten.“ (S. 9) So beginnt Charlys Geschichte. Die Leserin wird mitten hineingestoßen in den wilden Plot, der schon bald eine Sogwirkung entfaltet. Man sollte sich sogleich von der Vorstellung verabschieden, die Geschichte müsse an der Realität gemessen werden. Sie ist irre, total skurril, aber einfach spannend und sehr witzig. (Vorsicht! Der Humor ist an manchen Stellen derb, passend zu einem männlichen Teenager.) Überall ein bisschen überspitzt, aber nur damit die schmerzlichen Auswirkungen dieser Familie auf einen jungen Mann nicht als traurig rüberkommen. So dysfunktional die handelnden Personen auch sind, man muss die meisten von ihnen einfach gernhaben. Man fiebert der Auflösung der vielen unerklärlichen Wendungen entgegen und am Schluss der atemlosen 700 Seiten macht dann schließlich alles Sinn. Na ja, fast alles. Wer mal etwas ganz anderes lesen will, sich auf eine echt schräge Geschichte einlassen kann und dabei glänzend unterhalten werden möchte, der lese Charly Berg! Herrlich!

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Inhalt: Endlich möchte Charlie seinen Roman schreiben. Damit dies gelingt, hat er fest den Zivildienst in einem einsamen Leuchtturm eingeplant. Ein Ereignis kippt allerdings sein Vorhaben: Gemeinsam mit seinem Opa, einem Wildhüter, geht er auf die Jagd, wobei ihnen ein Hirsch begegnet. Im letzten Moment entscheidet Charlie sich gegen den todbringenden Schuss. Doch ein anderer Schuss trifft; zuletzt liegt nicht nur der Hirsch auf dem Waldboden, sondern auch ein Wilderer - und Opa. Charlie muss umplanen. Persönliche Meinung: Lasst euch von dem kurzen Inhaltsteaser nicht abschrecken: Ich habe mich – um Spoiler zu vermeiden – nur auf die ersten Seiten beschränkt. Die Handlung von „Das eiserne Herz des Charlie Berg“ geht weit über die Jagdszene hinaus und ist thematisch höchst vielschichtig. Erzählt wird der Roman aus der Ich-Perspektive des 19-jährigen Charlie Berg, dessen olfaktorische Wahrnehmung sogar noch Süskinds Jean-Baptiste Grenouille übertrifft. Trotz seines Talents möchte Charlie allerdings nicht Parfümeur, sondern Schriftsteller werden. Dementsprechend ist „Das eiserne Herz des Charlie Berg“ (unter anderem) ein Künstlerroman, der den Literaturbetrieb und den Prozess des Erzählens auf einer Metabene diskutiert. Insgesamt steht dabei weniger das tatsächliche schriftstellerische Schaffen Charlies im Vordergrund. Stärker werden die häufigen Rückschläge und Zweifel Charlies fokussiert, die ihn vom Schreiben abhalten. Dabei spielt besonders die defekte Familie Berg eine große Rolle, deren Funktionieren nur auf dem Verantwortungsbewusstsein Charlies beruht. Charlie ist somit zudem ein (Über-)Lebenskünstler. Auch viele der Nebenfiguren sind (in irgendeiner Form) Künstler: Charlies Vater ist Musiker, seine Mutter schreibt Theaterstücke, sein Großvater mütterlicherseits fertigt maßgeschneiderte Anzüge an, seine Großmutter zimmert Möbel. Fast jede Figur besitzt einen skurrilen Zug, wodurch sie einmalig wird (Damit meine ich besonders dich, Dave Killer! :D). Gegliedert ist das ca. 700 Seiten starke Werk in fünf Teile. Teil 1, 3 und 5 spielen dabei im September 1993; Teil 2 im Jahr 1985 und Teil 4 im Jahr 1989. Der Roman zeichnet sich durch eine analytische Erzählweise aus. Dies betrifft vor allem die Nebenfiguren, die in Teil 1 eingeführt werden. Zwar werden Andeutungen zur Beziehung der Figuren untereinander gemacht, doch die tatsächliche Konstellation ist zu Beginn (zunächst) für die Leser_innen noch unklar. Die gemeinsame Vergangenheit (oder: Vergangenheiten) der Figuren wird dann in den 1985/1989 spielenden Teilen beleuchtet und aufgefächert. Durch diesen geschickten, Spannung erzeugenden Aufbau lernen die Leser_innen sukzessiv das gesamte Figurenrepertoire näher kennen. Teil 2 und 4 sind dabei Coming of Age-Handlungen in schönster Form. In Teil 2 ist Charlie noch mehr Kind; Liebe ist ein noch nicht wirklich bestimmbarer Hauch, Sexualität in der Ferne. Lebenslange Freundschaften beginnen, aber auch Mobbing spielt eine Rolle. Teil 4 dreht sich stärker um die Selbstfindung, die erste Liebesbeziehung und dem Bewusstwerden der eigenen Sexualität. Die Handlung ist insgesamt vielschichtig, wendungsreich und überraschend, was vor allem daran liegt, dass immer Mal wieder Krimielemente anklopfen. Oftmals nimmt „Das eiserne Herz des Charlie Berg“ mit seinen seltsamen Figuren, der Situationskomik und den Kommentaren Charlies tragikomödienhafte – teilweise: aberwitzige - Züge an. Lange Rede, kurzer Sinn: „Das eiserne Herz des Charlie Berg“ ist ein interessanter und vielschichtiger Roman, der grandios unterhält - auf allen Ebenen.

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Ich liebe dicke Bücher im Herbst und Winter um mich von der Dunkelheit und der Kälte abzulenken. Gleichzeitig verliebe ich mich aber so in die Welt durch die ich da blättere und ihre Charaktere, dass ich noch wehmütiger bin, wenn das Buch endet als sonst schon. So auch bei Das Eiserne Herz des Charlie Berg von Sebastian Stuertz. Mit knapp 800 Seiten gehört es für mich definitiv zu den dicken Schinken. Zu sagen worum es geht ist dabei gar nicht so leicht, Charlies Leben ist vielschichtig. Da wäre seine beste Freunding Mayra, die in Mexiko lebt, mit der er sich regelmäßig Videotapes schickt (übrigens eine total romantische Art der Brieffreundschaft. Irgendwer Bock auf ne Brieffreundschaft?), seinen Herzfehler, die Beziehung zu seiner Mutter, seine Spürhundnase und den Text.Eval (ein Schreibwettbewerb). So folgt man Charlie durch sein Leben und die Verirrungen, schließt ihn und unzählige andere Leute in sein Herz, schockverliebt sich in die Geschichte und weint am Ende, einfach weil es einen trifft und dann zu Ende ist. Ich war bereits beim Cover (mit und ohne Schutzumschlag) hin und weg, der Schreibstil hat mich sofort abgeholt und ich war ab Sekunde Eins in der Geschichte drin und zuhause. Nicht selten dachte ich "nur noch ein Kapitel" und las dann 5 oder mehr.. Ups. Naja was soll ich sagen. Dieses Buch zusammenzufassen ist gar nicht so leicht und das einzige was ich sagen kann ist: Es wird hier nochmal auftauchen. Unter meinen Jahreshighlights.

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Zum Inhalt: Charlie Berg stirbt. Und das immer und immer wieder. Denn er hat ein wackliges Herz, das bei zu großer Beanspruchung regelmäßig kurz davor ist, den Geist aufzugeben. Seinem schwachen Organ ist es nämlich egal, ob gerade auf der Bühne des wichtigsten Literaturpreises für neue Schriftsteller als Gewinner (oder auch Verlierer) am Mikrofon steht, ob er mit seiner besten Freundin Mayra, die eigentlich Malinche heißt und die er seit ihrem ersten Treffen liebt, gegen drei perverse Jugendliche um sein Baumhaus kämpft oder er sich eigentlich mal wieder mit seiner verkorksten Familie auseinandersetzen müsste. Charlie erlebt alles und nichts, erschafft sich seine eigenen Universen im kleinsten Kaff ganz Deutschlands und lebt dort (vor allem in seiner eigenen Welt der Düfte und Gerüche) wie Gott in Frankreich. ° Meine Meinung: Wie beschreibt man die Geschichte eines tragisch witzigen Helden, der in einem verwirrenden Konstrukt aus bizarrsten und lustigsten Einzelgeschichten sein Leben darlegt, und das auch noch in anachronistischer Form? Das Buch hat mich einige Nerven gekostet, ich habe beinahe einen Monat daran gelesen, war immer wieder unsicher, ob ich es abbrechen oder beenden sollte. Letzten Endes bin ich extrem glücklich darüber, es bis zum Ende gelesen zu haben. Eine Geschichte, die so konfus durcheinander erzählt wird, am Ende aber doch so perfekt und ohne einen einzigen losen Faden aufgelöst werden kann, hat großen Respekt verdient. Sebastian Stuertz hat gemeinsam mit Charlie Berg (vermutlich über einem großen Topf Hirschgulasch) eine Familientragödie erzählt, einen Heldenroman, einen Krimi, eine Liebesgeschichte und nicht zuletzt auch eine Komödie, die virtuoser und unterhaltsamer kaum hätte sein können. ° Ein Buch für alle diejenigen, die auf der Suche nach etwas neuem, unerwartetem und ungewöhnlichem sind!

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Ein außergewöhnliches Buch...

Von: Ronja808

09.10.2020

... das mir sehr gefallen hat!

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