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Rezensionen zu
Schicht im Schacht

Jörg Sartor, Axel Spilcker

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Rezension: Schicht im Schacht Jörg Sator, Axel Spilker Heyne-Verlag 97883453605173 Auflage 3/2019 Redaktioneller Hinweis: Das Buch wurde vom Verlag kostenfrei bereitgestellt Cover Ja, das passt. Auch, dass nur der Autor selbst abgebildet ist und nicht etwa eine Menschenmenge. Schließlich soll das Werk das Thema sachlich beleuchten und nicht den Eindruck erwecken, ausgrenzen zu wollen. Inhalt und Aufteilung des Buches Der ehemalige Bergmann und jetzige Chef der Essener Tafel berichtet von seiner Region und seinem selbstgestellten Auftrag. Seine Themen sind Verarmung, gescheiterte Integration und die gespaltene Gesellschaft im Ruhrgebiet. Er zeichnet sich verantwortlich für den Aufnahmestopp für Ausländer an der Essener Tafel, um auch deutschen Hilfsbedürftigen wieder den Mut und die Gelegenheit zu geben, sich satt zu essen. Meine Einschätzung: Die ersten Kapitel beleuchten Kindheit, Arbeit und Struktur des alten Ruhrgebietes, ehe der Autor zu seinem Thema hinführt: der gescheiterten Integration. Er berichtet vom Aufnahmestopp und der Reaktion in den Medien / Bevölkerung, wobei bereits im Prolog schon die Reaktion anklang, ich zitiere: »... jetzt schreibt er noch ein Buch. Erst schreckt er die ganze Republik auf ...« Dabei berichtet der Autor von der ursprünglichen sehr guten Zusammenarbeit mit Eingewanderten, seinen späteren Beobachtungen der Ghettobildung und führt hin zu der daraus resultierende Gesellschaftsform, bzw. dem Zusammenleben aus seiner Sicht. In den Anmerkungen verweist er auf Link des Essener Polizeichefs, der sich zu Clans äußerte, er erinnert an Zeitungsartikel oder führt beispielsweise ein Buch zur wirtschaftlichen Lage an. Von daher endet sein Buch auch mit der Aufforderung: »Wir brauchen ... kein Gesabbel! Wir brauchen einen Aufbau West!!!« Zielgruppe Jugendliche, Erwachsene, wäre das ein Buch zum Erörtern für den Unterricht? Stil Sachlich und doch eingefärbt, ohne Verunglimpfung und doch mit erhobenem Zeigefinger. Verständlichkeit Der Text ist nachvollziehbar, er macht seine Position sachlich deutlich. Barrierefreiheit Ja Umfang Ausreichend Fazit Ich war zugegebenermaßen skeptisch, ob das Buch zu sehr in eine angreifende Richtung abdriftet, kann dies aber nicht bestätigen. Von daher aus meiner Sicht empfehlenswert, um das Thema aufzuarbeiten.

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... den Nagel auf den Kopf getroffen ...

Von: Friedel Kotterik aus Mönchengladbach

30.10.2019

Nachvollziehbare Begebenheits- und Milieu-Schilderungen. Klare Sprache bei der Aufarbeitung von Situationen und Konflikten. Saubere Politikerschelte trotz SPD-Hintergrund. Eine gute Dokumentation. Das Lesen macht Spaß. ....

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Spürbare Wut

Von: Katrin Steudel aus Greiz

29.10.2019

Herr Sartor zeichnet ein düsteres Bild von der ehemaligen Bergbauregion. Er schildert den Niedergang und eindrucksvoll die gescheiterte Aufnahme fremder Menschen, die zwar dort gearbeitet haben, sich jedoch nicht wirklich integrierten. Er macht die Politik verantwortlich, dass Parallelwelten und autonome Bezirke entstehen konnten, aus denen die deutsche Bevölkerung so gut wie vertrieben wurde. Man spürt beim Lesen, dass Herr Sartor eng mit der Region und den Menschen verwachsen ist und man spürt seine (berechtigte) Wut. Man spürt aber auch – und das macht mich als Leserin traurig – seine Wut auf den Osten, dem scheinbar vorne und hinten alles reingestopft wurde. Und das ist so nicht korrekt. Herr Sartor sagt über weite Teile Wahres, aber es stimmt z.B. nicht, dass der Soli von den klammen Kommunen im Ruhrgebiet geschultert wird, sondern von ALLEN Lohn- und Einkommenssteuer zahlenden Bürgern – auch aus dem Osten. Ein Buch mit viel Wehmut nach den alten Zeiten und ein Ruf nach Hilfe. Trotzdem bleibt ein bitterer Nachgeschmack bei den Seitenhieben in Richtung Osten, ohne dass der Autor sind mit dieser speziellen Thematik näher befasst zu haben scheint.

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