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Rezensionen zu
Schwarzer Leopard, roter Wolf

Marlon James

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€ 28,00 [D] inkl. MwSt. | € 28,80 [A] | CHF 38,90* (* empf. VK-Preis)

Nichts für zarte Gemüter aber ein muss für alle die endlich mal wieder innovatives Fantasy lesen wollen!

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»Was ist Wahrheit und was Lüge?« 🐺🐯 Wow, was für ein Buch! Aufgrund der beträchtlichen Seitenzahl und anfänglichen Startschwierigkeiten hat es etwas länger gedauert, bis ich das Buch beendet habe, aber: Es hat sich mehr als gelohnt! Ich finde gar nicht die richtigen Worte, um dieses wunderschöne Cover und das liebevoll gestaltete Innenlayout zu beschreiben. Diese satten Farben, das Motiv - die komplette Aufmachung ist so schön, dass ich das Buch am liebsten gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. 💜 Zugegeben, der Einstieg in die Story fiel mir etwas schwer, da man mit so vielen Charakteren, Namen, Orten, usw. regelrecht erschlagen wird, dass ich gar nicht mehr wusste, wo mir der Kopf steht. Auch die Welt, die Marlon James erschaffen hat, ist so unglaublich vielfältig, dass ich mich erstmal zurechtfinden musste, um völlig in diese abgefahrene Geschichte abtauchen zu können. Der Schreibstil ist derb, sehr direkt, zum Teil poetisch und manchmal etwas verwirrend. Der Autor nennt das Kind beim Namen. Er nimmt kein Blatt vor den Mund, ist schonungslos ehrlich und scheut auch nicht davor zurück, Dinge »auszusprechen«, bei denen viele wohl rote Ohren bekommen würden. Aber genau das hat mir besonders gut gefallen. Auf den Inhalt möchte ich gar nicht allzu sehr eingehen, da die Story um Sucher einfach viel zu umfangreich und sehr verstrickt ist. Nur so viel: Die Reise, bei der wir hautnah mit dabei sein dürfen, ist turbulent, aufregend, abwechslungsreich und war für mich überhaupt nicht vorhersehbar. Sobald ich in diese faszinierende und oftmals sehr brutale Welt eingetaucht bin, habe ich mich keine Sekunde lang gelangweilt. Besonders schön fand ich auch, wie Marlon James die vielfältigen afrikanischen Einflüsse in seine Geschichte eingeflochten und zu einem wahren Fantasy-Epos verbunden hat. Als besonders hilfreich empfand ich die jeweiligen Karten der Städte/Orte, die Sucher und seine Begleiter bereist haben und die Aufzählung der Figuren gleich zu Anfang, da man ansonsten ganz schnell den Überblick verloren hätte. Sucher ist ein ausgesprochen interessanter Charakter, der mir sehr sympathisch war. Er ist ehrlich, mutig, stur, eher in sich gekehrt und scheut keine Konfrontation, um für sich selbst und andere einzustehen. Er war eindeutig mein Lieblingscharakter! Leopard - der ebenfalls eine relativ große Rolle in der Story einnimmt - war meistens gut gelaunt, aber stellenweise auch sehr launenhaft. Der Grund für sein Verhalten wurde später zwar aufgeklärt, allerdings war er mir als Charakter einfach zu sprunghaft und wenig greifbar. Nichtsdestotrotz war auch er mir die meiste Zeit über sympathisch, wenngleich sich im späteren Verlauf die Wege von Sucher und Leopard des Öfteren getrennt hatten. Es gab noch einige weitere Charaktere, die mir sympathisch waren (Mossi, Sadago, die Mingi-Kinder, usw), allerdings werde ich diese nicht alle aufzählen, da das bei der schieren Menge an Protagonisten einfach den Rahmen sprengen würde. 🤭 Das Ende hat mich etwas verwirrt und mit vielen Fragen zurückgelassen. Wer ist Sucher wirklich? Was ist Wahrheit und was Lüge? 🐺🐯 Fazit: »Schwarzer Leopard, roter Wolf« ist eine brutale, vulgäre, phantasievolle, spannende und atemberaubende Geschichte, die so anders ist, als alles, was ich bisher gelesen habe. Dieses Buch wird euch schockieren und vermutlich anwidern. Es wird euch verwirren und sprachlos zurücklassen. Es wird euch aber auch verzaubern und euch eine völlig neue Welt eröffnen. Aufgrund des etwas schweren Einstiegs und des manchmal sehr verwirrenden Schreibstils ziehe ich einen halben Stern ab. »Schwarzer Leopard, roter Wolf« hat mich so sehr beeindruckt und unterhalten, dass ich gar nicht anders kann, als dieses Buch auf die Liste meiner Jahreshighlights zu setzen. Ich freue mich auf den nächsten Teil und kann es kaum erwarten, erneut in diese beeindruckende Welt einzutauchen! ❤️ 4,5/5 ⭐️ 🐺🐯 Vielen Dank an das Bloggerportal und an Heyne Hardcore, die mir das Rezensionsexemplar freundlicherweise zur Verfügung gestellt haben.

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Großartig!,

Von: librovore,

29.11.2019

Das war mein erstes Buch von Marlon James und definitiv nicht mein letztes! Ich hatte, um ganz ehrlich zu sein, keinerlei Erwartungen an den Roman, ich wollte mich überraschen lassen und mich von der Fantasie des Autors tragen lassen - und das war eine ganz wunderbare Idee. Ich bin in diesem wahren Fantasy-Epos gänzlich auf meine Kosten gekommen! Zu aller erst möchte ich aber direkt eine Triggerwarnung aussprechen: Gewalt, sexuelle Gewalt, Vergewaltigung, sehr vulgäre Sprache, Kannibalismus. Ja, das Buch ist tatsächlich schwer zugänglich. Ich brauchte eine Menge Konzentration, um den Worten und der Geschichte zu folgen. Ja, es ist brutal und dunkel und manchmal widerte es mich an, aber es hat mich vollkommen in den Bann gezogen. Ja, die Sprache scheint auf den ersten Blick „komisch“, aber es passt so unglaublich gut zur Geschichte! Marlon James schreibt Dark Fantasy auf ganz hohem Niveau! Sprachlich hat er ein für mich absolutes Highlight geboten, jedes Wort trifft und sitzt tief. Die Konzentration darf aber nicht fehlen, denn an vielen Stellen ist es recht wirr. Durch die Sprache unterstreicht der Autor aber diese großartige Story um das mythische Afrika, den fortwährenden Okkultismus. Anfangs ist es, als wären die Fäden durcheinander, es ist verwirrend. Je mehr ich aber gelesen und in die Geschichte hineingefunden habe, desto mehr habe ich verstanden - die Fäden müssen nach und nach sortiert und an den richtigen Stellen zusammengebunden werden. In „Schwarzer Leopard, roter Wolf“ hat Marlon James ein einzigartiges Setting geschaffen, von dem ich mich hab verzaubern lassen - auch, wenn es brutal und gewalttätig war und oft weh getan hat. ⟫ Das Blau zog mich an. Leuchtend wie der Himmel und mit dunkelblauen Wirbeln wie das Meer selbst. Das Meer, aber nicht wie das Meer, eher wie das Meer der Träume. ⟪ Zitat S. 523 Es ist ein Afrika, von welchem ich noch niemals gelesen habe. Es ist dunkel, es ist mythisch, mysteriös, voll von fantastischen Figuren und Charakteren, es spielen dunkle und okkultische Mächte mit. Wir haben Wasser- und Mondhexen, Gestaltwandler, Blitzvögel und Ogos. Wir haben unseren Protagonisten Sucher, der keinen Namen mehr hat, dafür aber eine exzellente Nase, mit der er jede Person ausfindig machen kann. Sucher ist ein außergewöhnlicher Charakter, denn er wird zu keinem Zeitpunkt zu einem Sympathieträger, und doch kann man ihn auch nicht hassen. Während des Buchs habe ich ihn und seinen inneren Kampf mit sich selbst kennen gelernt, und trotzdem ist dort etwas, was ich nicht greifen konnte. Ist es sein Hass gewesen? Auf sich selbst? Oder seinen Vater, seinen Großvater? Hoffentlich kann ich das Rätsel in Band 2 lösen! Fazit „Schwarzer Leopard, roter Wolf“ ist gewiss nicht für jedermann, mich aber hat es vollkommen überzeugt! Marlon James schreibt Dark Fantasy auf hohem Niveau in einem dunklen und brutalen Afrika. Für mich ist „Schwarzer Leopard, roter Wolf“ ein absolutes Highlight im Fantasy-Bereich! Ich vergebe volle fünf Sterne! ,

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Der erste Roman der Dark Star-Trilogie Der im Jahr 1970 in Kingston, Jamaika geborene Schriftsteller Marlon James ist kein Autor einfacher Lektüre. Sein sprachgewaltiger, zum Teil sehr verschachtelter Stil, sein unglaublich komplexer, ausschweifender inhaltlicher Aufbau und seine Schonungslosigkeit in puncto Gewalt traf man bereits in seinen früheren Geschichten, macht aber auch Schwarzer Leopard, roter Wolf zu einem literarischen Brocken, den man sich hart erarbeiten muss. Die mehr als 800 Seiten dienen hier als Einstieg in eine geplante Trilogie, die Elemente der Fantasy und des Horrorgenres auf afrikanische Mythen und Sagen treffen lässt und sich dabei nicht von irgendwelchen stilistischen oder erzählerischen Beschränkungen einengen lässt. Als Leser benötigt man, auch wenn der Stil sehr lesenswert und in seiner klaren Sprache flüssig ist, ein hohes Maß an Aufmerksamkeit, um sich gänzlich in die morbide Welt des Autors zu begeben, sich komplett auf das Geschehen einlassen zu können. Kennt man die anderen Bücher des mehrfach preisgekrönten Marlon James, weiß man, dass einem hier definitiv kein herkömmlicher Fantasy-Roman geboten werden wird. Und so betritt man eine surreale Welt des Aberglaubens, der Fabelwesen und Dämonen, erkennt jedoch auf einer Metaebene gleichzeitig die sehr persönliche Geschichte eines talentierten Autors, der die großen Vorbilder des Genres kennt und offensichtlich ausgiebig studiert hat, sich gleichzeitig jedoch die Freiheit nimmt, sämtliche Grenzen aufzubrechen und den Leser mit mehrzügigen, teilweise sich überlagernden Handlungen zu fordern. Seine Beschreibungen sind dabei sehr freizügig, seine im Roman vorkommende Gewalt monströs. Die Titelfigur, genannt „der Sucher“, soll in einem phantastischen Afrika jenseits unserer Zeitrechnung ein verschlepptes Kind finden, welches die ursprüngliche Thronfolge eines weit entfernten Königreichs wieder herstellen soll. Doch seine Suche ist gefährlich, voller Irrwege und geheimnisvoller Weggefährten. Marlon James nimmt sich die erzählerische Freiheit, eine gänzlich eigene, nach seinen Regeln funktionierende Welt aufzubauen, die er jedoch geschickt mit Elementen afrikanischer Sagen, griechischer Mythologien und Inspirationen aus der klassischen Fantasy vermengt. Keine einfache Lektüre, die es sich jedoch zu erkämpfen lohnt. Schwarzer Leopard, roter Wolf (Originaltitel: Black Leopard, Red Wolf - The Dark Star Trilogy 1, USA 2018) erscheint als gebundenes Hardcover mit Lesezeichenband in einer Übersetzung von Stephan Kleiner bei Heyne Hardcore (832 Seiten, 28 €). Neben der Geschichte befinden sich Karten, eine erklärende Auflistung der Figuren dieser Erzählung zur besseren Übersicht, mehrere schwarz-weiße Abbildungen und eine Danksagung des Autors in dem voluminösen, wunderschön aufgemachten Buch. Schwarzer Leopard, roter Wolf ist ein komplex aufgebauter, afrikanische und griechische Sagen und Mythen mit eigener Fantasy vermengender Brocken von einem Roman, der einen fulminanten, Grenzen sprengenden Einstieg in eine bildgewaltige Welt darstellt. Ein Autor, der erzählerisch Haken schlägt und den Leser damit herausfordert, ihm zu folgen, ohne dabei den Anschluss zu verlieren. Ich bin sehr gespannt, wohin mich dieser Weg noch führen wird! Christian Funke

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Dass der jamaikanische Man Booker-Preisträger Marlon James keinen Fantasy-Roman schreibt, der die Konventionen des Genres bedient, ist zu erwarten. Zwar gibt es in „Schwarzer Leopard, roter Wolf“ erzähltechnische Elemente, die wir auch von andere Autoren kennen, aber insgesamt betrachtet sprengt schon der Handlungsort und dessen Beschreibung die Grenzen des Üblichen. Es ist ein surreales, längst vergangenes Afrika, in dem es Dämonen, Gestaltwandler, Hexen und Vampire gibt. Ein Afrika, das sich trotz detaillierter Beschreibung dem Zugriff des Lesers entzieht. Ein abstraktes Land der Mythen, das James mit überbordender Fantasie beschreibt und das als Hintergrund für die Geschichte dient, die der „Sucher“ seinem Zuhörer erzählt, den er wahlweise Priester oder Inquisitor nennt. Ein Junge ist seit längerer Zeit verschwundenen, doch „das Kind ist tot. Weiter gibt es nichts zu wissen.“ Der Protagonist ist Teil eines Söldnertrupps, der ihn wieder nach Hause bringen soll. Eine Reise ins Ungewisse, auf die der Autor den Leser mitnimmt und ihn so manches Mal an den Rand der Verzweiflung bringt, denn sein Erzähler ist äußerst unzuverlässig. Man weiß nie, woran man bei ihm ist, ob man seinen Schilderungen glauben kann. Sagt er die Wahrheit oder stellt er sie bereits im nächsten Abschnitt in Frage? „Schwarzer Leopard, roter Wolf“ ist der Auftaktband einer Trilogie (Dark Star, Teil 1) und ganz sicher keine leichte Lektüre, auch wenn die Handlung und das Personal teilweise an Superhelden-Comics erinnert. Der Roman fordert Konzentration auf das geschriebene Wort, und deshalb sollte man sich nach Möglichkeit auch die entsprechende Zeit dafür nehmen. Denn die Lektüre lohnt sich, nimmt uns Marlon James doch auf einen wilden Ritt durch den schwarzen Kontinent mit und belohnt seine Leser mit einem farbenprächtigen, sprachmächtigen Roman, der zugleich intensives Kopfkino erzeugt.

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Fuck the gods!, as the protagonist of this epic would put it, this clearly is a 5-star-read, and I don't even like fantasy! James takes his readers to an ancient, otherwordly Africa, where themes of Greek and African mythology merge into a sprawling tale about the battles between different tribes and kingdoms, all of them with their own beliefs, powers, and cultures. We join our narrator Tracker, who possesses the gift of a heightened sense of smell, in the quest for a young boy -but the first sentences already give away the ending: "The child is dead. There is nothing left to know." The focus of this novel is on searching, and in more than one way. In the central storyline of the book, Tracker joins a gang of characters who aim to find the mysterious boy for their powerful client - but at that point, they don't know who the boy really is and what they are getting themselves into. Among this illustrous group are a witch, a killer with superhuman strength, a magical buffalo, and of course Tracker's lover, the shape-shifting Leopard (and yes, Red Wolf is Tracker himself, but you have to find out why by reading the novel! :-)). The group roams the lands in search of the boy, encountering all kinds of people and creatures along the way. Ultimately, angry and sensitive Tracker, who has no family, is searching for purpose, for meaning. He himself seems to be unsure whether he is good or even striving for what's good, but he clearly perceives the vacuousness in the hate and violence around him. He is lost and trying to be found - but by what? My guess is that this question may be central to the whole Dark Star Trilogy. Another captivating aspect of the book is the way James adds more and more stories to that of Tracker: There are no shifting points of view, rather, other perspectives are revealed through storytelling. Yes, there are numerous stories the characters tell each other, thus creating a written text that heavily relies on oral traditions. The people choose to reveal themselves to Tracker, and often, they prove to be unreliable narrators, omitting important details or giving false Information. This narrative technique adds a lot of suspense to the overall story and depth to the characters. On top of that, James shines with his inventive language - he manages to give his characters unique voices that do not only convey thoughts and information, but reflect the spirits of the speakers. In fact, I would claim that it's the characters who make this story so addictive: Sure, the chase for the boy is suspenseful and the narrative arc is very smart, but the fascinating, often contradictory personalities of Tracker, Leopard, Sadogo and the others are what glues the reader to this text. Asked when the next installment of the trilogy will be published, James answered: "Well, my publisher thinks in two years." I really hope it won't take longer! :-)

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