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Rezensionen zu
Böse

Dr. Julia Shaw

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€ 11,99 [D] inkl. MwSt. | € 12,40 [A] | CHF 17,90* (* empf. VK-Preis)

In einem Buch mit dem Titel „Böse – Die Psychologie unserer Abgründe“ geht es wie schon angekündigt natürlich auch um genau das. Das Böse. Was ist das eigentlich? Und ist wirklich alles so böse, was wir als böse bezeichnen? Die Autorin erklärt unter diesem Oberthema vor allem mit Psychologie, Neurowissenschaft, Soziologie und Kriminalistik mehrere Erscheinungsbilder des Bösen. Ich hatte kürzlich einen Thriller über Psychopathen gelesen, der durchaus auch Vorzüge dieser Spezies kommuniziert und suchte nach Fachliteratur in dieser Richtung. In mir keimte nämlich die Idee für einen Krimi. Mittlerweile hat sich die Idee zerschlagen, aber das Buch habe ich trotzdem gelesen. Was treue Leser dieses Blogs vielleicht noch nicht wissen: Ich habe meinen Abschluss in Kriminalsoziologie gemacht und bin daher an dieser Mischung aus Themenfeldern interessiert. Ich werde die Aufteilung der Kapitel kurz aufführen, damit man einen schnellen Einblick bekommt, was genau behandelt wird. So ist es sicher am einfachsten: 1.Unser innerer Sadist: Die Neurowissenschaft vom Bösen 2.Mordfantasien: Die Psychologie der Mordlust 3.Freakshow: Die Psychologie der Unheimlichkeit 4.Die zwei Gesichter der Technologie: Wie Technologie uns verändert 5.Abartig Pervers: Die Wissenschaft von der Sexuellen Devianz 6.Schützt unsere Kinder: Pädohebephile verstehen 7.Schlangen in Anzügen: Die Psychologie des Bösen in der Arbeitswelt 8.Und ich habe geschwiegen: Die Wissenschaft der Konformität Wie man hier schon sieht, sind die Themenfelder an dieser Stelle schon recht breit gestreut. Der Oberbegriff „das Böse“ beherbergt viele Richtungen, und jedes der oben genannten Theman kann schon für sich Bücher füllen (und tut es auch). Stil, Machart, Meinung Die oben aufgeführte Breite der Themenfelder geht natürlich zu Lasten der Tiefe. Das ist bei dem großen Programm und den etwas über 300 Seiten jedoch zu erwarten. Für jedes Themenfeld findet der Interessierte jedoch die verwendete Literatur und kann sich damit weiter einlesen. Dieses Buch ist ein Sachbuch, definitiv auch Fachliteratur, jedoch für die breitere Masse vergleichsweise unterhaltsam zusammengestellt. Es fallen definitiv Fachbegriffe und das Buchist fachlich soweit ich es beurteilen kann sehr fundiert, von einem richtigen Fachtext so wie sie an der Uni zuhauf durcharbeitete, unterscheidet sich das Buch jedoch sehr. Es ist oft die Meinung der Autorin dabei, vieles ist sehr gut veranschaulicht und man wird auch immer wieder dran erinnert, dass man solch einen Gedanken wohl im Alltag auch schon einmal hatte. Es werden viele Studien und Experimente vorgestellt, die mir aus der Kriminologie schon bekannt waren –und sie wurden auch richtig dargestellt und waren gut in die Themenfelder eingepasst. Wie wohl fast jeder Leser dieses Buches war ich nicht an allen Themenfeldern gleichermaßen interessiert. Mit dem Kapitel Technologie bekam das Buch auch einen sehr fortschrittlichen Anstrich, da es zum Beispiel um Bots und Cybertrolle geht. Besonders gut fand ich „Freakshow“ , weil die Frage, was wir eigentlich als unheimlich interpretieren, sehr interessant war (Himmel, diese Clowns!). Auch das letzte Kapitel „Das Wissen der Konformität“ war sehr interessant und hatte Nazis, Vergewaltigungskultur und Terrorismus zum Thema. Da ging es dann beispielsweise um Gruppendruck, Autorität und Bystander-Effekt. Zimbardo durfte natürlich auch nicht fehlen! Fazit Dieses Buch läuft irgendwie außer Konkurrenz. Es ist als Inspirationsquelle, Fachliteratur und Nachschlagewerk für jeden Krimi- und Thrillerautor natürlich sehr zu empfehlen. Für Menschen, die schon in diesem Fachgebiet arbeiten, ist es eventuell nur eine wenig tiefgehende Ansammlung einiger Themen. Für den ganz normalen Leser ist es vielleicht ein erster Einblick in diese Wissenschaft und damit ein perfekter Einstieg. Das nennt man wohl populärwissenschaftlich. Für mich war es eine ganz interessante Sammlung an Informationen und Themenfeldern, von der mich nicht alles unbedingt interessierte und von dem ich vieles auch schon kannte. Die unterhaltsame Schreibe machte die teils schwere Kost jedoch leicht verdaulich und so bereue ich die Lektüre auf keinen Fall.

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Die Abgründe der Menschen üben seit jeher eine unglaubliche Anziehungskraft auf uns Sensationsgeile Personen aus - so auch auf mich. Zugegeben, vielleicht keine gute Eigenschaft von mir, aber ich kann einfach nicht anders. Mich zieht böses an - nicht im schlechten Sinn ... ich möchte wissen, wieso sind Menschen böse. Was hat den Serienmörder eben zu genau dem gemacht, was er jetzt ist. Werden Menschen böse geboren? Entwickeln sie sich erst dazu? Genau damit beschäftigt sich auch Dr. Julia Shaw. Es geht in "Böse" nicht nur um Mörder. Es geht um boshaftigkeit in vielen Sozialen Schichten. Es geht in den verschieden Kapiteln um Mordlust, Unheimliches, sexuelle Perversitäten, moralische Boshaftigkeit am Arbeitsplatz und ja ... sogar um Technologie (Cybertrolle). Eine Frage ziemlich am Anfang des Buches hat mich schmunzeln lassen. Shaw fragte "Würden sie Hitler als Baby töten, wenn sie die Möglichkeit dazu haben würden?" Also, geht man davon aus das Hitler böse geboren wurde, würden wohl viele Menschen mit einem klaren JA antworten. Geht man aber davon aus, das Menschen durch bestimmte Ereignisse in Ihrem Leben böse werden, muss man seine erste Antwort evtl. nochmal überdenken. Ebenso ist es mit Menschen in hohen Positionen im Jobleben. Oftmals haben diese Narzisstische Wesenszüge und leben so ihre boshaftigkeit aus - erleben sicherlich auch viele jeden Tag am Arbeitsplatz. Shaw stellt viele Studien vor wie zB die Frage an einige Teilnehmer, was genau sie als unheimlich beschreiben würden - diese gaben unhygienisches Aussehen an, lange Finger und merkwürdige Kleidung. Warum sind Clowns für so viele Menschen (mich eingeschlossen!) so unglaublich unheimlich?! Dr. Julia Shaw schafft es, mit leichtem Schreibstil, trockene Fakten gut zu übermitteln, so das auch jeder "normale" Mensch sie versteht. Für jeden Fan von True Crime Dokus, ein absolutes Must-Read!

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In Böse - Die Psychologie unserer Abgründe führt die Kriminalpsychologin Julia Shaw in die psychologischen Hintergründe von Serienmördern wie Jack the Ripper oder Psychopathen wie Charles Manson ein, zeigt jedoch auch auf, mit welchen alltäglichen Abgründen wir selbst uns umtreiben. Gewaltfantasien, Machtmissbrauch - sind wir selbst insgeheim auch "böse"? Mithilfe psychologischer Fallstudien und neusten neurowissenschaftlichen Erkenntnissen erklärt sie, warum wir handeln, wie wir handeln, in welchen Teilen des Gehirns sich dieses "Böse" entspinnt, wie wir damit umgehen. Anders, als der Titel annehmen lässt, existiert dieses "Böse" für Shaw allerdings nur als subjektives Konzept, lässt es sich doch nicht objektiv nachweisen. Sie beschreibt eingehend und provokativ, untersucht unterschiedliche Gewalttaten, Verstöße gegen soziale Normen und erörtert beide Seiten der Debatte, sodass der Leser sich selbst eine Meinung bilden kann. Der Schreibstil ist eingehend, teilweise von Fachbegriffen gespickt, die ein gehobenes Gesamtbild erzeugen, und doch merkt man, dass sie - weil es sich um massentaugliche Literatur handelt - die beschriebenen Wesenszüge und Diskussionen nur oberflächlich behandelt. Hier hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht, bin ich doch sehr an Psychologie interessiert und daran, auch Unbekanntes selbstständig weitergehend zu recherchieren. Dieser Kritikpunkt kann daher nicht gänzlich der Autorin zugeschrieben werden. Insgesamt finde ich das Buch gerade im Zuge der True Crime-Bewegung im Podcast- und Unterhaltungsbereich sehr informativ und interessant, wurde zum Reflektieren angeregt und konnte vieles mitnehmen. Herzlichen Dank an Heyne für das Rezensionsexemplar!

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Mit „Böse“ konnte die Autorin Dr. Shaw aus meiner Sicht definitiv an ihren Erfolg von „Das trügerische Gedächtnis“ anknüpfen. Es ist ihr erneut gelungen, die wissenschaftlichen Inhalte auch für Laien anschaulich zu präsentieren, ohne sie dabei zu stark zu vereinfachen oder übermäßig zu abstrahieren. Neben ihrer fachlichen Kompetenz besticht Shaw durch einen sehr angenehmen Schreibstil, der sich durch das Zuziehen vieler gedanklichen Szenarien, wissenschaftlicher Studienergebnisse und Alltagssituationen auszeichnet. Interessant finde ich auch, dass sie mit ihren persönlichen Einstellungen durchaus offen umgeht und so sozusagen die vermittelten Erkenntnisse kommentiert. Während es bei anderen Sachbüchern durchaus unangenehm auffallen könnte, wenn der Autor „immer seinen Senf dazugibt“ und sich somit in den Mittelpunkt drängt, schafft Shaw die schmale Gratwanderung und wirkt gewohnt sympathisch. Inhaltlich wird ein großes Spektrum abgedeckt, was sich folglich negativ darauf auswirkt, wie intensiv die einzelnen Themen abgehandelt werden können. Obwohl ich die thematische Vielfalt schätze, hätte ich mir an einigen Stellen etwas mehr „Tiefe“ gewünscht. Die tiefenpsychologischen Hintergründe menschlicher Verfehlungen sind meiner Meinung nach etwas zu kurz gekommen. Das Buch bietet aber durch zahlreiche Querverweise und Literaturvorgaben zahlreiche Möglichkeiten, sich den eigenen Interessen entsprechend weiterzubilden. Insgesamt ein schönes Sammelsorium an „Bösem“, das sich leicht lesen lässt und zum Nachdenken anregt. Würde ich weiterempfehlen!

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Das psychologische Buch Böse- Die Psychologie unserer Abgründe ist ein spannendes aber auch interessantes Buch über die schlechten Seiten unserer Psyche. Während es das Wort Böse neu definiert und jede noch so kleine, als schlecht angepriesene Tat, neu darstellt und in ein anderes Licht rückt. Seien es sexuelle Fetische oder die Grundpfeiler des Bösen, jedes Thema wird von einer anderen Seite betrachtet und regt zum mitdenken und vor allem zum Umdenken an. Um auf die einzelnen Teile des Buches einzugehen, fange ich hier mit dem Abschnitt unseres inneren Sadisten an. Als Einstieg war es ein sehr guter Teil. Erst werden die Grundpfeiler genauer betrachtet und das Wort Böse neu dargestellt um im weiteren nicht immer nur zu sagen, dass ist böse sondern um die Ecke zu denken. Dabei werden viele Forscher vorgestellt um die Aussagen mit Theorien zu belegen. Der Abschnitt ließ sich leicht und mit Humor lesen da man doch bei dem ein oder anderen Satz schmunzeln muss. Vielleicht findet der ein oder andere auch noch was über sich raus. Abschnitt zwei umfasste das Thema Mord aber auch die Mordfantasien die wohl jeder von uns mal hatte. Spannend ist dabei zu bemerken, dass tatsächlich das ein oder andere Mal die Erinnerung an Mordfantasien oder ähnliches in den Kopf kamen. Im dritten Abschnitt geht es um die Psychologie der Unheimlichkeiten oder auch mit der Überschrift zu betiteln, es geht um eine Freakshow. Wieso machen uns Clowns und andere psychische Erkrankungen so viel Angst und warum sehen wir in einer psychischen Erkrankung etwas schlechtes oder mit Mangeln behaftetes. Besonders gefiel mir hierbei wieder, wie die Autorin auf die Bezeichnung des schlechten einging. Was ist schlecht und warum sehen wir ein psychologisches Makel als schlecht. Dieser Abschnitt hat mir am allerbesten gefallen da mich Erkrankungen des Geistes besonders interessieren. Über die Cyberwelt wird in dem kommenden Abschnitt gesprochen wobei ich hierbei weniger interessiert war, da mich diese Welt nie wirklich ansprach und doch versuchte die Autorin auch dies dem interessierten Leser nahezubringen. Ein weiteres Lieblingskapitel des Buches ist die Perversion. Welche perversen Eigenarten kann der Mensch haben und woher kommt dieses denken. Wieso ist es ein Taboothema für uns öffentlich über Dinge wie BDSM zu reden und wie kann dies geändert werden. Lustig fand ich hier der Abschnitt der sich damit beschäftigt, wie unser Gehirn auf das schauen eines Pornofilmes reagiert. Viele von uns finden Pädohebephile schlimm und schrecklich aber was versteckt sich hinter dieser Erkrankung (ja es ist eine Erkrankung) und wie reagiert das Gehirn desjenigen, der daran erkrankt ist. Allgemein geht es häufig darum, dass all das „böse“ von unserem Gehirn aus gesteuert wird. Von Kapitel zu Kapitel wird es spannender und interessanter so geht es in Kapitel sieben um Sklaverei und alles was sich um die Arbeitswelt und deren dunkle Seiten dreht. Man sieht, es wird von Kapitel zu Kapitel düsterer und das beschreibt gut den Aufbau des Buches. So wird man jedoch auch nicht direkt abgeschreckt sondern langsam an das Thema herangeführt. Abschließend wird über sowas wie Nazis und Terrorismus gesprochen. Dabei wird all das nicht gut geredet. Es wird von einer wissenschaftlichen Seite betrachtet. Beinahe Nüchtern würde ich sagen jedoch schafft es die Autorin in jedes Kapitel etwas Humor reinzubringen ohne das es wie ein wissenschaftliches Buch wirkt. Alles in allem finde ich das Buch sehr gut und ansprechend für jeden, der sich gerne mit Psychologie und auch Neurologie befassen möchte. Es schreckt nicht ab und ist gut aufgebaut. Insgesamt erhält dieses Buch von mir vier von fünf Sternen.

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