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Rezensionen zu
Klaras Schweigen

Bettina Storks

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€ 12,99 [D] inkl. MwSt. | € 13,40 [A] | CHF 18,90* (* empf. VK-Preis)

Mit ihrem neuen und mal wieder sehr gelungenen Roman greift Bettina Storks ein interessantes Thema auf. Als „Franzosenhure“ wird die arme Klara von ihrem eigenen Vater beschimpft, was mir den Mund offenstehen ließ beim Lesen. Hintergrund dieser verletzenden Betitelung sind die französischen Streitkräfte, die Klaras Heimatstadt seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs besetzt halten. Doch das ist nicht der einzige Dorn im Auge des wenig liebevollen Vaters, der in seinem eigenen Leben so kläglich versagt hat. Ist es da ein Wunder, dass Klara sich Hals über Kopf in den „falschen“ Mann verliebt? In der Gegenwart versucht Miriam, Klaras Enkelin, Licht in diese nebulöse Vergangenheit zu bringen. Warum haben Oma und Opa zur Vergangenheit stets geschwiegen? Was war damals geschehen, dass Klara heute auf einmal französisch zu sprechen beginnt? Und warum musste sie ihre Eltern so früh verlieren? Die vielen offenen Fragen lösen sich dank Miriams Hartnäckigkeit und guter Kombinationsgabe im Laufe des Romans, doch so manche Entdeckung schmerzt mehr als vermutet. Für Klara und Miriam reißen gleichermaßen alte Wunden auf, doch noch ist Zeit für diese zu heilen, eine Heilung, die seit Jahren überfällig war … Liebe Bettina, du hast mir mit deinem neuen Buch mal wieder ganz wunderbare Lesestunden verschafft. Wie bereits aus den Vorgängerromanen gewohnt, konnte mich auch dieser Roman wieder fesseln. Du schreibst lebendig und farbenfroh, ohne kitschig zu wirken, wirklich ganz große Klasse. Von mir gibt es mit fünf Sternen die volle Punktzahl verbunden mit einer verdienten Leseempfehlung. Freue mich heute schon auf das nächste Buch aus deiner Feder.

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In ihrem Roman „Klaras Schweigen“ stellt Bettina Storks Miriam und ihre Großmutter Klara in den Mittelpunkt. Ein Teil der Handlung spielt in Freiburg im Breisgau im Jahr 2015, aber die Recherchen Miriams zur Aufarbeitung der Familiengeschichte und die Erinnerungen von Klara führten mich als Leserin in die Nachkriegszeit des Zweiten Weltkriegs über die die betagte Klara bisher geschwiegen hat. Das Cover entspricht einem Foto aus der damaligen Zeit, welches Miriam im Album ihrer Oma findet. Klaras Blick darauf, abgewandt vom Betrachter, scheint sich in eine hoffnungsvolle Zukunft zu richten. Nach einem Schlaganfall, von dem Klara mitten in einem Telefonat mit ihrer Enkelin getroffen wurde, ist ihr Sprachvermögen stark eingeschränkt. Bei einem Besuch im Krankenhaus spricht Klara erste Worte in Französisch, was Miriam sehr wundert. Außerdem erhält sie von ihrer Großmutter bei der Gelegenheit eine alte Taschenuhr mit Gravur in französischer Sprache. Auch Miriams Großtante, die jüngere Schwester von Klara, kann zu den Merkwürdigkeiten keine Auskunft geben. Bald schon wird Miriam klar, dass ihre Großmutter Geheimnisse vor ihr hat, die lange zurückreichen bis zur Besatzung Freiburgs nach dem Zweiten Weltkrieg durch das französische Militär. Die Geschichte entwickelt sich zügig, beginnend mit der Bombennacht auf Freiburg im November 1944, die Klara als Jugendliche im Keller des Mehrfamilienhauses erlebt, in dem die Familie wohnt und auf diese Weise verdeutlicht, welche Ängsten sie damals wie viele andere gehabt hat. Nach dem Besuch bei ihrer Großmutter beginnt Miriam über die Vergangenheit Klaras Fragen zu stellen und kommt schnell dabei an die Grenzen des verfügbaren Wissens in der Familie. Doch sie gibt nicht auf und es sind kleinste Details, die sie tief in die Familiengeschichte hineinführen nach Konstanz, wo ihre Großmutter eine Weile gelebt hat und schließlich bis in die Bretagne. Bettina Storks schildert mit sehr viel Einfühlungsvermögen eine Kindheit und Jugend von Klara mit einem strengen Vater, der es versteht, seine Prinzipien durchzusetzen. Sie zeigt die Ohnmacht Klaras, sich dem Vater in bestimmten Punkten zu widersetzen, aber auch ihre klare Vorstellung einer Zukunft und ihr Selbstbewusstsein an ihren Wünschen festzuhalten sowie das Bestreben danach, sie zu verwirklichen. Die Autorin verdeutlicht, welchen Gesetzen und Konventionen Frauen früher ausgesetzt waren und welche Auswirkungen ihr Tun auf ihr Bild und das ihrer Familie in der Öffentlichkeit hatten. Es war eine schwierige Zeit, Lebensmittel und Heizstoff fehlten noch immer. Das Verhältnis der französischen Besatzer zur deutschen Bevölkerung unterlag einem Fraternisierungsverbot, so dass Freundschaften von Beginn an unterbunden wurden. Bis hierher ist die Erzählung bereits dramatisch, manchmal sind Geschehnisse auch absehbar, doch es wurde noch nicht ganz deutlich, warum Klara über eine bestimmte Zeit bisher geschwiegen hat. Zusammenhänge und das Begreifen der Verwicklungen dazu ergeben sich für Miriam erst im Laufe der Geschichte. Es ist aber längst noch nicht das Ende der Geheimnisse, denn allmählich begreift sie, dass sie bisher nie erfuhr, was sich in der Nacht, als ihre Eltern tödlich verunglückten, zugetragen hat. Es ist ein langer Weg den Klara und Miriam gemeinsam im Austausch auf der Suche nach Verständnis und Verstehen gehen müssen, angefüllt mit großen Emotionen, Enttäuschungen, Erkenntnissen, mit Freude, Leid und Hoffnung. Beide Charaktere sind gut ausformuliert. Für jede ihrer Figuren zeigt die Autorin Wege zum Verständnis von deren Handlungen auf, auch wenn einige eher unsympathisch bleiben. Bettina Storks verbindet in ihrem Roman „Klaras Schweigen“ eine Sprachstörung der Großmutter Klara mit einer Chance für ihre Enkelin Miriam, sich mit der Familiengeschichte zu beschäftigen. Sie schreibt mit viel Gefühl und mich berührend über eine bewegende Zeit, familiäre Dramen und Miriams Suche nach Identität, die Klaras langes Schweigen verständlich machen. Gerne empfehle ich den Roman weiter.

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Was liebe ich diese Autorin! Bettina Storks hat diese fantastische Gabe, in ihren Romanen Geschichte greifbar und lebendig werden zu lassen! Und auch in "Klaras Schweigen" ist ihr das wieder grandios gelungen! Im Wechselspiel zwischen Gegenwart und Vergangenheit begleiten wir Miriams Versuche, Licht ins Dunkel zu bringen. Ein Geheimnis, das ihre Großmutter umgibt, zu lüften und Teile ihres Lebens zu rekonstruieren. Und dabei tauchen wir in Klaras Vergangenheit ein, in ihr ganzes Leben und in ein Stück deutsch - französische Nachkriegsgeschichte. Nicht zu vergessen in eine Gesellschaft, die sich im Laufe der Jahrzehnte enorm verändert hat. Man fühlt sich beinahe selbst wie eine Zeitzeugin. Miriams hartnäckige Nachforschungen in der Vergangenheit ihrer Großmutter reißen bei Klara alte Wunden auf, lassen ein Lügenkonstrukt zusammenfallen, helfen aber letztlich bei der Aufarbeitung der damaligen Ereignisse. Es ist wie ein Kreislauf der sich schließt. Bettina Storks spielt dabei geschickt mit der Neugier, dem Wissenwollen des Lesers und gibt nur Stück für Stück einen winzigen Teil der Wahrheit preis, die viel komplexer zu sein scheint, als man meint. Dadurch erzeugt sie natürlich eine ungemeine Spannung. Der Kern der Geschichte ist ganz klar Klara. Es ist nicht leicht einen Charakter eines jungen Mädchens von achtzehn Jahren und als achtzigjährige alte Frau so überzeugend darzustellen, dass diese Entwicklung so überzeugt, dass man noch die gleiche Person darin erkennt. Und nicht nur die Hauptfigur ist grandios gezeichnet, auch alle noch so kleinen Nebenfiguren können da mithalten. Ein großartiger Roman. Eine Story, die mich wieder mitten ins Herz getroffen hat. Voller Emotionen. Historisch wahnsinnig interessant und atmosphärisch kaum zu überbieten. Bettina Storks überzeugt mich einfach immer wieder.

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Dieses Buch habe ich verschlungen. Man konnte sich in die verschiedenen Charaktere hineinversetzen und sich fallen lassen. Ein sehr schön geschriebenes Buch. Kann ich nur weiterempfehlen.

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Dieser Roman behandelt die Geschichte rund um Miriam und ihre Großmutter Klara, welche einen Schlaganfall erleidet und nach ihrem Erwachen plötzlich Französisch spricht. Miriam packt die Neugierde und sie begibt sich auf eine Reise in die Vergangenheit ihrer Großmutter in das Deutschland der 1940 und 50er-Jahre... Der Roman verwendet eine große Schrift, ist in einfacher Sprache gehalten und wechselt pro Kapitel zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart, sodass es zu einem aufregenden Spiel zwischen den Erzählperspektiven Klaras und Miriams kommt. Durch den verwendeten Stil werden die Charaktere und deren Gefühlswelten gut herausgearbeitet und kommen Langeweile oder ein Eindruck der Langatmigkeit keinesfalls auf - vielmehr verging beim Lesen Stunde um Stunde und fieberte ich bis zuletzt mit. Zudem bekam ich nähere Eindrücke in Bezug auf die Nachkriegszeit in Deutschland, sodass ich auch im geschichtlichen Sinn einige neue Informationen für die Zukunft mitnehmen konnte. Unterschiedliche Charaktere werden in die Erzählung nach und nach eingeführt und möchte ich - ohne Näheres zu verraten - die wunderschöne Seele Eduards besonders hervorheben. Diesen Charakter werde ich aufgrund seiner Taten noch lange voller Bewunderung in Gedanken behalten! Bettina Storks schaffte es mit ihrem Werk, dass mir Tränen aus Mitgefühl und Tränen vor Freude kamen. Ich habe das Buch in kürzester Zeit ausgelesen und mir auch wunderschöne Zitate herausgeschrieben, da einige Weisheiten und Inspirationen im Buch zu finden sind. Ich habe nun meinen ersten Roman von Bettina Storks gelesen und bin ich mir sicher, dass noch viele weitere Bücher folgen werden! Hiermit möchte ich eine klare Leseempfehlung für Roman-Liebhaberinnen aussprechen.

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Mein erster Roman von Bettina Storks und er hat mich überzeugt! Die Hauptfiguren Klara und ihre Enkelin Miriam stehen sich sehr nah. Als die sonst noch so fitte Oma Klara einen Schlaganfall bekommt und nicht mehr spricht leidet Miriam sehr darunter. Plötzlich jedoch findet Klara die Worte wieder, jedoch auf Französisch. Miriam versucht herauszufinden wieso ihre Großmutter fließend französisch spricht und wird nach und nach in ein lange behütetes Familiengeheimnis hineingezogen. Das Buch bleibt bis zum Ende spannend und überraschend. Die Figuren sind sympathisch und man kann sich vollkommen in die Geschichte einfinden. Für jemanden, der oft Romane mit Familiengeschichten liest, ist dies sicherlich kein gänzlich neu ausgedachte Geschichte, aber dennoch ist dieser Roman lesenswert und birgt die ein oder andere unvorhergesehene Wendung. Die Kapitel wechseln zwischen der heutigen Zeit (2018) und der Vergangenheit (hauptsächlich 40er und 50er). Zwischendurch erfolgt der Wechsel meiner Meinung nach etwas zu schnell und manche Inhalte werden nur sehr kurz angesprochen, das ist etwas schade. Aber insgesamt eine gelungene und spannende Familiengeschichte, die einem den Lockdown versüßt.

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Inhalt: Freiburg 2018: Miriam wächst nach dem frühen Tod ihrer Eltern bei ihren Großeltern Klara und Eduard auf. Als Klara nach einem Schlaganfall plötzlich französische Worte spricht, wird Miriam neugierig und möchte mehr aus der Vergangenheit ihrer Großmutter erfahren. Was passierte in den Jahren nach dem Krieg, als Freiburg unter französischer Besatzung stand? Miriam kommt erschütternden Familiengeheimnissen auf die Spur… Meine Meinung: Bettina Storks erzählt die Geschichte im Wechsel auf zwei Zeit- und Handlungsebenen. Zuerst war ich überrascht und auch etwas enttäuscht von den Kapiteln, die in der Vergangenheit spielen, denn ich hatte etwas ganz anderes erwartet. Der Mann, dessen Name Klara im Krankenhaus erwähnt, nimmt in der Geschichte kaum Raum ein und bleibt deshalb eher uninteressant und blass. Auch die häufigen Zeitsprünge, die Klaras Leben wie im Schnelldurchlauf erzählen, fand ich nicht ganz so gut. Nachdem ich mich aber auf einen anderen Handlungsverlauf eingestellt hatte, begann mich das Buch doch immer mehr zu fesseln. Das hatte allerdings auch ganz viel mit dem angenehm zu lesenden und flüssigen Schreibstil der Autorin zu tun. Auch die Protagonisten Klara, Eduard und Miriam gefielen mir gut, auch wenn ich nicht all ihre Handlungen nachvollziehen konnte. Klara hat schwere Jahre hinter sich, doch ich fand sehr positiv, dass sie nicht dem hinterhertrauert, was hätte sein können, sondern sich etwas Neues aufbaut und eine glückliche Ehe führt. Es wird die Frage gestellt (ich glaube von Miriam), ob wir - oder die Generationen vor uns - verpflichtet sind, alles aus unserer Vergangenheit zu erzählen. Ich bin der Meinung, dass niemand dazu verpflichtet ist und auch Klara das Recht hatte zu schweigen. Vielleicht kam ich deshalb nicht so gut damit zurecht, dass Miriam Klaras komplette Vergangenheit wieder aufwühlt. Dabei kommen einige Geheimnisse ans Licht, die auch für Miriam schmerzhaft sind. Andere bringen Klara aber auch ihren Frieden. Fazit: Ich habe "Klaras Schweigen" trotz einiger Kritikpunkte sehr gerne gelesen. Ein unterhaltsamer und berührender Roman, bei dem mir vor allem Klaras Geschichte und der geschichtliche Hintergrund der Nachkriegszeit gut gefallen hat.

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Bettina Stork schreibt regelmäßig Romane, die ich „in einem Zug“ auslese. So auch bei diesem hier. Eigentlich wollte ich zum Feierabend nur einige Seiten lesen, daraus wurde nichts. Ich las das Buch an einem Abend durch. St. Malo war mal ein Piratennest, Konstanz wurde wegen der Nähe zur Schweiz im 2. Weltkrieg von Bomben verschont während die Freiburger Altstadt reichlich zerstört wurde. Dies und einiges mehr lernt man beim Lesen. In zwei Handlungssträngen, der eine spielt in den 1950-er Jahren und der andere in der Gegenwart, lernt man das Leben junger Frauen kennen. Dank der ausgewählten Zeiten kommt man nicht umhin, die Unterschiede festzustellen. Klara ist die ältere. Sie ist die Großtante von Miriam und bekommt zum Anfang des Romans einen Schlaganfall. Sie erholt sich zwar davon, spricht, als sie erwacht, allerdings französisch und hat offensichtlich etwas auf dem Herzen. Was dann folgt, ist eine Spurensuche nach dem Großvater von Miriam. Miriam sucht und findet in Unterstützung an unterschiedlichen Stellen. Zwischendurch gibt es Rückblenden in die 1950-er Jahre. Dabei arbeitet Klara in einem französischen Economat – Lebensmittelgeschäft – in Freiburg, verliebt sich in einen Soldaten und erwartet irgendwann ein Kind. Klaras Geheimnis – ist vielschichtig Klara zog Miriam auf, weil deren Eltern früh verstorben sind. Das Wie und Warum klärt sich zum Ende. Ebenso wird klar: Jeder Mensch hat Geheimnisse und gibt sie aus unterschiedlichen Gründen preis oder nicht. Jede Generation hat ihr Päckchen zu tragen. Im Falle Klara war es, dass ihre Tochter unehelich zu Welt kam, was damals als Stigma galt. Allerdings fand sich bei Klara eine schnelle und gute Lösung. Miriam wiederum stößt bei ihren Recherchen auf so einiges, was ihr sauer aufstößt und auch auf einiges, was sie fasziniert. Auch die Großtante trägt zum Lüften von Klaras Geheimnis einiges bei. Und auch hier wird klar: was man als Kind faszinierend fand, bleibt oft jahrzehntelang hängen, auch, wenn man diese ganzen Jahre über nicht mehr daran denkt. Manches findet den Weg der Wahrheit. Hervorragen verfasst und so logisch und wunderbar aufeinander aufbauend miteinander verwoben, dass ich nur weiterlesen mochte. Ich wollte wissen, wie das Knäuel sich entwirrt und was noch dabei herauskommen würde. Nicht alles könnte genauso passieren, oder doch?

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