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Rezensionen zu
Ein Garten für zwei

Emma Sternberg

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Der Tod ihres Bruders bringt Lu nicht nur in dessen Garten, sondern auch zurück zu sich selbst – DER neue Roman von Emma Sternberg „Ein Garten für Zwei“. Seit „Fünf am Meer“ bin ich ein Emma Sternberg-Fan. Nicht nur, dass mich ihre letzten drei Cover optisch total angesprochen haben, sondern ich liebe es auch, abends in ihren Geschichten zu versinken und mich wegzuträumen. Nach den Hamptons und Capri (Azurblau für zwei) geht es in dem neuen Roman „Ein Garten für zwei“ nach Berlin und nach Klein-Wiesenthal. Geschichte Lu ist eine erfolgreiche Anwältin in Berlin und ihr Leben dreht sich nur um ihre Arbeit. Als ich großer Bruder Pip unerwartet stirbt, bricht ihr Leben auseinander. Sie, die eigentlich als neue Partnerin in der Kanzlei gehandelt wird, kann auf einmal nicht mehr. Sie zieht sich zurück aus dem Großstadtdschungel Berlins und fährt in die Laube, die Pip zu einem zweiten zu Hause gestaltet hat nach Klein-Wiesenthal. Großstadt und Glamour treffen auf Landleben und Natur pur. Wird Lu am Ende zu sich finden und entdecken, was sie wirklich will in ihrem Leben? Meine Meinung Berlin. Metropole. Top-Anwältin. Eigentlich könnte Lu in allen Bereichen ihres Lebens im Superlativ leben. Sie ist auf der Überholspur und kurz davor Partnerin in der Kanzlei zu werden, in der sie jeden Tag (und viele Nächte verbringt). Doch dann geht von dem einen auf den anderen Moment nichts mehr. Ich weine nicht. Ich atme. Fast wundere ich mich darüber, dass so etwas Fundamentales wie Atmen noch funktioniert. Pip ist tot, doch ich atme. Ist das falsch? Oder nur verrückt? S. 33 Ab diesen Moment bekommt der Leser / die Leserin eine Ahnung davon, dass Lu’s geliebtes Leben bald in sich zusammenbrechen wird. Lu selbst denkt zwar noch, sie braucht nur eine kurze Auszeit, aber schon bald wird ihr klar, dass die Laube, die ihr Bruder liebevoll eingerichtet hat, ihr Zufluchtsort wird. Eigentlich ist es dort genauso kalt und klamm wie hier. Aber plötzlich spüre ich Pip in meinem Herzen. Und etwas sagt mir, dass dieses kalte, klamme Loch jetzt genau er richtige Ort für mich ist. S. 93 In Klein-Wiesenthal lernt Lu ihre Nachbarn Nele und Niko kennen. Die Beschreibung der unterschiedlichen Personen ist Emma Stenberg in „Ein Garten für zwei“ wieder grandios gelungen. Egal ob die esoterisch angehauchte Nele oder der verschlossene Niko, alle Figuren (Lu eingeschlossen) schließt der Leser schnell ins Herz und hofft für Lu, dass sie in Klein-Wiesenthal bleibt. Doch bis Lu diese Erkenntnis für sich gewinnt, dauert es noch etwas. Neben dem Erzählstrang von Lu’s Weg zu sich selbst ist auch die Geschichte rund um die Gärten besonders gelungen. Emma Sternberg zeigt auf, was Artenvielfalt bedeutet und welche Auswirkungen Pestizide auf einen blühenden Bio-Garten haben können. Doch jetzt mache ich ein paar Schritte ins Feld hinein- und höre: wirklich nichts. Nichts brummt, nichts summt, nichts raschelt. Es ist, als hätte jemand der Natur den Ton abgedreht. S. 282 Fazit Ein Roman, der nicht nur in das ländliche Berlin entführt, sondern die Suche nach sich selbst mit Themen der Zeit gekonnt verknüpft.

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Meine Meinung: Zunächst möchte ich mich bei dem Bloggerportal und dem Verlag bedanken, welche mir dieses Buch freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Du kannst noch so stark sein, manchmal haut das Leben dich einfach um. Das ist der erste Satz der mir durch den Kopf ging, nachdem ich dieses Buch beendet habe. Dieses Buch hat mich einerseits unendlich traurig und nachdenklich gestimmt und gleichzeitig soviel Hoffnung und Liebe spüren lassen, dass ich es zeitweise gar nicht mehr aus der Hand legen wollte. Emma Sternberg hat einen wundervollen Schreibstil, der sich sehr gut und flüssig lesen lässt, so dass man gefühlt einfach nur durch die Seiten fliegt. Gleichzeitig nimmt sie einen in ihren detailreichen und sehr bildlich beschriebenen Setting mit, dass ich manchmal selbst das Gefühl hatte da nun gerade bei Lu in der Gartenlaube zu sitzen. Die Charaktere, welche die Autorin erschaffen hat sind sehr gut ausgearbeitet. Sie könnten unterschiedlicher gar nicht sein und sind doch jeder für sich liebenswert. Lu, die Hauptprotagonisten, macht in ihrer Geschichte einen sehr starken Wandel von der „harten Karrierefrau“ zur „angehenden Gartenkennerin“ durch. Der Autorin ist es dabei gelungen die Gefühle und Gedankengänge von Lu sehr transparent und für mich nachvollziehbar zu schildern. Besonders gut gefallen hat mir an diesem Buch, dass tatsächlich Lu’s Leben nach dem Tod ihres Bruders im Vordergrund stand. Ich mag Bücher mit tollen Liebesgeschichten und wundervollen Happy Ends, aber die Autorin hat hier bewiesen, dass ein Buch auch ganz wunderbar ohne dem auskommen kann. Ein Happy End gibt es trotzdem, das muss ich einfach sagen :-) Angesprochen hatte mich bei dem Buch nicht nur der Klappentext, der einen schon darauf hinweist, dass dieses Buch eher ein wenig traurig gestimmt ist, sondern vor allem das Cover. Die leuchtenden, fröhlichen Farben stehen meiner Meinung nach sehr im Kontrast zum Klappentext und passen dennoch sehr gut zu dem Buch. Denn damit wurde mir das Gefühl übermittelt, dass es immer noch Hoffnung gibt und die Farben dafür stehen. Außerdem passt es für mich wunderbar zu der kleinen Gartenlaube, die in diesem Buch im Fokus steht. Ich denke, irgendwann werde ich sicherlich auch weitere Bücher der Autorin lesen.

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Meinung: Ich hatte mal wieder Lust auf eine leichte, sommerliche Geschichte, sodass mir das neue Hörbuch von Emma Sternberg genau recht kam. Lu ist ein typischer, erfolgreicher Stadtmensch. Nur die Arbeit zählt und davon hat man als Anwältin ja mehr als genug. Als ihr Bruder stirbt, versucht Lu weiterzumachen, merkt aber, dass es irgendwie einfach nicht mehr geht. In der Gartenlaube ihres Bruders versucht sie ihm, aber auch sich selbst nah zu kommen, was ihr dann auch nach und nach gelingt. Ich fand Lu zwar speziell, aber irgendwie doch sympathisch und vor allem ihren Weg im Großteil auch glaubhaft. Nur am Ende war es fast ein bisschen viel Veränderung auf einmal, aber es wurde auf jeden Fall nachvollziehbar dargestellt. Die meisten anderen Charaktere fand ich ausreichend beschrieben ,um ein Bild von ihnen zu bekommen. Nur Nico ist für ich doch noch ein bisschen im Dunkeln geblieben, da hätte man gerne noch etwas tiefer gehen können. Ansonsten ist die Geschichte nett zu hören, Sprecherin Vanida Karun macht einen soliden Job und hat auch einen angenehme Stimme, die gut zu Lu und den Charakteren passt. Der Plot ist ganz nett, nichts besonderes und an vielen Stellen auch vorhersehbar, aber insgesamt ganz unterhaltsam. Die Schönheiten der Natur, bzw. die Notwendigkeit von Umweltschutz bekommt schon einen großen Fokus, aber naja, so konnte man zumindest noch eine kleine Wendung einbauen und manche Themen gehen zumindest kurz tiefer. Ganz schön fand ich, dass die Liebesgeschichte kaum hervorgehoben wird. Da war es mir sogar fast schon ein bisschen zu wenig, bzw. hätte man auch gut ganz ganz drauf verzichten können. Aber wie gesagt, es war eher positiv, dass es mal nicht nur darum ging. Das Ende ist rund und zufriedenstellend. Fazit: Eine nette Geschichte für zwischendurch, die an manchen Stellen gerne etwas tiefer gehen hätte können, aber prinzipiell ganz ok und solide war. Es ist jetzt nichts, was man unbedingt hören muss, aber ganz gut hören kann, da es einen auch mit einem zufriedenstellenden Gefühl zurücklässt. Somit gibt es knappe 3,5 Sterne.

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REZENSION „Ein Garten für zwei“von Emma Sternberg. „Die Liebe ist wie ein Garten, Sie ist nie Fertig“🪴 Für denn Klappentext Zur Seite wischen. Mit Lou lernen wir eine sympathische Protagonistin kennen, die als Anwältin einfach spitze ist und in meinen Augen ein kleiner Workaholik. Doch plötzlich wird alles anders. Der Tod ihres Bruders hat ihr buchstäblich den Boden unter den Füßen weggezogen.Wie lange hatte sie keine Zeit mehr für ihn? Sie fällt in ein tiefes Loch, ist völlig aus der Bahn geworfen und macht plötzlich Fehler, die ihrer früher nie passiert wären.Sie zieht die Reisleine und verkriecht Sich in die Gartenlaube ihres Bruders Pip. Dort findet Lou Stück für Stück zu sich und lernt die Natur kenne und Lieben. Ein schöner Sommerroman, der wie eine wohltuende Umarmung ist, der mich jedoch auch nachdenklich gestimmt hat. Der mir aber auch Mut macht, denn es ist wirklich nie zu spät für einen neuen Lebensabschnitt. Die Autorin hat alle Charaktere wirklich wunderbar beschrieben. Ich kann mir wirklich jeden Einzelnen super gut vorstellen. FAZIT:🪴🌺🪴 Eine ganz nette Geschichte, der es etwas an Spannung fehlt finde ich. Die aber zum Nachdenken anregt. Für Gartenliebhaber genau das Richtige.

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Luise „Lu“ Thome ist eine erfolgreiche Anwältin, die gemeinsam mit ihren Kollegen und Kolleginnen alles dafür tut, dass ihre Mandanten siegreich aus Rechtsstreitigkeiten hervorgehen. Das ändert sich als Lu einen Anruf von ihrer Mutter erhält: Philipp genannt Pip, ihr Bruder, ist bei einem Unfall gestorben. In den nächsten Tagen ist Lu mit den Vorbereitungen für die Beerdigung beschäftigt. Pip soll auf einem Waldfriedhof bestattet werden. Nach der Beerdigung will Lu sofort nach Berlin zurück, schließlich muss sie arbeiten. Als sie auf dem Weg zum Bahnhof zufällig Saskia, Pips getrennt lebende Ehefrau, trifft, beschließen die beiden Frauen, dass Lu, weil Saskia schon recht angetrunken ist, die beiden mit Saskias Wagen nach Berlin fährt. Auf dem Weg machen Saskia und Lu einen spontanen Umweg über Pips und Saskias Garten, weil sie sich erhofft dort auch sein Tagebuch zu finden. In den nächsten Tagen und Wochen versucht Lu wieder in den Tritt zu kommen, doch sie vergisst immer wieder Termine und Deadlines. Sie bereitet sich auf wichtige Termine mit ihrem Chef gar nicht erst vor, weil sie den Termin selbst vergessen hat und ist psychisch und physisch vollkommen am Ende, was sie sich aber nicht erklären kann, denn schließlich ist der Tod ihres Bruders schon Wochen her. Nachdem Lu kurz vor Pips Tod ein Malerunternehmen beauftragt hat, stehen diese plötzlich vor ihrer Tür und wollen ihre Wohnung streichen, wofür Lu allerdings nichts vorbereitet hat. Gemeinsam mit den beiden Malern räumt sie die meisten Möbelstück zur Seite, doch natürlich hat sie sich auch nicht um eine Ersatzbleibe gekümmert, doch nachdem sie wieder etwas vergessen hat, stellt ihr Chef sie kurzerhand für die nächsten Tage frei, damit sie sich etwas erholen kann. Kurzentschlossen fährt Lu in den Garten ihres Bruders, denn den Schlüssel hat sie noch in ihrer Tasche gefunden. Doch kommt sie etwas zur Ruhe doch die paar Tage reichen nicht um sich wieder vollkommen zu erholen. Immer wieder erhält sie Verlängerungen von ihrem Chef, wobei sie auch immer wieder nach Berlin fährt um ein paar Treffen mit ihrem Chef zu absolvieren. Einmal bittet sie dann noch um eine Verlängerung für einige Monate, damit sie danach zur Partnerin in der Kanzlei werden kann. Derzeit könne sie dieses Angebot nicht annehmen, da sie immer noch keine 110% geben kann, was sie aber müsste wenn sie Partnerin sei. Lu entwickelt aber in ihrem Garten auch eine enge Beziehung zu ihren Nachbarn: Nele, die ältere Ex-Apothekerin, die in ihrem Garten Bio-Kräuter für selbst gemacht Tees anbaut, die sie auch an berliner Bio-Läden verkauft und Nico auf der anderen Seite, der als Kindergärtner arbeitet. Nico war gut mit Pip befreundet und hilft auch Lu immer wieder im Garten aus, denn sie hat das Gärtnern für sich entdeckt. Sie baut mit ihm zusammen eine Kräuterspirale und baut Kräuter, aber auch Tomaten und anderes Gemüse in selbst gebauten Hochbeeten an. Als sich herausstellt, dass Neles Kräuter Pestizidversucht sind, gehen die drei Freunde der Sache auf den Grund: sie schöpft Wasser aus einem kleinen Bach, der ursprünglich in einem Naturschutzgebiet entspricht, dann aber an den Feldern des örtlichen Bauern vorbeiführt. Außerdem sind die Felder des Bauern auch nicht weit von ihren Gärten. Sämtliche Proben, die Lu in ein Labor schickt, sind belastet. Der Bauer behauptet immer wieder, dass er nur in den vorgegebenen Grenzwerten bleibt. Lu findet heraus, dass der Bauer damit vielleicht sogar die Wahrheit sagt, dass aber durch Abdrift durchaus auch Grenzüberschreitungen in angrenzenden Gebieten entstehen können. Nele und Nico wollen sich da nicht einmischen, denn sie sehen den Frieden im Dorf gefährdet, doch Lu gibt so schnell nicht auf. Sie nimmt eine Probe aus dem Kindergarten, in den die Enkelkinder des Bauern gehen. Diese Probe aus dem Sandkasten lässt ihn umdenken, denn unter Umständen essen auch seine Enkel diesen Sand und würden so mit krebserregenden Stoffen direkt in Berührung kommen. Lu plant mit ihren Freunden nun ein großes Projekt um das Dorf zum Öko-Dorf umzufunktionieren. Sie möchte zumindest an den Wochenende raus aus der Stadt und im Dorf, bei ihren Freunden, im Garten ihres Bruders sein. Als Saskia ihr verkündet, dass Lu nun raus aus dem Garten muss, weil sie selbst diesen nun nutzen will, sagt Nico ihr, dass das nicht geht, denn es sei doch Lus Garten. Da Saskia aber Pips Erbin ist, denn schließlich waren sie noch verheiratet, kann Lu nichts dagegen tun und räumt ihr Zuhause… Ein Garten für Zwei von Emma Sternberg habe ich als Hörbuch gehört, sodass ich sowohl auf das Medium als auch auf den Inhalt eingehen werde. Als erstes möchte ich hier erwähnen, dass ich die Romane Fünf am Meer und Azurblau für Zwei der Autorin sehr gerne mochte. Entsprechend habe ich mich auf Ein Garten für Zwei gefreut und entsprechend hoch waren auch meine Erwartungen. Vielleicht lag es daran, dass ich vom Buch enttäuscht wurde; ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Kommen wir aber zu den Gründen: Vielleicht habe ich vom Buch einfach etwas anderes erwartet. Zur Handlung selbst komme ich gleich, aber nun erst mal den Charakteren. Lu ist eine toughe, kluge Anwältin. Sie kämpft immer für ihre Mandanten und gewinnt in den allermeisten Fällen. Sie arbeitet gut und gerne mit ihren Kollegen zusammen und ist entsprechend beliebt bei ihnen. Ihr Chef mag sie ebenfalls sehr und so ist sie scheinbar so eine Art Tochterersatz für ihn geworden, was aber nicht heißt, dass er sich für sie und ihre Belange interessiert. So ist Lu. Eigentlich. Denn im Roman verhält sie sich teilweise ganz anders. Sie verhält sich an so vielen Stellen unglaublich dämlich und unreflektiert und wird dabei noch von ihren Kollegen gestützt. Hier meine ich beispielsweise, dass sie nicht begreift, dass der plötzliche Tod ihres Bruders sie aus der Bahn wirft. Sie begreift einfach nicht, dass es für sie ein großer Verlust ist, den sie erst einmal verarbeiten muss. Stattdessen versucht sie immer weiter alles zu geben statt sich von Anfang an mal ein bisschen Zeit für sich und ihre Trauer zu nehmen. Ihr Chef ist ratlos als er merkt wie unaufmerksam sie ihre Arbeit macht. Ich finde es, ehrlich gesagt, eher überraschend, dass ihre Kollegen sich nicht mehr unterstützen. Offenbar hat sie niemandem vom Tod ihres Bruders erzählt, was aber irgendwie auch nicht sein kann, schließlich hat sie die Nachricht erhalten während sie gerade in der Kanzlei war. Ihre unreflektierte Art zieht sich dann auch leider immer weiter durch den Roman. Ich könnte jetzt noch viel über alle anderen Charaktere im Roman schreiben, mache ich aber nicht, weil das den Rahmen wirklich sprengen würde und es auch eigentlich gar nicht viel mehr dazu zu sagen gibt. Aber zu Nico möchte ich noch etwas schreiben, schließlich ist er der zweite Protagonist im Roman. Nico hat seine Meinung von Lu und nachdem er sie sich einmal gebildet hat und sie mit den Erfahrungen, die er mit seiner Ex-Freundin gemacht hat, unterfüttert hat, bleibt er dabei. Offenbar ist es nicht notwendig zu akzeptieren, dass Lu anders sein könnte bis zu dem Punkt, an dem sie sich ganz offensichtlich anders verhält und sich endlich seinem Lebensstil anpasst. Nico war mir einfach nur unsympathisch, denn er war noch weniger als Lu dazu in der Lage offen auf andere Figuren zuzugehen und seine vorgefasste Meinung über sie zu ändern. Und jetzt sind wir schon mitten in dem Problem beziehungsweise bei den Problemen, die ich mit der Handlung hatte. Lu spürt im Laufe der Handlung, dass ihr ihr Job fehlt, deshalb fängt sie an für Nele zu kämpfen, obwohl diese es nicht wirklich möchte. Statt sich einen Mittelweg zwischen ihrem Garten und ihrem alten Job zu suchen, schmeißt sie in Berlin alles hin und verlagert ihr Leben nach Kleinwiesental, wo ihr Garten liegt; natürlich ohne das vorher mit der Besitzerin des Gartens geklärt zu haben. Ich habe mich am Ende wirklich gefragt, wie es sein kann, dass sie ihren alten Job vermisst und sie auch wieder aufblüht, sich besser fühlt als sie ihren Job wieder ausübt und ihn dennoch hinschmeißt. Das wirkte so als hätte sie das alles nur getan, damit sie auf keinen Fall wie Nicos Ex-Freundin ist. Und dass sie dann auch noch zu ihm und in sein Haus zieht, um bloß ihr ganzes altes Leben hinter sich zu lassen, hat alles noch unemanzipierter wirken lassen. Wo ist die toughe Anwältin hin? Außerdem hatte ich etwas ganz anderes von der Handlung erwartet. Ich dachte, dass es Lu allmählich besser geht, weil sie gemeinsam mit jemand anderem in ihrem Garten arbeitet, dabei sind die Episoden, in denen sie wirklich im Garten arbeitet eher in der Minderheit. Das fand ich unglaublich schade, weil ich etwas in Richtung Der geheime Garten von Frances Hodgson Burnett als Liebesgeschichte erwartet hatte und damit leider herbe enttäuscht wurde. Ein Logikfehler war für mich auch, dass sie nach dem Tod ihres Bruders überhaupt keinen Kontakt zu ihren Eltern hat. Ja, ihre Mutter und Lu haben ein schwieriges Verhältnis, aber dass sich ihre Eltern in den nachfolgenden Monaten nicht mal bei ihrer Tochter melden, um herauszufinden wie es ihr geht, fand ich sehr unrealistisch. Die Themen, die im Roman aufgegriffen werden, hatte ich so nicht erwartet. Hier meine ich beispielsweise die Themen Abdrift und Wasserverschmutzung. Die Abdrift, die dafür sorgt, dass Pestizide und andere „Pflanzenschutzmittel“ weit über die Felder hinaus verteilt werden, ist ein Problem, das hier von beiden Seiten beleuchtet wird. Auch der Bauer ist nicht glücklich, dass sich diese Mittel schwerlich besser dosieren lassen, muss aber auch von etwas leben und beschwert sich, dass niemand Rücksicht darauf nimmt wie viele Vorschriften er einhält und wie viel Papierkram er jeden Tag zu erledigen hat. Ich mochte es, dass der Bauer nicht nur als der miese Umweltverschmutzer dargestellt wurde, finde aber, dass man diese Themen besser kenntlich machen sollte. Menschen, die sich für den Roman aufgrund dieser Themen interessieren würden, kriegen so kaum eine Chance ihn zu lesen. Das ist sehr schade. Ich mochte Vanida Karun, die Sprecherin des Hörbuchs, sehr gerne. Mir hat ihre Stimme gut gefallen und sie hat gut zu Lu gepasst. Das Hörbuch selbst kommt in der physischen Version auch in schönem Gewand daher. Das Cover passt optisch zu den anderen beiden Romanen der Autorin. Das Zitat aus dem Roman, die Beschreibungen zur Autorin und zur Sprecherin sind nützliche Informationen und vor allem die Beschreibung hilft natürlich den Inhalt noch einmal kurz zusammengefasst zu erhalten. Die Rezepte klingen ganz interessant, werden aber, wenn ich mich recht erinnere, im Roman nicht erwähnt; sicher bin ich mir gerade aber nicht. Insgesamt war ich von dem Hörbuch Ein Garten für Zwei von Emma Sternberg leider etwas enttäuscht, weil ich etwas anderes erwartet hatte und Lu mir als Figur auch nicht sonderlich sympathisch war.

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Lu ist jung und als Anwältin in einer Großkanzlei so erfolgreich, dass sie kurz vor ihrer Beförderung zur Partnerin steht. Allerdings hat sie keine Zeit für Privates, für Freunde oder Familie, sie geht ganz in ihrem Beruf auf. Bis ihr nur wenig älterer Bruder Pip stirbt, der ihr einst so nahe stand. Wie lange hatte sie keine Zeit mehr für ihn? Sie fällt in ein tiefes Loch, ist völlig aus der Bahn geworfen und macht plötzlich Fehler, die ihrer früher nie passiert wären. Sie zieht die Reißleine und verkriecht sich im Garten ihres Bruders in einem Dorf vor den Toren Berlins. Anfangs ist es eine Notlösung, solange Handwerker ihre chice Wohnung renovieren, aber die Arbeiten dauern länger und sie lernt die Nachbarn kennen. Nach und nach bringen ihr Nele und Nico die Schönheit der Natur und das Leben mit dieser und im Einklang mit dieser nahe. Sie fängt an, das Leben zu genießen und die Nähe zu den beiden. Als Nele ihre Gartenkräuter unter einem Bio-Label vermarkten möchte, kommt ihr beruflicher Ehrgeiz wieder durch und sie einem Umweltskandal auf die Spur. Den Vorgängerroman „Fünf am Meer“ fand ich ganz nett, aber wirklich mitreißen konnte er mich nicht. Irgendwie hatte er mich nicht berührt. Warum um alles in der Welt ich mich dann auf „Ein Garten für zwei“ eingelassen habe, weiß ich nicht so genau, vielleicht wieder das schöne Cover und die Themen Garten und Anwältin auf Sinnsuche. Denn Lu liebt ihren Job und merkt dabei gar nicht, wie ausgebrannt sie ist. Eigentlich ist sie inzwischen innerlich leer und im Gegensatz zu ihrer Sekretärin, die sie eigentlich als Menschen gar nicht wahrnimmt, scheint es niemand zu bemerken. Für Lu ist es ein Wettbewerb, ein großes Kräftemessen, bei dem sie sich keinerlei moralische Fragen stellt. Es geht einzig darum, für ihre Mandanten das beste herauszuschlagen. Erst in der Natur beginnt sie langsam dieses System zu hinterfragen. Anfangs ist ihr das Grün und Gekrabbel um sie herum fremd und sie beäugt es misstrauisch. Was wollte ihr geliebter Bruder hier nur? Doch dank seines Tagebuchs und seiner Nachbarn kommt sie ihm nachträglich näher. Sie versteht ihn wieder und pflichtet ihm sogar bei. Vanida Karun empfinde ich als sehr treffende Wahl. Ihre warme Stimme kann gleichzeitig kompetent und freundlich klingen, wobei sie auch verständnislos, irritiert, einsichtig und ein wenig herrisch, ebenso wie völlig verwirrt oder überfordert (insbesondere beim Zusammentreffen mit Handwerkern) klingen kann. Ich habe ihrer Stimme sehr gerne zugehört und fand sie ebenso angenehm unvertraut und neu, wie abwechslungsreich. Für mich eine echte Neuentdeckung. Als echtes Wohlfühlhörbuch findet Lu natürlich einen neuen Sinn und eine neue Aufgabe in ihrem Leben, aber nicht nur das, auch die Liebe findet wieder ihren Weg zu ihr und bisweilen ein Fünkchen Humor. Allerdings ist dies nur so nebenbei und zur Abrundung des Ganzen, denn es ist definitiv nicht der Mittelpunkt. Trotz des glücklichen Endes in jeglicher Hinsicht, würde ich es also nicht als Liebesroman bezeichnen. Dafür gibt es aber eine Menge Gartentipps und die Mahnung ökologischer die Natur zu bewirtschaften, im Kleinen, wie im Großen. So hat Pip in seiner Laube getrocknete Zapfen, in Wachs getaucht als Kaminanzünder verwendet. Ich habe hier im Urlaub direkt Pinienzapfen gesammelt, für die ich die Reste unserer Adventskranzkerzen einschmelzen werde. Eine schöne Beschäftigung auch mit den Kindern. Im Kontrast zu den entspannten Gartenkapiteln steht die Hektik im Büro. Auch wenn Lu ihre Arbeit liebt, laugt sie sie aus. Sie merkt aber nicht wirklich, dass sie kurz vor dem Zusammenbruch steht. Anders als ihre Sekretärin, denkt sie gar nicht mal an Dinge wie Entspannung und inneres Gleichgewicht. Sie scheint gefangen in einem Hamsterrad, in dem sie effizient Leistung bringt, bis sie fast kollabiert. In Wirklichkeit geht es in den Großkanzleien noch brutaler zu und die Arbeitszeiten sind noch länger, aber für Normalhörer klingt es schon schrecklich und auslaugend genug. Die Ausstiegsquote in diesem Berufszweig ist enorm hoch, denn Geld ist zum Glück doch nicht alles, wie auch Lu feststellt. Lu ist durchaus facettenreich beschrieben. Sie ist keine Karikatur einer erfolgreichen Anwältin, auch wenn zu Beginn die Realität in Form der Renovierung ihrer Wohnung sie hoffnungslos überfordert. Bisweilen kann sie nicht aus ihrer Haut, doch sie ist bereit, nicht nur ihr Leben und das auf dem Land, sondern auch sich selbst und ihre eigenen Bedürfnisse in Frage zu stellen, was mir sehr gut gefällt. Sehr liebevoll finde ich die Hülle gestaltet, die nicht nur sehr stimmungsvoll in zartem Pastell mit Blümchen gestaltet ist, sondern neben Informationen zu Autorin, Sprecherin und Inhalt auch ein Rezept für Salbeichips und Neles Kopf-Hoch-Tee enthält. Ein wirklich glücklich machender Wohlfühlroman, den ich sehr gerne gehört habe und der mich im Gegensatz zu seinem Vorgänger auch wirklich persönlich interessiert und bewegt hat. Ich bin sehr froh, dass ich mich vom Titel und dem Cover habe verführen lassen und der Autorin noch eine Chance gab!

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Ein Garten für zwei

Von: zwischenzeil.ich

27.07.2021

Seit #fünfammeer und #azurblaufürzwei bin ich schon großer Emma-Sternberg-Fan. Die Bücher von ihr waren bisher absolute Wohlfühlromane. Auch #eingartenfürzwei ist ein solcher. Schön geschrieben und ich war direkt von Anfang an in der Geschichte drin. Mich hat das Buch sehr inspiriert, das Glück auch in den kleinen, einfachen Dingen zu sehen. Ich kann euch das Buch sehr empfehlen, wenn ihr mal wieder was richtig Schönes lesen wollt 🥰 Ein tolles Sommerbuch (auch wenn es im Winter startet 😉)! 4/5 ⭐

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Das Buchcover ist wieder einmal schön bunt und passt optisch zu den anderen Büchern, die ich alle beide verschlungen habe. Meine Erwartungen waren dementsprechend sehr hoch, da ich die Bücher der Autorin bisher mit Begeisterung gelesen habe. Ich wurde auf jeden Fall nicht enttäuscht! Schon zu Beginn der Geschichte wird schnell klar, das es sich hier wieder um eine absolute Wohlfühlgeschichte handelt und man kommt sofort gut in die Handlung. Lu ist ein Workaholic wie sie im Buche steht und ich hatte am Anfang Sorge, dass sich das womöglich nie ändern würde aber es gibt manchmal etwas, das dafür sorgt, alle Pläne über Bord zu werfen und das nennt sich Liebe! Ich mochte den Verlauf der Geschichte sehr gerne und fand es schön mit welcher Liebe zum Detail die Autorin wieder geschrieben hat. Ich habe das Buch mit gutem Gewissen geschlossen weil das Ende wirklich zufriedenstellend war. Fazit Es war wieder einmal Verlass auf die Autorin und ich habe die Geschichte sehr genossen. Wenn du ein Wohlfühlbuch für den Sommer suchst, dann bist du hier genau richtig.

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