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Rezensionen zu
Die Schweigende

Ellen Sandberg

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Ich habe das Buch mehrfach begonnen, nicht weil es so schlecht war sondern weil mich die Geschichte so mitgenommen hat. Man erfährt Dinge die vorgefallen sind, welche ich persönlich nicht ganz so gut wegstecken konnte. Karin wächst in den Nachkriegsjahren auf und hat Träume. Träume, die sie aufgrund einer falschen Entscheidung nicht verwirklichen kann. Später nimmt ihre älteste Tochter dem Vater auf dem Sterbebett ein Versprechen ab, welches den Leser zurück in die Nachkriegszeit und zu der jungen Karin führt. Wir erfahren welches Schicksal sie ereilt hat und wie sie damit umgeht. Klar ist, dass die Vergangenheit sie stark geprägt hat und nach und nach wird klar, warum sie ist wie sie ist. Die Personen sind alle authentisch dargestellt, natürlich gibt es welche die sofort sympathisch sind und solche, denen man lieber gerne den Hals umdrehen würde 😅🙈. Ich habe schonmal ein Buch von Ellen Sandberg gelesen. Der Schreibstil der Autorin ist toll, es liest sich sehr gut. Die Unterteilung der Kapitel bezüglich der einzelnen Protagonisten gepaart mit dem Rückblick in die Vergangenheit fand ich sehr gut. Auch die Kapitellänge war ideal. Auch wenn ich etwas länger gebraucht habe war das Buch sehr lesenswert.

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Meine Meinung: Dies war das erste Buch, welches ich von der Autorin gelesen habe und ich werde auf jeden Fall alle Bücher von ihr verfolgen. Mich hat ein Buch, welches in zwei Zeitepochen spielt, selten so mitgenommen wie dieser Roman. 2019: Die drei Schwestern Imke, Angelika und Anne treffen bei der Beisetzung ihres Vaters wieder aufeinander. Imke lebt in der Nähe ihres Elternhauses und hat sich zur Aufgabe gemacht, ihre Mutter nach dem Tod des Vaters zu unterstützen. Angelika (Geli), hat einen schweren Schicksalsschlag erlitten und ist gerade dabei, wieder ins Leben zurückzufinden. Dabei unterstützt sie ihr neuer Lebensgefährde Niklas. Anne ist das Nesthäkchen der Familie, die mit ihrem Mann in einer hochwertigen Wohnung wohnt und bisher alles erreichte, was sie wollte. Doch dann wird ihr in ihrem Betrieb eine Aufstiegschance genommen und so entscheidet sie sich, selber eine Firma aufzubauen. Dabei geht sie auch über Leichen um ihren Willen durchzusetzen. Alle drei Geschwister haben ein eher kühles und unnahbares Verhältnis zu ihrer Mutter Karin, die nie Gefühle zuließ. Nur ihr Mann, der sie jetzt für immer verlassen hat, konnte Karin verstehen. 1956: Karin lebt mit ihrem kleinen Bruder Pelle und ihrer Mutter in einer kleinen Wohnung. Die Mutter arbeitet hart, um die beiden Kinder großzuziehen und mit dem nötigsten zu versorgen. Die Zuneigung in der Familie ist groß und Karin hat eigentlich eine wunderbare Kindheit. Bis zu dem Tag, als neugierige Nachbarn behaupten, dass Karin in Abwesenheit ihrer Mutter Besuch von Jungen hat. Außerdem würde sie sich auffällig schminken, was zu dieser Zeit nicht üblich war. Schließlich wird das Jugendamt eingeschaltet und sowohl Karin als auch Pelle, der Mutter weggenommen und in ein Heim gesteckt. Was den Kindern in diesem Heim angetan wird, ließ mir wirklich das Blut in den Adern gefrieren. Unverblümt erzählt Ellen Sandberg, wie in den früheren Jahren mit den jungen Insassen umgegangen wurde. Sie wurden nicht liebevoll erzogen und für das Leben als Erwachsene vorbereitet, sie wurden gezüchtigt. Körperliche und geistige Gewalt lag an der Tagesordnung. Spurte jemand nicht so wie die Oberin es wollte, wurden sie auf unterschiedlichster Weise bestraft. Diese Kapitel über das Heim haben mich dermaßen mitgenommen, dass ich das Buch oft zur Seite legen musste. Ich wusste ja, dass es in den früheren Zeiten viele solche Heime gab und dass es dort nicht unbedingt liebevoll zuging. Aber über so etwas Furchtbaren zu lesen und zu wissen, dass es wirklich Folter und sogar Mord in diesen Heimen gab, war etwas ganz anderes. Ich hatte oft Tränen in den Augen und konnte über diese “pädagogischen” Erziehungsmaßnamen nur den Kopf schütteln. Trotzdem oder gerade deshalb hat mich der Roman dermaßen gefesselt und die Spannung war oft unerträglich. Ich gebe hier eine klare Leseempfehlung, aber es ist nichts für schwache Nerven, was ich hier erwähnen möchte. Von mir bekommt das Buch 5 von 5 Sternen. Gleichzeitig möchte ich mich beim Bloggerportal von Randomhouse für das Rezensionsexemplar bedanken.

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Manche Erinnerungen hinterlassen tiefe Narben auf der Seele ... München, 2019. Im Garten der Familie Remy verdorren langsam die Rosenbüsche, die zur Geburt der drei Töchter gepflanzt wurden. Imke, Angelika und Anne sind längst erwachsen und gehen ihrer Wege – bis zu dem Tag, an dem ihr Vater beigesetzt wird. Denn auf dem Sterbebett nimmt er Imke ein Versprechen ab, das schnell eine zerstörerische Kraft entfaltet – und das sie alles hinterfragen lässt, was sie über ihre Mutter zu wissen glaubt. 1956. Im Nachkriegsdeutschland wächst eine neue Generation heran. Die lebenslustige Karin spart für ihre erste Jeans, träumt von Elvis Presley und davon, später Ärztin zu werden. Sie ahnt nicht, dass die Schatten der Vergangenheit lang und mächtig sind – und welch verheerenden Folgen eine spontane Entscheidung haben wird. Nicht nur für sie. Nach dem großen Erfolg von »Das Erbe« der neue Roman der Bestsellerautorin Ellen Sandberg. Das Buch ist Flüssig und Bildhaft gut geschrieben so das man sich das alles sehr gut vorstellen kann und sich auch gut reinversetzten kann. Ja eigentlich ist es nach außen hin eine ganz normale Familie Vater, Mutter und drei Kinder. Der Vater war Jahrelang für die Mädchen beides er war Vater und Mutter zusammen, die Mutter schaffte es einfach nicht nähe zuzulassen und den Kindern die Liebe zu zeigen. Nun sind die Mädchen erwachsen und müssen den schweren Schicksalsschlag verkraften das der Vater gestorben ist . Am Sterbebett allerdings nimmt er seiner Tochter Imke noch ein Versprechen ab, sie soll Peter finden den Bruder von Karin, von dem sie bis dahin allerdings nie was gehört hatten. So macht sich also Imke dran die Rätsel der Vergangenheit zu lösen um Peter zu finden so wie sie es ihrem Vater versprochen hat. Bei der Suche nun nach Peter tun sich nun Abgründe auf und es wird eine fürchterliche Reise in eine Schreckliche Vergangenheit von Schlägen Seelischen Missbrauch und auch sexuellen Missbrauch. Vom Leben im Kinderheim bei Nonnen. Je weiter sie suchen desto mehr kommt Verständnis für das Verhalten der Mutter bei den frauen auf bei der einen mehr bei der andern weniger. Fazit von mir: Ich muss sagen Ellen Sandberg hat wie in ihren Vorherigen Büchern es auch hier wieder geschafft alle Personen super zum Leben zu erwecken man kann wieder sich in alle Charaktere rein versetzten mal mehr mal weniger. Viele Handlungen kann man nachvollziehen und ich muss auch sagen es ist ein hartes Thema.

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Trauma, Verdrängung und Scham. Das sind die großen Themen, um die es in Ellen Sandbergs neuem Roman Die Schweigende (erschienen im Oktober 2020 im Pengiun-Verlag) geht. Wie viele von Sandbergs vorherigen Romanen ist auch dieser eine Mischung aus Spannungs- und Familienroman. Über mehrere Generationen wird hier vom Schicksal der Familie Remy erzählt, das geprägt ist durch ein grausames Geheimnis und ewiges Schweigen, weil das Sprechen über die Geschehnisse vor 60 Jahren viel zu schmerzhaft wäre. Auf erdrückende aber eindrucksvolle Weise zeigt Sandberg, wie das Trauma eines einzelnen Familienmitgliedes noch Generationen später zu spüren sein kann und wie Schweigen und Scham eine ganze Familie fast zerstören können. Darum geht’s: Auf dem Sterbebett muss Imke ihrem Vater ein Versprechen abnehmen: Sie soll nach Peter suchen. Mehr sagt ihr Vater nicht. Doch zunächst sind ohnehin erst einmal andere Dinge wichtig: Denn nach dem Tod des Familienoberhauptes entfernen sich nicht nur Imke und ihre beiden Schwestern Geli und Anne immer weiter voneinander sondern auch ihre Mutter Karin, die ohnehin schon emotional abwesend und kalt war, zieht sich völlig aus dem Leben zurück, so dass Imke sich neben ihrem Job auch noch um ihre Mutter kümmern muss. Doch beim Aufräumen eines alten Schuppens stößt Imke wieder auf den Namen Peter und begibt sich dabei auf eine Spur, die sie bis in die Kindheit ihrer Mutter führt, eine Kindheit in einem deutschen Erziehungsheim, die geprägt ist durch Grausamkeit, Unterdrückung und Ausbeutung. Und Imke muss feststellen, dass die Suche nach dem ominösen Peter immer mehr zu einer Suche nach ihrer Mutter wird, einer Suche nach den Gründen, wie aus einem lebensfrohen jungen Mädchen mit Wünschen und Träumen diese kaltherzige, distanzierte Frau werden konnte,die mit dem Leben schon abgeschlossen hat. Die Schweigende ist ein Roman, der Spuren hinterlässt, der erschüttert und über den man im Nachhinein noch lange nachgrübeln kann. Denn obwohl die Geschichte um die Familie Remy zwar nur Fiktion ist, so sind es die grausamen Verhältnisse in den deutschen Fürsorgeheimen der Nachkriegszeit keinesfalls. Wie Sandberg im Nachwort festhält, war es ihr ein wichtiges Anliegen, das Schicksal eines Heimkindes lebendig werden zu lassen und besonders auch die Auswirkungen einer solchen Erziehung auf die nächste und übernächste Generation darzustellen. Das ist ihr definitiv gelungen, denn in dem Moment, in dem Imke mit ihren Nachforschungen beginnt, setzt auch bei ihrer Mutter Karin ein unaufhaltsamer und vor allem schmerzhafter Prozess des Erinnerns ein, so dass der Roman letztlich in zwei Zeitperspektiven erzählt wird. Die Passagen dieses Erinnerns sind stellenweise nur schwer zu ertragen, denn was diesen Kindern damals zustieß, war mehr als grausam. Besonders gelungen sind auch die psychologisch komplexen Protagonisten. Nach dem Tod des Vaters bleiben nur noch die vier Frauen der Familie Remy übrig: Mutter Karin und ihre drei Töchter Imke, Geli und Anne. Und obwohl insbesondere die Schwestern zutiefst unterschiedlich sind, so haben sie doch eins gemeinsam: Sie alle sind auf die ein oder andre Weise geprägt durch die traumatischen Erfahrungen ihrer Mutter und ihrer daraus resultierenden emotionalen Kälte. Als Leser ist man stellenweise einfach fassungslos darüber, wie rücksichtslos und grausam die Charaktere sich teilweise zueinander verhalten, doch im Verlauf des Buches (das ist das Faszinierende an dieser Erzählung) schafft es die Autorin, die Beweggründe der Personen aufzuklären und das Gefühl von Ärger schwingt in Bedauern und Mitleid um. Das ganze Buch hat einfach etwas zutiefst Tragisches an sich. Die Schweigende ist ein spannender und vor allem bewegender Familienroman, der zeigt, dass Vergangenheit uns prägt und zu den Menschen macht, die wir heute sind. Es ist ein Roman, der an ein Kapitel der Geschichte erinnert, von dem sicher nur sehr wenige Menschen wissen, das aber unbedingt Beachtung verdient.

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Die Schweigende

Von: Jessica

09.05.2021

Das ist das 3. Buch von Ellen Sandberg, das ich lese. Das erste, das ich gelesen habe, hat mir gar nicht gefallen, das zweite dafür umso mehr. Ich bin froh, dass „Die Schweigende“ an das zweite und nicht an das erste Buch anknüpft. Karin, Mutter von drei erwachsenen Töchter kann Nähe und Zuneigung nicht wirklich zulassen bzw. zeigen. Ihre Kinder nehmen sie als sehr distanziert wahr und haben nie erfahren, was es bedeutet, eine sorgende, liebende Mutter zu haben. Was sie aber nicht wissen, ist warum ihre Mutter so ist, wie sie ist. Da die Kapitel aus den unterschiedlichen Sichtweisen geschrieben ist und auch immer wieder Abstecher in Karin’s Vergangenheit macht, erfährt der Leser ganz gut, was hinter Karin’s Distanziertheit steckt. Im Moment stehe ich irgendwie total auf solche Familienromane und so hat mich dieses Buch ziemlich schnell in seinen Bann gezogen. Es zeigt auch sehr deutlich, wie sich das Leben in den letzten 50-70 Jahren doch verändert hat und welche Entwicklung unsere Gesellschaft in doch eigentlich so kurzer Zeit hingelegt hat. Alleine diesen Vergleich im Buch zu lesen ist das Lesen schon wert.

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Die Geschichte ist mir sehr unter die Haut gegangen und wird auch bestimmt noch lange Zeit in mir nachwirken. Karin kann Nähe und Berührungen nur sehr schwer zulassen und auf ihre Kinder wirkte sie deswegen auch immer sehr Gefühlskalt. Auf dem Sterbebett hat Imke ihrem Vater versprochen, nach einem gewissen Peter zu suchen. Durch diese Suche wird schnell klar, warum Karin so ist. In diesem Buch wird dem Leser einiges abverlangt und ich hatte oft Tränen in den Augen, wie grausam das Hauspersonal und die Schwestern mit den Kindern umgegangen sind und was alles vertuscht wurde, damit nur ja nichts an die Öffentlichkeit dringt. Es wird auch erzählt, inwieweit die Kälte der Mutter sich auf ihre Töchter ausgewirkt hat und wie deren Leben verlaufen ist. Annes Lebenseinstellung konnte ich absolut nicht nachvollziehen und sie ist ein wahres Biest und geht über Leichen, wenn sie ein bestimmtes Ziel vor Augen hat. Imke war mir am sympathischsten. Sie ist sehr bodenständig und ist im Gegensatz zu ihren Schwestern trotzdem immer für ihre Mutter da. Geli war mir weder sympathisch noch unsympathisch, sie hat ebenfalls einen schweren Schicksalsschlag erlitten und musste sich erst wieder zurechtfinden. Der Schreibstil ist sehr flüssig und bildhaft und trotz der Schwere der Thematik bin ich nur so durchs Buch geflogen. Wollte ich doch unbedingt wissen, was es mit diesem Peter auf sich hat. Fazit: Eine Geschichte, die unter die Haut geht, die ich aber unbedingt empfehlen kann. Dies war mein erstes Buch von Ellen Sandberg, aber mit Sicherheit nicht mein letztes. Vielen Dank an den Penguin Verlag und das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar.

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Dieser Roman hat mir wirklich sehr gut gefallen, weil er die Gegenwart mit der Vergangenheit vereint und dem modernen Menschen vor Augen führt, wie die Nachkriegszeit wirklich aussah und vor allem wie Kinder zu dieser Zeit erzogen wurden. Es öffnet einem die Augen und ist sowohl lehrreich, als auch emotional und unterhaltsam. Ein wirklich sehr empfehlenswerter und spannender Roman!

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Eine Familie droht nach dem überraschenden Tod des Vaters auseinander zu brechen. Während die schon immer mit diversen Macken „gesegnete“ Mutter gänzlich den Halt zu verlieren scheint, zerstreiten sich die drei erwachsenen Töchter ob der Frage, wie mit der labilen Mutter umgegangen werden soll. Für weitere Aufregung sorgt, dass die mittlere Tochter vom sterbenden Vater den Auftrag erhalten hat, in der Vergangenheit der Mutter zu wühlen. Nach und nach kommen die dunklen Geheimnisse der Mutter an die Oberfläche und werfen nicht nur ein gänzlich neues Licht auf deren Verhalten gegenüber ihren Töchtern. Sondern auch die Töchter selbst beginnen zu verstehen, warum sie so wurden, wie sie sind. Was für ein intensives und erschütterndes Buch! Ellen Sandberg gelingt es in „Die Schweigende“ einen grandiosen Spannungsbogen aufzubauen. Dadurch, dass die Geschichte abwechselnd aus Sicht der Mutter und einer der drei Töchter erzählt wird, setzt sich die Vergangenheit der Mutter nach und nach wie ein Puzzle zu einem Großen und Ganzen zusammen. In meinen Augen ist es Ellen Sandberg mit „Die Schweigende“ gelungen, den vergessenen Heimkindern der Nachkriegsbundesrepublik ein Denkmal zu setzen. Denn durch die Erinnerungen der Mutter zeichnet sie nicht nur ein schonungsloses Bilder der damaligen Vorkommnisse. Es gelingt ihr auch, den Bogen ins hier und heute zu spannen und aufzuzeigen, warum nicht nur die Mutter nie ein normales Leben wird führen können. Sondern darüberhinaus warum sich solch traumatische Erlebnisse auch auf das Leben der Kinder und Kindeskinder auswirken. Auch das einzige Hilfsmittel, das es in einer solchen Situation gibt, wird aufgezeigt: die Therapie. Für mich wurde sehr anschaulich geschildert, dass der Weg des Verdrängens definitiv der falsche ist. Mich ließ „Die Schweigende“ lange nach dem Lesen nicht los. Die Frage nach dem „warum“ beschäftigt mich noch immer. Wie konnte es dazu kommen, dass die Erwachsenen (im Buch bestehend aus Nonnen und männlichem Lehrpersonal) ihre Machtposition gegenüber den ihnen anvertrauten minderjährigen Schützlingen so rücksichtslos und grausam ausgenutzt haben? Wie kann ein Mensch so werden? Insbesondere ein Mensch, der sich eigentlich Gott und Grundsätzen wie der Nächstenliebe verpflichtet hat. Reichlich bizarr mutet es auch an, dass Mitglieder der Baader-Meinhof-Bande die ersten waren, die sich dem Schicksal der Heimkinder angenommen haben. Es bleibt zu hoffen, dass so etwas heutzutage nicht mehr vorkommen kann. Plus dass die Vergehen der Vergangenheit komplett aufgearbeitet werden und die Opfer eine Entschädigung (die im Endeffekt nie mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein sein kann) erhalten. „Die Schweigende“ ist von meiner Seite eine absolute Leseempfehlung. Denn neben all dem, was man über ein sehr trauriges Kapitel der Geschichte der BRD lernt, ist es auch ein wahnsinnig spannender und gut geschriebener Roman. Es vereint also eine geschichtliche Lehrstunde mit einem spannenden Lesevergnügen. Es ist kein dünnes Buch, dass ich wegen dieser Qualitäten trotzdem innerhalb kurzer Zeit beendet habe.

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