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Rezensionen zu
Die Schweigende

Ellen Sandberg

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Die Schweigende

Von: Jessica

09.05.2021

Das ist das 3. Buch von Ellen Sandberg, das ich lese. Das erste, das ich gelesen habe, hat mir gar nicht gefallen, das zweite dafür umso mehr. Ich bin froh, dass „Die Schweigende“ an das zweite und nicht an das erste Buch anknüpft. Karin, Mutter von drei erwachsenen Töchter kann Nähe und Zuneigung nicht wirklich zulassen bzw. zeigen. Ihre Kinder nehmen sie als sehr distanziert wahr und haben nie erfahren, was es bedeutet, eine sorgende, liebende Mutter zu haben. Was sie aber nicht wissen, ist warum ihre Mutter so ist, wie sie ist. Da die Kapitel aus den unterschiedlichen Sichtweisen geschrieben ist und auch immer wieder Abstecher in Karin’s Vergangenheit macht, erfährt der Leser ganz gut, was hinter Karin’s Distanziertheit steckt. Im Moment stehe ich irgendwie total auf solche Familienromane und so hat mich dieses Buch ziemlich schnell in seinen Bann gezogen. Es zeigt auch sehr deutlich, wie sich das Leben in den letzten 50-70 Jahren doch verändert hat und welche Entwicklung unsere Gesellschaft in doch eigentlich so kurzer Zeit hingelegt hat. Alleine diesen Vergleich im Buch zu lesen ist das Lesen schon wert.

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Die Geschichte ist mir sehr unter die Haut gegangen und wird auch bestimmt noch lange Zeit in mir nachwirken. Karin kann Nähe und Berührungen nur sehr schwer zulassen und auf ihre Kinder wirkte sie deswegen auch immer sehr Gefühlskalt. Auf dem Sterbebett hat Imke ihrem Vater versprochen, nach einem gewissen Peter zu suchen. Durch diese Suche wird schnell klar, warum Karin so ist. In diesem Buch wird dem Leser einiges abverlangt und ich hatte oft Tränen in den Augen, wie grausam das Hauspersonal und die Schwestern mit den Kindern umgegangen sind und was alles vertuscht wurde, damit nur ja nichts an die Öffentlichkeit dringt. Es wird auch erzählt, inwieweit die Kälte der Mutter sich auf ihre Töchter ausgewirkt hat und wie deren Leben verlaufen ist. Annes Lebenseinstellung konnte ich absolut nicht nachvollziehen und sie ist ein wahres Biest und geht über Leichen, wenn sie ein bestimmtes Ziel vor Augen hat. Imke war mir am sympathischsten. Sie ist sehr bodenständig und ist im Gegensatz zu ihren Schwestern trotzdem immer für ihre Mutter da. Geli war mir weder sympathisch noch unsympathisch, sie hat ebenfalls einen schweren Schicksalsschlag erlitten und musste sich erst wieder zurechtfinden. Der Schreibstil ist sehr flüssig und bildhaft und trotz der Schwere der Thematik bin ich nur so durchs Buch geflogen. Wollte ich doch unbedingt wissen, was es mit diesem Peter auf sich hat. Fazit: Eine Geschichte, die unter die Haut geht, die ich aber unbedingt empfehlen kann. Dies war mein erstes Buch von Ellen Sandberg, aber mit Sicherheit nicht mein letztes. Vielen Dank an den Penguin Verlag und das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar.

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Dieser Roman hat mir wirklich sehr gut gefallen, weil er die Gegenwart mit der Vergangenheit vereint und dem modernen Menschen vor Augen führt, wie die Nachkriegszeit wirklich aussah und vor allem wie Kinder zu dieser Zeit erzogen wurden. Es öffnet einem die Augen und ist sowohl lehrreich, als auch emotional und unterhaltsam. Ein wirklich sehr empfehlenswerter und spannender Roman!

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Eine Familie droht nach dem überraschenden Tod des Vaters auseinander zu brechen. Während die schon immer mit diversen Macken „gesegnete“ Mutter gänzlich den Halt zu verlieren scheint, zerstreiten sich die drei erwachsenen Töchter ob der Frage, wie mit der labilen Mutter umgegangen werden soll. Für weitere Aufregung sorgt, dass die mittlere Tochter vom sterbenden Vater den Auftrag erhalten hat, in der Vergangenheit der Mutter zu wühlen. Nach und nach kommen die dunklen Geheimnisse der Mutter an die Oberfläche und werfen nicht nur ein gänzlich neues Licht auf deren Verhalten gegenüber ihren Töchtern. Sondern auch die Töchter selbst beginnen zu verstehen, warum sie so wurden, wie sie sind. Was für ein intensives und erschütterndes Buch! Ellen Sandberg gelingt es in „Die Schweigende“ einen grandiosen Spannungsbogen aufzubauen. Dadurch, dass die Geschichte abwechselnd aus Sicht der Mutter und einer der drei Töchter erzählt wird, setzt sich die Vergangenheit der Mutter nach und nach wie ein Puzzle zu einem Großen und Ganzen zusammen. In meinen Augen ist es Ellen Sandberg mit „Die Schweigende“ gelungen, den vergessenen Heimkindern der Nachkriegsbundesrepublik ein Denkmal zu setzen. Denn durch die Erinnerungen der Mutter zeichnet sie nicht nur ein schonungsloses Bilder der damaligen Vorkommnisse. Es gelingt ihr auch, den Bogen ins hier und heute zu spannen und aufzuzeigen, warum nicht nur die Mutter nie ein normales Leben wird führen können. Sondern darüberhinaus warum sich solch traumatische Erlebnisse auch auf das Leben der Kinder und Kindeskinder auswirken. Auch das einzige Hilfsmittel, das es in einer solchen Situation gibt, wird aufgezeigt: die Therapie. Für mich wurde sehr anschaulich geschildert, dass der Weg des Verdrängens definitiv der falsche ist. Mich ließ „Die Schweigende“ lange nach dem Lesen nicht los. Die Frage nach dem „warum“ beschäftigt mich noch immer. Wie konnte es dazu kommen, dass die Erwachsenen (im Buch bestehend aus Nonnen und männlichem Lehrpersonal) ihre Machtposition gegenüber den ihnen anvertrauten minderjährigen Schützlingen so rücksichtslos und grausam ausgenutzt haben? Wie kann ein Mensch so werden? Insbesondere ein Mensch, der sich eigentlich Gott und Grundsätzen wie der Nächstenliebe verpflichtet hat. Reichlich bizarr mutet es auch an, dass Mitglieder der Baader-Meinhof-Bande die ersten waren, die sich dem Schicksal der Heimkinder angenommen haben. Es bleibt zu hoffen, dass so etwas heutzutage nicht mehr vorkommen kann. Plus dass die Vergehen der Vergangenheit komplett aufgearbeitet werden und die Opfer eine Entschädigung (die im Endeffekt nie mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein sein kann) erhalten. „Die Schweigende“ ist von meiner Seite eine absolute Leseempfehlung. Denn neben all dem, was man über ein sehr trauriges Kapitel der Geschichte der BRD lernt, ist es auch ein wahnsinnig spannender und gut geschriebener Roman. Es vereint also eine geschichtliche Lehrstunde mit einem spannenden Lesevergnügen. Es ist kein dünnes Buch, dass ich wegen dieser Qualitäten trotzdem innerhalb kurzer Zeit beendet habe.

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In dem Buch Die Schweigende von Ellen Sandberg geht es um die Familie Remy. Im Garten wurden zur Geburt der drei Töchter Rosenbüsche gepflanzt, diese verdorren jetzt langsam. Auf dem Sterbebett nimmt der Vater Imke ein Versprechen ab, dass sie hinterfragen lässt, was sie über ihre Mutter zu wissen glaubt. Die Mutter Karin wächst im Nachkriegsdeutschland auf, sie hört Elvis Presley und träumt davon, Ärztin zu werden. Eine spontane Entscheidung hat verheerende Folgen, nicht nur für sie. Das Cover hat eine einsame Kulisse, ist aber eher duster. Was der Titel wohl zu bedeuten hat? Das Buch lässt sich flüssig lesen, man findet gut in die Geschichte. Es wird abwechselnd die Vergangenheit und die Gegenwart erzählt. Die Familie spielt wohl mit die größte Rolle im Buch, dazu kommt die Freundschaft. Das Buch spielt im Nachkriegsdeutschland, man merkt, dass es wirklich andere Zeiten waren. Karin, die Mutter der drei Töchter hat in ihrer Kindheit traumatische Dinge erlebt und sie haben sie fürs Leben geprägt. Sie war in einem Erziehungsheim und was sie da erlebt hat, ist nichts für schwache Nerven. Leider ist das ganze nicht frei erfunden, das gab es durchaus auch in Deutschland in der Nachkriegszeit. Ein interessanter, spannender Roman, der nichts für schwache Nerven ist.

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Der Vater von Imke, Angelika und Anne nimmt vor seinem Tod Imke ein Versprechen ab. Sie soll einen Peter finden. Auf dieser Suche erfahren sie und ihre Schwestern einiges aus der Vergangenheit ihrer Mutter. Diese war 1956 ein lebensfrohes Mädchen, dessen Zukunft sich schon sehr bald als grausam erweisen wird. Autorin Ellen Sandberg sorgt mit dieser Geschichte für ein wahres Gefühlskarussell. Da ist einmal die Mutter, welche zu ihrer Vergangenheit immer geschwiegen hat. Bloß nicht zurückschauen. Ihr ist es nie gelungen, zu ihren Töchtern eine echte Bindung aufzubauen. Diese haben sich zu drei sehr unterschiedlichen Frauen entwickelt, welche jede auf ihre Art unter der Kälte der Mutter glitten hat. Dabei hat deren Schicksal auch das ihre beeinflusst. Insbesondere die Tochter Anne hat mich emotional stärker gepackt als die anderen Charaktere. Auch wenn diese sehr gut ausgearbeitet sind, hätte ich Anne ganz gerne mal den Kopf gewaschen. Sie ist die anstrengendste der Schwestern. Dabei merkt man gerade an den unterschiedlichen Schwestern, wie das Schweigen der Mutter ihr Leben gezeichnet hat. Es ist faszinierend, wie sich die Vergangenheit einer Mutter auf das Leben der Kinder und Enkelkinder legen kann und diese so bis in die Gegenwart nachhallt. Was die Mutter in ihrer Jugend ertragen musste, ist während des Lesens schwer zu fassen. Zwar ist diese Geschichte fiktiv, jedoch gab es das Geschehene so oder so ähnlich auf der ganzen Welt. Als Leser verfolgt man die Entwicklung von einem lebenslustigen Mädchen zu einer gebrochenen Frau. Dies verursacht an einigen Stellen Gänsehaut. Oft musste ich schlucken und Tränen unterdrücken. „Die Schweigende“ lief wie ein Film vor meinem geistigen Auge und hinterließ noch lange ein Gedankenkarussell.

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DIE SCHWEIGENDE Roman In dem 4. Roman von Ellen Sandberg geht es um Karin und ihre drei, inzwischen erwachsenen Töchter. Durch den Tod von Jens, Karins Ehemann und Vater der drei Frauen, erfahren die Kinder von Peter. Dieser ist Karins Bruder, doch wieso verschwieg sie diesen bisher und will auch jetzt nicht über ihn reden? Eine der drei Töchter macht sich auf die Suche und stößt dabei auf ein von Nonnen geführtes Kinderheim in den 50er / 60er Jahren und auf die dort herrschenden schrecklichen Erziehungsmethoden. Laut google books handelt es sich bei dem Buch um einen Suspense-Roman. Diese Stilrichtung kannte ich bisher nur aus Krimi-Filmen, wie dem Tatort: Man kennt beispielsweise den Tätern und wartet bis die Ermittler diesen als solchen identifizieren. Das erweckte mein Interesse. Doch leider handelt es sich hierbei keinesfalls um Susepense. Was dem Roman keinesfalls schadet. Denn die Geschichte ist wunderbar stimmig, flüssig zu lesen mit einer gehörigen Portion Spannung, die bis zuletzt anhält. Das hängt sicherlich mit der Frau hinter dem Pseudonym zusammen: Inge Löhning hat schon einige Kriminalromane geschrieben. 2017 veröffentlichte sie unter dem Synonym "Ellen Sandberg" ihren ersten Spannungs-Roman "Die Vergessenen". Es folgten drei weitere. Dies war mein erster Roman von ihr, sicherlich jedoch nicht der letzte. Die Figuren sind unglaublich unterschiedlich und schon vor dem Lesen des ersten Satzes konnte ich mich mit den Figuren vertraut machen, weil im inneren des Schmutztitelblatts eine kurze Beschreibung zu den Frauen in der Familie zu finden ist. Neben des ersten Kennenlernens war dies für mich anfangs auch noch ein prima Spickzettel, wer wer ist. Wirklich genial! Ich habe das Buch trotz des ernsten und schmerzhaften Themas einfach wunderbar und sehr spannend gefunden. Die knapp 520 Seiten habe ich auf wenige Tage verschlungen und empfehle das Buch gerne weiter, die mit ernsten Themen in Büchern klar kommen und sich nicht getriggert fühlen.

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Schockierendes aber absoult lesenswertes Buch

Von: emmasbuecherecke

10.04.2021

„Die Schweigende“ von Ellen Sandberg - Ohne große Erwartungen begann ich das Buch zu lesen und konnte es kaum noch aus den Händen legen. Im Klappentext heißt es, es gehe um drei Schwestern und ihre Mutter Karin, deren Vater, bzw. Mann kürzlich verstorben ist und der einen letzten Wunsch hatte. Doch, dass der Schatten der Vergangenheit mit der Fürsorgeerziehung in deutschen Kinderheimen zu tun hat, ahnte ich nicht und um ehrlich zu sein, war mir dieser Teil der deutschen Nachkriegsgeschichte nicht wirklich bekannt. Der letzte Wunsch des Vaters ist es einen Peter zu finden. Imke, eine der Töchter möchte diesem Wunsch nachgehen und stößt damit wieder einmal bei ihrer kalten und meist emotionslosen Mutter auf Unverständnis. Diese möchte die Vergangenheit ruhen lassen und nur in die Zukunft schauen. Doch Imke lässt sich davon nicht abhalten und stellt Nachforschungen an. Bald schon stößt sie auf erschreckende Informationen. Viel möchte ich dazu gar nicht sagen, außer dass es um die oben genannte Heimerziehung geht. Hier ist wohl auch eine TW angebracht, da es um körperliche, psychische und sexuelle Gewalt geht. Erzählt wird Karins Geschichte durch kurze Kapitel, aus ihrer Sicht von früher und heute, sowie von ihren Töchtern Imke, Geli und Anne. Dies bringt die gewisse Spannung und Abwechslung ins Buch. Alle haben sehr unterschiedliche Charaktere, sind aber doch von der Erziehung ihrer Mutter gekennzeichnet. Bis zum Ende des Buches ist unklar, was damals wirklich in diesem Kinderheim passiert ist. Während des Lesens war ich teilweise wirklich schockiert. Das Thema ist auf jeden Fall keine leichte Kost. Nichtsdestotrotz hat mir der Erzählstil sehr gut gefallen und ich kann das Buch nur weiter empfehlen. Die Geschichte der Heimkinder und die Erziehungsmaßnahmen der Kirche und des Staats sollten meiner Meinung nach noch viel öfter erzählt werden. Tolles Buch !

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