Sie haben sich erfolgreich zum "Mein Buchentdecker"-Bereich angemeldet, aber Ihre Anmeldung noch nicht bestätigt. Bitte beachten Sie, dass der E-Mail-Versand bis zu 10 Minuten in Anspruch nehmen kann. Trotzdem keine E-Mail von uns erhalten? Klicken Sie hier, um sich erneut eine E-Mail zusenden zu lassen.

Rezensionen zu
Fliegen, tanzen, wirbeln, beben

Katherine Mansfield

Manesse Bibliothek (10)

(4)
(4)
(1)
(0)
(1)
€ 22,00 [D] inkl. MwSt. | € 22,70 [A] | CHF 30,90* (* empf. VK-Preis)

"Ich zermartere mir den Kopf heute Morgen, aber einigermaßen vergeblich." Die Auszüge aus Katherine Mansfields Tagebüchern ermöglichen einen zutiefst privaten Einblick in das Leben der neuseeländischen Autorin, die 1923 im Alter von nur 34 an Tuberkulose starb und als Meisterin der Kurzgeschichte bekannt ist. Sie fühlt VIEL und für all diese Gefühle, Gedanken, findet sie Worte, beherrscht dabei die Sprache auf grandiose Art und Weise. Das dem Leben so typische Gefühls- und Gedankenchaos lässt sie von tiefen Empfindungen für ihre zahlreichen Liebhaber*innen zur Reflektion über Karfreitag, ihren Gesundheitszustand, Beobachtungen von Mitmenschen oder auch kleinen Vögelchen am Fenster springen; dazu Szenenentwürfe ihrer Geschichten oder literarischer Passagen, die sie berührten. Zentral ist über die Jahre hinweg immer wieder ihre Gesundheit bzw. der Mangel an Gesundheit - körperlich und seelisch ist sie geprägt von der Krankheit, an der sie letztendlich sterben wird: "Aber vielleicht ist das für Leute, die nicht krank sind, Unsinn. Sie sind nie auf dieser Straße unterwegs gewesen. Wie können sie sehen, wo ich stehe?" Hinzu kommt ihre Einstellung gegenüber ihrer Arbeit, die fast auf krankhaften Perfektionismus deutet: sie ärgert sich darüber, dass sie nie ihren eigenen Ansprüchen gerecht wird, prokrastiniert, zerstört teilweise ihre Geschichten; ihren Erfolg erwähnt sie mit keiner Silbe. Ich habe für "Fliegen, Tanzen, Wirbeln, Beben" länger gebraucht als für andere Rezensionsexemplare, aber hätte es schade gefunden, die einzelnen Tagebucheinträge in einem Rutsch durchzulesen. Sie haben mich auf jeden Fall sehr neugierig gemacht auf Mansfields Kurzgeschichten. Vielen Dank für das Rezensionsexemplar!

Lesen Sie weiter

Ich habe vor Jahren Katherine Mansfields Kurzgeschichten gelesen und besonders die aus der deutschen Kur-Kultur sind kaum zu überbieten an prägnantem Wortwitz und Ironie. Nun ihre Tagebücher zu lesen, auch die teils melodramatischen Zeilen der erst siebzehnjährigen und später die literarisch sichereren Worte der Dreißigerin, hat etwas Feierliches und gleichzeitig Beschwingendes, Intimes und Selbstironisches und wirklich, es ist ein Fest. „Hier seien ein paar Dinge genannt, die ich brauche - Macht, Reichtum und Freiheit. Es ist das hoffnungslos langweilige Dogma, Liebe sei das Einzige auf der Welt, das man Frauen von Generation zu Generation einbläute, welches uns so grausam behindert.“ Man gewinnt kurze Einblicke (anhand der Fußnoten identifizierbar) in ihre Freundschaften und Liebschaften mit Frauen und Männern, ihre Lektüren (Dorothy Wordsworth, Jane Austen), in ihre Reisen und Krankheiten und ihre Schreibphasen, ihre Schreibblockaden, Freuden und Leiden. Und alles so mitreißend, so persönlich und auch so wechselhaft geschrieben: Literarische Szenen wechseln mit Stichpunktartigen Notizen ab sowie Selbstgesprächen und geradezu anmaßenden Dialogen. „Ach,Tschechow! Warum bist du tot?“ Ein Jammer, dass sie so früh verstarb, diese begabte Autorin, die es aus Neuseeland nach England verschlug und die das lodernde, schillernde Leben einer Flamme führte, die zu schnell erlischt, von Virginia Woolf als „unheimlich sensibles Gemüt“ bezeichnet. Wer noch nach einem guten Weihnachtsgeschenk sucht, dieser hübsche kleine Band aus dem Manesse-Verlag wartet mit einer wunderbaren Auswahl ihrer biografischen Texte auf, die Vorfreude erwecken und Neugier auf mehr. Mit einer Rezension von Virginia Woolf und einem Nachwort von Dörte Hansen. Aus dem Englischen von Irma Wehrli.

Lesen Sie weiter

Leider...

Von: Weißes Rauschen

07.04.2020

...hat mich das Buch nicht gepackt, habe es nach wenigen Seiten beiseite gelegt und auch bei den nächsten beiden Anläufen konnte ich mich nicht dafür begeistern weiterzulesen.

Lesen Sie weiter

Fliegen, tanzen, wirbeln, beben

Von: Paul

07.03.2020

Dieses Buch war interessant und es hat Spaß gemacht es zu lesen. Für alle die Tagebücher oder Chroniken mögen (natürlich auch alle anderen) ist es empfehlenswert.

Lesen Sie weiter

Habt ihr ein Faible für Bonmots? Oder vielleicht sogar ein Lieblingszitat? Mir kommen immer wieder Zeilen von Oscar Wilde in den Sinn, doch mein Repertoire hat sich durch die jüngste Lektüre noch einmal stark erweitert. Darf ich vorstellen: Katherine Mansfield. Autorin und Lyrikerin. Aphorismen-Schleuder, Feministin, Wildfang und Skandalnudel extraordinaire. ✌️ Vita: Geboren wurde KM am 14. Oktober 1888 als Kathleen Mansfield Beauchamp in Wellington (NZ). In den folgenden Jahren wuchs sie in bürgerlichen Verhältnissen auf, bis sie 1903 gemeinsam mit einer ihrer Schwestern nach Europa geschickt wurde, um ihre Schuldbildung in London fortzusetzen. Anschließend kehrte KM für zwei Jahre nach Neuseeland zurück und verbrachte hernach ihr restliches Leben in Europa. Zurück in England studierte sie Musik und Literatur und lebte ein unkonventionelles Leben geprägt von zahlreichen Skandalen, Affären, Armut sowie Kontakten zur Londoner Literaturszene, wo sie unter anderem mit D. H. Lawrence und Virginia Woolf in Berührung kam. Die erste Buchpublikation erfolgte 1911. Ein Erfolg, den Katherine Mansfield nur kurz genießen konnte: sie starb mit nur 34 Jahren an Tuberkulose. Ihr Werk ist bis heute unvergessen. FLIEGEN, TANZEN, WIRBLEN, BEBEN präsentiert nun „Vignetten eines Frauenlebens“ und lässt Mansfield in poetisch anmutenden Tagebucheinträgen, Gedichten sowie ersten Schreibversuchen wiederauferstehen. Ihre persönlichen Notizen ermöglichen intime Einblicke in eine empfindsame, ungestüme Künstlerseele. Ich habe das Buch gerne, wenngleich auch in sehr gemächlichem Tempo gelesen (hier und da fehlt einfach der rote Faden). Das Buch ist sprachlich eine absolute Wonne! Es ist schlichtweg verblüffend, wie wortgewandt sich schon die junge KM auszudrücken wusste. Für besonders gelungen halte ich auch das Nachwort Dörte Hansens ("Altes Land"). Mein Tipp: mit dem Nachwort beginnen und dann häppchenweise genießen. So löst sich auch das Faden-Problem 😊 Zweierlei Bonbons: 1. "Mein Kopf ist wie ein russischer Roman." 2. "Ich danke dem Himmel, dass ich gegenwärtig - Schande über mich - in niemanden verliebt bin außer in mich." ♡

Lesen Sie weiter

Melancholie

Von: Elena

30.04.2019

Auch hier muss ich wieder einmal die hübsche Manesse-Ausgabe loben! Durch die handliche Größe passt das Buch wunderbar auch in meine kleine Handtasche und ist unterwegs immer mit dabei. Die Fußnoten und Anmerkungen sind wie immer interessant und sehr hilfreich bei der Lektüre gewesen, die sich dieses Mal direkt unter dem Text befinden, anstatt in einem extra Verzeichnis. Dadurch musste ich nicht so viel hin- und herblättern und hatte einen angenehmeren Lesefluss. Auch das Cover gefällt mir unglaublich gut! Ich liebe die Farbkombination und die Blumen. Der Titel passt hervorragend. Die Autorin erlebt extreme Hochs und Tiefs, sie fliegt und tanzt voller Freude, wirbelt von Stimmung zu Stimmung und bebt, teilweise vor Traurigkeit. In der ersten Häfte ihres Tagebuchs spürt man vor allem ihr Hochgefühl und ihre Sexualität, die sie frei auslebt. Ab der zweiten Hälfte sind ihre Einträge jedoch meist düster, traurig und zeugen von einer großen Verletzlichkeit. Sie haben mich sehr runtergezogen, was es mir auch sehr schwer gemacht habt, dranzubleiben. Ich musste das Buch immer wieder zur Seite legen. Ihre Lustlosigkeit, Schwerfälligkeit, Überforderung und ihr Schmerz haben mich immer wieder stocken lassen. Abgesehen davon schwankt die Autorin ständig. Sie kann sich schwer an Menschen binden, ob an Freunde oder Liebhaber (egal ob Mann oder Frau). Auch in ihrem Schreibstil, ihrer Perspektive schwankt sie ständig. Sie wechselt hin und wieder zu einem personalen Erzähler, der sie sowohl von innen als auch von außen betrachtet. Man muss natürlich beachten, dass dies ein Tagebuch ist, also etwas Geheimes, das sie für sich selbst schreibt. Jedoch erhält man das Gefühl, dass sie dennoch versucht einen Leser zu beeinflussen. Ich habe immer wieder gedacht, dass sie sich dafür rechtfertigen will, dass sie es nicht geschafft hat, etwas zu schreiben bzw. zu arbeiten. Letztendlich fiel es mir schwer die Autorin wirklich zu greifen. Die Pseudonyme, die sie für ihre Bekannten gebraucht, haben es mir zunehmend schwer gemacht, auch ihre Freunde zuzuordnen und sie als reale und lebendige Figuren zu greifen. Ich konnte das Buch leider nicht mit einem besonders guten Gefühl beenden. Fazit: Auch wenn Mansfield auf künstlerischer Ebene hervorragend schreibt, fiel es mir wirklich schwer, ihre Persönlichkeit wirklich zu erkennen. Die Texte wirken teilweise sehr konstruiert. Die Stimmungsschwankungen lassen auf eine ebenso schwankende Person schließen. Durch die Traurigkeit und Melancholie, die die Autorin begleiten, hat mich das Tagebuch sehr runtergezogen und ich habe mich schwergetan, es zu beenden.

Lesen Sie weiter

Wann mein Herz höher schlägt? Wann ich mich wohlig und wonnig zurücklehnen kann und meine Seele vor Freude Sprünge macht? Wann sie fliegt, tanzt, wirbelt, bebt? Wenn ich solche Worte – auf Papier gefangen – in den Händen halten und lesen darf. • Auf 382 Seiten wird dem Leser ein Reichtum an Sprachperfektion geboten, in Form von Katherine Manfields Tagebüchern und fragmentarischen Kurzgeschichten, Versen, Gedanken und Briefen. Es ist schwer zu durchschauen welche Einträge rein fiktiv und welche nach wahren Gegebenheiten niedergeschrieben wurden. Katherines Fantasie sind keine Grenzen gesetzt: Sowohl bei ihrem Namen, als auch bei denen ihrer Freunde, erfindet sie kurzerhand andere. So heißt Katherine auf der einen Seite noch K.M. und auf den nächsten Julian Mark, Elizabeth Standley oder einfach nur Katie. Bereits in frühen Lebensjahren entscheidet sie sich gegen das alte Leben in Neuseeland – sie möchte keine klassische Familie mit Kindern – und für das neue in Europa. Hier geht sie Affären mit Männern, aber auch mit Frauen ein, sodass nicht viel Zeit verstreichen muss, bis sie ihre lebenslange Freundin Ida Baker – von Katherine Leslie Moore genannt – kennenlernt. Doch die Liebe ihres Lebens ist wohl John Middleton Murry, mit dem sie eine offene Beziehung pflegt. 1923 verstarb Katherine bereits mit 34 Jahren, da sie ihre zunehmenden Herzprobleme und die Tuberkulose nicht besiegen konnte. Viele Jahre führte sie einen harten Kampf, sehnte sich nach mehr Zeit um Bücher fertig zu stellen, und blickte trotz Schmerz optimistisch in die Zukunft. „Alles ist gut.“, sind die letzten Worte ihres Tagebuches. • Katherine war eine Frau, die ihr Herz immer wieder an der Natur verlor und beim schreiben Eins mit ihr zu sein schien. Sie war nicht nur eine Kämpferin, sondern auch eine begnadete Poetin, eine Künstlerin der Worte. • Dieses Buch sieht also nicht nur schön aus, sondern strahlt auch von innen. Ein absolutes Fest der Sprache! - Dem Anhang sollte man zusätzlich viel Beachtung schenken. Virginia Woolf und vor allem Dörte Hansen machen Katherine, mit dem Nachwort, alle Ehre.

Lesen Sie weiter

"Fliegen, Tanzen, Wirbeln, Beben“ beinhaltet die Notizen und Gedanken von Katherine Mansfield aus der Zeit von 1903 - 1923. Sehr schnell hat mich die bildhafte Sprache für sich eingenommen und es war auch eine deutliche Entwicklung im Stil und im Ausdruck zu erkennen. Durch die Notizen konnte man den Schaffensprozess ihrer Erzählungen miterleben und auch die Zweifel und Ängste, die dahinter standen. Generell war Katherine Mansfield sehr selbstkritisch und hat mich mit ihrem zynischen Geschichten einige Male zum Schmunzeln gebracht. Für mich war das Buch ein interessanter Einblick in die damalige Zeit und die Rolle der Frau bzw. die dazugehörigen Erwartungen. Katherine Mansfield lebte unter anderem in Neuseeland, London und Paris.

Lesen Sie weiter